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Ancistrus sp. "Rio Tagatyja"
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Beschreibung: Gattung/Art: Ancistrus sp. "Rio Tagatyja"

Synonyme: Ancistrus sp. "Green Spot"

Herkunft: Río Tagatyja (ca. 70 km nördlich von Concepcion), Paraguay


Größe: ca. 15 cm

Wasserwerte:
T: 20 - 26 °C
pH: 6 - 7,5

Empfohlene Beckengröße: ab 100 cm



Sozialverhalten: Der Ancistrus sp. "Rio Tagatyja" ist friedlich und ruhig. Ausgewachsene Männchen sind nur leicht territorial.


Geschlechtsunterschiede: Bei geschlechtsreifen Welsen kann man anhand der Körperform die Geschlechter unterscheiden. Die Kopfform beim Männchen ist breiter.
Die Männchen bekommen beim Heranwachsen das sogenannte Tentakelgeweih,
während die Weibchen nur einige kurze Stoppeln ausbilden. Männchen entwickeln einen stärkeren Odontodenbewuchs auf dem Brustflossenstachel.




Etymologie: Die Gattung Ancistrus bekam ihren Namen in Anlehnung an die Interopercular-Odontoden. Diese befinden sich in eingeklapptem Zustand hinter den Kiemendeckeln. Ancistrus wurde von dem griechischen Wort "ankistron" abgeleitet, was soviel heißt wie "Widerhaken" oder auch "Angelhaken".



Das Diskussionsforum zum Thema Welsbeckeneinrichtung findet ihr hier.




Haltung: Bei der Haltung und Pflege der Ancistrus sp. "Rio Tagatyja" braucht man keinen großen Aufwand zu betreiben. Es hat sich vielfach gezeigt, dass diese Welse sehr pflegeleicht sind. Der Bodengrund ist diesen Welsen allem Anschein nach nicht besonders wichtig. Es spielt kaum eine Rolle, ob es nun ein Sandboden oder grober Kies bis hin zu felsigem Grund ist. Es sollten im Becken viele Versteckmöglichkeiten vorhanden sein.
Hierzu bieten sich Wurzeln oder befestigte Steinaufbauten sowie auch Höhlen an. Über gute Wasserqualität und daher regelmäßigen Wasserwechsel sowie eine gute Filterung und die für Hanischwelse übliche höhere Sauerstoffversorgung braucht man eigentlich nicht mehr viel zu sagen.
Die Ancistrus sp. "Rio Tagatyja" gehören zu den sogenannten Allesfressern (Omnivore). Sie fressen verschiedene Grünfuttersorten, je nach Gewöhnung, sowie natürlich liebend gern die verschiedensten Sorten von Frostfutter oder Lebendfutter. Fischfilet oder auch Krebsfleisch werden ebenfalls gern genommen. Trockenfutter wird in jeglicher Form angenommen, ob nun als Tabletten, Flockenfutter, Pellets, Granulat oder was auch immer. Die Tiere sind also sehr einfach in der Ernährung im Aquarium.
Diese Harnischwelse sind friedlich gegenüber anderen Aquarienbewohnern.



Das Maul dieses Allesfressers (Omnivore).


Herkunft: Der Rio Tagatyja liegt ca. 70 km nördlich von Concepcion, der nächst größeren Stadt in der Mitte Paraguays. Es handelt sich um einen Klarwasserfluß, der in etwa zwischen 10 und 30 m breit ist. Zum größten Teil setzt sich das Substrat aus Kies und Kiesel aller Größen, Formen und Farben zusammen, wobei an ruhigen Stellen auch beiger Sand großflächig vertreten sein kann. An vielen Stellen befindet sich auch einiges an Totholz, und auch große Teppiche an Wasserpflanzen können gefunden werden, an denen Unmengen von Salmlern ihre Zuflucht suchen, unter anderem auch schöne Blutsalmler.


Zum Fangzeitpunkt (Mitte März 2014) hatte das Wasser eine Temperatur von ca. 24°C, wobei im Winter diese auf 17-18°C sinken kann. Ein pH von 7,5 und mittelhartes Wasser wurden gemessen, was nicht verwunderlich ist, befinden sich im Fluss doch jede Menge Kalkgestein und auch Kalkstein-Wasserfälle.

Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass diese Welse auch schon mal bei Zimmertemperatur gehalten werden.





Diese Aufnahme zeigt einen Ancistrus sp. "Rio Tagatyja".
Diese Antennenwelse haben 7 Weichstrahlen in der Rückenflosse (Dorsale).
Der erste Strahl in der Rückenflosse wird als Hartstrahl (Dorsalstrahl) bezeichnet. Die Weichstrahlen spalten sich im letzten Drittel in der Rückenflosse zweimal auf.
Die Rückenflosse (Dorsale) ist am letzten Strahl nicht durch eine Membran mit dem Rücken verbunden.
Die Fettflosse (Adipose) ist nicht mit der Rückenflosse verbunden.
Zwischen den beiden Hartstrahlen (Caudalstrahlen) der Schwanzflosse (Caudale) eines Ancistrus sp. "Rio Tagatyja" sind 14 Weichstrahlen zu zählen, die sich wiederum aufspalten.




Sonstiges: Der Fang von Jungtieren gestaltet sich relativ einfach: Einen Kiesel ab 20 cm Durchmesser ganz vorsichtig im Fluß anheben, mit einem Rahmenkescher (ca. 70 x 50 cm) langsam unter den Stein, und dann Stein und Kescher schnell gleichzeitig aus dem Wasser. So lassen sich die kleinen Ancistren, die an den Steinen festgesaugt sind, in den Kescher fallen.
Ältere Tiere, auch geschlechtsreife Tiere, sind da etwas hartnäckiger, aber die Fangmethode ist ähnlich: Die Alttiere befinden sich oft in Totholz in Löchern. Dazu einfach den Rahmenkescher unters Holz und beides aus dem Wasser. Die Tiere lassen sich dann oft nicht gleich fallen. dann bricht man, außerhalb des Wassers, das teilweise schon morsche Holz auf und die Tiere können einzeln vorsichtig herausgeholt werden.







Zucht: Der Transport nach Europa, um genau zu sein nach Österreich, gestaltete sich relativ problemlos - ohne Verluste. "Daheim" bekam dann eine Gruppe von 8 Jungtieren ein Becken von 90x40x30, gemeinsam mit einem schönen Rineloricaria Einzeltier (leider), ebenfalls aus dem Rio Tagatyja. Die Tiere wurden, bedingt durch die hohe Raumtemperatur, bei konstanten 24 - 25 °C, bei Wasserwerten von ca. pH 7 und einem Leitwert von 250 ms, gehalten.
Die kleinen Ancistren wuchsen dann innerhalb eines Jahres von 4 cm auf 7 - 9 cm heran und stellten dann so ziemlich ihr Wachstum ein.
Gefressen wird von den Tieren so ziemlich alles, was ihnen vorgesetzt wird, seien es Flocken, diverse Granulate oder Frostfutter, wobei auf einen pflanzlichen Anteil nicht verzichtet werden sollte.
In dieser Größe und einem geschätzten Alter von 18 Monaten, sind die Tiere bereits geschlechtsreif, was durch mittlerweile etliche Gelege und Nachzuchten belegt ist. Die Aufzucht der Tiere ist problemlos in Aufzuchtbehältern aller Art möglich. Als Futter eignen sich zerriebene
Futtertabletten perfekt, später dann nach und nach auch alles andere, was die Alttiere bekommen und die kleinen auch bewältigen können. Einzelne abgegebene Nachzuchten wuchsen in ihrem neuen, wesentlich größerem Zuhause von 180x80 Grundfläche auf über 13 cm heran, wobei solche Riesen am Rio Tagatyja nicht beobachtet werden konnten.




Importsituation: Die Ancistrus sp. "Rio Tagatyja" sind im Handel als Wildfänge sehr selten zu sehen. Es werden selten Welse dieser Art importiert. Um Tiere dieser Art zu bekommen, braucht man schon viel Glück oder man hat einen Importeur, der diese Welse direkt bestellen kann. Am besten bekommt man sie als Nachzuchten.







Autor: Hannes Doppermann (papaharzi) und Ralf Heidemann (Fischray)

Wir bedanken uns für die Bilder bei Michael Böttner, Hannes Doppermann (papaharzi) und Ralf Heidemann (Fischray).







Wer Informationen hat bezüglich Ancistrus sp. "Rio Tagatyja", die noch nicht berücksichtigt wurden, kann sie gleich als Antwort unter diesen Datenbankeintrag setzen. Bei der nächsten Bearbeitung dieses Eintrags wird dieses dann berücksichtigt.
Wir sind immer daran interessiert, gutes Bildmaterial für die Datenbank zu sammeln. Wer diesbezüglich eigene Aufnahmen für die Datenbank hat und diese zur Verfügung stellt, kann dies hier tun.




Vor einigen Jahren bekam ich von einer Paraguay-Expedition einige Ancistrus sp. "Rio Tagatyja".
Eine Welsart, die doch eher sehr selten im Aquarium gepflegt wird.
In einem Klarwasserfluss ca. 70 km nördlich von Concepcion, dem Rio Tagatyja, konnte H. Doppermann diesen Ancistrus nachweisen.
Diese in Paraguay gefangenen Welse wurden als Ancistrus sp. "Rio Tagatyja" bezeichnet.
Zur Fangzeit Mitte März 2014 wurden 24°C und ein pH-Wert von 7,5 bei mittel-hartem Wasser dokumentiert.
Schlüsselwörter: Ancistrus Tagatyja Green Spot Paraguay
Größe min: 15
Beckengröße min: 100
Temperatur min: 20
Temperatur max: 26



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