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L 14 - Scobinancistrus aureatus
Beiträge Gesehen Erstellungsdatum
0 42300 Di April 4, 2006
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Beschreibung: Gattung/Art: Scobinancistrus aureatus "L 14", Burgess, W.E., 1994

Synonyme: Sonnenwels, Goldener Pfauenharnischwels, Sunshine Pleco

Herkunft: Rio Xingú und dessen Zuflüsse, Para, Brasilien

Vorgestellt: DATZ 3/1989

Die Original-Vorstellung dieses Welses in der Fachzeitschrift Datz als PDF.
Harnischwelse aus dem Rio Xingú (L 10 – L 20)


Größe: bis 40 cm (im Aquarium vermutlich selten größer als 30 - 35 cm)

Wasserwerte:
26 - 30°C
pH: 5,5 - 7,5
KH: 0 - 10 °dH
GH: 0 - 20 °dH

Empfohlene Beckengröße: ab 150 cm



Scobinancistrus aureatus "L 14" aus dem Unterlauf des Rio Xingú.





Geschlechtsunterschiede: Die Männchen haben einen wuchtigeren Kopf als die Weibchen.
Dies wird bei größeren Tieren immer offensichtlicher.
Brustflossen- und Kiemendeckelodontoden sind bei erwachsenen L 14 Männchen länger.



Bei adulten Männchen bildet sich eine stärkere Bestachlung auf den Enden der ersten
Brustflossenstrahlen aus. Bei jüngeren Exemplaren ist dies aber kaum ersichtlich.




Bei jungen Welsen dieser Art werden noch keine bis kaum Odontoden an den Kiemendeckeln zu sehen sein.
Bei erwachsenen Scobinancistrus aureatus "L 14" werden die Odontoden erst später offensichtlicher.
Bei den ausgewachsenen männlichen Hanischwelsen dieser Art sind die Kiemendeckelodontoden im Vergleich
länger und kräftiger als bei den ausgewachsenen Weibchen.


Die Unterscheidung der Geschlechter anhand der Genitalpapille ist nur für
erfahrene und geübte Aquarianer eine weitere Möglichkeit.


Sozialverhalten: Eine lebhafte, verträgliche Art, die im Alter allerdings zunehmend territorial wird.



Die Brustflossen und auch die Bauchflossen haben bei sehr jungen Tieren noch eine schöne orangene Färbung.
Beim heranwachsenden Tier verlieren sie allerdings sehr schnell die Färbung.
Der Saum in der Rücken- und Schwanzflosse hält sich länger.
Die Bauchpartie des L 14 zeigt kein Zeichnungsmuster und ist komplett hell und auch ohne
jegliche Panzerung.









Adulti lassen sich anhand der Kopfform gut einem Geschlecht zuordnen. Die Männchen haben einen kantigeren Kopf als die Weibchen. Diese sind fülliger und wirken in der Dorsalansicht zigarettenförmig.

Etymologie:
„Scobin-“ von lateinisch „scobina“ (raspeln): Hinweis auf die stark reduzierte Kieferbezahnung
„-ancistrus“ von griechisch „ankistron“ = „Widerhaken“: namensgebend sind die Interopercularodontoden.
Der Namensteil aureatus ist eine Anspielung auf das Farbenkleid dieser Tiere und bedeutet
übersetzt „geschmückt mit Gold“.
Gerade in natürlichen Habitaten gefangene Welse zeigen eine intensive goldgelbe Färbung.



Beckeneinrichtung: Für ein Paar ausgewachsene L 14 sollte ein 150 cm langes Aquarium ausreichend sein.
Soll eine Gruppe ausgewachsene L 14 gepflegt werden, sollte das Becken dementsprechend größer sein.
Für heranwachsende Jungfische reichen dementsprechend kleinere Becken natürlich durchaus aus.
Nur sollte man sich darüber Gedanken machen, wohin die Welse in einer entsprechenden Größe dann
gesetzt werden.
Da ausgewachsene Scobinancistrus aureatus "L 14" häufig zu territorialem Verhalten neigen,
sollte bei der Beckeneinrichtung darauf Rücksicht genommen werden.
Wichtig sind daher viele Versteckmöglichkeiten. Tonröhren haben sich da immer wieder erfolgreich einsetzen lassen.
Der Vorteil einer Röhre ist es, dass ein schwächerer Wels der bedrängt wird, einfach aus der anderen Seite entkommen kann.
Bei großen L 14 bieten sich Tonrohre an, die es in einigen Baumärkten zu kaufen gibt. Diese werden normalerweise zum Beispiel für Weinregale verwendet.
Etwas kleinere Tonrohre in verschiedenen Größen konnte ich in Opas Geräteschuppen entdecken.
Das könnten alte Entwässerungsrohre oder ähnliches sein.
Mit einigen Steinaufbauten und Wurzeln können mit ein wenig Fantasie eine Vielzahl von Unterschlüpfen
gebaut werden. Natürlich sollten auch einseitig offene Höhlen in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen.
Um Streitereien weitestgehend zu vermeiden, hat es sich angeboten, für jeden Wels gleich zwei Höhlen zur Verfügung zu stellen.
Die Welse fühlen sich anscheinend wohler, wenn ein Teil des Beckens mit Schwimmpflanzen abgedunkelt
wurde. Sie sind dann weniger schreckhaft und zeigen sich dann auch tagsüber häufiger.
Sie können sehr aktiv werden. Entsprechend sollte das Becken genügend freien Schwimmraum aufweisen.

Das Diskussionsforum zum Thema Beckeinrichtung findet ihr hier.



Wer eine Gruppe von Scobinancistrus aureatus „L 14“ pflegt, sollte außer einseitig
geöffneter Höhlen auch Röhren als Versteckmöglichkeit anbieten. Dies hat den Vorteil, dass
es bei Rangeleien unter den Welsen immer einen Fluchtweg für das unterlegene Tier gibt.



Das Punktmuster dieser Harnischwelse ändert sich beim Heranwachsen der Welse. Während junge Exemplare im
Verhältnis zur Welsgröße noch recht große Punkte zeigen, so werden die Punkte bei größeren Tieren zahlreicher
und im Verhältnis kleiner.
Andererseits könnte man auch sagen, dass die Punkte in etwa gleich groß bleiben und zahlreicher werden.


Haltung: Die Art frisst in der Regel problemlos alle gängigen Futtersorten, wobei die Ernährung überwiegend carnivor sein sollte. Im Rio Xingu ernähren sie sich offenbar hauptsächlich von Gehäuseschnecken. Im Aquarium werden auch Zucchini und Gurken angenommen. Die Art ist im Vergleich zu anderen L-Welsen nicht nur bei der Futtersuche sehr aktiv.
Bei dem Verfüttern von Zucchini ist mir bei meinen Tieren aufgefallen, dass sie nicht, wie die meisten Harnischwelse, erst das weiche Innere fressen sondern immer erst mit der Schale anfangen. Da würde mich mal interessieren, ob auch andere diese Beobachtung machen konnten oder ob nur meine eigene Zucchiniernte so gut ist.
Rohe geschälte Kartoffeln, die in kleine Würfel geschnitten werden, werden ebenfalls gern als Futter angenommen.
Die allgemeinen Frostfuttersorten werden ohne weiteres eifrig und begierig aufgefressen.
Die Wasserwerte sind nur sekundär wichtig. Gute Wasserqualität (wenig Nitrat, kein Nitrit, hoher Sauerstoffgehalt...) durch regelmäßige Wasserwechsel und eine ausreichende Filterung sind natürlich Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Pflege.
Das Einsetzen eines Belüfterstein oder eines Diffusors ist für Welse nie verkehrt. Häufig wird wegen der Pflanzen darauf verzichtet. Das ist wohl für die Pflanzen gut, nur meist nicht für strömungsliebende Harnischwelse.
Da sich die L 14 bei etwa 28°C recht wohl fühlen, sind nicht alle Pflanzen für die Beckengestaltung bei diesen Temperaturen zu empfehlen.


Das Diskussionsforum zum Thema Welsfutter findet ihr hier.


Oberkieferbezahnung eines Scobinancistrus aureatus.


Die Scobinancistrus aureatus „L 14“ weisen 7 Weichstrahlen in der Rückenflosse auf. Der erste Strahl
ist der sogenannte Hartstrahl. Die Weichstrahlen spalten sich ab der Hälfte mehrfach auf.
Die Fettflosse ist nicht, wie bei den meisten Harnischwelsen, mit der Rückenflosse verbunden.
Beim Heranwachsen der Welse verringert sich die Breite des schönen orangenen Saumes dieser Tiere.


Das Diskussionsforum zum Thema L-Welse findet ihr hier.



Beschreibung: Scobinancistrus aureatus, auch Sonnenwels (Gattung: Pfauenaugenharnischwelse) genannt, ist vor allem in der Jugend mit seinen orangenen Flossen und hellem Fleckenmuster auf dunklem Grund sehr attraktiv gefärbt. Hier ein Bild eines halbwüchsigen L 14 (ca. 14 cm) http://www.l-welse.com/gallery/showi...mp;userid=3998
Die Flecken sind zunächst groß und unregelmäßig geformt und werden im Alter deutlich zahlreicher und runder. Die hübsche Orangefärbung der Flossen verliert sich im Alter zunehmend, oft bleibt (wenn überhaupt) nur ein schmaler Saum in der Schwanzflosse.
Teilweise haben die Tiere auch eine gelbliche Grundfärbung.
Je nach Fanggebiet ist die Färbung unterschiedlich. Während die Welse aus dem Unterlauf des Rio Xingu dunkler und
kontrastreicher gefärbt sind, so sind L 14 aus dem Mittellauf und dem Rio Iriri verwaschener gefärbt und verlieren
im Alter komplett ihren Saum.



Der linke Scobinancistrus aureatus stammt aus dem Unterlauf des Rio Xingu und das rechte Tier ist
aus dem Bereich der Rio Iriri Einmündung.




Zucht: Wiemann berichtet von einer Zucht mit einem Pärchen von 26 - 30 cm bei 30 - 31°C, pH 6 - 7, 7 - 8°KH, 14-15°GH. In einem Bambusrohr (9 cm Durchmesser) wurden ca. 150 Eier (ca. 5 mm groß) abgegeben.
Hierbei handelte es sich um eine Zufallserstnachzucht, wobei es gelang 80 Jungfische aufzuziehen.
Erst nach einigen Monaten färben sich die orangenen Flossen aus.

Obwohl es sich hierbei um eine Zufallsnachzucht handelt, lässt es doch Hoffnung auf weitere gezieltere
Zuchtversuche mit dieser doch recht schönen Harnischwelsart aufkommen.
Bei der Erstnachzucht wurden Temperaturen zwischen 26 und 31°C angegeben.
Bei verschiedensten Harnischwelsarten aus dem Rio Xingu Flusssystem hat sich gezeigt, dass gerade
die höheren Temperaturen von 28 bis 32°C stimulierend wirken.
Häufig werden bei der Zucht von Arten aus diesem Habitat auch der Sauerstoffgehalt im Wasser und
die Strömung erhöht.
Eine weitere Stimulierungsmethode ist der verstärkte Wasserwechsel, wobei täglich ein mindestens
50 %iger Wasserwechsel vollzogen wird. Da das Wasser des Rio Xingu nicht sonderlich von den
meisten Leitungswasserarten in Deutschland abweicht, sollte dies nicht so problematisch sein.
Bei den meisten Welsarten haben sich Tonröhren mit nur einem Eingang ausgezeichnet bewährt.
Ab einer Größe von ca. 15 cm sollten die L 14 aller Wahrscheinlichkeit nach schon geschlechtsreif sein.
Im Allgemeinen lassen sich jüngere Welse eher zum Ablaichen stimulieren.
Wichtig sollte eine qualitativ hochwertige Ernährung sein, um einen Laichansatz auszubilden.
Auch das Absenken der Wasserhärte ist ein häufiger Auslöser für die gezielte Zucht.
Dies ist durch Vermischen mit Regen- oder Osmosewasser recht einfach möglich.




Das Diskussionsforum zum Thema Welszucht findet ihr hier.



Importsituation: Diese Tiere sind immer mal wieder im spezialisierten Aquarienfischhandel
anzutreffen. Sie werden vom Großhandel regelmäßig aus Brasilien importiert.
Wer solche schönen Harnischwelse haben möchte, wird mit etwas Suche auch in der Regel
erfolgreich solche Welse bekommen können.
Es gibt zwar zahlreiche Internet-Händler, die auch verschicken. Aber da habe ich die Erfahrung gemacht, dass es sich
lohnt, sich selber auf den Weg zu machen, um die Tiere persönlich abzuholen.



Auge von Scobinancistrus aureatus. Das Auge ist mit einem kleinen Irislappen bedeckt.
Der Irislappen dient als Schutz des Auges und kann sich je nach Zunahme der Helligkeit
langsam an diese anpassen und sich vergrößern.


Weitere Informationen:
Welsatlas Bd. 2 S. 918,
Miniatlas L-Welse S. 16,
Burgess, W.E. (1994): Scobinancistrus aureatus, a new species of loricariid catfish from the Rio Xingu (Loricaridae: Ancistrinae). Tropical Fish Hobbyist 42(1): 236-242
Stawikowski, R. (1989): Neu importiert: Harnischwelse aus dem Rio Xingú. DATZ, 42(3): 173 - 175.

http://www.piranha-info.com/default....en&id=L014

http://www.planetcatfish.com/catelog...species_id=161

http://www.myvideo.de/watch/5636318/...strus_aureatus

http://www.youtube.com/watch?v=yhR5DXkZ2lg

http://www.tropicalfishandaquariums....shinePleco.asp

http://www.aqua4you.de/fischart663.html

http://www.scotcat.com/loricariidae/...s_aureatus.htm

http://www.malawicichlidhomepage.com...s_aureatus.htm

http://www.youtube.com/watch?v=fEDrRt0qMSM




Wer interessantes Bildmaterial seiner Welse hat, kann es hier veröffentlichen.






Autor: Karsten S. und Datenbankteam

Wir bedanken uns für das Bild des juvenilen Tieres bei André Werner und der Fa. Transfish , für das Bild 2 eines adulten bei Michael Sturm (Michael) aus dem L-Welse Forum, für Bild 3 bei Mike Hemetsberger (Fishworld), für die Bilder 4 und 5 bei Andreas Helmenstein (Coryland.de), bei Ralf Heidemann (Fischray), Ralf Binninger (Badenser)
und Andreas Jekel (www.geophagus.de).





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Die statistischen Daten sind von welse.ch!


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Wer Informationen hat bezüglich Scobinancistrus aureatus, die noch nicht
berücksichtigt wurden, kann sie gleich als Antwort unter diesen Datenbankeintrag setzen.
Bei der nächsten Bearbeitung dieses Eintrags wird dieses dann berücksichtigt.
Wir sind immer daran interessiert, gutes Bildmaterial für die Datenbank zu sammeln. Wer
diesbezüglich eigene Aufnahmen für die Datenbank hat und diese zur Verfügung stellt,
kann dies hier tun.
Schlüsselwörter: Scobinancistrus aureatus L14 L014 Pará Para Xingú Xingu Brasilien Hypostominae Ancistrini Sunshine
Sortierung: 014
Größe min: 30
Beckengröße min: 150
Temperatur min: 26
Temperatur max: 30



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