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Panaqolus sp. "L 351"
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Beschreibung: Gattung/Art: Panaqolus sp. "L 351"

Synonyme: Gefleckter Langflossen-Zwergschilderwels, Acanthicus sp. "L 186a"

Herkunft: Río Huallaga, bei Tingo Maria, Peru

Vorgestellt: DATZ 01/2004 - "Weitere Harnischwelse aus Peru und Brasilien" von André Werner


Größe: < 20 cm, die Gesamtlänge inkl. Filamente kann aber deutlich darüber liegen.

Wasserwerte:
T: 26 - 29° C
PH: 6 - 8
KH: 0 - 5° dH
GH: 0 - 20° dH

Empfohlene Beckengröße: Standardbecken ab 120 cm Kantenlänge

Etymologie: Panaqolus ist die Verniedlichung von Panaque. Man könnte Panaqolus also mit "kleiner Panaque" übersetzen.




Geschlechtsunterschiede: Männchen der Art haben einen breiteren Kopf und längere Kiemendeckelodontoden. Zudem auch noch mehr Odontoden auf dem ersten Brustflossenstrahl, sowie auf dem ganzen restlichen Körper. Besonders der Schwanzstiel ist bei (dominanten) Männchen extrem mit Odontoden bewachsen und erinnert dann stark an eine Bürste. Die Weibchen bleiben meist etwas kleiner und bilden bei weitem nicht so starken Odontodenbewuchs aus, wie die Männchen.
Panaqolus sp. "L 351" scheinen mit gut 10 cm schon die Geschlechtsreife zu erlangen. Die Männchen verlieren dann, auch durch den starken Odontonenbewuchs, ihre tolle Färbung.




Sozialverhalten: Gegenüber anderen Zierfischen ist Panaqolus sp. "L 351" absolut friedlich. Mit zunehmender Größe werden die Tiere jedoch territorial. Besonders dann wird die Art, wie für Panaqolus typisch, etwas ruppig gegenüber anderen Welsen. Auch weit größer werdende Welse werden vehement zur Seite geschubst, wenn es um den geeigneten Liegeplatz oder das beste Futter geht. Revierverfolgungen finden jedoch nicht statt. Generell ist die Art auch nicht allzu brutal und kämpferisch. Alle Auseinandersetzungen verlaufen durch Schubsen und Drängeln. Beiß- bzw. Raspel-Attacken konnten noch nicht beobachtet werden.
Als Beifische sind ruhige, nicht zu aggressive, Fische zu empfehlen, die nicht an den Filamenten von Panaqolus sp. "L 351" knabbern, gemeinsame Futteransprüche haben und auch etwas vom Futter übrig lassen.

Für Harnischwelse ist diese Art nicht allzu scheu. Sie halten sich zwar häufig im Dunklen versteckt auf, lassen sich aber bei Futtergaben bereitwillig aus ihrem Verstecken locken und fressen dann auch im Hellen und unter Beobachtung. Zudem
kommt es auch vor, dass man die Tiere, auch ohne Futtergabe, gut beobachten kann und Panaqolus sp. "L 351" richtiggehend posiert bzw. flaniert. Dieses neugierige Verhalten ist aber eher bei juvenilen Exemplaren zu beobachten. Ältere Welse verstecken sich konsequenter. In jedem Alter ziehen sich die Tiere schnell zurück, wenn sie sich erschrecken oder gestört fühlen.
Die aktivste Zeit der Art ist nachts, wenn sie auf Nahrungssuche durch das Aquarium zieht.

Beckeneinrichtung: Das Becken sollte mit größeren Stein-, Holz- und/oder Wurzel-Aufbauten dekoriert sein, um den Tieren Rückzugsmöglichkeiten zu bieten. Besonders weiches Holz (Mangroven und Moorkie haben sich bewährt) darf dabei nicht fehlen, da diese Art, wie alle Panaque- und Panaqolus-Arten Holzfresser sind. Die Tiere brauchen also zwingend Holz zum Überleben.

Nähere Informationen zum Thema Wurzeln findet Ihr hier.

Bei der Haltung mehrerer Tiere sollte, aufgrund des territorialen Verhaltens der Tiere, auf entsprechende Rückzugsgebiete und Strukturierung mit Sichtbarrieren geachtet werden. Durch viele Verstecke und Ausweichmöglichkeiten können sich die Tiere aus dem Weg gehen, was eine Grundvoraussetzung für eine dauerhaft erfolgreiche Gruppenhaltung ist.
Höhlen jeglicher Art und Größe werden eher weniger angenommen. Diese Welse hängen lieber kopfüber an Wurzeln und schattigen Plätzen.

Näheres zum Thema Höhlen findet Ihr hier.

Bei der Wahl des Bodengrunds sind dem Halter keine Einschränkungen gegeben. Die Tiere sind hier nicht wählerisch. Pflanzen hingegen sind bei Holzfressern generell nicht angeraten, da Pflanzen gerne als Nahrungsmittel betrachtet werden und den Tieren entsprechend zum Opfer fallen. Ggf. kann einem Abfressen der Pflanzen durch die Fütterung mit pflanzlicher Kost, wie Gemüse oder pflanzlichen Welstabletten, entgegengewirkt werden, dann ist aber immer noch darauf zu achten, dass die Pflanzen die hohen Temperaturansprüche der Tiere teilen. Somit ist dann die Auswahl im Pflanzensortiment zumindest stark einschränkt.




Näheres über Pflanzen in Welsbecken findet Ihr hier.

Das Diskussionsforum zum Thema Beckeneinrichtung findet Ihr hier.

Haltung: In Becken ab 120 Zentimetern können vier bis fünf Tiere problemlos zusammen gepflegt werden. Juvenile Panaqolus sp. "L 351" zeigen sich öfters auch tagsüber, mit zunehmendem Alter werden die Tiere etwas scheuer.

Panaqolus sp. "L 351" ernährt sich hauptsächlich von Holz aller Arten, aber auch Aufwuchs, Trockenfutter mit Pflanzen- oder Holzanteil wird gerne gefressen. Gelegentliche Gaben von Frostfutter oder fleischlicher Nahrung werden aber auch sehr gerne genommen, jedoch sollten diese wirklich die Ausnahme sein, da es sonst schnell zu einer Verfettung der Tiere kommen kann. Gemüse sollte auf dem Speiseplan nicht fehlen. Besonders Zucchini, Paprika und Gurke werden gerne vertilgt. Alles in Allem sind aber Aussagen zu Nahrungspräferenzen mit Vorsicht zu genießen, denn die Tiere haben, wie ihre Halter auch, Vorlieben. Es ist also an jedem selbst, das Lieblingsfutter seiner Pfleglinge heraus zu finden. Als Tipp zum Aufpäppeln ausgehungerter Tiere aus dem Handel, können Kartoffeln und Tabs mit Getreide- oder Fleischanteil genannt werden. Panaqolus sp. "L 351" kann sich auch über eine längere Zeit ausnahmslos von Holz und Aufwuchs ernähren und ist somit ein idealer Ferien-Fisch.

Die Wasserwerte spielen keine primäre Rolle für eine erfolgreiche Pflege. Vielmehr sollte eine gute Wasserqualität gegeben sein und der Sauerstoff- und Wärmebedarf der Tiere sollte beachtet werden. Regelmäßige Wasserwechsel und eine ausreichend (über-)dimensionierte Filterung sind ebenso unerlässliche Grundvoraussetzungen. Dies begründet sich in der Tatsache, dass, wie bei den meisten Welsen, der Stoffwechsel der Tiere sehr stark ist und somit Unmengen an Stoffwechselabfallprodukten entstehen. Zudem brauchen Panaqolus sp. "L 351", wie auch bereits erwähnt, Holz als Grundnahrungsmittel bzw. für ihre Verdauung. Das daraus resultierende ständige Raspeln an den Aquarienhölzern bedingt eine nicht zu verachtende Menge Holzstaub im Becken.


Das Diskussionsforum zum Thema Welsfutter findet Ihr hier.

Das Diskussionsforum zum Thema L-Welse findet Ihr hier.

Zucht: Eine Vermehrung im Aquarium ist noch nicht geglückt. Entsprechend wenig ist auch über Vermehrungsparameter bekannt. Es ist aber davon auszugehen, dass die Vermehrungsparameter denen anderer Arten der Gattung ähneln.

Das Diskussionsforum zum Thema Welszucht findet Ihr hier.


Ähnliche Welse:
Panaqolus sp. "L 329"
Ancistrini sp. "L 350" / Hemiancistrus pankimpuju
Panaqolus nocturnus

Art-Unterscheidung:
Panaqolus sp. "L 329": Besonders die Färbung und die langen Schwanzflossenfilamenten adulter Tiere sorgen für eine Ähnlichkeit zu adulten Panaqolus sp. "L 351". Dazu haben beide Arten die gleiche Herkunft, den Río Huallaga, bei Tingo Maria in Peru, wobei "L 329" deutlich weiter verbreitet zu sein scheint. Letztlich sind die beiden Arten aber dennoch recht gut voneinander unterscheidbar. Dies trifft besonders auf juveniele Exemplare, die sich rein optisch unterscheiden lassen, zu. Panaqolus sp. "L 329" ist hier am Körper noch deutlich grob gebändert und im Kopfbereicht mit feinen Linien überzogen, während Panaqolus sp. "L 351" eher getüpflet, gestrichelt oder einer mit Art Netzmusterung überzogen ist. Bei adulten Exemplaren wir die Unterscheidung schwerer. Dann helfen der flachere Körperbau und die kleineren Augen von Panaqolus sp. "L 351" bei der Unterscheidung.

Ancistrini sp. "L 350" / Hemiancistrus pankimpuju: Aufgrund seiner sehr langen Filamente an der Caudale und seinen extrem kleinen Augen, ähnelt diese Art Panaqolus sp. "L 351". Daher werden beide Arten zusammen, von den peruanischen Exporteuren, oft als Angehörige einer Art, angeboten und verkauft. Entsprechend liegt die Vermutung nahe, dass beide Arten syntop vorkommen. Dabei ist eine Unterscheidung, an offensichtlichen äußerlichen Merkmalen, manchmal schwierig. Doch bei einem Blick ins Maul unterscheiden sich beide Arten eindeutig. Panaqolus sp. "L 351" hat die gattungstypische Bezahnung von nur wenigen löffelartigen Zähnen, während "L 350" die langen und spitzen Zähne eines Fleischfressers besitzt. Doch auch farblich gibt es Unterschiede. Juvenile Panaqolus sp. "L 351" besitzen ein hellbraunes unregelmäßiges Punkt- und Linienmuster auf gräulichem Untergrund. Dieses verblasst im Alter allerdings und bei den Tieren dominiert ein metallisch glänzendes Anthrazit. Die Körperfärbung von "L 350" ist im Gegensatz dazu einheitlich anthrazit bis schwarz ohne erkennbare Zeichnung. Lediglich die Flossen sind mehr oder minder deutlich getüpfelt und / oder gestrichelt.

Panaqolus nocturnus: Diese Art kommt bis westlich von Iquitos, im Río Amazonas, vor. Die Typuslokalität ist aber der Río Santiago, bei La Poza, im Río Marañón-Becken. Somit ergibt sich zwar ein weites Verbreitungsgebiet von Panaqolus nocturnus, aber dennoch können die Arten anhand der Herkunft unterschieden werden, denn Panaqolus sp. "L 351" stammt ja aus dem deutlich südlicheren Río Huallaga (und auch dessen Einzug), bei Tingo Maria.
Eine Unterscheidung anhand morphologischer Merkmale ist schwierig. Dies verdeutlicht diese Diskussion im Forum von planetcatfish. Dennoch ist eine morphologische Differenzierung, zumindest für Experten, wohl möglich. Danach ist Panaqolus nocturnus dunkler, hat eine flachere Körperform und ist am ganzen Körper weniger stark gemustert.

Weiterführende Informationen: Back to Nature - Handbuch für L-Welse S. 150.

planetcatfish.com
backtonature.nu
chiclidenwelt.de


Sonstiges: Auffallend an diesen Panaqolus ist ihr, für diese Gattung untypischer, Körperbau. Die Art hat einen verhältnismäßig flachen, dafür aber breiten Körper, kleine Augen und extrem lange Filamente an der Schwanzflosse. Diese Filamente können bis zur einem Drittel der gesamten Körperlänge ausmachen.
In manchen Fällen halten diese Panaqolus durch die Schwanzflossenspitzen eng miteinander Kontakt. Dieses Verhalten hält oft über Tage an, dann sieht man die Tiere sogar zu zweit auf Nahrungssuche gehen.

Da die Tiere eher selten im Handel anzutreffen ist, finden sich wenige Informationen, wie Zucht- oder aussagekräftige Haltungsberichte, an welchen man sich orientieren kann.

Wir bedanken uns für die Bilder 1 und 5 bei André Werner und für die Bilder 2 bis 4 bei Caolila, sowie Roher Scheller (RobertL65) und Christian Braun (bigbadbraun).


Wer Informationen bezüglich Panaqolus sp. "L 351" hat, die noch nicht berücksichtigt wurden, kann diese gleich als Antwort unter diesen Datenbankeintrag setzen. Bei der nächsten Bearbeitung dieses Eintrags werden diese dann ergänzt.
Wir sind immer daran interessiert, gutes Bildmaterial für die Datenbank zu sammeln. Wer diesbezüglich eigene Aufnahmen für die Datenbank hat und diese zur Verfügung stellen möchte,
kann dies hier tun.




Autor: Christian Braun (bigbadbraun) mit freundlicher Unterstützung von Udo Wanninger (Cattleya), Daniel Konn-Vetterlein (Acanthicus) und Erlend D. Bertelsen.
Schlüsselwörter: Panaqolus L351 351 Huallaga Tingo Maria Peru Hypostominae Ancistrini
Sortierung: 356
Größe min: 17
Beckengröße min: 120
Temperatur min: 25
Temperatur max: 29



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