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Cochliodon sp. "Paraguay"
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Fr Oktober 12, 2007
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Beschreibung:
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Gattung/Art: Cochliodon sp. “Paraguay” oder “Red Bruno”
Synonyme: “Roter Bruno”, Roter Schilderwels, Red Rusty, PC 007
Herkunft: Paraguay, Rio Paraguay Flusssystem.
Größe: bis 30 cm
Wasserwerte:
T: 20 – 27°C
pH: 5 – 8 pH
Empfohlene Beckengröße: ab 120 cm

Dieser Cochliodon sp. “Paraguay” stammt aus dem Flusssystem des Rio Paraguay.
Geschlechtsunterschiede: Wenn überhaupt, ist die Unterscheidung nur bei größeren Tieren möglich.
Auf dem Pektoral-Stachel eines ausgewachsenen Männchens ist eine kräftigere Bestachlung zu erwarten.
Ansonsten bleibt nur die Draufsicht bei geschlechtsreifen Tieren.
Red Bruno

Brustflossenstachel mit Odontoden.

Genitalpapille eines Red Brunos
Die Unterscheidung der Geschlechter anhand der Genitalpapille ist nur für erfahrene und geübte
Aquarianer eine weitere Möglichkeit.

Cochliodon sp. “Paraguay” oder “Red Bruno”
Sozialverhalten: Die Welse sind gut in Gruppen zu halten, ohne Streitereien. Gelegentlich kommt es vor,
dass größere Tiere aufmüpfiger werden, was sich aber in der Regel in Grenzen hält.
Etymologie: Der Gattungsname „Cochliodon“ bezieht sich auf die Zähne dieser Tiere:
von „cochlea“ im Lateinischen = „die Schnecke“ oder „der Zahn“.

Cochliodon sp. “Paraguay” oder “Red Bruno”
Beckeneinrichtung: Im Aquarium herangewachsene Welse können schon in Becken ab 120 cm recht gut
gepflegt werden, da sie meist nicht die Größe von 30 cm wie in der Natur erreichen. Meist sind die Tiere mit
20 cm in der Aquaristik schon als groß anzusehen. Natürlich kann ein Becken nie zu groß sein, daher ab 120 cm.
Sehr wichtig sollten die Wurzeln sein, gerade für diese Gattung. Sie sollten weich und recht zahlreich sein.
Nähere Informationen zum Thema Wurzeln findet ihr hier.
Neben den Versteckmöglichkeiten in den Wurzeln sollten noch mehrere Höhlen angeboten werden,
in der Regel zwei pro Wels.
Mit Wasserpflanzen ist das so eine Sache. Es ist schon sehr wahrscheinlich, dass die Welse sich daran vergehen.
Näheres über Pflanzen in Welsbecken hier.
Es hat sich aber gezeigt, dass es Vorteile hat, ein bepflanztes Becken anzubieten.
Das Diskussionsforum zum Thema Beckeinrichtung findet ihr hier.

Porträtaufnahme eines Cochliodon sp.
Haltung: Die Tiere kommen ursprünglich aus dem Rio Negro in Paraguay. Der pH-Wert in diesem
Schwarzwasserfluss ist mit pH 4 zeitweilig sehr niedrig. Was nicht bedeutet, dass die Welse dies brauchen,
vielmehr sagt es aus, dass sie es auch mal verkraften.
Extreme Werte sollte man in einem Aquarium nicht anstreben. Die Welse kommen hervorragend mit einem
pH-Wert um den neutralen Bereich zurecht.
Während im Rio Negro eine Leitfähigkeit von unter 70 uS/cm messbar ist, braucht dieser unempfindliche Pflegling
in der Aquaristik keine solch weichen Verhältnisse. Selbst bei der Temperatur stellt der Red Bruno keine großen
Ansprüche und ist auch hierbei sehr flexibel.
Die Cochliodon sp. “Paraguay” werden gerne mal zur Algenbekämpfung ins Becken gesetzt.
Holz, oder eben Wurzeln, gehören mit zum Nahrungsspektrum dieser Gattung.
Gerade auch die pflanzliche Kost ist für diese Art recht wichtig. Kartoffeln, Gurken, Zucchini, Erbsen sowie Salate werden gern genommen. Frostfutter jeglicher Art sowie auch Futtertabletten, Granulatfutter, Pellets und auch Trockenfutter werden gierig heruntergeschlungen.
Wobei immer darauf geachtet werden sollte, dass diese Welse überwiegend pflanzlich ernährt werden sollten.
Bei der Haltung mit robusteren Tieren, wie zum Beispiel Barschen, kommen die Welse trotzdem nicht zu kurz.
Sie lassen sich nicht vom Futter vertreiben und sind recht erfinderisch.
Bei der Fütterung mit Flockenfutter holen es sich die Welse im Barschbecken schon mal direkt von der Oberfläche,
indem sie kopfüber unter der Wasseroberfläche kreisen und das Flockenfutter einsaugen.
Alles in allem kann man sagen, dass es ein sehr anpassungsfähiger Wels ist, der sich gut in der Aquaristik pflegen lässt.
Gelegentlich liest man, dass größere Welse dieser Art gern mal kleinere Harnischwelse bei der Fütterung vertreiben.
Aber ansonsten sind es eher friedliche Welse, die keinen Stress im Becken verbreiten,
wenn man mal vom Pflanzenanknabbern absieht. Durch eine vermehrte Fütterung mit Grünfutter kann man das Pflanzenfressen ein wenig einschränken.
In ruhigeren Becken, die auch noch schummeriger beleuchtet sein sollten, kann man die Tiere auch am Tage schön beobachten.
Das Diskussionsforum zum Thema Welsfutter findet ihr hier.
Das typische Maul eines Cochliodon sp. “Paraguay” mit seinen charakteristischen
V-förmig angeordneten Zähnen.
Oberkieferbezahnung eines Red Bruno Unterkieferbezahnung eines Red Bruno.
Auf einer Kieferhälfte sind maximal 20 von diesen löffelförmigen Zähnen untergebracht.
Bei der Bezahnung fallen die Ähnlichkeiten zu Panaque und Panaqolus auf.
Vergesellschaftung : Die Tiere sind nicht räuberisch. Daher kann man sie ruhig mit kleineren
Fischen vergesellschaften.
Lebendgebärende, Fadenfische, Zwergbuntbarsche, Barben, Salmler, ja selbst afrikanische Cichliden, sind in der Vergesellschaftung in der Regel kein Problem.
Eine Gruppenhaltung ist in der Regel empfehlenswert. Es wäre schade, diesen Wels einzeln zu halten, aber es ist problemlos möglich.
Der Red Bruno kann auch mit anderen Harnischwelsen vergesellschaftet werden. Größere Cochliodon scheuchen
kleinere Welse gelegentlich mal fort, aber zeigen sonst keine aggressiven Tendenzen.
Es sollten keine anderen Welse der gleichen Gattung gehalten werden, da es durchaus zu Hybriden kommen kann.

Cochliodon sp.
Namensgebung: Im englischsprachigen Raum wird er häufig „Red Rusty“ genannt.
Während er bei vielen japanischen Abhandlungen als „PC 007“ bezeichnet wird.
Bei den deutschsprachigen Händlern wurde er als „Roter Schilderwels“ vertrieben, inzwischen
aber immer häufiger als „Red Bruno“.
Im Welsatlas hat man sich auf die Bezeichnung Cochliodon sp. „Paraguay“ festgelegt.
Die Gattung Cochliodon wird von einigen Wissenschaftlern als Synonym zu Hypostomus angesehen.
Durch ihre löffelförmigen Zähne grenzen sie sich allerdings offensichtlich von dieser Gruppe ab,
daher auch gelegentlich der Ausdruck Hypostomus-cochliodon-Gruppe.
Durch die Abgrenzung im Bezug auf die Haltung, Zucht und Zähne bleiben wir erst mal bei der eigenen
Gattung als Cochliodon.

Cochliodon sp.
Sonstiges: Von allen Cochliodon Arten wird der Red Bruno am häufigsten eingeführt.
Er wird regelmäßig in sehr großen Stückzahlen aus Paraguay importiert.
Immer wieder wird dieser Wels falsch als L 137 bezeichnet.
Beim L 137 handelt es sich um ein ähnlich gefärbtes Tier, das allerdings an seiner hell gefärbten Iris leicht zu erkennen ist.
Teilweise wird er auch fälschlich als Cochliodon cochliodon bezeichnet.
Die Tiere können leicht unterschiedliche Färbungen bekommen. Sie passen sich ein wenig der
Kiesfarbe an, je nachdem mal heller oder dunkler.
Bei Welsen der Gattung Cochliodon wurde beobachtet, dass adulte Tiere nur in den breiteren Unterläufen
zu finden sind. Erst zur Regenzeit wandern sie in die Überschwemmungsgebiete in die Oberläufe zum Ablaichen.
In den Überschwemmungsgebieten kommt es zu einer Art riesigem Heuaufguss, der das Futterangebot förmlich
explodieren lässt.
Dort wachsen die Jungen heran, während die Alttiere wieder in die Unterläufe hinabziehen.
Die Jungwelse bleiben allem Anschein nach bis zur nächsten Regenzeit zum Heranwachsen in den Oberläufen,
wo sie wahrscheinlich durch die niedrigeren Wasserstände eher vor großen Räubern geschützt sind.
Diese Beobachtungen entstanden beim Cochliodon sp. „Bolivien“.
Das Diskussionsforum zum Thema L-Welse findet ihr hier.

Meistens haben die Red Bruno 7 Weichstrahlen. Die Fettflosse ist nicht mit der Rückenflosse verbunden.
Zucht: Nachzuchten von Cochliodon sp. “Paraguay” sind derzeit nicht bekannt.
Die gesamte Gattung Cochliodon scheint nicht so einfach zu züchten zu sein.
Es gibt zur Zeit keine bestätigte Veröffentlichung über eine gelungene Zucht auch
nur einer Cochliodon Art.
In der Natur scheinen die Cochliodon in der Laichzeit die Überschwemmungsgebiete
aufzusuchen. Das Nahrungsangebot in der Hochwasserzeit ist für Pflanzenfresser fast unbegrenzt.
Auch Insekten und Larven sind im Überfluss vorhanden.
Während der Trockenzeit trifft man die Tiere fast ausschließlich in den breiteren Unterläufen an.
Bei Cochliodon sp. „Paraguay“ wurde berichtet, dass sie angeblich offen unter einer großen Anubias abgelaicht haben.
Zeitweilig wurde eine Winterzeit mit 21 °C simuliert. Im Becken herrschte eine gute Durchströmung.
Bei einer Temperatur von 25°C und einer mittleren Wasserhärte um die GH 9, KH 4 und einem pH-Wert von 6,8
laichten die Welse in der leichten Deckung einer Anubias ab.
Das Wasser wurde mit einem Erlenzapfensud aufbereitet.
Zusätzlich wurde eine starke Strömungspumpe zeitweilig betrieben.
Am besten sollte man sich den Bericht über Cochliodon sp. „Paraguay“ unter dem Link
durchlesen und sich eine eigene Meinung bilden.
http://www.aqua4you.de/forum_thread16604.html?seite=1
Einer der Gründe, warum über die Vermehrung von Cochliodon Arten im Aquarium kaum etwas zu
finden ist, könnte auch damit zusammenhängen, dass kaum ein Züchter eine Gruppe dieser Tiere hält.
Beim Normal-Aquarianer werden diese Tiere, wenn überhaut, meist nur einzeln gehalten.
Es ist schon fast eine Ausnahme, dass mal ein zweites Tier im selben Becken gehalten wird.
Auch die allgemeine geringe Verbreitung in der Aquaristik hängt damit zusammen.
Cochliodon Arten zählen nicht gerade zu den Farbwundern.
Ich hoffe, es entschließen sich in Zukunft mehr Leute dazu, eine Gruppe dieser Tiere zu pflegen, damit bald
mehr über die Vermehrung dieser Welse berichtet werden kann.
Das Diskussionsforum zum Thema Welszucht findet ihr hier.

Cochliodon sp.
Ähnliche Welse: Cochliodon soniae „L 137“, Cochliodon cochliodon „L 310“, Cochliodon sp. “Peru”
Wer interessantes Bildmaterial seiner Welse hat, kann es hier veröffentlichen.
Auge von Cochliodon sp. “Paraguay” Das Auge ist mit einem kleinen Irislappen bedeckt.
Weitere Informationen : Wels Atlas Band 2 , Seite 1000.
Back to Nature Handbuch für L-Welse, Seite 93.
http://www.aquanet.de/content/lexiko...47211f92d6?t=1
http://www.welse.net/SEITEN/cochlio.htm
http://www.youtube.com/watch?v=YtsD_IDsyd4


Autor: Ralf Heidemann (Fischray)
Wir bedanken uns für die Bilder bei Ingo Seidel, Ralf Binninger und Ralf Heidemann.
Wer Informationen hat bezüglich Cochliodon sp. “Paraguay”, die noch nicht
berücksichtigt wurden, kann sie gleich als Antwort unter diesen Datenbankeintrag setzen.
Bei der nächsten Bearbeitung dieses Eintrags wird dieses dann berücksichtigt.
Wir sind immer daran interessiert, gutes Bildmaterial für die Datenbank zu sammeln. Wer
diesbezüglich eigene Aufnahmen für die Datenbank hat und diese zur Verfügung stellt,
kann dies hier tun.
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Schlüsselwörter:
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Cochliodon Paraquay Red Bruno Paraguay Hypostominae Hypostomini
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Größe min:
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30
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Beckengröße min:
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150
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Temperatur min:
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20
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Temperatur max:
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28
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