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Ancistrus sp. "L 180"
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Beschreibung: Gattung/Art: Ancistrus sp. "L 180"

Synonyme: Flacher Weißpunkt-Antennenwels

Herkunft: Rio Tocantins, Pará, Brasilien

Vorgestellt: DATZ 09/1994

Die Original-Vorstellung dieses Welses in der Fachzeitschrift Datz als PDF.
Ancistrus aus Brasilien (L 180 - L 184)


Größe: 12 - 15 cm

Wasserwerte:
T: 25 - 29 °C
pH: 6,5 - 7

Empfohlene Beckengröße: ab 100 cm



Hier mal ein Ancistrus sp. "L 180" aus dem Rio Tocantins Einzug.


Geschlechtsunterschiede: Bei geschlechtsreifen Welsen kann man anhand der Körperform
die Geschlechter unterscheiden.
Die Kopfform beim Männchen ist breiter.
Die Männchen bekommen beim Heranwachsen das sogenannte Tentakelgeweih.
Sie entwickeln außerdem einen stärkeren Odontodenbewuchs auf dem Brustflossenstachel.

Sozialverhalten: Wie die meisten Harnischwelse ist auch dieser eine friedliche Art.
Die Tiere sind vom Verhalten her mehr die ruhigen Vertreter.
Unter geschlechtsreifen Männchen kann es aber schon mal zu Rangeleien kommen.



Jungfisch von Ancistrus sp. "L 180" mit 4,5 cm.


Etymologie: Die Gattung Ancistrus bekam ihren Namen in Anlehnung an die
Kiemendeckel -Odontoden. Diese befinden sich in eingeklapptem Zustand hinter den Kiemendeckeln.
Ancistrus wurde von dem griechischen Wort „ankistron“ abgeleitet,
was soviel heißt wie „Widerhaken“ oder auch „Angelhaken“.
Den deutschen Namen „Antennenwels“ bekamen die Tiere wegen der geweihartigen Tentakeln
der geschlechtsreifen Männchen.


Haltung: Diese Tiere sind im Einzugsbereich des Rio Tocantins zu finden.
In der Natur sind diese Welse unter Steinen versteckt oder auf Holz zu finden.
Ansammlungen von angeschwemmtem Totholz sind häufig ein beliebter Platz für diese Welse.
Sie wurden in Schwarzwasser- und auch in Klarwasserflüssen nachgewiesen.
Außerdem wurden sie in fließendem Wasser, aber auch in der Trockenzeit in Restwasserstellen gefangen.
Das Becken sollte gut gefiltert werden und am besten einen zusätzlichen Durchlüfterstein besitzen.
Dies hat einen positiven Effekt auf das Wohlbefinden und Verhalten der Tiere, da sie dann meist aktiver sind.
Das liegt daran, dass Harnischwelse im Allgemeinen in den eher sauerstoffreichen und gut durchströmten
Bereichen der Flüsse beheimatet sind. Sie können aber auch ohne einen erhöhten Sauerstoffanteil zurechtkommen.
Diese Welse können zur Not anscheinend Sauerstoff über die Luft atmen, indem sie bei Sauerstoffmangel im Aquarium an der Aquarienscheibe oben leicht durch den Wasserspiegel stoßen und ein Wasser-Luft-Gemisch einsaugen.


Das Diskussionsforum zum Thema Beckeinrichtung findet ihr hier.



Der Ancistrus zählt zu den Allesfressern, obgleich er fleischliche Nahrung bevorzugt.


Laut Literatur wird darauf hingewiesen, dass diese Welse pflanzliche wie auch tierische Nahrung fressen.
Die tierische Nahrung wird von den Welsen im Allgemeinen lieber gefressen,
in Form von Frostfutter, wie rote/schwarze/weiße Mückenlarven, Wasserflöhe, Moinas, feiner Krill,
Artemia, Cyclops und noch einiges mehr. Fischfilet ist, wie bei vielen anderen Welsen, ebenfalls
eine sehr beliebte Spezialität. Auch Muschelfleisch und die sogenannten Meeresfrüchte werden nicht verschmäht.
Lebendfutter, das beim Tümpeln gefangen wurde, oder auch Futtertierzuchten wie Artemia, Grindal
oder Enchyträen sind natürlich auch beliebt bei diesen Welsen.
Es sollte regelmäßig pflanzliches Futter gereicht werden.
Bei einigen Welsen wird das Pflanzenfutter mal mehr und bei anderen mal weniger gern genommen,
da haben die Tiere teilweise unterschiedliche Geschmäcker.
Merkwürdigerweise konnte ich bei mir keinen dieser Welse ans pflanzliche Futter bekommen.
Ich halte und züchte diese Welse seit Jahrzehnten, ohne dass diese Welse pflanzliches Futter in Form von
Salaten verschiedener Art, Gurken, Zucchini oder auch Kartoffeln angenommen haben.
Aber versuchen sollte man es mal, vielleicht wird es ja was.
Trockenfutter in den verschiedensten Arten wird gern gefressen.
Im Handel gibt es die verschiedensten Futtersorten für eine ausgewogene Ernährung dieser Welse.
Ob nun als Granulat, Flockfutter, Futterpellets, in Tablettenform oder als Futterchips spielt für die Welse
kaum eine Rolle. Einige Welspfleger verfüttern mit viel Erfolg auch ihren selbst gemachten Futterbrei.
Bei Magenuntersuchungen von frisch gefangenen Wildfangtieren zeigte sich immer wieder, wie
auch bei dieser Gattung, dass Holzbestandteile vorhanden waren.
Biologen und Ichthyologen betrachten dies als Indiz dafür, dass Holz einen festen Bestandteil
ihrer natürlichen Nahrung oder zumindest eine Nahungsergänzung darstellt.
Möglich wäre auch eine Aufnahme des Holzes durch das Abweiden der Baumrinde
auf der Suche nach Kleintieren oder Bakterien- und Algenbelag.
In der Fachliteratur wird immer wieder darauf hingewiesen, dass diese Welse für
ihre Darmflora einen gewissen Teil Holz benötigen.
Die Futterindustrie bietet inzwischen Trockenfutter mit beigemengten Holzfasern an
für eine natürliche Ernährung, meist in Tablettenform.
Weiches Wurzelholz im Becken würde natürlich ebenfalls ausreichen, das diese Welse
gegebenenfalls dann als Nahrungsergänzung ansehen würden.
Wichtig ist bei der Ernährung, dass recht abwechslungsreich gefüttert wird. Dies ist
für eine dauerhafte Gesundheit der Harnischwelse wichtig.
Da es auch Untersuchungen dazu gibt, die zeigten, dass der größte Teil des aufgenommenen Holzes
wieder ausgeschieden wird, lassen sich die Angaben zur Nahrungsergänzung nicht eindeutig
bestätigen. Da diese Welse aber in der Natur Holz aufnehmen, ist es auf jeden Fall nicht falsch,
ihnen diese Möglichkeit auch im Aquarium zu geben.

Das Diskussionsforum zum Thema Welsfutter findet ihr hier.



Junger Ancistrus sp. "L 180".

Auch bei den Wasserwerten stellt er den Pfleger vor keine große Aufgabe.
Er kommt ohne weiteres mit den meisten Leitungswassern zurecht.
Eine große Wasseraufbereitung ist nicht nötig.
Ein wöchentlicher Teilwasserwechsel ist für eine erfolgreiche Pflege angebracht.
Je größer das Haltungsbecken gewählt ist, desto stabiler sind die Wasserwerte.
Auch die Pflege des Beckens wird einfacher, je größer dieses ist.
Ein pH-Wert um die 6 - 7 ist den Tieren vollkommen recht. Man sollte aber anmerken, dass
die Vermehrung zwar ohne weiteres bei diesen Wasserwerten vorkommt, aber bei einem leicht
saureren pH-Wert passiert es in der Regel häufiger.
Für die Filterung gibt es die verschiedensten Möglichkeiten. Da wurde Hier schon mal einiges
zusammengetragen.
Alles in allem ist dieser Wels ein ausgezeichneter Anfängerfisch fürs Gesellschaftsbecken.



Dies ist Ancistrus sp. "L 180/green": Eine Fundortvariante des L180,
bei der die Grundfarbe eher grünlich ist.


Zucht: Die Nachzucht ist schon etliche Male gelungen und stellt daher kaum ein Problem dar.
Bei dem Ancistrus sp. "L 180" handelt es sich um einen in Höhlen brütenden Harnischwels.
Während die Welse in der Natur Steinspalten oder Ausbuchtungen im Totholz als Schutz für
ihre Gelege heranziehen müssen, hat sich im Aquarium der Einsatz von Ton- oder Schieferhöhlen
durchaus bewährt. Näheres zum Thema Höhlen findet ihr hier.
Für eine Erhöhung des Zuchterfolges ist es sinnvoll, wenn die Höhlen von der Größe
her den Welsen angepasst sind.
Gerade wenn mehrere große Männchen in einem Becken leben, hat es sich von Vorteil gezeigt,
das Becken in mehrere Bereiche (Territorien) optisch zu unterteilen.
So sind die Welse innerartlich noch wesentlich ruhiger, was für eine Vermehrung förderlich ist.
Die Ancistrus sp. "L 180" laichen in weicherem und leicht saurem Wasser.
Im harten und mittelharten Wasser kommt es selten bis gar nicht zu Gelegen.
Eine zusätzliche Strömung und mehrmaliger Wasserwechsel mit leicht kühlerem Wasser
hilft bei der Laichanregung der Tiere. Wichtig ist auch, dass die Zuchttiere gut im Futter stehen.
Das Männchen pflegt und verteidigt das Gelege bis die Jungfische schlüpfen und auf sich alleine gestellt sind,
wie bei den Harnischwelsen üblich.

Das Diskussionsforum zum Thema Welszucht findet ihr hier.


Jungwelse fressen im Prinzip das selbe wie die Elterntiere, nur eben für ihre Größe angepasst verkleinert.
Die Aufzucht wird am besten separat gemacht, in einem extra Becken oder einem Einhängekasten („Gerdkasten“).
So ist eine gezielte Ernährung der Jungfische bei der Aufzucht gewährleistet.
Um den Stress unter den Jungwelsen zu minimieren, sollte man viele kleine Röhren als
Verstecke im Aufzuchtbehälter platzieren. So haben die Jungtiere einen Unterschlupf,
in dem sie sich sicher fühlen. Bei Rangeleien unter den Jungwelsen stehen immer zwei Ausgänge
zur Verfügung. Das senkt den Stress und erhöht dadurch die Wachstumsgeschwindigkeit der Welse.


Das obere Bild zeigt einen L 180, abgeflachter als die meisten Ancistrus-Arten.
Der L 180 hat weniger Punkte in der Musterung als der untere L 370, der von der
Körperform her sehr ähnlich ist.


Ancistrus sp. "L 370"


Ähnliche Welse: Ancistrus sp. "L 213"


Wir bedanken uns für die Bilder bei Ralf Heidemann, Erlend D. Bertelsen, Peter Schwabe und Enrico Richter.

Das Diskussionsforum zum Thema L-Welse findet ihr hier.


Weiterführende Informationen: Welsatlas Bd. 2 S. 208, Miniatlas L-Welse S. 164

https://www.aquariumglaser.de/de/archiv.php?news_id=350




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Wer Informationen hat bezüglich Ancistrus sp. "L 180", die noch nicht
berücksichtigt wurden, kann sie gleich als Antwort unter diesen Datenbankeintrag setzen.
Bei der nächsten Bearbeitung dieses Eintrags wird dieses dann berücksichtigt.
Wir sind immer daran interessiert, gutes Bildmaterial für die Datenbank zu sammeln. Wer
diesbezüglich eigene Aufnahmen für die Datenbank hat und diese zur Verfügung stellt,
kann dies hier tun.
Schlüsselwörter: Ancistrus L180 180 Pará Tocantins Para Brasilien green grün
Sortierung: 184
Größe min: 15
Beckengröße min: 80
Temperatur min: 25
Temperatur max: 29



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