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Cochliodon cochliodon
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Beschreibung: Gattung/Art: Cochliodon cochliodon (Kner, 1854)

Synonyme: LDA 51, Hypostomus cochliodon, Cochliodon hypostomus, Loricaria melanoptera

Herkunft: Rio Paraguay- sowie Rio Paraná- Flußsystem, Brasilien; Argentinien, Uruguay und Paraguay

Größe: 25 - 30 cm

Wasserwerte:
T: 20 - 27° C
pH: 6,0 - 7,5
KH: 0 - 5° dH
GH: 0 - 20° dH

Empfohlene Beckengröße: ab 150 cm

Geschlechtsunterschiede: Wenn überhaupt, ist die Unterscheidung nur bei größeren Tieren möglich.
Auf dem Pectoral-Stachel eines ausgewachsenen Männchens ist eine kräftigere Bestachlung zu erwarten.
Ansonsten bleibt nur die Dorsalansicht bei geschlechtsreifen Tieren.





Sozialverhalten: Die Welse sind gut in Gruppen zu halten, ohne Streitereien. Gelegentlich kommt es vor, dass größere Tiere aufmüpfiger werden, was sich aber in der Regel in Grenzen hält.

Etymologie: Der Gattungsname „Cochliodon“ bezieht sich auf die Zähne dieser Tiere: von „cochlea“ im Lateinischen = „die Schnecke“ oder „der Zahn“.





Beckeneinrichtung: Im Aquarium herangewachsene Welse können schon in Becken ab 120 cm recht gut
gepflegt werden, da sie meist nicht die Größe von 30 cm wie in der Natur erreichen. Meist sind die Tiere mit
20 cm in der Aquaristik schon als groß anzusehen. Natürlich kann ein Becken nie zu groß sein, daher ab 120 cm.
Sehr wichtig sollten die Wurzeln sein, gerade für diese Gattung. Sie sollten weich und recht zahlreich sein.


Nähere Informationen zum Thema Wurzeln findet ihr hier.



Wasserpflanzen werden höchstwahrscheinlich nicht von langer Dauer sein, denn Cochliodon sp. “Bolivien” ist ein ausgesprochener Pflanzenfresser, der sowohl die weichen als auch die harten Blätter nicht verschmäht.

Näheres über Pflanzen in Welsbecken hier.


Das Diskussionsforum zum Thema Beckeinrichtung findet ihr hier.






Haltung: Holz, oder eben Wurzeln, gehören mit zum Nahrungsspektrum dieser Gattung.
Gerade auch die pflanzliche Kost ist für diese Art recht wichtig. Kartoffeln, Gurken, Zucchini, Erbsen sowie Salate werden gern genommen. Frostfutter jeglicher Art sowie auch Futtertabletten, Granulatfutter, Pellets und auch Trockenfutter werden gierig herunter geschlungen.
Wobei immer darauf geachtet werden sollte, dass diese Welse überwiegend pflanzlich ernährt werden sollten.
Bei der Haltung mit robusteren Tieren, wie zum Beispiel Barschen, kommen die Welse trotzdem nicht zu kurz.
Gelegentlich liest man, dass größere Welse dieser Art gern mal kleinere Harnischwelse bei der Fütterung vertreiben.
Aber ansonsten sind es eher friedliche Welse, die keinen Stress im Becken verbreiten,
wenn man mal vom Pflanzenanknabbern absieht. Durch eine vermehrte Fütterung mit Grünfutter kann man das Pflanzenfressen ein wenig einschränken.
In ruhigeren Becken, die auch noch schummeriger beleuchtet sein sollten, kann man die Tiere auch am Tage schön beobachten.


Das Diskussionsforum zum Thema Welsfutter findet ihr hier.




Das typische Maul eines Cochliodon (hier Cochliodon basilisko) mit seinen charakteristischen V-förmig angeordneten Zähnen.
Bei der Bezahnung fallen die Ähnlichkeiten zu Panaque und Panaqolus auf.


Vergesellschaftung: Die Tiere sind nicht räuberisch. Daher kann man sie ruhig mit kleineren
Fischen vergesellschaften.
Lebendgebärende, Fadenfische, Zwergbuntbarsche, Barben, Salmler, ja selbst afrikanische Cichliden, sind in der Vergesellschaftung in der Regel kein Problem.
Eine Gruppenhaltung ist in der Regel empfehlenswert. Es wäre schade, diesen Wels einzeln zu halten, aber es ist problemlos möglich.
Cochliodon kann auch mit anderen Harnischwelsen vergesellschaftet werden. Größere Cochliodon scheuchen
kleinere Welse gelegentlich mal fort, aber zeigen sonst keine aggressiven Tendenzen.
Es sollten keine anderen Welse der gleichen Gattung gehalten werden, da es durchaus zu Hybriden kommen kann.

Die Gattung Cochliodon wird von den meisten Wissenschaftlern als Synonym zu Hypostomus angesehen.
Die Synonymisierung basiert auf zwei Hauptargumenten. Zum einen gibt gibt es seit der Beschreibung von Cochliodon fonchii eine Art, die eine Zwischenstellung zwischen Cochliodon und Hypostomus darzustellen scheint. Diese Art hat eher schlanke Zähne wie Hypostomus, ist aber ansonsten (auch genetisch) näher mit den anderen Cochliodon-Arten verwandt. Diese inklusive Cochliodon fonchii immer wieder als monophyletische bestätigte Cochliodon-Gruppe kam in den ersten Phylogenien immer mitten in der Sammelgattung Hypostomus zu liegen. Deren Anerkennung hätte jene Gattung polyphyletisch gemacht, so dass man sich für den einfacheren Weg entschieden hat, das sogenannte "Lumpen".

Eine aktuelle und wesentlich umfangreichere genetische Analyse von Queiroza et al. (2020) kommt nun zu einem anderen Ergebnis. Die Monophylie von Cochliodon wird nochmals bestätigt, aber diese Gruppe liegt im Stammbaum nun am Rand (basal) der Gattung Hypostomus, so dass eine Revalidierung von Cochliodon jene Gattung nicht aufteilen würde. Ob dies nachfolgend tatsächlich zu einer Revalidierung und ggf. auch weiteren Aufsplittung der Sammelgattung Hypostomus führen wird, muss sich erst noch zeigen.

Durch ihre löffelförmigen Zähne und überwiegend auch durch einen deutlich höheren Körperbau grenzen sie sich allerdings offensichtlich von dieser anderen Vertretern der Gattung Hypostomus ab, was ja auch durch die in der Literatur mittlerweile übliche Bezeichnung als Hypostomus-cochliodon-Gruppe deutlich wird.
Durch die Abgrenzung im Bezug auf die Haltung, Zucht und Zähne bleiben wir erst mal bei der eigenen Gattung als Cochliodon.
Wir sehen Cochliodon fonchii also eher als einen etwas ungewöhnlichen Cochliodon als alle Cochliodon-Arten als sehr ungewöhnliche Hypostomus an.

Ähnliche Welse: Cochliodon sp. "L 310"

Literaturhinweis: Wels Atlas 2 S. 971

Quellen:
"Evolutionary units delimitation and continental multilocus phylogeny of the hyperdiverse catfish Genus Hypostomus"; Queiroza et al.; https://doi.org/10.1016/j.ympev.2019.106711, 2020

Autor: DB - Team

Wir bedanken uns für die Bilder bei Ralf Heidemann und Christian Cramer.
Schlüsselwörter: Cochliodon brasilien L310 Argentinien Paraguay Hypostominae Uruguay
Größe min: 30
Beckengröße min: 150
Temperatur min: 20
Temperatur max: 27



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