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1.3.1. Vergesellschaftung verschiedener L-Welse (Kreuzungsgefahr,...)
1.3.1. Vergesellschaftung von Welsen


Eine Vergesellschaftung von Welsen ist nicht schwierig, sie bedarf nur sorgfältiger Überlegungen zur Wahl der Arten und ihrer Ansprüche.
Einige wichtige Punkte sind vor allem Platz, Hälterungsbedingungen und Ernährung.
Diese sollen hier aufgeführt und näher gebracht werden.

Bei der Vielzahl von Welsarten näher auf bestimmte Kriterien eingehen zu können, bedarf es vieler Informationen. Es existieren zurzeit etwa 37 Familien mit über 2700 beschriebenen und über 850 bekannten, noch nicht eingeordneten Arten von Welsen. [1]

Dabei kann man davon ausgehen, dass die mit Abstand höchste Artenvielfalt in Amerika vorherrscht und in den Flüssen Südamerikas einen großen Bestandteil aller vorkommenden Arten ausmacht. [2]
Die Familie der Loricariidae enthält dabei 107 Gattungen mit über 680 beschriebenen Arten und mindestens ebenso viele unbeschriebenen Arten von Welsen. [3]
Viele Welse sind für die Haltung in Aquarien nicht geeignet, aufgrund ihrer zu erwartenden Größe, Individuendistanz und Ernährung, sowie Hälterungsbedingungen.
Im Allgemeinen sind Welse aus den Familien: Akysidae, Aspredinidae, Bagridae, Doradidae, Erethistidae, Loricariidae, Mochokidae und Pimelodidae im Handel anzutreffen und bei entsprechenden Voraussetzungen für die Aquaristik geeignet. Natürlich sind auch unter diesen Familien Ausnahmen zu finden, die gerade wegen ihrer Endgrößen und / oder räuberischen Lebensart Spezialisten vorbehalten sind.
Im Voraus sollte man sich schon Gedanken machen, Warum man gern Welse halten möchte. Ob es der Reiz nach den sonderbaren Verhalten einiger Arten, das vollkommen „unbeschriebene Blatt“ zu Erfahrungen über viele Arten, die Schönheit des Farbkleides oder etwas anderen Gestalt der Tiere, oder doch nur als Komplettierung eines Schau- / Gesellschaftsaquariums.
Jedoch auf keinen Fall sollte man sie als Restevertilger, Putzkolonne oder gar „Schauschwimmer“ betrachten, denn das wird am Ende enttäuschend sein.
Viele dieser Welsarten haben sich im Laufe der Evolution so spezialisiert, dass ihnen in der Haltung im Aquarium ein größerer Teil der Aufmerksamkeit und Pflegeanspruch gewidmet werden sollte. Sie als „Nebenbestand“ oder „Beifische“ in einem Gesellschaftsaquarium zu machen, wird auf Dauer nicht Erfolg versprechend sein.
Das wichtigste bei jeder Anschaffung von Tieren ist und bleibt die vorangehende Informationssammlung und Überlegung, ob man diese inhaltlichen Aspekte dem Tier bieten kann. Dabei sollte man sich auf mehrfach er- oder bewiesene Tatsachen stützen, die in Fachliteratur vorzufinden sind. [4]
Erfahrungen einzelner Personen sind eher als zweitrangig zu betrachten, da sich diese nicht unbedingt mit denen Anderer, oder später Eigenen nicht decken müssen. Natürlich sind damit nicht Personen gemeint, die langjährige, vertrauenswürdige Erfahrungen mit diesem Hobby / Beruf / Vereine haben.
Im Grundsatz sind folgende Punkte bei der Welshaltung und Vergesellschaftung besonders zu betrachten:


1) Platz (Grundfläche / Volumen)

Jedes Individuum benötigt einen Raum, welcher seinen Bewegungsdrang, territorialen Verhalten und der zu erwartenden Größe gerecht wird.
Bei der Haltung mehrerer Tiere muss auch der Platz für jedes Einzelne vorhanden sein.
Der Platzbedarf von größeren Tieren kann entschieden ansteigen bei der Vergesellschaftung mit Artgenossen, aber auch bei gleichgroßen, ähnlichen Welsen.
Im Zweifelsfall sollte man verzichten oder ein Ausweichbecken zur Verfügung haben.
Viele Arten leben bis zum Jugendalter in einer Gruppe oder Familienverband und brauchen ab ihrem Erwachsenenstadium mehr Platz, da sie ihr eigenes Territorium erkämpfen und verteidigen und nur zur Vermehrung darin Weibchen oder nichtgefährdende Fische dulden. Andere leben immer in einer Gruppe und verlassen dies nur zur Vermehrung und drängen in dem Fall die Gruppe aus einem Bereich.

2) Haltung

Die ausgesuchten Tiere sollten annähernd gleiche Wasserbeschaffenheit, Temperaturbereich und eventuell klimatologisch unterliegende Jahresschwankungen von Wasserwerten und –temperatur in ihrer Haltung aufweisen. Das heißt, in der Natur vorkommende, jahreszeitlich bedingte Wasserabkühlung und gegebenenfalls damit verbundene Wasserwerteänderungen sollten im gewissen Maße nachgestellt werden. Dies gilt vor allem für Fische aus der subtropischen und gemäßigten Gezeitenzone. [5]
Tagesschwankungen können außer Acht gelassen werden, da Wasser eine sehr hohe thermische Stabilität besitzt und in der Natur nicht so schnell wie in einem Aquarium, die Lufttemperatur Einfluss nimmt. Die Fließgeschwindigkeit, die Tiefe und die umgebende Fauna der Gewässer bestimmen die Temperatureinwirkungen der Luft / Sonne. Die Böden, umgebende Fauna und die Quellgebiete der Flüsse und Seen bestimmen die Wasserchemie. Durch einfließende Flüsse kommt es zu Mischtypen und damit verbundene Änderungen.
Auch die Regenzeit beeinflusst die Beschaffenheit der Gewässer. [6]

Ebenso soll hier die Einzel- oder Gruppenhaltung angesprochen sein, alle Welse lassen sich einzeln pflegen. Jedoch eine Vergesellschaftung unterschiedlicher Arten mit jeweils nur ein Tier und Art, ist die Gruppenhaltung einer Art vorzuziehen. Einige Welse benötigen Artgenossen, um natürliches Verhalten zeigen zu können und die Pflegemaßnahmen auf Dauer erfolgreich lassen zu sein.

Auf die Pflege von Welsen aus einer Gattung unterschiedlicher Arten in einem Becken, sollte unbedingt verzichtet werden. Die Gefahr von Kreuzungen ist in diesem Fall sehr wahrscheinlich und die mögliche Zerstörung natürlicher Bestandslinien in der Aquaristik ebenfalls.
Auch kann es zu Problemen führen, wenn man Tiere aus einem näheren Verwandtschaftskreis zusammen pflegt. Bsp.: Peckoltia und Panaqolus lassen sich gut miteinander in einem Becken pflegen, dennoch beanspruchen beide ungefähr gleichgroße Höhlen, um die sie sich streiten werden. Besser ist eine Vergesellschaftung von Arten mit „unterschiedlichen“ Höhlen-, Versteck- und Laichplatzanforderungen.
Strukturreiche Becken, Zusammenführung als Jungtiere oder gemeinsame Aufzucht und verschiedene Ernährungs- und Aufenthaltsansprüche sind bei jeder Vergesellschaftung von Vorteil.
Fische welche im Ursprungshabitat sympatrisch leben / syntop vorkommen, lassen sich im Aquarium gut zusammen pflegen.

3) Ernährung / Fressverhalten

Der Großteil aller Welsarten ist Dämmerungs- und Nachtaktiv. Sie beginnen die Futterplätze aufzusuchen, wenn das Licht ausgeschaltet oder gedimmt wird.
Bei entsprechend gedämpfter Beleuchtung und täglicher Fütterung einige Stunden bevor das Licht aus geht, sind sehr viele Welse auch an die hellere Umgebung zu gewöhnen und „tagsüber“ zu beobachten.
Einige Welsgattungen stört die künstliche Lichtintensität nicht und sind auch in voll beleuchteten Aquarien unterwegs auf Futtersuche. Diese verlassen sich auf ihre kryptische Zeichnung als Tarnung, die sie auf unterschiedlichen Untergrund auch mehr oder weniger intensivieren oder gar verblassen lassen können. Häufig werden dennoch beschattete Nischen vorgezogen.
Es soll auch die unterschiedlich hohe Fluchtdistanz erwähnt sein. Manche (gerade unter den L-Welsen) bewegen sich erst aus ihrem Versteck, wenn sie sicher sind, dass sie nicht beobachtet werden und werden können. Andere stört es nicht einmal, wenn im Aquarium hantiert wird. Nach einer Eingewöhnung, die von Art zu Art für ein paar Wochen bis hin zu Jahren variiert, kann nur der Hunger diese Distanz kürzen.
Häufig wird erwähnt dass man keine Fleischfresser mit Pflanzenfresser oder Holzfresser vergesellschaften soll, um eine Erkrankung der Tiere zu vermeiden. Da es nicht zu verhindern sein wird, dass in Gefangenschaft und mit Ersatznahrung versorgt, einer an das Futter des anderen geht oder gar eine ausgewogene Ernährung erschwert wird. In vielen Fällen trifft das nur auf spezialisierte Arten zu, die man auch besser in Artenbecken pflegt. [7]
Des weiterem gibt es auch unter Welsen ausgesprochene Räuber, die Lebendfutter brauchen und auch häufig zu kleine Mitbewohner dazu machen.
Ebenso gibt es unter ihnen viele Laich- und Bruträuber, bei denen andere Fischarten und auch eigener Artbestand sich kaum oder gar nicht vermehren können, gerade in zu kleinen oder zu dicht besetzten Becken.

All diese Verhaltensweisen und Ansprüche lassen sich leicht mit den Informationen aus dem Ursprungshabitat koppeln und zeigen auf, wie wichtig Diese sind.
Ein Experimentieren bei der Vergesellschaftung, würde letztenendes nur die Grenzen der gepflegten Tiere aufzeigen und ist nicht als optimal zu bezeichnen.
Seltener sind im Handel Welse zu finden, für die keine näheren Informationen zur Verfügung stehen. Ihre Grundansprüche sind aus der Gattungszuordnung und Herkunft abzuleiten.
Solche Tiere sollten in einem Artenbecken gepflegt werden, um Verhalten und Ansprüche herauszufinden und können gegebenenfalls später mit einer passenden Art vergesellschaftet werden.



Quellen / Literatur:

[1] https://silurus.acnatsci.org/ACSI/taxa/Families.html
[2] Datz Sonderheft Amazonas 2 ( S. 59 – 65)
[3] Datz Sonderheft Harnischwelse 2 (S. 25 – 32)
[4] https://www.l-welse.com/reviewpost/index.php/cat/8
[5] https://www.iten-online.ch/klima/klim...startframe.htm
[6] Buntbarsche Amerikas Bd.1-3 Datz – Aquarienbücher, Verlag Eugen Ulmer (Bd. 1
Lebensräume; Bd. 1-3 Ökologie zu einzelnen Arten / Gattungen)
[7] Welsatlas 1 (Lebensräume / Pflege / Ernährung / siehe auch bei Gattungen und Arten)
Welsatlas 2 ( siehe bei Gattungen und Arten)
Mergus Verlag


Einige Vergesellschaftungsthemen aus
L-Welse.com:


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(Anhand der Suche mit dem Wort „Vergesellschaftung“, merkt man doch wie häufig sich Themen wiederholen und zu erstaunlich wandelnden Ergebnissen kommen, dennoch sollte die Suche vorab genutzt werden und passende Themen erweitert, statt erneuert werden. Die meisten Treffer beziehen sich auf L 46, L 134, L 260.)

Zusatz:
Ich möchte hier auch gern einen Aufruf starten, Erfahrungen von Problemvergesellschaftungen zu nennen, bei denen nur eine Trennung zur „optimalen“ Pflege / Zucht weiter verhalf.
Vorgestellt habe ich mir das in etwa, wie auf dieser HP:
https://www.perlenrochen.potamotrygon...lschaftung.htm


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 17:11 Uhr.

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