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Panaque sp. "Rio Ele"
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Beschreibung: Gattung/Art: Panaque sp. "Rio Ele"

Synonyme: Brauner Harnischwels, Brauner Rotaugen-Panaque.

Herkunft: Rio Ele, Einzugsgebiet des Rio Metas, Kolumbien.

Größe: über 40 cm

Wasserwerte:
T: 25 - 29°C
pH: 6,5 - 7,5
KH: 0 - 5° dH
GH: 0 - 20° dH


Empfohlene Beckengröße: ab 200 cm






Panaque sp. "Rio Ele" stammt aus dem Rio Ele im Einzugsgebiet des Rio Metas, Kolumbien.


Geschlechtsunterschiede: Große und geschlechtsreife Männchen bilden ein Bündel von extrem starken und
langen Stacheln (Odontoden) hinter den Kiemendeckeln aus.
Auch am Ende des Brustflossenstrahls bilden sich lange Odontoden aus.
Bei Untersuchungen an toten Panaque hat sich gezeigt, dass auch Weibchen die Odontoden an den Kiemen
sehr lang ausbilden können. Die Angaben wurden vom Gattungstypus übernommen.
Die Unterscheidung der Geschlechter anhand der Genitalpapille ist nur für erfahrene und geübte
Aquarianer eine weitere Möglichkeit.




Sozialverhalten: Ich konnte bisher nie Aggressionen gegenüber anderen Fischarten feststellen.
Große Exemplare sind oft innerartlich territorial.




Beckeneinrichtung: Während jüngere Panaque sp. "Rio Ele" noch in kleineren Becken gepflegt
werden können, so sollte bei großen Welsen eine Beckengröße von 200 cm das Minimum sein.
Für eine Gruppe sollte das Becken dementsprechend größer sein. Es kommt natürlich auf
die Größe der Welse an. Im Aquarium aufgewachsene WF werden sehr selten über 40 cm groß.
Große importierte WF können schon mal über 40 cm haben und brauchen dann auch mehr Platz.
Da wäre ein 300 cm Becken das Minimum.
Es sollte kein Plexiglasbecken Verwendung finden, da diese milchig werden würden,
wenn die Welse an der Scheibe raspeln.
Die Becken sollten mit sehr vielen Wurzeln ( Holz) ausgestattet sein.
Nähere Informationen zum Thema Wurzeln findet ihr hier.
Es sollten Höhlen in der passenden Größe der Tiere vorhanden sein.
Näheres zum Thema Höhlen findet ihr hier.
Stromkabel sollten nicht im Wasser zu finden sein, da sie von den Welsen leicht mal angeraspelt werden können.
Rückzugsgebiete für die Tiere sollten mit eingeplant werden.
Das Aquarium sollte stark gefiltert sein.
Die klassischen Styroporrückwände sind für ein Panaquebecken gänzlich ungeeignet,
da die Tiere sehr stark raspeln und die Rückwand einfach zerschreddern.


Etymologie: Ausnahmsweise nicht aus dem Griechischen oder Lateinischen. Eigenmann & Eigenmann
übernahmen 1889 bei der Gattungsbeschreibung den Namen „Panaque“ von den ansässigen Flussbewohnern,
die Panaque nigrolineatus so bezeichnen.




Haltung: Diese Harnischwelse stammen aus dem Rio Ele, einem Fluss im Nord-Osten Kolumbiens.
Dieser gehört zum Einzugssystem des Rio Metas. In der Haltung sind es recht einfach zu pflegende Welse.
Vor dem Erwerb sollte man auf die zu erwartende Endgröße achten, da diese Welse später recht große Becken
benötigen.
Als sehr wichtig sollte erwähnt werden, dass diese Harnischwelse zu den sogenannten Holzfressern gehören.
Nicht, dass sie sich ausschließlich davon ernähren, aber für eine gesunde Ernährung müssen Wurzeln im
Becken zu finden sein. Auch sollte es sich hierbei um recht weiches Holz handeln.
Ansonsten werden Futtertabletten jeglicher Art gefressen. Es sollte nur in Maßen gelegentlich
Frostfutter gereicht werden. Der überwiegende Teil der Nahrung sollte aus pflanzlichem Futter bestehen.
Hier werden verschiedene Salate, Gurken oder auch Kartoffeln gern genommen.
Auch Wasserpflanzen werden gerne mal als Nahrung angesehen, gerade bei größeren Exemplaren.


Das Diskussionsforum zum Thema Welsfutter findet ihr hier.




Das typische Maul eines Holzfressers.



Oberkieferbezahnung eines L 190 und die Unterkieferbezahnung eines L 190.


Vergesellschaftung : Panaque können ohne weiteres auch mit kleinen
Fischen vergesellschaftet werden. Sie sind weder räuberisch noch besonders aggressiv.
Dadurch können sie auch in einem Gesellschaftsbecken gepflegt werden.
Auch gegenüber anderen kleineren Welsgattungen konnte ich noch keine Aggressionen bemerken.




Sonstiges: Bisher kamen nur einzelne braune Panaque mit Importen aus Kolumbien herein.
Erst 2011 gelang es, eine Sendung mit einer größeren Anzahl von braunen Panaque aus Kolumbien
zu importieren. Nach Angaben des Exporteurs stammen diese Welse aus dem Rio Ele.
Die Fänger fingen diese Tiere am Rande eines Naturschutzgebietes im Unterlauf des Rio Ele.
Ob es sich um eine eigenständige Art der Gattung Panaque handelt, ist noch nicht genauer
bekannt. Die gesamte Verbreitung dieser Art ist auch noch nicht abschließend geklärt.
Diese Welse haben rote Augen, die auf eine Verwandtschaft zu Panaque nigrolineatus schließen lässt.
Hier muss noch einiges an Wissen zusammengetragen werden.
Aus Peru sind braune Panaque mit dunklen Augen bekannt (Panaque sp. "Shampupa brown").
Die Panaque sp. "Rio Ele" haben aber keinerlei Zeichnungsmuster.

Das Diskussionsforum zum Thema L-Welse findet ihr hier.




Meistens haben die Panaque nigrolineatus 7 Weichstrahlen.
Die Fettflosse ist nicht mit der Rückenflosse verbunden.
Die Schwanzflosse hat bei Jungentieren noch ein transparentes Fenster,
was sich beim Heranwachsen immer weiter schließt.


Zucht: In der Regel laichen viele Harnischwelse in Höhlen ab.
Näheres zum Thema Höhlen findet ihr hier.
Da über die Vermehrung von Panaque nicht viel bekannt ist, sollte man hierbei
verschiedene Möglichkeiten in Betracht ziehen.

In der Natur sind Höhlen für solch große Tiere nicht so einfach zu finden.
In den Uferböschungen sind zwar auch Höhlen zu finden, nur scheinen diese eher mit
Arten der Gattung Liposarcus und co. besetzt zu sein.
Es wurde auch schon über in der Natur gefundene Gelege in Holzmulden berichtet, was einen guten
Ansatz für eine gezielte Zucht darstellen könnte.
Solche Gelege im Holz sind auch von anderen Harnischwelsarten bekannt, aber diese laichen im
Aquarium anscheinend lieber in Höhlen ab.
Daher sollte man auch diesen Welsen ruhig einige Höhlen in passender Größe anbieten.

Für einen Zuchtversuch sollten die Tiere nicht zu klein sein, damit sie auch wirklich schon
laichbereit sind. Dies sollte bei Tieren mit 20 bis 25 cm wohl der Fall sein.
Die natürliche Regenzeit sollte für eine gezielte Zucht bedacht und simuliert werden.
Dazu gehört auch eine gezielte zeitlich begrenzte Fütterung mit kräftigem Lebend- oder Frostfutter.
Dadurch soll ein Laichansatz bei den Weibchen angefüttert werden.


Das Diskussionsforum zum Thema Welszucht findet ihr hier.



Panaque ist noch nicht so häufig nachgezogen worden.
Bei der letzten mir bekannten Zucht wurden zwei Weibchen und
ein Männchen ins Zuchtbecken gesetzt.
Bei den Versuchen mit nur einem Weibchen war es zu viel
Stress für das einzelne Weibchen.
Mit zwei Weibchen hat es dann geklappt.
Die großen Männchen können sehr ruppig vorgehen, was für ein
einzelnes Weibchen schlecht enden kann.

Angefüttert wurden die Tiere zum Teil mit sehr viel weichem Holz.
Gelaicht haben sie in einer großen Tonröhre, die nur einseitig geöffnet war.
Alle Gegenstände, ob nun Höhlen (besser mehrere anbieten) oder
Wurzeln, sollten fixiert sein, sonst könnten sie durchs Becken knallen.




Ähnliche Welse: Panaque nigrolineatus "L 190", L 191, L 27, L 330


Wer interessantes Bildmaterial seiner Welse hat, kann es hier veröffentlichen.




Auge von Panaque sp. "Rio Ele". Das Auge ist mit einem kleinen Irislappen bedeckt.


Weitere Informationen : Wels Atlas Band 2 , Seite 778.
Back to Nature Handbuch für L-Welse, Seite 153.
Miniatlas L-Welse, Seite 310.





Autor: Ralf Heidemann (Fischray)




Wir bedanken uns für die Bilder bei Ralf Heidemann.




Wer Informationen hat bezüglich Panaque sp. "Rio Ele", die noch nicht
berücksichtigt wurden, kann sie gleich als Antwort unter diesen Datenbankeintrag setzen.
Bei der nächsten Bearbeitung dieses Eintrags wird dieses dann berücksichtigt.
Wir sind immer daran interessiert, gutes Bildmaterial für die Datenbank zu sammeln. Wer
diesbezüglich eigene Aufnahmen für die Datenbank hat und diese zur Verfügung stellt,
kann dies hier tun.
Schlüsselwörter: Panaque Brauner Harnischwels Ele Meta Kolumbien Rotaugen
Größe min: 40
Beckengröße min: 200
Temperatur min: 25
Temperatur max: 29



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Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 16:10 Uhr.

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