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Zuchtbericht - L 315 - Spectracanthicus sp.
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Do Januar 1, 2004
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Beschreibung:
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Spectracanthicus sp. L315
Kurzbeschreibung der erfolgreichen Nachzucht 2004
Identifikation der Art erfolgte nach DATZ Sonderheft "L-Nummern" so wie nach AQUALOG
Ansatz
Geschlechterverhältnis: 3/1
Zuchtbecken: 54l, Holzaufbauten bis zur Wasseroberfläche, 4 kleine Tonröhren
Filterung: 300 l / h, zusätzlich temporär Strömungspumpe 300 l / h
Wasserwerte: LW 25-30, pH 6.1-6.5 (Messung digital mit Sonde)
Temperatur: 32 Grad
Vorgehen
Nach dem Einsetzen der Tiere in das Zuchtbecken wurde das Becken
komplett abgedunkelt (Müllsackmethode). Der LW beim Einsetzen betrug
80, Temperatur 29 und der pH lag bei 7.2.
Nach 3 Tagen Eingewöhnungszeit wurde ein Teilwasserwechsel mit kaltem
(18 Grad) und extrem weichen (LW 0) Frischwasser durchgeführt. Die
Strömung wurde verdoppelt, die Temperatur wurde von 29 (Absinken nach
WW auf 27) auf 32 Grad erhöht. Der pH-Wert wurde mittels Eichenextrakt
schrittweise abgesenkt.
Die Tiere waren bereits vor dem Einsetzen in das Zuchtbecken in üblicher Weise angefüttert worden.
Ablaichen / Brutpflege
Die erste Paarung mit dem ranghöchsten Männchen erfolgte noch in der
absoluten Dunkelphase. 3 Tage später laichte das Weibchen erneut mit
einem rangniederen Männchen ab. Dies geschah in der Höhle direkt neben
dem zu diesem Zeitpunkt ja schon brutpflegenden Tier, ohne dass dieses
daran Anstoß zu nehmen schien. Abgelaicht wurde in den angebotenen
Tonröhren, allerdings muss bereits im Hälterungsbecken zwischen Wurzeln
abgelaicht worden sein.
Die Brutpflege verläuft so, wie Sie von Hypancistren oder auch
Ancistren bekannt ist, allerdings sind die Tiere (Zuchtmaterial WF)
sehr empfindlich was Störungen angeht, weswegen Zufallszuchten in
Gesellschaftsbecken vermutlich bislang ausgeblieben sind. WW oder
andere Maßnahmen wurden während der Brutpflege unterlassen, das
Weibchen so wie das überzählige Männchen blieben im Becken.
Die Gelege waren entweder sehr klein oder es verpilzte ein Teil der Eier, aus jedem Gelege wurden etwa 8 Jungfische entlassen.
Schlupf und Aufzucht
Die Jungtiere schlüpften nach 5 Tagen und wurden nach 3 weiteren Tagen
aus den Höhlen entlassen. Mit dem Entlassen der Brut scheint auch das
Brutpflegeverhalten eingestellt zu werden.
Die Aufzucht der Jungfische ist bei mir noch nicht gezielt erfolgt, die
Tiere werden im Zuchtbecken bei den Eltern belassen. Sie ernähren sich
von allem, was sie sprichwörtlich in den Schnabel bekommen, scheinen
aber sehr langsam zu wachsen.
Anmerkungen
Der Zuchtansatz wird in diesen Tagen wiederholt werden um zu sehen, in
wie weit der pH-Wert und die Strömungsrichtung Einfluss auf die
erzielbaren Stückzahlen haben. Zudem sind die Tiere mittlerweile
wesentlich zutraulicher und auch weit weniger lichtscheu geworden, so
dass die Nachzucht besser dokumentiert werden kann.
Da ich davon ausgehe, dass dieser herrliche, aus dem Rio Xingu
stammende Wels zur Laichzeit in Schwarzwasserbereiche abwandert, werden
künftige Zuchtversuche in wesentlich saurerem Wasser erfolgen.
Sehr schade finde ich, dass diese herrlichen, zur Balz blaugepunkteten
Tiere mit den wirklichen Riesenflossen sich unter den Liebhabern noch
nicht wirklich einen Platz ganz vorne auf der Beliebtheitsskala
erkämpfen konnten. Gerade die etwas kniffelige Nachzucht sollte
eigentlich eine Herausforderung für die ernsthaft interessierten sein…
Euer Cocker
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