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Hypancistrus sp. "L 174"
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Beschreibung: Gattung/Art: Hypancistrus sp. "L 174"

Synonyme: Ozelot-Zwergharnischwels, Pandacatfish

Herkunft: Rio Xingú, Umgebung von Altamira, Pará, Brasilien

Vorgestellt: DATZ 08/1994

Die Original-Vorstellung dieses Welses in der Fachzeitschrift Datz als PDF.
Harnischwelse aus dem Rio Xingú und Umgebung (L 171 - L 177)


Größe: 6 - 8 cm

Wasserwerte:
T: 27 - 30° C
pH: 5,5 - 7,5
KH: 0 - 5° dH
GH: 0 - 20° dH

Empfohlene Beckengröße: ab 50 cm.



Ein Hypancistrus sp. "L 174" aus dem Rio Xingú.


Geschlechtsunterschiede: Männchen mit breiterem Kopf, bildet am Schwanzstiel Odontoden, die während der Laichzeit deutlich oder verstärkt hervortreten. Weibchen nur unwesentlich kleiner.

Sozialverhalten: lebhafte, gut verträgliche Art, eher scheu.

Etymologie: "Hyp-" von griechisch "hypo-": steht für die reduzierte Kieferbezahnung im Vergleich zu Ancistrus. "-ancistrus" von griechisch "ankistron" = "Widerhaken": namensgebend sind die Interopercularodontoden. Hypancistrus sp. "L 174"



Der Hypancistrus sp. "L 174" kommt erst ab einer Wassertiefe ab 12m im Rio Xingu vor.


Das Diskussionsforum zum Thema Beckeinrichtung findet ihr hier.



Haltung: In Becken ab circa 50 Zentimeter können fünf bis sechs Tiere problemlos zusammen gepflegt werden. Zur Einrichtung sollten auf jeden Fall Höhlen und/oder Steinspalten gehören, in die sich die dämmerungs- bzw. nachtaktiven, aber recht scheuen Tiere zurückziehen können. Als Beifische sind ruhige, nicht zu aggressive Fische zu empfehlen, die den Welsen auch etwas Futter übrig lassen. L 174 ernährt sich hauptsächlich omnivor, Trockenfutter aller Art wird natürlich auch sehr gern gefressen. Leibspeise scheinen Muschelfleisch sowie Garnelen-Mix zu sein. Ausgehungerte Tiere aus dem Handel lassen sich zum Teil sehr gut mit lebenden Cyclops oder Artemia wieder aufbauen.
Die Wasserwerte sind nur sekundär wichtig. Gute Wasserqualität (wenig Nitrat, kein Nitrit, hoher Sauerstoffgehalt...) durch regelmäßige Wasserwechsel und eine ausreichende Filterung ist natürlich Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Pflege. Da diese Tiere in größeren Tiefen gefangen werden ist eine leichte Strömung im Aquarium empfehlenswert, außerdem benötigen L174 höhere Temperaturen als andere Harnischwelse.
Ich konnte bei meinen Tieren keinen Verzehr von Rohkost aber auch keinen Verzehr von Holz jeglicher Art feststellen.


Das Diskussionsforum zum Thema Welsfutter findet ihr hier.




Ein Hypancistrus sp. "L 174" Jungtier in 4 cm.


Zucht: Wie Hypancistrus zebra. Die Gelege haben jedoch gelegentlich mehr als 20 Eier.
Eine einseitig geöffnete Röhre hat sich für die Nachzucht als hervorragend bewährt.
Ob die Höhlen aus Ton oder Schiefer sind, spielt dabei keine Rolle. Bei einer gezielten Zucht sollte die
passende Höhlengröße gewählt werden.
Näheres zum Thema Höhlen findet ihr hier.
Das Männchen betreibt die Brutpflege bis zum Freischwimmen der Larven.
Häufig laichen die Welse in gut gepflegten Gesellschaftsbecken im Laufe der Zeit von ganz alleine ab.
Zur Zucht kann man die Tiere in einem separaten Becken natürlich auch gezielt ansetzen.
Zuchtbereite Tiere sind leicht zu stimulieren durch häufigen Wasserwechsel, durch Veränderung des Leitwertes,
der Temperatur oder auch durch Strömungsveränderungen.
Das Absenken des Leitwertes und eine Senkung des pH-Wertes plus Strömung ist anzuraten,
wenn es mit einer gewollten Nachzucht mal nicht so klappt.
Möglichkeiten gibt es ja etliche zur Stimulation.
Die Gelegegröße hängt von der Größe und Vitalität der Elterntiere ab.
Die Aufzucht der Jungtiere ist in der Regel recht einfach. Gefressen wird so ziemlich jede Futtersorte,
in der Hinsicht stellen die Nachzuchten keine großen Ansprüche.
Sie fressen von Anfang an zerkleinertes Trockenfutter jeglicher Art. Artemia ist nicht unbedingt nötig.
Worauf man bei einer gewollten Aufzucht natürlich achten sollte, ist, dass sich Futterkonkurrenten und
Fressfeinde nicht im Aufzuchtsbecken befinden dürfen.
Die Jungtiere wachsen sehr langsam heran.



Ein Hypancistrus sp. "L 174" Alttier in 8 cm.


Das Diskussionsforum zum Thema Welszucht findet ihr hier.



Besonderes: L 174 ist die kleinste bekannte Hypancistrus Art und gehört zu den kleinsten Ancistrinen, die bekannt sind. (Im Forum wurde von einem einzelnen Männchen mit einer Größe von ca. 10 cm berichtet.)



Der Rio Xingu ist einer der großen Zuflüsse des Amazonas.
Er kommt aus dem südlichen Tiefland des Amazonas-Unterlaufs.
Er ist fast 2000 Kilometer lang.
Altamira, eine aquaristisch bekannte Stadt, ist an seinem Flusslauf zu finden.
Gerade für Welsliebhaber ist der Rio Xingu ein absolutes Highlight.


Exportsituation: Diese Harnischwelse dürfen zur Zeit nicht aus Brasilien exportiert werden.
Die brasilianische Regierung regelt ihre Exporte von Zierfischen
über eine Positivliste. Diese wird von der IBAMA herausgegeben.
Es dürfen nur Zierfische exportiert werden, die auf der Liste geführt werden.
Bei einigen Arten, die unter verschiedenen Bezeichnungen gehandelt werden, sind die Farbvarianten oder
Fundortvarianten von der IBAMA nicht extra aufgeführt worden.
So kommt es auch vor, dass nicht extra aufgeführte Arten gehandelt werden, da sie als eine Variante
einer beschriebenen Art gelten. Hierbei sind aber die Grenzen leicht schwammig.

Bei schweren Verstößen gegen die Exportvorschriften hat die brasilianische Regierung schon
hohe Geldstrafen und auch Gefängnisstrafen verhängt.
Daher sind in den letzten Jahren die Exporte aus Brasilien stark zurückgegangen.
Neue Arten, die bei Aquarianern weltweit immer sehr begehrt waren, sind aus Brasilien eher nicht
mehr zu erwarten. Hier haben sich in den letzten Jahren andere südamerikanische Länder hervorgetan.



Ein Hypancistrus sp. "L 174" Jungtier als Albino.


Weiterführende Informationen: Welsatlas Bd. 2 S. 588, Miniatlas L-Welse S. 156


Weitere Informationen : L174 bei der Paarung

https://www.piranha-info.com/default...en&id=L174

https://www.amazonas-magazin.de/AMAZ...nt.1873.0.html



Autor: Udo Wanninger (Cattleya) und Ralf Heidemann.


Wir bedanken uns für das Bild bei André Werner und der Fa. Transfish. , für die Bilder 2 bis 6 bei Michael Voß (looser), bei Elke Preißler, bei Michael Berg, bei Oliver Lucanus und Ralf Heidemann.


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Die Harnischwelse der Gattung Hypancistrus


In dieser Gattung sind sehr viele ähnlich aussehende Harnischwelse vertreten.
In der Regel werden die Tiere dieser Gattung nur bis 15 cm groß. Es gibt mit dem Hypancistrus inspector "L 102" nur eine Ausnahme: Diese Welse können bis zu 20 cm Totallänge erreichen.

Der größte Teil der Arten dieser Gattung zählt zu den Wurmlinienharnischwelsen, die sich oftmals sehr ähnlich sehen.
Außer im Amazonas-Einzug ist diese Gattung auch im Rio Orinoco-Einzug zu finden.
Die Abgrenzung von einzelnen Arten ist hier oftmals sehr schwierig.

Die anderen Arten dieser Gattung sind die punktierten Hypancistren. Dabei handelt es sich um Harnischwelse mit einer schwarzen Grundfarbe und weißen Punkten. Dass hier bei der Betrachtung von Einzeltieren ohne Fundortangabe oftmals so gut wie keine Bestimmung möglich ist, sollte verständlich sein.

Die große Ausnahme in der Musterung stellt der Hypancistrus sp. "L 70" da. Dieser besitzt als Jungfisch noch eine Marmorierung (leichtes Linienmuster). Als adultes Tier ist dieser Wels dann aber grau-schwarz ohne Musterung.

In dieser Gattung finden wir 7 Weichstrahlen in der Rückenflosse, die sich noch mehrfach aufspalten.
Der erste Strahl ist der sogenannte Hartstrahl dieser ist wesentlich dicker und auch oftmals mit Odontoden besetzt.
Der letzte Weichstrahl ist nicht durch eine Flossenmembran mit dem Rücken verbunden wie bei anderen Gattungen.
In der Schwanzflosse können wir 14 Weichstrahlen zählen, die zwischen den beiden Hartstrahlen liegen.
Die Fettflosse ist nicht über eine Flossenmembran mit der Rückenflosse verbunden.
Auch der einzelne Strahl der Fettflosse ist oftmals mit Odontoden besetzt.

Das auffälligste Merkmal dieser Gattung sind die Zähne.
Die zwei unterschiedlichen Zahngrößen im Oberkiefer und Unterkiefer sind in der Form bei anderen Harnischwelsen
nicht zu finden. Im Oberkiefer sind kleinere und auch wesentlich mehr Zähne zu finden als im Unterkiefer.
Die Zähne im Unterkiefer sind erheblich größer, dafür aber auch nur sehr wenige.
Diese zweispitzigen Zähne, bei denen es eine Hauptkuppe und eine kleinere Nebenkuppe gibt, sitzen am Ende eines
langen Zahnarmes.




Wer Informationen hat bezüglich Hypancistrus sp. "L 174", die noch nicht
berücksichtigt wurden, kann sie gleich als Antwort unter diesen Datenbankeintrag setzen.
Bei der nächsten Bearbeitung dieses Eintrags wird dieses dann berücksichtigt.
Wir sind immer daran interessiert, gutes Bildmaterial für die Datenbank zu sammeln. Wer
diesbezüglich eigene Aufnahmen für die Datenbank hat und diese zur Verfügung stellt,
kann dies hier tun.

Ursprungskarte:
Schlüsselwörter: Hypancistrus L174 Pará Para Xingú Xingu Brasilien Hypostominae Ancistrini
Sortierung: 178
Größe min: 8
Beckengröße min: 50
Temperatur min: 27
Temperatur max: 30



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Copyright 2003 All Enthusiast, Inc.


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 17:51 Uhr.

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