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Pseudacanthicus sp. "L 427"
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Beschreibung: Gattung/Art: Pseudacanthicus sp. "L 427"

Synonym: Jatapu-Leopard-Kaktuswels

Herkunft: Rio Jatapu, Uatuma - Einzug, Roraima; Brasilien

Vorgestellt: DATZ 11/2009
Die Original-Vorstellung dieses Welses in der Fachzeitschrift Datz als PDF.
Aquaristisch neue Harnischwelse aus dem Norden Brasiliens-Teil1
Aquaristisch neue Harnischwelse aus dem Norden Brasiliens-Teil2


Größe: 40 cm

Wasserwerte:
T: 26 - 30° C
pH: 6,0 - 7,5

Empfohlene Beckengröße: ab 140 cm


Ein Pseudacanthicus sp. "L 427" aus dem Rio Jatapu.

Sozialverhalten: Ältere Männchen können territorial werden, nicht nur innerartlich, sondern auch gegenüber anderen ebenfalls größeren Arten.


Pseudacanthicus sp. "L 427"

Geschlechtsunterschiede: Beim Männchen ist die breiteste Körperstelle der Kopf im Bereich der Augen, dann schlankt der Körper wieder ab.
Bei den weiblichen Tieren hingegen ist der Bauch die breiteste Körperstelle.
Außerem ist der Kopf der Männchen voluminöser und stumpfer als der der Weibchen,
der eher schlank wirkt und nach vorne hin spitzer zuläuft.
Manchmal kann es zutreffen, dass die Männchen eine größere Dorsale besitzen als die Weibchen.


Links ist das Männchen von Pseudacanthicus sp. "L 427".

Haltung: Die L 427 sind überwiegend Fleischfresser (carnivore).
Sie sind aber keine Räuber, sondern gehören eher zu den Aasfressern.
Daher braucht mach sich kaum Sorgen zu machen um den weiteren Besatz im Becken.
Diese Welse fressen Garnelen, Fischfilet, Muscheln und diverse Frostfuttersorten.
Trockenfutter wird ebenfalls gern angenommen, ob als Flockenfutter, Granulatfutter, Tablettenfutter, Pelletfutter, Wels-Chips, Forellenpellets oder als Futterbrei ist dabei nebensächlich.
Es gibt einige proteinhaltige Futtersorten, die extra für Pseudacanthicus-Arten auf den Markt gekommen sind.
Gerdae bei der Fütterung mit viel Trockenfutter kann man auch mal zusätzliche Vitamine anbieten.
Einige Halter bevorzugen die Herstellung eines eigenen Futterbreis. Dieser wird immer mal etwas abgewandelt, um eine ausgewogene Ernährung zu gewährleisten.
Obwohl sie überwiegend fleischlich ernährt werden, bekommen sie auch gelegentlich pflanzliche Nahrung wie rohe Kartoffeln, Zucchini, Gurken oder Salate.
Hier sei zu erwähnen, dass die Geschmäcker der Tiere auch mal unterschiedlich sein können.
Das Diskussionsforum zum Thema Welsfutter findet ihr hier.

Ältere Männchen können territorial werden, nicht nur innerartlich, sondern auch gegenüber anderen ebenfalls größeren Arten.
Daher sollten die Becken viele Versteckmöglichkeiten aufweisen.
Es ist nicht vorteilhaft, wenn man quer durchs ganze Becken sehen kann, so dass sich Konkurrenten permanent sehen können.
Natürlich sollte die Beckengröße für solche Welse dementsprechend groß sein.
Bei einem Paar sollte es in etwa ein 150 cm Becken sein, bei einer Gruppe sollte das Becken dementsprechend größer ausfallen.
Die Pseudacanthicus sp. "L 427" können aber durchaus auch einzeln gehalten werden.

Bei mehreren Welsen sind offene Röhren als Versteck immer eine gute Lösung,
da schwächere Tiere so eine Fluchtmöglichkeit haben.
Im Becken sollte es eine Vielzahl von Versteck- und Unterschlupfmöglichkeiten geben.
Wurzeln sind immer gute Möglichkeiten, um Deckung im Becken zu bringen.
Einseitig geöffnete Höhlen werden für die Zucht benötigt.
Es gibt viele Anbieter, die sehr große Höhlen verkaufen oder auch auf Wunsch bauen.
Das Diskussionsforum zum Thema Beckeneinrichtung findet ihr hier.

Es ist nicht verwunderlich, dass Welse in der Größenordnung auch dementsprechend fressen und natürlich auch wieder ausscheiden.
Daher sollte das Aquarium über eine ordentliche Filteranlage verfügen und das Wasser sollte regelmäßig gewechselt werden.
Eine Strömung im Becken wird von den Welsen bevorzugt, aber sehr wichtig sollte eine gute Sauerstoffsättigung des Wassers sein.
Dazu empfiehlt es sich, einen zusätzlichen Durchlüfterstein im Becken zu betreiben.
Ein Diffusor am Filterausgang ist ebenfalls eine gute Idee.


Das Maul eines Pseudacanthicus sp. "L 427".

Sonstiges: Da die L 427 keine auffälligen Abweichungen gegenüber den Pseudacanthicus leopardus aufweisen außer die dunkel werdende Grundfärbung,
könnte es sich im Endeffekt um eine Fundort-Variante handeln.
Das werden aber wohl die wissenschaftlichen Untersuchungen in der Zukunft noch genauer aufzeigen.


Ein Pseudacanthicus sp. "L 427", der nach dem Fang im Rio Jatapu in ein Fotobecken gesetzt wurde.

Namensgebung: Die Gattung Pseudacanthicus wird umgangssprachlich als Kaktuswelse bezeichnet.
Dass dieses in der Tat seinen Grund hat, wird jeder bestätigen können, der mal ein adultes Tier in der Hand halten wollte.
Die gesamten Flanken und gerade der hinter Teil des Welses sind mit einer Vielzahl an teilweise kräftigen Odontoden bestachelt.


Ein Nachzuchttier von Pseudacanthicus sp. "L 427" in 20 cm.

Zucht: Auch der Pseudacanthicus sp. "L 427" wurde erfolgreich nachgezogen.
Die Zucht selbst ist vergleichbar mit der des Pseudacanthicus leopardus.
Für die Zucht hat es sich bewäht, dass die Wasserhärte nicht zu hoch ist.
Eine Leitfähigkeit bis etwa 200 µS/cm ist im Allgemeinen gut geeignet.
Da große Pseudacanthicus zu territorialem Verhalten neigen, werden bei Züchtern die Tiere auch gerne einzeln im Becken gehalten.
Erst bei der Zucht werden sie zusammengeführt.
Andere haben sehr große Becken und haben auch zum Teil Gruppen dieser Welse sitzen.
Dazu braucht es aber eine Vielzahl an Verstecken und Unterschlupfmöglichkeiten.
Bei der Zucht brauchen Weibchen in der Regel Verstecke, aus denen sie flüchten können, zum Beispiel beidseitig offene Röhren.
Die Zucht selber geschied aber in einer einseitig geöffneten Röhre.
Diese sollte groß genug für beide Tiere sein.
Röhren in der Größe kann man inzwischen gut bekommen oder sogar auf Wunsch anfertigen lassen.
Näheres zum Thema Höhlen findet ihr hier.
Der Wasserwechsel sollte anregend stark gesteigert werden.
Das Männchen lockt das Weibchen in die Bruthöhle, in der sie dann gemeinsam ablaichen.
Meist werden dazu mehrere Tage benötigt.
Nach dem Laichen pflegen die Männchen das Gelege alleine, deshalb kann das Weibchen gleich danach entfernt werden.
Es kann schnell dazu kommen, dass während des Ablaichens das Weibchen erheblich lädiert wird und
danach erst einmal wieder aufgepeppelt werden muss.
Um Entzündungen des Weibchens zu vermeiden, sollte auf desinfizierende Mittel zurückgegriffen werden.
Je nach Größe des Weibchens werden bis zu 200 Eier bei einem Gelege abgegeben.
Männchen mit wenig Erfahrung werfen oft ihre Gelege aus der Höhle, dann muss man sich selber um die Pflege kümmern.
Bei Männchen, die geübter sind, klappt es von ganz alleine.
Es hat sich bewährt, die Larven separat aufzuziehen.
Zur Sicherheit sollte man die Nachzuchten aufteilen, um komplette Verluste zu vermeiden.
Bei guter Wasserqualität und gezielter Fütterung sind die Nachzuchten eigentlich nicht besonders empfindlich.
Beim Aufziehen sollte man darauf achten, dass die kleinen genügend Platz haben und viele Versteckmöglichkeiten, um sich etwas aus dem Weg zu gehen.
Dazu haben sich zum Beispiel Aufzuchtblöcke bewährt.


Ein Forenbericht über die gelungene Zucht von Pseudacanthicus sp. "L 427" von Timo "Schelle":
https://www.l-welse.com/forum/showthread.php?t=35041


Das Bild eines Pseudacanthicus sp. "L 427" Männchens bei der Gelegepflege.


Links ist ein Gelegeballen von Pseudacanthicus sp. "L 427" separat untergebracht zum künstlichen Erbrüten.
Rechts sind die frisch geschlüpften Larven von Pseudacanthicus sp. "L 427" zu sehen.


Larven von Pseudacanthicus sp. "L 427" und das Jungfischstadium.

Das Diskussionsforum zum Thema Welszucht findet ihr hier.

Pseudacanthicus sp. "L 427" Nachzuchttier von Timo in einer Größe von 4,5 cm.


Pseudacanthicus sp. "L 427" Nachzuchttier von Timo in einer Größe von 4,5 cm.


Beschreibung: Juvenile Tiere gleichen dem bekannten Pseudacanthicus sp. "L 114" und auch Pseudacanthicus leopardus.
Mit einer Länge von ca. 15 cm färben sie sich aber nahezu komplett schwarz.
Dies scheint sich im Aquarium etwas herauszuzögern. Lediglich die Caudalspitzen und
die Spitze der Dorsale sind dann noch leicht orange gefärbt. Das Fleckenmuster auf
der Bauchseite hingegen bleibt auch im Alter und verschwindet nicht.


Ein Pseudacanthicus sp. "L 427" beim Fang im Rio Jatapu.
Gerade die größeren Exemplare dieser Welse können regelrecht schwarz werden.

Ähnliche Welse: Pseudacanthicus sp. "L 114", Pseudacanthicus leopardus

Exportsituation: Die Pseudacanthicus sp. "L 427" dürfen aus Brasilien exportiert werden.
Die brasilianische Regierung regelt ihre Exporte von Zierfischen nun über eine Negativliste.
Diese wird von der IBAMA herausgegeben.
Es dürfen nur Zierfische exportiert werden, die nicht auf der Liste geführt werden.
Die unter Export-Verbot stehenden Fische sind in einem Buch zusammengefasst:
Livro Vermelho 2018 vol6

Bei schweren Verstößen gegen die Exportvorschriften hat die brasilianische Regierung schon
hohe Geldstrafen und auch Gefängnisstrafen verhängt.
Daher sind in den letzten Jahren die Exporte aus Brasilien stark zurückgegangen.
Neue Arten, die bei Aquarianern weltweit immer sehr begehrt waren, sind aus Brasilien eher nicht
mehr zu erwarten. Hier haben sich in den letzten Jahren andere südamerikanische Länder hervorgetan.


Ebenfalls ein Exemplar von Pseudacanthicus sp. "L 427" direkt nach dem Fang vor Ort.

Importsituation: Die Pseudacanthicus sp. "L 427" werden in Brasilien gleichfalls als Pseudacanthicus leopardus bezeichnet
und unter diesem Namen auch exportiert.

Das Diskussionsforum zum Thema L-Welse findet ihr hier.


Aquarienaufnahme von Pseudacanthicus sp. "L 427" in Deutschland.

Weitere Informationen :
Weitere Informationen :

Pseudacanthicus sp. "L 427"



Autor: Datenbankteam

Für die Bilder bedanken wir uns bei Andreas Tanke (andi), Markus Kaluza und Sandor Tüllmann sowie bei Timo Schellenberg.


Wer Informationen hat bezüglich Pseudacanthicus sp. "L 427", die noch nicht
berücksichtigt wurden, kann sie gleich als Antwort unter diesen Datenbankeintrag setzen.
Bei der nächsten Bearbeitung dieses Eintrags wird dieses dann berücksichtigt.
Wir sind immer daran interessiert, gutes Bildmaterial für die Datenbank zu sammeln. Wer
diesbezüglich eigene Aufnahmen für die Datenbank hat und diese zur Verfügung stellt,
kann dies hier tun.




Vor ein paar Jahren bekam ich von Timo einige Nachzuchten von seinen Pseudacanthicus sp. "L 427".
Wenn ich mich recht entsinne, hatte er damals die ersten L 427 Nachzuchten aufgezogen.
Inzwischen sind sie zu schönen Kaktuswelsen herangewachsen.
Im Rio Jatapu konnten Ingo und Andi bei einer Fischfangreise 2008 mehrere Exemplare von Pseudacanthicus sp. "L 427" fangen.
Schon Tiere mit 15 cm fingen an sich schwarz zu färben, mit auffallenden roten Flossen.
Die Jungfischzeichnung von Pseudacanthicus leopardus und Pseudacanthicus sp. "L 114" ist fast identisch.
Schlüsselwörter: Roraima Pseudacanthicus Jatabu Hypostominae Uatuma Kaktuswels L427 427 L-427
Größe min: 40
Beckengröße min: 140
Temperatur min: 26
Temperatur max: 30



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