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Hypancistrus sp. "L 70"
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Beschreibung: Gattung/Art: Hypancistrus sp. "L 70"

Synonyme: Zombie-Harnischwels, Zombie-Pleco

Herkunft: Rio Tapajós bei Santarém, Brasilien

Vorgestellt: DATZ 10/1990

Die Original-Vorstellung dieses Welses in der Fachzeitschrift Datz als PDF.
Harnischwelse vom Tapajós und Tocantins (L 69 - L 72)


Größe: bis zu 18 cm

Wasserwerte:
T: 26 - 30°C
pH: 5,5 - 7,5
KH: 0 - 7 °dH
GH: 0 - 20 °dH

Empfohlene Beckengröße: ab 80 cm, besser noch 100 cm Kantenlänge



Ein Hypancistrus sp. "L 70" aus dem Rio Tapajós bei der Ortschaft Santarém.


Geschlechtsunterschiede: Das Männchen bekommt im Alter einen breiteren Kopf, und der
Odontodenbewuchs ist stärker ausgeprägt als beim Weibchen.
Im Vergleich zu anderen Vertretern der Gattung jedoch ist der Odontodenbewuchs weniger stark.

Sozialverhalten: Sehr ruhige und verträgliche Art.





Etymologie: "Hyp-" von griechisch "hypo-": steht für die reduzierte Kieferbezahnung im Vergleich zu
Ancistrus. "-ancistrus" von griechisch "ankistron" = "Widerhaken": namensgebend sind die Odontoden
auf dem Kiemendeckel.



Die Bauchpartie ist hell ohne eine Panzerung.


Beckeneinrichtung: In Becken ab circa 100 Zentimeter können fünf bis sechs Tiere problemlos
zusammen gepflegt werden. Zur Einrichtung sollten auf jeden Fall Höhlen und/oder Steinspalten gehören,
in die sich die dämmerungs- bzw. nachtaktiven und recht scheuen Tiere zurückziehen können.
Tonhöhlen, die einseitig geöffnet sind, werden sehr gern angenommen.
Wenn die Eingänge noch leicht geschützt sind, mit einer Schieferplatte oder ähnlichem, werden die Höhlen
noch lieber besetzt.
Wurzeln werden zwar nicht dringend benötigt, eignen sich allerdings wunderbar als Versteck und Unterschlupf der Welse.
Nähere Informationen zum Thema Wurzeln findet ihr hier.
Jungtiere können schon mal ein wenig die Bepflanzung des Aquariums als Nahrungsergänzung ansehen,
aber das hält sich im Allgemeinen in Grenzen.
Bei Alttieren besteht in der Regel keine Gefahr, dass sie Pflanzen fressen könnten.
Näheres über Pflanzen in Welsbecken hier.
Eine Schwimmpflanzendecke trägt enorm zum Wohlbefinden dieser schönen Welse bei.


Das Diskussionsforum zum Thema Beckeinrichtung findet ihr hier.



Haltung: In Becken ab 80 Zentimeter können ungefähr vier juvenile L 70 gepflegt werden.
Später sollte aber ein größeres Aquarium gewählt werden, da L 70 bis zu 16 cm groß werden kann.
Die Einrichtung dieses Aquariums sollte aus vielen Verstecken bestehen, denn die Art ist sehr scheu.
Gut geeignet sind Holzwurzeln, Schieferplatten, und Tonhöhlen. Es sollte ausreichend Holz im Becken sein,
da Hypancistrus sp. sehr gerne Holz frisst, was man an seinen braunen Kotschnüren sehen kann.
L 70 ernährt sich omnivor. Industriefutter wird gerne gefressen. Ein Großteil der Nahrung sollte fleischlich sein,
besonders Muschelfleisch und Rote Mückenlarven werden sehr gerne gefressen. Grünfutter wird ebenfalls,
wenn auch nicht so gerne angenommen. Wenn dann sind vor allem Spirulina-Flocken, Gurke und Zucchini
sehr begehrt.
Die Wasserparameter scheinen bei L 70 nicht so wichtig zu sein. Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche
Pflege sind eine hohe Wassertemperatur, hoher Sauerstoffgehalt und möglichst schadstofffreies Wasser.



Das Maul dieses Fleischfressers.


Vergesellschaftung: Als Beifische sind ruhige, nicht zu aggressive Fische zu empfehlen,
die den Welsen auch etwas Futter übrig lassen. Da sich der L 70 in Gesellschaft von ruhigen Beifischen
sicherer fühlt, wird man ihn so häufiger zu sehen bekommen.
In einem sogenannten Gesellschaftsbecken kann der Hypancistrus sp. "L 70"
durchaus gut gepflegt werden. Er neigt nicht dazu, andere Fische zu erjagen.
Geschlechtsreife Männchen können sich in kleineren Becken schon mal bekämpfen, was in der Regel
nicht weiter gefährlich ist.
Bei der Fütterung können sich robustere größere Welse mal ums Futter drängeln und streiten.
Das ist normal und bringt keine weiteren Probleme mit sich.
Bei mehreren ausgewachsenen Männchen in einem Becken reicht es schon, einfach an mehreren Stellen
gleichzeitig zu füttern.
Es ist vollkommen unproblematisch, diese Welse auch mit kleineren Fischen wie Salmlern zu vergesellschaften.
Bei der Vergesellschaftung sollte natürlich darauf geachtet werden, dass die Wasserwerte der Pfleglinge nahezu identisch sind. Es wird auf die Dauer gesehen keinen Erfolg versprechen, Tiere mit unterschiedlichen
Grundanforderungen in einem Becken zu pflegen. Mit Grundanforderungen sind die Beckentemperatur,
die Wasserhärte, der pH-Wert, die unterschiedlichen Futterarten und ähnliches gemeint.
Auch die unterschiedliche Stressempfindlichkeit von Fischen muss beachtet werden.
Einige Arten haben es lieber eher ruhig, während andere wesentlich toleranter gegenüber Störungen sind.
Da es von der Seite des Hypancistrus sp. "L 70" kaum Bedenken gibt, sollte darauf geachtet werden, dass
diese ruhigen Welse nicht von anderes Bewohnern attackiert werden, wie zum Beispiel von einigen Barschen,
die schon mal die Flossen der Welse mehr oder weniger stark beschädigen können.
Ob die Tiere, die vergesellschaftet werden, aus ein und dem selben Ursprungshabitat stammen
oder von verschiedenen Kontinenten, ist eher eine Frage der allgemeinen Vorlieben des Halters.
Wenn die Pflegbedingungen übereinstimmen, spricht in der Regel nichts dagegen.



Je nach Beleuchtung kann die Färbung der Hypancistrus sp. "L 70" von grau oder schwarz bis ins blau variieren.
Es sollten nicht mehrere Arten der Gattung Hypancistrus im selben Becken gepflegt werden, da diese
Gattung sehr schnell Hybriden hervorbringt.


Zucht: Die Gelegegröße beträgt je nach Größe des Weibchens ca. 15 - 25 Eier. Die Jungtiere sind
schnellwachsend im Vergleich zu kleineren Hypancistrusarten wie L 260, L 174 oder Hypancistrus zebra.
Wichtig ist auf jeden Fall, dass die jungen Welse im Futter stehen und nicht nach Nahrung suchen müssen.
Auch hier empfiehlt sich schon eine abwechslungsreiche Fütterung mit zerbröselten Futtertabletten,
Artemia Nauplien und auch kleinen Gemüsestücken.
Wie bei allen Jungwelsen unterstützen tägliche Wasserwechsel das Wachstum gewaltig.



In drei Monaten kam es zu zwei Gelegen, die je ca. 45 Jungfische hervorbrachten.
Die Jungtiere wurden nach dem Schlupf erst einmal im Artbecken belassen. Dieses
wird in einem Abstand von drei bis vier Monaten abgefischt.


Das Diskussionsforum zum Thema Welszucht findet ihr hier.




Ein Hypancistrus sp. "L 70" 12 Tage nach dem Schlupf mit einer Gesamtlänge von 12 mm.
Der gelbe Dottersack ist noch nicht ganz aufgebraucht.



Hypancistrus sp. “L 70” Nachzuchttier in 2 cm.



Hypancistrus sp. “L 70” Nachzuchttier in 2 cm.


Sonstiges:
Ihren alten "Namen" Zombie-Pleco bekamen die L 70 durch ihre Schreckfärbung, die extrem ausfällt und
diese erinnert stark an das Jugendkleid der ersten Tage (stark gescheckt).
Zudem haben die Tiere in Color-Beleuchtung einen bläulichen Schimmer, der in einem Artaquarium nicht
so zur Geltung kommt. Die bekanntesten Bilder zeigen einen L 70 in Schreckfärbung mit Blauschimmer,
was immer zu einem Wunschdenken führt (ich möchte diesen blauen Wels).
L 70 gehört zu den unscheinbaren Vertretern der Gattung Hypancistrus. Weisen alle anderen
Gattungsangehörigen meist ein Wurmlinienmuster auf, so ist dieser Hypancistrus gänzlich ohne Muster.
Fast einheitlich grau. Ein sehr ähnlicher Hypancistrus stammt aus dem oberen
Maroni-Fluß – Hypancistrus sp. „Surinam“ – diese Art wird allerdings nicht importiert.



Die Rückenflosse hat, wie bei dieser Gattung üblich, auch beim Hypancistrus sp. "L 70" sieben Weichstrahlen.
Die Fettflosse ist nicht mit der Rückenflosse verbunden.


Exportsituation: Diese Harnischwelse dürfen zur Zeit nicht aus Brasilien exportiert werden.
Die brasilianische Regierung regelt ihre Exporte von Zierfischen
über eine Positivliste. Diese wird von der IBAMA herausgegeben.
Es dürfen nur Zierfische exportiert werden, die auf der Liste geführt werden.
Bei einigen Arten, die unter verschiedenen Bezeichnungen gehandelt werden, sind die Farbvarianten oder
Fundortvarianten von der IBAMA nicht extra aufgeführt worden.
So kommt es auch vor, dass nicht extra aufgeführte Arten gehandelt werden, da sie als eine Variante
einer beschriebenen Art gelten. Hierbei sind aber die Grenzen leicht schwammig.

Bei schweren Verstößen gegen die Exportvorschriften hat die brasilianische Regierung schon
hohe Geldstrafen und auch Gefängnisstrafen verhängt.
Daher sind in den letzten Jahren die Exporte aus Brasilien stark zurückgegangen.
Neue Arten, die bei Aquarianern weltweit immer sehr begehrt waren, sind aus Brasilien eher nicht
mehr zu erwarten. Hier haben sich in den letzten Jahren andere südamerikanische Länder hervorgetan.



Ein schönes adultes Männchen mit ca. 12 cm Länge.


Weitere Informationen :





Autor: Daniel Konn-Vetterlein (Acanthicus) und Ralf Heidemann

Wir bedanken uns für das Bild 1 bei Ingo Seidel, für die Bilder 2 und 3 bei Daniel Konn-Vetterlein (Acanthicus).






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Hypancistrus sp. "L 70" mit über 17 cm Länge.


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Die Harnischwelse der Gattung Hypancistrus


In dieser Gattung sind sehr viele ähnlich aussehende Harnischwelse vertreten.
In der Regel werden die Tiere dieser Gattung nur bis 15 cm groß. Es gibt mit dem Hypancistrus inspector "L 102" nur eine Ausnahme: Diese Welse können bis zu 20 cm Totallänge erreichen.

Der größte Teil der Arten dieser Gattung zählt zu den Wurmlinienharnischwelsen, die sich oftmals sehr ähnlich sehen.
Außer im Amazonas-Einzug ist diese Gattung auch im Rio Orinoco-Einzug zu finden.
Die Abgrenzung von einzelnen Arten ist hier oftmals sehr schwierig.

Die anderen Arten dieser Gattung sind die punktierten Hypancistren. Dabei handelt es sich um Harnischwelse mit einer schwarzen Grundfarbe und weißen Punkten. Dass hier bei der Betrachtung von Einzeltieren ohne Fundortangabe oftmals so gut wie keine Bestimmung möglich ist, sollte verständlich sein.

Die große Ausnahme in der Musterung stellt der Hypancistrus sp. "L 70" da. Dieser besitzt als Jungfisch noch eine Marmorierung (leichtes Linienmuster). Als adultes Tier ist dieser Wels dann aber grau-schwarz ohne Musterung.

In dieser Gattung finden wir 7 Weichstrahlen in der Rückenflosse, die sich noch mehrfach aufspalten.
Der erste Strahl ist der sogenannte Hartstrahl dieser ist wesentlich dicker und auch oftmals mit Odontoden besetzt.
Der letzte Weichstrahl ist nicht durch eine Flossenmembran mit dem Rücken verbunden wie bei anderen Gattungen.
In der Schwanzflosse können wir 14 Weichstrahlen zählen, die zwischen den beiden Hartstrahlen liegen.
Die Fettflosse ist nicht über eine Flossenmembran mit der Rückenflosse verbunden.
Auch der einzelne Strahl der Fettflosse ist oftmals mit Odontoden besetzt.

Das auffälligste Merkmal dieser Gattung sind die Zähne.
Die zwei unterschiedlichen Zahngrößen im Oberkiefer und Unterkiefer sind in der Form bei anderen Harnischwelsen
nicht zu finden. Im Oberkiefer sind kleinere und auch wesentlich mehr Zähne zu finden als im Unterkiefer.
Die Zähne im Unterkiefer sind erheblich größer, dafür aber auch nur sehr wenige.
Diese zweispitzigen Zähne, bei denen es eine Hauptkuppe und eine kleinere Nebenkuppe gibt, sitzen am Ende eines
langen Zahnarmes.




Wer Informationen hat bezüglich Hypancistrus sp. "L 70", die noch nicht
berücksichtigt wurden, kann sie gleich als Antwort unter diesen Datenbankeintrag setzen.
Bei der nächsten Bearbeitung dieses Eintrags wird dieses dann berücksichtigt.
Wir sind immer daran interessiert, gutes Bildmaterial für die Datenbank zu sammeln. Wer
diesbezüglich eigene Aufnahmen für die Datenbank hat und diese zur Verfügung stellt,
kann dies hier tun.
Schlüsselwörter: Hypancistrus L70 L070 Pará Para Tapajos Tapajós Brasilien Hypostominae Ancistrini
Sortierung: 072
Größe min: 18
Beckengröße min: 80
Temperatur min: 26
Temperatur max: 30



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