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"Baryancistrus" beggini "L 239"
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Beschreibung: Gattung/Art: Beschrieben als "Baryancistrus" beggini (Lujan, Arce & Armbruster, 2009), wir erkennen ihn aber als Ancistrini sp. "L 239", siehe dazu weiter unten.

Synonyme: Blue Panaque, Blauflossen-Zwergharnischwels, Blauer Zwergharnischwels, Blue Fin Panaque, Panaque azul.

Herkunft: Einzugsgebiet des oberen Orinoco, Venezuela

Vorgestellt: DATZ 7/1997

Die Original-Vorstellung dieses Welses in der Fachzeitschrift Datz als PDF.
Importiert aus Venezuela (L 239)


Größe: ca. 12 cm

Wasserwerte:
T: 25 - 30°C
pH: 6 - 7

Empfohlene Beckengröße: ab 80 cm



Ein Ancistrini beggini "L 239" aus dem Unterlauf des Rio Ventuaris.


Geschlechtsunterschiede: Die Interopercular-Odontoden sind bei den Männchen länger ausgeprägt als
bei den Weibchen. Der Hartstrahl der männlichen Brustflosse hat eine verstärkte Bestachelung.
Bei ausgewachsenen Tiere ist anhand der Körperproportionen (Laichansatz des Weibchens) ein Geschlechtsunterschied
erkennbar.




Sozialverhalten: Im Aquarium sind diese Welse sehr friedlich gegenüber anderen Beckenbewohnern.
Meist leben sie sehr versteckt und zurückgezogen, können aber auch gelegentlich aktiv durchs Becken schwimmen
und sich spielerisch untereinander rangeln.




Beckeneinrichtung: Wie bei den meisten Harnischwelsen hat sich Sandboden gut bewährt.
Es kann aber auch feiner Kies genommen werden. Es sollte nur darauf geachtet werden, dass der ausgewählte
Bodengrund nicht scharfkantig ist.
Für diese kleinbleibenden L-Welse reicht für eine kleine Gruppe von Tieren ein 80 cm Becken schon aus.
Sollten diese Tiere in Gesellschaftsbecken gepflegt werden oder in größeren Gruppen, wäre es besser, Aquarien
ab einer Größe von 100 cm oder größer zu nehmen.
Im Becken sollte es eine Vielzahl von Verstecken geben und auch abgeschattete Bereiche, in die sich die
Welse zurückziehen können. Wurzeln sind gut für die Strukturierung des Beckens geeignet.
Nähere Informationen zum Thema Wurzeln findet ihr hier.
Die Wurzeln werden von den L 239 auch recht stark beraspelt.
Bei Aquarienpflanzen hat sich leider gezeigt, dass diese Welse sich gerne daran zu schaffen machen.
Näheres über Pflanzen in Welsbecken hier.
Wen es nicht stört, ab und an mal eine neue Pflanze einzusetzen, kann es gern versuchen.
Eine gezielte Fütterung mit zusätzlicher pflanzlicher Kost kann die Tiere ein wenig vom Pflanzenfressen abhalten.


Das Diskussionsforum zum Thema Beckeinrichtung findet ihr hier.




Haltung: Beim Ancistrini beggini "L 239" handelt es sich um einen klein bleibenden
Harnischwels, der mit um die ca. 12 cm ausgewachsen ist.
Somit ist er für die meisten Gesellschaftsbecken von der Größe her ein geeigneter Wels.
Sein Hang zum leichten Pflanzenanfressen ist da ein wenig unbeliebter.
In weichem Leitungswasser sind es im Allgemeinen leicht zu pflegende Tiere.
Der pH-Wert sollte um die pH 7 oder leicht drunter liegen.
Für die dauerhafte Haltung ist eine Temperatur um die 27°C ein guter Anhaltspunkt, da viele
Aquarienpflanzen über 28°C leichte Probleme haben.
Es sollten für jeden Wels ein bis zwei Höhlen zur Verfügung stehen.
Vom Futter her wird so ziemlich alles an Trockenfutter angenommen, was im Handel angeboten wird.
Da wären Flockenfutter, Granulate, Pellets, Tabletten und natürlich auch Welschips zu erwähnen.
Wichtig ist, dass immer ein wenig Abwechslung vorhanden sein sollte. Das ist gut für die Vitalität der Welse.
Frostfutter ist auch ein wichtiger Bestandsteil ihrer Nahrung, das sollte man nicht vergessen.
Hier wird vieles gern genommen: von Mückenlarven bis zu Moina und Cyclops.
An einem pflanzlichen Teil der Ernährung kommt man als Halter nicht vorbei. Hier sind es
Salate, Gurken, Zucchini, Kartoffeln und vieles mehr, was da im Allgemeinen angenommen wird.
Ein regelmäßiges Verfüttern von Pflanzenkost schont ein wenig die Aquarienpflanzen.
Die Keimzahl im Becken sollte durch regelmässigen Wasserwechsel und gute Filterung gering gehalten werden.
Dies ist zusammen mit einem hohen Sauerstoffgehalt wichtig für diese Tiere, wie auch für fast alle anderen Harnischwelse.


Das Diskussionsforum zum Thema Welsfutter findet ihr hier.




Haltungbericht von Elke (inspector):

Die Haltung ist zumeist in Leitungswasser möglich. In leicht saurem Wasser fühlen sich die Tiere höchtwahrscheinlich wohler, da die blaue Färbung besser ausgeprägt ist.
Es sind Allesfresser (Pflanzliche Kost, Welschips, weiches Holz, Frostfutter, Artemia, ...).
Bei uns erhalten die Tiere vorwiegend DuplaRin G/XL sowie JBL PlecoChips.

"Gut eingewöhnte Tiere haben sich als ausdauernde und relativ wenig empfindliche Pfleglinge erwiesen, die ihre einmal im Becken gewählten Reviere sehr standorttreu bewohnen. Die Vergesellschaftung mit anderen Welsen wie Peckoltia sp. "L 134" oder Hypancistrus sp. "L 174" hat sich im gut durchstrukturierten, mit genügend Verstecken ausgestatteten Becken als unproblematisch erwiesen. In der Futteraufnahme zeigen sie sich als wenig wählerisch und nehmen auch unbekannte Futtersorten schnell und bereitwillig an.

Fazit: es lohnt sich hier unbedingt, gut eingewöhnte Tiere aus dem Zoofachhandel zu erwerben und lieber ein paar Euros mehr auszugeben und dafür ausdauernde und vitale Pfleglinge zu erwerben." *





Namensgebung: Bei der wissenschaftlichen Beschreibung durch Lujan, Arce & Armbruster,
die 2009 erfolgte, wurde diese Harnischwelsart als Baryancistrusi beggini beschrieben.
Dies hat im Allgemeinen für sehr viel Unverständnis gesorgt.
Nicht nur, dass eine Vielzahl von Ichthyologen dazu eine gänzlich andere Meinung haben. Gerade auch viele Aquarianer entdecken kaum Gemeinsamkeiten beim L 239 und einem Baryancistrus.
In der Aquaristik ist die Gattung wichtig für das gemeinsame Pflegen verschiedener Welsarten in einem Becken.
Es sollte vermieden werden, Harnischwelse der gleichen Gattung in einem gemeinsamen Becken zu pflegen, da es hier
zur Hybridisierung kommen kann. Daher ist in der Aquaristik eine Gattungszugehörigkeit recht wichtig.
Die Zuordnung zu den Baryancistren ist da aus aquaristischer Sicht nun wirklich nicht gegeben.

Die Begründung der Wissenschaftler um Armbruster ist, dass der L 239 eine Hautmembran besitzt, die den letzten Rückenflossenstrahl mit der Rückenpanzerung verbindet.
Dies ist unter anderem auch bei der Gattung Baryancistrus zu finden.
Nur ist bei den L 239 dieser Hautlappen ebenso mit der Fettflosse verbunden, was bei einem Baryancistrus nun gar nicht der Fall ist. Dies ist bei der Erstbeschreibung sozusagen unter den Teppich gekehrt worden.
Der L 200 "High-fin" wurde auch als Baryancistrus eingestuft, was im Allgemeinen auch nicht so anerkannt ist.

Im Allgemeinen ist man der Ansicht, dass es sich bei dem L 239 um eine eigene Gattung handeln müsste.
Da wir den L 239 nun gar nicht als Baryancistrus einstufen können, haben wir ihn in der Datenbank
erst mal in der Sammelgattung Ancistrini stehen lassen.

Datz-Artikel 6/2009 von Walter Lechner (Walter):L 239 wissenschaftlich beschrieben

Man findet immer mal wieder den Handelsnamen "Blue Fin Panaque", der in den Zooläden gerne
verwendet wird. Diese Art hat, außer dass sie auch gerne mal an Holz raspelt, nichts mit der
Gattung Panaque gemeinsam.


Dieses Bild zeigt die Rückenflossenmembran eines Ancistrini beggini "L 239".
Diese Membran zwischen dem siebten Rückenflossenstrahl und der Rückenpanzerung
ist die Begründung dafür, dass diese Art (L 239) von Lujan, Arce & Armbruster als
Baryancistrus beggini beschrieben wurde.


Hier mal als Vergleich die Rückenflossenmembran eines Baryancistrus. Gut
zu erkennen ist, dass diese Membran nicht mit der Fettflosse verbunden ist.


Das Diskussionsforum zum Thema L-Welse findet ihr hier.



Eingewöhnung: Sehr oft sind es Wildfänge, die im Handel angeboten werden. Hier ist oft zu beklagen, dass diese kleinen Welse häufig sehr abgemagert sind. Es ist dann leider oft zu hören, dass diese nach dem Kauf trotz Bemühen
verendet sind.
Ich hatte in einem kleinen Aquarienladen ebenfalls L 239 mit leicht eingefallenen Bäuchen entdeckt,
entschloss mich aber trotz leichter Bedenken eine kleine Gruppe von Tieren mitzunehmen.
Zuhause angekommen setzte ich sie aber erst mal in ein separates Eingewöhnungsbecken, in dem sie alleine
saßen und so direkter gefüttert werden konnten. Die Beckentemperatur war sehr hoch und lag um die 31°C.
Mit kräftigem Frostfutter und guten Futtertabletten gelang es mir, alle Tiere ohne Verluste wieder aufzupäppeln.
Wichtig ist bei hohen Temperaturen immer sehr viel Sauerstoff ins Becken zu bringen. Außerdem ist ein sehr häufiger
Wasserwechsel schon ausgesprochen wichtig, da Fische bei der Eingewöhnung neue Futtersorten nicht gleich annehmen und diese schnell das Wasser belasten können. Mir ist schon häufig aufgefallen, dass Harnischwelse bei hohen Temperaturen eher ans Futter zu bekommen sind als bei niedrigeren Werten. Bei Welsen, die auch pflanzliche Kost mögen, gebe ich bei der
Eingewöhnung immer Würfel aus rohen Kartoffeln mit ins Becken. So steht permanent Futter zur Verfügung.
Das Abdunkeln des Beckens hat den Vorteil, dass die Welse zum einen nicht so schreckhaft sind und zum anderen
rund um die Uhr auf Futtersuche sind.


Zucht: Der L 239 wurde schon mehrfach mit Erfolg nachgezüchtet. Die erste erfolgreiche Nachzucht dieser
Art gelang in der Aquarienanlage des Zoos in Basel.
Inzwische haben auch schon einige User des L-Welse.com Forums Nachzuchterfolge vermelden können.
Beim L 239 handelt es sich um einen in Höhlen brütenden Harnischwels.
Die Männchen übernehmen die Brutpflege des Geleges.
Das Zuchtwasser sollte leicht sauer sein und sehr weich. Zum erfolgreichen Laichansatz müssen die Welse mit
Frostfutter gefüttert werden. Als laichanregend hat sich häufiger Wasserwechsel gezeigt.
Jungtiere sollten separat aufgezogen werden, wie zum Beispiel in einem Einhängekasten oder in einem
kleinen Aquarium. So können die Futteraufnahme und das Heranwachsen besser kontrolliert werden.
Feines Frostfutter, entkapselte Artemiaeier und auch Kartoffelstückchen sind gut für die Aufzucht geeignet.



Larven des Ancistrini beggini "L 239", der als Baryancistrus beggini von
Lujan, Arce & Armbruster, 2009 wissenschaftlich beschrieben wurde.


Jungfisch - Nachzuchten von Ancistrini beggini "L 239".


Das Diskussionsforum zum Thema Welszucht findet ihr hier.



Sonstiges: Diese Harnischwelse werden in der Natur in sehr stark durchfluteten Bereichen gefangen.
Diese Art ist im Bereich des oberen Orinoko und einiger Zuflüsse zu finden.
Ein Fanggebiet ist der Unterlauf des Rio Ventuaris.
Laut Welsatlas 2 konnte I. Seidel bei einer Reise 2001 Tiere in der Umgebung von Minicia entdecken.
Dort wurden in der Trockenzeit Wasserwerte von 32,4°C, pH-Wert 7,04 und eine Leitfähigkeit von
50 uS/cm gemessen.

Die Bestachelung ist bei diesen Welsen recht frühzeitig zu sehen. So lassen sich die Geschlechtsunterschiede
schon bei relativ jungen Tieren erkennen.


Wer interessantes Bildmaterial seiner Welse hat, kann es hier veröffentlichen.



Die Rückenflosse des Ancistrini beggini "L 239" hat 7 Weichstrahlen, wobei der
letzte über eine Hautmembran mit der Rückenpanzerung und der Fettflosse verbunden ist.


Haltungs- und Zuchtberichte:


Ancistrini beggini "L 239.


Weitere Informationen :

https://www.piranha-info.com/default...en&id=L239

https://www.aquanet.de/AquaLex/Detai...ee3e29&t=1

https://www.aqua4you.de/fischart719.html

https://www.aquariumglaser.de/de/l-2...e_de_1320.html

https://www.aquahobby.com/gallery/e_...naque_L239.php

https://www.youtube.com/watch?v=L06XuTawK70

https://www.youtube.com/watch?v=2vK5a9pwRuY

https://www.planetcatfish.com/catelo...?species_id=42

https://www.malawifish.com/welse_l239.html

https://www.youtube.com/watch?v=7ja-tQCtypU

https://www.planetcatfish.com/shanes...anaque+or+L239

https://www.plecoplanet.com/forum/showthread.php?t=6771

https://www.practicalfishkeeping.co....t.php?sid=1978

https://www.aquaticrepublic.com/core...?species_id=42

https://www.pleco.com.pl/viewtopic.php?p=287





Importsituation: Im Handel sind die L 239 immer mal wieder zu finden. Sie gehören nicht gerade
zum Standardsortiment, aber mit ein wenig Suche oder einer Bestellung im Laden sollten diese Harnischwelse
recht leicht zu bekommen sein.
Im Großhandel sind sie immer wieder auf Stocklisten als WF zu finden. Daher sollte es nicht schwer sein, diese
Welse im Handel auch zu bekommen.
Wer Nachzuchten haben möchte, muss meist länger suchen, da diese Welse noch nicht so regelmäßig als
Nachzuchten zur Verfügung stehen wie manch andere Art.


Autor: Datenbank-Team, * Elke (inspector)

Wir bedanken uns für die Bilder bei André Werner und der Fa. Transfish. Erlend D Bertelsen, Andreas Jekel (www.geophagus.de), Amazon-Aquatics und Kashmir.




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Wer Informationen hat bezüglich Ancistrini beggini "L 239", die noch nicht
berücksichtigt wurden, kann sie gleich als Antwort unter diesen Datenbankeintrag setzen.
Bei der nächsten Bearbeitung dieses Eintrags wird dieses dann berücksichtigt.
Wir sind immer daran interessiert, gutes Bildmaterial für die Datenbank zu sammeln. Wer
diesbezüglich eigene Aufnahmen für die Datenbank hat und diese zur Verfügung stellt,
kann dies hier tun.


Schlüsselwörter: Ancistrini L239 239 Orinoco Orinoko Venezuela Hypostominae Baryancistrus beggini
Sortierung: 244
Größe min: 12
Beckengröße min: 80
Temperatur min: 25
Temperatur max: 29



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