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Peckoltia sp. "L 8"
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Beschreibung: Gattung/Art: Peckoltia sp. "L 8"

Synonyme: Leopard-Zwergschilderwels

Herkunft: Rio do Pará, Pará, Brasilien

Vorgestellt: DATZ 12/1988

Die Original-Vorstellung dieses Welses in der Fachzeitschrift Datz als PDF.
Harnischwelse aus den südlichen Amazonaszuflüssen (L 1 – L 9)


Größe: ca. 15 cm

Wasserwerte:
T: 25 – 29 °C
pH: 6 - 7

Empfohlene Beckengröße: ab 100 cm



Ein Peckoltia sp. "L 8" aus einem der Zuflüsse des Rio do Pará bei Oeiras do Pará im Nordostens Brasiliens.


Geschlechtsunterschiede: Bei geschlechtsreifen Tieren kann man anhand der Körperform die
Männchen und Weibchen auseinander halten. Die Weibchen sind durch ihren Laichansatz wesentlich
fülliger. Die Unterscheidung der Geschlechter anhand der Genitalpapille ist nur für erfahrene und geübte
Aquarianer eine weitere Möglichkeit. Gerade alte Männchen weisen einen starken Odontodenbewuchs auf.



Sozialverhalten: Die L 8 sind ruhige und verträgliche Harnischwelse.

Haltung: In einem Becken ab 100 cm kann eine Gruppe L 8 schon recht gut gepflegt werden.
Wenn eine größere Gruppe Alttiere gepflegt werden soll, wird auch ein dementsprechend größeres Becken benötigt.
Die Wasserwerte sind kaum eine Herausforderung, so dass in den meisten Fällen das ganz normale
Leitungswasser schon für die Haltung hervorragend geeignet ist.
Es sollten genügend Versteckmöglichkeiten vorhanden sein in Form von Wurzeln und Höhlen.
Nähere Informationen zum Thema Wurzeln findet ihr hier.
Es sollten immer mehr Höhlen im Becken vorhanden sein als Harnischwelse.
Das Becken kann auch mit Pflanzen bestückt sein. Dabei sollten besser festere gewählt werden.
Näheres über Pflanzen in Welsbecken hier.
Eine gute Filterung gehört genauso zum Wohlbefinden der Tiere wie auch eine ausreichende
Sauerstoffversorgung. Ein zusätzlicher Durchlüfterstein hat sich bewährt.
Frostfutter in Form von Mücklarven, Cyclops, Wasserflöhen, Moina oder feinem Krill wird gerne
genommen. Auch werden ohne weiteres die verschiedensten Trockenfuttersorten verspeist, ob nun Granulat,
Flockenfutter oder Futtertabletten spielt dabei kaum eine Rolle.
Bei Magenuntersuchungen von frisch gefangenen Wildfangtieren zeigte sich immer wieder, wie
auch bei dieser Gattung, dass Holzbestandteile vorhanden waren.
Biologen und Ichthyologen betrachten dies als Indiz dafür, dass Holz einen festen Bestandteil
ihrer natürlichen Nahrung oder zumindest eine Nahungsergänzung darstellt.
Möglich wäre auch eine Aufnahme des Holzes durch das Abweiden der Baumrinde
auf der Suche nach Kleintieren oder Bakterien- und Algenbelag.
In der Fachliteratur wird immer wieder darauf hingewiesen, dass diese Welse für
ihre Darmflora einen gewissen Teil Holz benötigen.
Die Futterindustrie bietet inzwischen Trockenfutter mit beigemengten Holzfasern an
für eine natürliche Ernährung.
Weiches Wurzelholz im Becken würde natürlich ebenfalls ausreichen, das diese Welse
gegebenenfalls dann als Nahrungsergänzung ansehen würden.


Das Diskussionsforum zum Thema Welsfutter findet ihr hier.



Maulaufnahme eines Peckoltia sp. mit der typischen Bezahnung eines Allesfressers.


Vergesellschaftung: Diese Welse können ohne weiteres in einem allgemeinen Gesellschaftsbecken
gepflegt werden. Mit Beifischen wie Salmlern, Fadenfischen, Barben, Regenbogenfischen
oder auch andere Welsarten, die im allgemeinen Zoohandel zu erwerben sind, gibt es in der Regel
keine Komplikationen. Wenn größere Barsche oder ruppigere Fische im gleichen Becken gepflegt
werden, brauchen die Welse viele Versteckmöglichkeiten und Unterschlüpfe.

Beschreibung: Die Welse haben eine ockerfarbene Grundfärbung mit einem dunklen Fleckenmuster.
Im Kopfbereich ist eine Punktzeichnung ausgeprägt, während die Zeichnung am Hinterkörper eher längliche
Flecken aufweist. Die Fettflosse ist nicht mit der Rückenflosse, die sieben Weichstrahlen aufweist, verbunden.


Das Diskussionsforum zum Thema L-Welse findet ihr hier.



Sonstiges: Diese Harnischwelse stammen aus einem der Zuflüssen des Rio do Pará bei Oeiras do Pará.
Der damalige Großhändler und Importeur „Bertholds Welswelt“ bekam in einer Lieferung von L 6
das erste Einzelexemplar dieser Art. Nach dem Einsetzen aller Welse in die Quarantänebecken, die in einem großen
Gewächshaus aufgestellt waren, wurde bei der Begutachtung der Welse ein nicht dazugehöriges Einzeltier entdeckt.
L 8 grenzen sich durch eine eher längliche Fleckenzeichnung zu den syntop vorkommenden
Peckoltia oligospila "L 6" ab. Gelegentlich wurden in anderen Zeitschriften als der DATZ andere
Welse als L 8 bezeichnet, was teilweise für Verwirrung sorgte.
Die DATZ vergab die L-Nummer L 8 in der Dezember-Ausgabe 1988 an diesen interessanten Peckoltia sp.




Zucht: Bei dem Peckoltia sp. "L 8" handelt es sich ebenfalls um einen Höhlenbrüter.
Die Höhlen müssen von der Größe her an die Welse angepasst sein.
Näheres zum Thema Höhlen findet ihr hier.
Gerade wenn mehrere große Böcke in einem Becken leben, hat es sich von Vorteil gezeigt,
das Becken in mehrere Bereiche (Territorien) optisch zu unterteilen.
So sind die Welse innerartlich noch wesentlich ruhiger, was für eine Vermehrung förderlich ist.
Eine Absenkung der GH und des pH-Wertes sowie die Erhöhung der Strömung
regen das Ablaichen bei gut genährten und geschlechtsreifen Welsen an.
Das Männchen pflegt und verteidigt das Gelege bis die Jungfische schlüpfen und auf sich alleine gestellt sind,
wie bei den Harnischwelsen üblich.
Jungwelse fressen im Prinzip das selbe wie die Elterntiere, nur eben für ihre Größe angepasst verkleinert.
Die Aufzucht wird am besten separat gemacht, in einem extra Becken oder einem Einhängekasten („Gerdkasten“).
So ist eine gezielte Ernährung der Jungfische bei der Aufzucht gewährleistet.
Um den Stress unter den Jungwelsen zu minimieren, sollte man viele kleine Röhren als
Verstecke mit in den Aufzuchtbehälter platzieren. So haben die Jungtiere einen Unterschlupf,
in dem sie sich sicher fühlen. Bei Rangeleien unter den Jungwelsen stehen immer zwei Ausgänge
zur Verfügung. Das senkt den Stress und erhöht dadurch die Wachstumsgeschwindigkeit der Welse.


Das Diskussionsforum zum Thema Welszucht findet ihr hier.



Ähnliche Welse: Peckoltia sp. "L 205", Peckoltia oligospila “L 6”.

Importsituation: Diese Harnischelse dürfen zur Zeit nicht aus Brasilien exportiert werden.
Die brasilianische Regierung regelt ihre Exporte von Zierfischenüber eine Positivliste. Diese wird von der IBAMA herausgegeben.
Es dürfen nur Zierfische exportiert werden, die auf der Liste geführt werden.
Bei einigen Arten, die unter verschiedenen Bezeichnungen gehandelt werden, sind die Farbvarianten oder
Fundortvarianten von der IBAMA nicht extra aufgeführt worden.
So kommt es auch vor, dass nicht extra aufgeführte Arten gehandelt werden, da sie als eine Variante
einer beschriebenen Art gelten. Hierbei sind aber die Grenzen leicht schwammig.

Bei schweren Verstößen gegen die Exportvorschriften hat die brasilianische Regierung schon hohe Geldstrafen und auch Gefängnisstrafen verhängt.
Daher sind in den letzten Jahren die Exporte aus Brasilien stark zurückgegangen.
Neue Arten, die bei Aquarianern weltweit immer sehr begehrt waren, sind aus Brasilien eher nicht mehr zu erwarten. Hier haben sich in den letzten Jahren andere südamerikanische Länder hervorgetan.

Weiterführende Informationen: Welsatlas Bd. 2 S. 640, Miniatlas L-Welse S. 14



Autor: Das Datenbank-Team

Wir bedanken uns für das Bild bei Judith (Deedlit) und bei Ingo Seidel und bei Ralf Heidemann (Fischray).




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Wer Informationen hat bezüglich Peckoltia sp. "L 8", die noch nicht
berücksichtigt wurden, kann sie gleich als Antwort unter diesen Datenbankeintrag setzen.
Bei der nächsten Bearbeitung dieses Eintrags wird dieses dann berücksichtigt.
Wir sind immer daran interessiert, gutes Bildmaterial für die Datenbank zu sammeln. Wer
diesbezüglich eigene Aufnahmen für die Datenbank hat und diese zur Verfügung stellt,
kann dies hier tun.
Schlüsselwörter: Peckoltia L8 L08 L008 Pará Para Brasilien Hypostominae Ancistrini
Sortierung: 008
Größe min: 15
Beckengröße min: 100
Temperatur min: 25
Temperatur max: 29



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Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 22:32 Uhr.

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