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Hypancistrus zebra "L 98"
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Beschreibung: Gattung/Art: Hypancistrus zebra, Variante, "L 98", Isbrücker & Nijssen, 1991

Synonyme: Zebrawels, Punktierter Zebra

Herkunft: Rio Xingú, Pará, Brasilien

Vorgestellt: DATZ 6/1992

Größe: ca. 10 cm

Wasserwerte:
T: 26 - 32 °C
pH: 5,5 - 7,5
KH: 0 - 5 °dH
GH: 0 - 20 °dH

Empfohlene Beckengröße: ab 60 cm



Führender Datenbankeintrag: Hypancistrus zebra "L 46"




Hypancistrus zebra, Variante, "L 98" aus dem Rio Xingú.


Geschlechtsunterschiede: Männchen mit längerem und breiterem Kopf, längeren Kiemendeckel-Odontoden und mehr Odontoden auf dem ersten Brustflossenstrahl. Weibchen meist etwas kleiner.
Geschlechtsreife Weibchen sind auch an der fülligeren Körperform zu erkennen. An der Genitalpapille können auch Unterscheidungen zwischen Männchen und Weibchen getroffen werden. Dies bedarf allerdings etwas Übung.
Bei jüngeren Tieren ist ein sicheres Unterscheiden der Geschlechter kaum möglich.



Kiemendeckel-Odontoden eines Hypancistrus zebra Männchens.Kiemendeckel-Odontoden eines Weibchens. Je älter die Zebrawelse sind, desto stärker sind die Unterschiede bei den Kiemendeckel-Odontoden dieser schönen Harnischwelse sichtbar. Die Männchen entwickeln recht lange Stacheln, während die Weibchen im Vergleich recht kurze behalten. Fast alle Bilder können durch Anklicken vergrößert werden. So sind Feinheiten besser zu erkennen.


Sozialverhalten: Ruhige, gut verträgliche Art.

Etymologie: Hypancistrus zebra, Variante "L 98", "L 46",
„Hyp-„ von griechisch „hypo-„ steht für die reduzierte Kieferbezahnung im Vergleich zu Ancistrus.
„-ancistrus" von griechisch „ankistron" = „Widerhaken" bezieht sich auf die namensgebenden Kiemendeckel-Odontoden.


Das Diskussionsforum zum Thema Beckeneinrichtung findet ihr hier.





Beckeneinrichtung: In Artbecken ab circa 60 Zentimeter können vier bis fünf L 98 problemlos zusammen gepflegt werden. Bei größeren Gruppen oder bei der Pflege von Beifischen sollte eher ein größeres Becken gewählt werden.
Zur Einrichtung sollten auf jeden Fall Höhlen und / oder Steinspalten gehören, in die sich die tagaktiven, aber recht scheuen, Tiere zurückziehen können. In den meisten Fällen hat es sich bewährt, doppelt so viele Höhlen im Aquarium zu platzieren wie Welse im Becken sitzen. Ob die Höhlen in der Wasserströmung platziert werden oder auch nicht, spielt kaum eine Rolle.
Man sollte immer mehrere Möglichkeiten anbieten. Oft wird eine Höhle bevorzugt, die dann vom stärksten Männchen immer mal wieder durch leichte Rangeleien verteidigt wird.

Noch Verschiedenes zum Thema Höhlen findet ihr hier.

Bewährt hat es sich auch, wenn der Höhleneingang eine Art Überdachung hat, da sich die Tiere geschützter fühlen. Ob es nun Tonhöhlen sind oder Schieferhöhlen, spielt keine besondere Rolle. Wichtiger ist, dass die Größe passt (mehr dazu unter Zucht). Größere Aquarien sind wegen ihrer stabileren Wasserverhältnisse aber zu bevorzugen. Dort können dann auch problemlos größere Gruppen gehalten werden.
Obwohl Hypancistrus zebra eigentlich nicht an Pflanzen geht, besteht trotz allem das Problem, dass die meisten Pflanzen die hohen Pflegetemperaturen von 28 – 32 °C auf Dauer nicht so gut verkraften.

Über Pflanzen in Welsbecken wurde hier schon mal einiges zusammen getragen.

Wurzeln machen sich immer gut als Dekoration und als Versteckmöglichkeit.
Auch über Wurzeln haben wir schon mal einiges an Informationen hier für euch zusammen getragen.

Steinaufbauten sind ebenfalls gute Versteckmöglichkeiten, gerade auch für Jungtiere. In den letzten Jahren hat sich da unter dem Begriff „Aquascaping" einiges getan.



Hier ein Hypancistrus zebra "L 98". Diese Harnischwelse gehören zu den sogenannten Allesfressern, obwohl sie gerade als Alttiere eher Fleischfresser sind.
Der L 98 ist eine Farbvariante des L 46, ansonsten sind sie identisch.


Haltung: Hypancistrus zebra "L 98" ernährt sich omnivor. Trockenfutter aller Art wird gern gefressen. Frostfutter in allen möglichen Variationen wird ebenfalls sehr gerne von den Tieren genommen. Dazu gehören Mückenlarven, Cyclops, Moina, Krill, Muscheln und so weiter. Wer seine Tiere zu Grünfutter „zwingen" möchte, sollte es mit Rosenkohl, Zucchini oder Tiefkühlerbsen versuchen.
Meines Wissens benötigen Zebrawelse kein Holz. Von mir gepflegte Tiere haben auch weiches Moorkienholz immer großzügig ignoriert. Ausgehungerte Tiere aus dem Handel lassen sich zum Teil sehr gut mit lebenden Cyclops oder Artemia wieder aufbauen.
Die Wasserwerte sind nur sekundär wichtig. Gute Wasserqualität (wenig Nitrat, kein Nitrit, hoher Sauerstoffgehalt, …) durch regelmäßige Wasserwechsel und eine ausreichende Filterung sind natürlich Grundvoraussetzung für eine
erfolgreiche Pflege. Gerade in der letzten Zeit wurde viel über Garnelen in Welsaquarien gesprochen.
Einige Garnelenarten, die solch hohe Temperaturen vertragen, können ohne weiteres in Aquarien mit Hypancistrus zebra gepflegt werden.


Das Diskussionsforum zum Thema Welsfutter findet ihr hier.




Schön zu erkennen: die reduzierte Kieferbezahnung des Hypancistrus zebra.
Darauf bezieht sich die Silbe „Hyp" im lateinischen Gattungsnamen.


Sonstiges: Kein Einzeltier, es wurden damals 3 fast identisch aussehende Tiere gefangen. Der Fisch auf dem Bild lebt nun schon seit über 13 Jahren und erfreut sich noch immer bester Gesundheit (diese Aussage ist von 2005). Die Fänger dieser Tiere haben den genauen Fundort geheim gehalten. Dies ist bei Besonderheiten häufig der Fall, denn die Fänger möchten so ihre Einnahmen schützen.
Da es eine Variante des Hypancistrus zebra ist und dieser nur in einer Flussschleife des Rio Xingú lebt, ist der ungefähre Fundort gut einzugrenzen.
Es kommt auch gelegentlich vor, dass das Linienmuster eines L 46 nach dem Verheilen einer Verletzung die aufgebrochene Zeichnug eines L 98 aufweist.

Herkunft: Die Welse stammen aus dem Rio Xingú. Der Rio Xingú ist ein recht warmer Fluss: Es wurden Temperaturen von 32 °C und mehr gemessen.
Die Tiere werden wohl in diesem großen Strom meist in Tiefen von 6 m und mehr gefangen. Bei einem Gewässer, das schon mal einen Kilometer breit ist, ist das keine leichte Aufgabe.
Der Bodengrund besteht aus dunklen vulkanischen Gesteinsarten, mit vielen Spalten und Versteckmöglichkeiten.

Ein besonderes Problem für die Zukunft ist ein Mega-Staudamm-Projekt der brasilianischen Regierung. Für die nötige Stromversorgung des brasilianischen Staates wird der Rio Xingú zu einem Stausee für die Stromgewinnung. Mit mehreren Staustufen wird der zur Zeit noch stark fließende Fluss zu einem
eher ruhigen See angestaut.


Hier mal eine Karte, wie die Stauseen nach der jetzigen Planung wohl entstehen werden.
Wenn man sich Deutschland als Größenvergleich ansieht, wird einem erst das Ausmaß dieses Bauprojektes so richtig bewusst.

Da dies auf den Sauerstoffgehalt des Gewässers einen gravierenden Einfluss hat, sind die Folgen gerade für die sauerstoffliebenden Arten wie die Harnischwelse höchstwahrscheinlich katastrophal.
Die Hypancistrus zebra sind nur in den stark durchströmten Stromschnellen anzutreffen. Hier ist das Wasser stark sauerstoffhaltig, was diese Harnischwelse auch benötigen. Ein zu geringer Sauerstoffgehalt im Wasser wird aller Wahrscheinlichkeit nach zum Tod der Welse führen.
Die bisher einzig bekannten Fundorte des Hypancistrus zebra liegen alle in der so genannten Xingú-Schleife. Nach Angaben der Staudammplaner soll diese zur Trockenzeit weitestgehend auch trocken gelegt werden, wobei das Wasser über zwei riesige Rohre von Altamira aus direkt in Richtung
Belomonte geleitet wird, zu den Turbinen.
Da die meisten Welse auf Dauer eher schlecht auf dem Trockenen überleben, sehe ich kaum eine Zukunft für den Hypancistrus zebra in seinen bisherigen Biotopen.


Mega-Staudamm-Projekt

Mega-Staudamm-Projekt

Mega-Staudamm-Projekt

Staatliches Zuchtprogramm


Das Diskussionsforum zum Thema L-Welse findet ihr hier.





Importsituation: Zur Zeit kommen keine regelmäßigen Importe mehr herein.
Da diese Art nicht auf der Positivliste der IBAMA zu finden ist, wird es auch in Zukunft keine neuen Importe geben. Vereinzelt werden Tiere noch geschmuggelt. Da die Strafen der IBAMA allerdings inzwischen sehr hoch sind,
ist dies aber nur noch extrem selten der Fall. Im Handel sind die Welse sehr selten geworden. Die Tiere sind zur Zeit fast nur noch, wenn überhaupt, als Nachzuchten zu erhalten.



Ein Hypancistrus zebra zeigt als frisch geschlüpfter Jungfisch noch keine charakteristische Linienzeichnung.
Diese zerrissene Musterung bleibt bei der L 98 Variante des Hypancistrus zebra bestehen, während sie bei
der L 46 Form in ein Linienmuster übergeht.



Zucht: Eine einseitig geöffnete Röhre hat sich für die Nachzucht als hervorragend bewährt. Ob die Höhlen aus Ton oder Schiefer sind, spielt dabei keine Rolle. Bei einer gezielten Zucht sollte die passende Höhlengröße gewählt werden.

Näheres zum Thema Höhlen findet ihr hier.

Das Männchen betreibt die Brutpflege bis zum Freischwimmen der Larven. Häufig laichen die Welse in gut gepflegten Gesellschaftsbecken im Laufe der Zeit von ganz alleine ab. Zur Zucht kann man die Tiere in einem separaten Becken natürlich auch gezielt ansetzen.
Zuchtbereite Tiere sind leicht zu stimulieren durch häufigen Wasserwechsel, durch Veränderung des Leitwertes, der Temperatur oder auch durch Strömungsveränderungen. Das Absenken des Leitwertes und eine Senkung des pH-Wertes plus Strömung ist anzuraten, wenn es mit einer gewollten Nachzucht mal nicht so klappt. Möglichkeiten gibt es ja etliche zur Stimulation.
Die Gelegegröße hängt von der Größe und Vitalität der Elterntiere ab.
Die Aufzucht der Jungtiere ist in der Regel recht einfach. Gefressen wird so ziemlich jede Futtersorte, in der Hinsicht stellen die Nachzuchten keine großen Ansprüche. Jungtiere fressen meist noch pflanzliche Nahrung. Sie fressen von Anfang an zerkleinertes Trockenfutter jeglicher Art. Artemia ist nicht unbedingt nötig. Worauf man bei einer gewollten Aufzucht natürlich achten sollte, ist, dass sich Futterkonkurrenten und Fressfeinde nicht im Aufzuchtsbecken befinden dürfen.


Das Diskussionsforum zum Thema Welszucht findet ihr hier.




Auf dem linken Bild ist ein Hypancistrus zebra "L 98" abgebildet und auf dem rechten ein Hypancistrus zebra "L 46" mit der arttypischen Linienzeichnung.


Weitere Informationen :


Autor: Ralf Heidemann (Fischray)

Wir bedanken uns für die Bilder bei André Werner und Ralf Heidemann (Fischray).




Die Harnischwelse der Gattung Hypancistrus


In dieser Gattung sind sehr viele ähnlich aussehende Harnischwelse vertreten.
In der Regel werden die Tiere dieser Gattung nur bis 15 cm groß. Es gibt mit dem Hypancistrus inspector "L 102" nur eine Ausnahme: Diese Welse können bis zu 20 cm Totallänge erreichen.

Der größte Teil der Arten dieser Gattung zählt zu den Wurmlinienharnischwelsen, die sich oftmals sehr ähnlich sehen.
Außer im Amazonas-Einzug ist diese Gattung auch im Rio Orinoco-Einzug zu finden. Die Abgrenzung von einzelnen Arten ist hier oftmals sehr schwierig.

Die anderen Arten dieser Gattung sind die punktierten Hypancistren. Dabei handelt es sich um Harnischwelse mit einer schwarzen Grundfarbe und weißen Punkten. Dass hier bei der Betrachtung von Einzeltieren ohne Fundortangabe oftmals so gut wie keine Bestimmung möglich ist, sollte verständlich sein.

Die große Ausnahme in der Musterung stellt der Hypancistrus sp. "L 70" da. Dieser besitzt als Jungfisch noch eine Marmorierung (leichtes Linienmuster). Als adultes Tier ist dieser Wels dann aber grau-schwarz ohne Musterung.

In dieser Gattung finden wir 7 Weichstrahlen in der Rückenflosse, die sich noch mehrfach aufspalten.
Der erste Strahl ist der sogenannte Hartstrahl dieser ist wesentlich dicker und auch oftmals mit Odontoden besetzt. Der letzte Weichstrahl ist nicht durch eine Flossenmembran mit dem Rücken verbunden wie bei anderen Gattungen.
In der Schwanzflosse können wir 14 Weichstrahlen zählen, die zwischen den beiden Hartstrahlen liegen.
Die Fettflosse ist nicht über eine Flossenmembran mit der Rückenflosse verbunden. Auch der einzelne Strahl der Fettflosse ist oftmals mit Odontoden besetzt.

Das auffälligste Merkmal dieser Gattung sind die Zähne. Die zwei unterschiedlichen Zahngrößen im Oberkiefer und Unterkiefer sind in der Form bei anderen Harnischwelsen nicht zu finden. Im Oberkiefer sind kleinere und auch wesentlich mehr Zähne zu finden als im Unterkiefer.
Die Zähne im Unterkiefer sind erheblich größer, dafür aber auch nur sehr wenige. Diese zweispitzigen Zähne, bei denen es eine Hauptkuppe und eine kleinere Nebenkuppe gibt, sitzen am Ende eines langen Zahnarmes.



Wer Informationen hat bezüglich L 98, die noch nicht berücksichtigt wurden, kann sie gleich als Antwort unter diesen Datenbankeintrag setzen. Bei der nächsten Bearbeitung dieses Eintrags wird dieses dann berücksichtigt. Wir sind immer daran interessiert, gutes Bildmaterial für die Datenbank zu sammeln. Wer diesbezüglich eigene Aufnahmen für die Datenbank hat und diese zur Verfügung stellen möchte,
kann dies hier tun.
Schlüsselwörter: Hypancistrus zebra L98 L098 Pará Para Xingú Xingu Brasilien Hypostominae Ancistrini
Sortierung: 100
Größe min: 10
Beckengröße min: 60
Temperatur min: 26
Temperatur max: 30



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