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Ancistrus sp. "Schneeflocke"
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Beschreibung: Gattung/Art: Ancistrus sp. “Schneeflocke”

Synonyme: Schneeflocken Antennenwels

Herkunft: Importiert über Manaus, Brasilien

Größe: 12 cm

Wasserwerte:
T: 25 29 °C
pH: 5,5 – 7,5

Empfohlene Beckengröße: ab 80 cm



Diese Welse werden über Manaus Importiert.


Geschlechtsunterschiede: Bei geschlechtsreifen Welsen kann man anhand der Körperform
die Geschlechter unterscheiden.
Die Kopfform beim Männchen ist breiter.
Die Männchen bekommen beim Heranwachsen das sogenannte Tentakelgeweih, während die Weibchen
nur einige kurze Stoppeln ausbilden.
Männchen entwickeln einen stärkeren Odontodenbewuchs auf dem Brustflossenstachel.

Sozialverhalten: Wie die meisten Harnischwelse ist auch dieser eine friedliche Art.
Die Tiere sind vom Verhalten her ruhige Vertreter.

Etymologie: Die Gattung Ancistrus bekam ihren Namen in Anlehnung an die
Kiemendeckel-Odontoden. Diese befinden sich in eingeklapptem Zustand hinter den Kiemendeckeln.
Ancistrus wurde von dem griechischen Wort „ankistron“ abgeleitet,
was soviel heißt wie „Widerhaken“ oder auch „Angelhaken“.
Den deutschen Namen „Antennenwels“ bekamen die Tiere wegen der geweihartigen Tentakeln
der geschlechtsreifen Männchen.





Beckeneinrichtung: Für die Ancistrus sp. “Schneeflocke” reicht in der Regel ein 80 cm Becken
für die Pflege noch aus.
Wenn eine Gruppe gepflegt werden soll, empfiehlt es sich, auf dementsprechend größere Becken zurückzugreifen.
Jungtiere können beim Heranwachsen natürlich erst mal in kleineren Becken gepflegt werden, ohne
dass es zu Problemen kommt.
Das Aufwuchsbecken sollte dann aber, je nach dem Platzbedarf der Welse, ebenfalls Stück für Stück größer
gewählt werden.
Im Allgemeinen hat sich als Bodengrund Sand oder feiner Kies bewährt.
Das Becken kann auch mit festeren Wasserpflanzen bepflanzt werden.
Näheres über Pflanzen in Welsbecken hier.
Wie bei den meisten Harnischwelsarten sollten die Aquarien strukturell unterteilt werden, um einzelne
Territorien zu schaffen, hauptsächlich bei der Gruppenhaltung.
Dazu bieten sich Wurzeln oder auch Schieferplatten an.
Nähere Informationen zum Thema Wurzeln in Welsbecken findet ihr hier.
Die Wurzeln bieten auch gute Unterschlupfmöglichkeiten an, damit sich die Tiere zurückziehen können.
Gerade bei dieser Gattung ist es ausgesprochen wichtig, dass es sich um weiches Wurzelholz handelt.
Es sollte auch recht viel Wurzelholz im Becken vorhanden sein.
Des weiteren brauchen die Welse Verstecke in Form von Höhlen, Spalten oder auch Steinaufbauten.
Über die Größe und Art der Höhlen haben wir im Forum einen extra Bericht angefertigt. Dieser ist hier zu finden.
Außerdem ist es von Vorteil, mehr Höhlen im Becken anzubieten als Welse vorhanden sind.
Gerade bei der Haltung im Gesellschaftsbecken sind ruhige oder auch sichere Rückzugsorte
mit Fluchtmöglichkeiten für diese Welse recht wichtig.





Haltung: Der eigentliche Fundort des Ancistrus sp. “Schneeflocke” ist immer noch nicht genau bekannt.
Seidel vermutet im „Wels Atlas II“, dass diese Welse aus dem Rio Negro-Einzug stammen oder auch
Rio Purus, beziehungsweise Rio Manacapuru.
Dies sind alles Flusssysteme in der Umgebung von Manaus.
Inzwischen wurde der Rio Negro immer häufiger im Handel genannt, was als Herkunft durchaus in
Frage kommen würde.

Das Becken sollte gut gefiltert werden und am besten einen zusätzlichen Durchlüfterstein besitzen.
Dies hat einen positiven Effekt auf das Wohlbefinden und Verhalten der Tiere, da sie dann meist aktiver sind.
Das liegt daran, dass Harnischwelse im Allgemeinen in den eher sauerstoffreichen und gut durchströmten
Bereichen der Flüsse beheimatet sind. Sie können aber auch ohne einen erhöhten Sauerstoffanteil zurechtkommen.
Diese Welse können zur Not anscheinend Sauerstoff über die Luft atmen, indem sie bei Sauerstoffmangel im Aquarium an der Aquarienscheibe oben leicht durch den Wasserspiegel stoßen und ein Wasser-Luft-Gemisch einsaugen.

Laut Literatur wird darauf hingewiesen, dass diese Welse pflanzliche wie auch tierische Nahrung fressen.
Die tierische Nahrung wird von den Welsen im Allgemeinen lieber gefressen,
in Form von Frostfutter, wie rote/schwarze/weiße Mückenlarven, Wasserflöhe, Moinas, feiner Krill,
Artemia, Cyclops und noch einiges mehr. Fischfilet ist, wie bei vielen anderen Welsen, ebenfalls
eine sehr beliebte Spezialität. Auch Muschelfleisch und die sogenannten Meeresfrüchte werden nicht verschmäht.
Lebendfutter, das beim Tümpeln gefangen wurde, oder auch Futtertierzuchten wie Artemia, Grindal
oder Enchyträen sind natürlich auch beliebt bei diesen Welsen.

Es sollte regelmäßig pflanzliches Futter gereicht werden. Es kann auch dazu kommen, dass die Welse an
Wasserpflanzen gehen, wenn nicht genügend Grünkost gegeben wird.
Pflanzliches Futter in Form von Salaten verschiedener Art, Gurken, Zucchini oder auch Kartoffeln
werden in der Regel als Futter angenommen. Bei einigen Welsen wird das Pflanzenfutter mal mehr und
bei anderen mal weniger gern genommen, da haben die Tiere teilweise unterschiedliche Geschmäcker.

Im Handel gibt es die verschiedensten Futtersorten für eine ausgewogene Ernährung dieser Welse.
Ob nun als Granulat, Flockfutter, Futterpellets, in Tablettenform oder als Futterchips spielt für die Welse
kaum eine Rolle. Einige Welspfleger verfüttern mit viel Erfolg auch ihren selbst gemachten Futterbrei.



Bei Magenuntersuchungen von frisch gefangenen Wildfangtieren zeigte sich immer wieder, wie
auch bei dieser Gattung, dass Holzbestandteile vorhanden waren.
Biologen und Ichthyologen betrachten dies als Indiz dafür, dass Holz einen festen Bestandteil
ihrer natürlichen Nahrung oder zumindest eine Nahungsergänzung darstellt.
Möglich wäre auch eine Aufnahme des Holzes durch das Abweiden der Baumrinde
auf der Suche nach Kleintieren oder Bakterien- und Algenbelag.
In der Fachliteratur wird immer wieder darauf hingewiesen, dass diese Welse für
ihre Darmflora einen gewissen Teil Holz benötigen.
Die Futterindustrie bietet inzwischen Trockenfutter mit beigemengten Holzfasern an
für eine natürliche Ernährung, meist in Tablettenform.
Weiches Wurzelholz im Becken würde natürlich ebenfalls ausreichen, das diese Welse
gegebenenfalls dann als Nahrungsergänzung ansehen würden.

Auch bei den Wasserwerten stellt dieser Wels den Pfleger vor keine große Aufgabe.
Er kommt ohne weiteres mit den meisten Leitungswassern zurecht.
Eine große Wasseraufbereitung ist nicht nötig.
Ein wöchentlicher Teilwasserwechsel ist für eine erfolgreiche Pflege angebracht.
Je größer das Haltungsbecken gewählt ist, desto stabiler sind die Wasserwerte.
Auch die Pflege des Beckens wird einfacher, je größer dieses ist.
Ein pH-Wert um die 6 - 7 ist den Tieren vollkommen recht. Man sollte aber anmerken, dass
die Vermehrung zwar ohne weiteres bei diesen Wasserwerten vorkommt, aber bei einem leicht
saureren pH-Wert passiert es in der Regel häufiger.
Für die Filterung gibt es die verschiedensten Möglichkeiten. Da wurde Hier schon mal einiges
zusammengetragen.
Alles in allem ist dieser Wels ein ausgezeichneter Anfängerfisch fürs Gesellschaftsbecken.





Vergesellschaftung: In einem sogenannten Gesellschaftsbecken kann der Ancistrus
durchaus gut gepflegt werden. Er neigt nicht dazu, andere Fische zu erjagen.
Geschlechtsreife Männchen können sich in kleineren Becken schon mal bekämpfen, was in der Regel
nicht weiter gefährlich ist.
Bei der Fütterung können sich robustere größere Welse mal ums Futter drängeln und streiten.
Das ist normal und bringt keine weiteren Probleme mit sich.
Bei mehreren ausgewachsenen Männchen in einem Becken reicht es schon, einfach an mehreren Stellen
gleichzeitig zu füttern.
Es ist vollkommen unproblematisch, diese Welse auch mit kleineren Fischen wie Salmlern zu vergesellschaften.
Bei der Vergesellschaftung sollte natürlich darauf geachtet werden, dass die Wasserwerte der Pfleglinge nahezu identisch sind. Es wird auf die Dauer gesehen keinen Erfolg versprechen, Tiere mit unterschiedlichen
Grundanforderungen in einem Becken zu pflegen. Mit Grundanforderungen sind die Beckentemperatur,
die Wasserhärte, der pH-Wert, die unterschiedlichen Futterarten und ähnliches gemeint.
Auch die unterschiedliche Stressempfindlichkeit von Fischen muss beachtet werden.
Einige Arten haben es lieber eher ruhig, während andere wesentlich toleranter gegenüber Störungen sind.
Da es von der Seite des Ancistrus sp. kaum Bedenken gibt, sollte darauf geachtet werden, dass
diese ruhigen Welse nicht von anderes Bewohnern attackiert werden, wie zum Beispiel von einigen Barschen,
die schon mal die Flossen der Welse mehr oder weniger stark beschädigen können.
Ob die Tiere, die vergesellschaftet werden, aus ein und dem selben Ursprungshabitat stammen
oder von verschiedenen Kontinenten, ist eher eine Frage der allgemeinen Vorlieben des Halters.
Wenn die Pflegbedingungen übereinstimmen, spricht in der Regel nichts dagegen.





Sonstiges: Was bei den Nachzuchten auffällig ist, ist die Tatsache, dass diese Welse
schon in recht kleiner Größe ein Geweih entwickeln, wie es sonst eher bei Alttieren zu finden ist.
Ab 4 cm beginnt deutlich diese Entwicklung.
Die Tiere sind sehr gerne an den Wurzeln im Aquarium zu finden.
Das scheint bei mir im Aquarium ihr Lieblingsplatz zu sein.
Auch stehen die Welse bei einem niedrigeren pH-Wert um die pH 6 wesentlich besser als bei
Einem neutralen pH-Wert. Im „Welsatlas Band II“ wurde erwähnt, dass die Tiere
bei einem niedrigeren pH-Wert mehr Schwarz zeigen als bei einem höheren. Da werden sie eher grau.
Diese Aussage kann ich nur bestätigen.
Auch scheinen die Welse bei einem niedrigeren pH-Wert und weicherem Wasser wesentlich aktiver zu sein.
Temperaturen um die 28 – 29 °C regen die Bewegungsfreude der Tiere bei mir allem Anschein nach an.





Zucht: Bei dem Ancistrus sp. handelt es sich um einen Höhlenbrüter.
Während die Welse in der Natur Steinspalten oder Ausbuchtungen im Totholz als Schutz für
ihre Gelege heranziehen müssen, hat sich im Aquarium der Einsatz von Ton- oder Schieferhöhlen
durchaus bewährt. Näheres zum Thema Höhlen findet ihr hier.
Für eine Erhöhung des Zuchterfolges ist es sinnvoll, wenn die Höhlen von der Größe
her den Welsen angepasst sind.
Gerade wenn mehrere große Männchen in einem Becken leben, hat es sich von Vorteil gezeigt,
das Becken in mehrere Bereiche (Territorien) optisch zu unterteilen.
So sind die Welse innerartlich noch wesentlich ruhiger, was für eine Vermehrung förderlich ist.
Eine zusätzliche Strömung und mehrmaliger Wasserwechsel mit leicht kühlerem Wasser
hilft bei der Laichanregung der Tiere. Leichter ist die Vermehrung in deutlich weicherem und leicht saurem Wasser.
Wichtig ist auch, dass die Zuchttiere gut im Futter stehen.
Das Männchen pflegt und verteidigt das Gelege bis die Jungfische schlüpfen und auf sich alleine gestellt sind,
wie bei den Harnischwelsen üblich.

Jungwelse fressen im Prinzip das selbe wie die Elterntiere, nur eben für ihre Größe angepasst verkleinert.
Die Aufzucht wird am besten separat gemacht, in einem extra Becken oder einem Einhängekasten („Gerdkasten“).
So ist eine gezielte Ernährung der Jungfische bei der Aufzucht gewährleistet.
Um den Stress unter den Jungwelsen zu minimieren, sollte man viele kleine Röhren als
Verstecke im Aufzuchtbehälter platzieren. So haben die Jungtiere einen Unterschlupf,
in dem sie sich sicher fühlen. Bei Rangeleien unter den Jungwelsen stehen immer zwei Ausgänge
zur Verfügung. Das senkt den Stress und erhöht dadurch die Wachstumsgeschwindigkeit der Welse.





Importsituation: Die Ancistrus sp. “Schneeflocke” werden nur selten eingeführt.
Wenn überhaupt, dann meist nur vereinzelt als Beifänge.
Inzwischen sind sie schon mehrfach nachgezogen worden, so dass sie als Nachzuchten gelegentlich
im Handel anzutreffen sind. Bei Interesse führt ein hartnäckiges Suchen meist zum Erfolg. Ich konnte meine
Tiere im 400 km entfernten Chemnitzer Welsladen ergattern.

Ähnliche Welse:

Weiterführende Informationen: Welsatlas Bd. 2 S. 260.
Back to Nature Handbuch für L-Welse, Seite 77.








Autor: Ralf Heidemann

Wir bedanken uns für die Bilder bei Ralf Heidemann (Fischray).


Wer Informationen hat bezüglich Ancistrus sp. „Schneeflocke“, die noch nicht
berücksichtigt wurden, kann sie gleich als Antwort unter diesen Datenbankeintrag setzen.
Bei der nächsten Bearbeitung dieses Eintrags wird dieses dann berücksichtigt.
Wir sind immer daran interessiert, gutes Bildmaterial für die Datenbank zu sammeln. Wer
diesbezüglich eigene Aufnahmen für die Datenbank hat und diese zur Verfügung stellt,
kann dies hier tun.
Schlüsselwörter: Manaus Schneeflocke Ancistrus Brasilien
Größe min: 12
Beckengröße min: 80
Temperatur min: 25
Temperatur max: 29



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