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Die Luftleitung / Ringleitung / Druckdose
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Beschreibung: Die Luftleitung / Ringleitung / Druckdose


Für eine Aquarienanlage wird es unerlässlich sein, die Becken mit Luft zu versorgen: entweder für die Luftanheber oder für die Sprudelsteine.
Luftanheber werden in den meisten Aquarienanlagen für die Filterung genutzt.



Die Filterung über Luftanheber ist wesentlich günstiger als der Einsatz von Filterpumpen.



In der Welsaquaristik ist es durchaus empfehlenswert, zusätzliche Durchlüftersteine in den Becken zu betreiben, um einen hohen Sauerstoffanteil im Wasser zu gewährleisten. Das hängt damit zusammen, dass die meisten Harnischwelse aus sehr sauerstoffreichen Flussabschnitten kommen, also um genauer zu sein, aus den Stromschnellen. In der Regel kommen Welse mit viel Sauerstoff gut zurecht. Bei einem zu geringen Sauerstoffanteil im Aquarienwasser kann sich die Welshaltung schnell erledigt haben. Soviel zum Allgemeinen.



Wenn wir ein größeres Rohr nehmen (25 mm), das eine Ende an eine Luftpumpe anschließen und das andere Ende verschließen, betrachtet man das grob schon als Druckdose oder auch Stichleitung. Natürlich müssten noch lauter kleine Abgänge ins Rohr für die 6 mm Luftschläuche. Vom Prinzip her ist es eigentlich eine simple Verteilung. Für kleine Anlagen ist dies meist schon ausreichend.
Wenn die Anlage größer ist und die Grundleitung zu klein gewählt ist, kann es dazu kommen, dass die Druckverteilung nicht mehr gleichmäßig ist. Dies äußert sich darin, dass die Abgänge, die der Pumpe am nächsten sind, erheblich mehr Leistung bringen als die am anderen Ende der Leitung. Nun könnte man die Grundleitung vergrößern, um eine gleichmäßige Luftverteilung zu gewährleisten. Oder man schließt eine übergroße Pumpe an, um die Reibungswiderstände einer zu kleinen Leitung zu kompensieren, damit auch der letzte Anschluss noch ausreichende Leistung bringt. Dadurch müsste man mehr Energie aufbringen als eigentlich nötig für die Anzahl der Verbraucher.

Machen wir mal ein paar rechnerische Überlegungen. Nehmen wir mal ein 25 mm Rohr an. Das hat in der Regel 1 mm Wandungsstärke und somit eine Durchströmöffnung von 415,26 mm². Ein Luftschlauch von 6 mm hat innen gerade mal 4 mm Durchmesser. Das ergibt dann gerade mal 12,26 mm². Nun wäre das rechnerische Optimum bei nicht mehr als 33 Luftanschlüssen. Nur ist es nicht ganz so einfach. Meist sind die Anschlüsse, wie zum Beispiel die Edelstahlhähnchen, gerade mal ca. 3 mm vom Innendurchmesser, was dann auch nur gerade mal ca. 7 mm² ausmacht. So gesehen hätte man dann bei ca. 59 Ausgängen den rechnerisch gleichen Luftdurchsatz.



Nun nehmen wir mal an, die Grundleitung wäre ein Ring. Die einströmende Luft würde in beide Richtungen mit je 415,26 mm² weitergeleitet. Dann hätte man rechnerisch 830,52 mm² zur Verfügung. Das würde dann schon für ca. 118 Ausgänge in gleichmäßiger Ausgangsstärke reichen. So gesehen bewirkt die Ringleitung eine Verdoppelung der Leitungsverteilung.

Natürlich ist die Rechnung nur grob, da die Rohrlänge und jeder Bogen einen rechnerischen Einfluss auf die Verteilung der Luft haben. Je nachdem wie viel Druck die Pumpe aufbaut, kann man an einer 25 mm Rohrleitung natürlich auch mehr oder weniger Anschlüsse verwenden. Hier mal eine Auflistung als Veranschaulichung:
Es sind grobe Vergleichswerte mit einigen Leitungsverlusten eingerechnet für die ungefähre Anzahl der Verbraucher an einer bestimmten Leitungsgröße.

20 mm Grundleitung = 035 bei der Druckdose = 060 bei der Ringleitung
25 mm Grundleitung = 055 bei der Druckdose = 100 bei der Ringleitung
32 mm Grundleitung = 090 bei der Druckdose = 160 bei der Ringleitung
40 mm Grundleitung = 130 bei der Druckdose = 250 bei der Ringleitung
50 mm Grundleitung = 220 bei der Druckdose = 420 bei der Ringleitung



Die Auflistung veranschaulicht ganz gut, welche Grundleitungsgröße man mindestens verwenden sollte. Die Leitung kann durchaus überdimensioniert sein, das ist gar nicht schlimm, dadurch hat man eher Vorteile. Die Leitung sollte nur nicht viel kleiner sein, da sonst die Nachteile überwiegen. Es ist immer vorteilhafter die Grundleitung schon gleich von vornherein als Ringleitung zu planen.

Bei der Planung für eine größere Aquarienanlage ist es empfehlenswert gleich zwei Leitungen vorzusehen: eine Leitung für die Luftanheber und eine zweite für die Durchlüftersteine. Zum einen, da die Leitung für die Luftanheber mehr Luftmenge braucht, während die Leitung für die Durchlüftersteine in der Regel mehr Druck braucht.



Ein weiterer Grund ist natürlich, dass auch mal eine Pumpe versagen wird. Wenn, wie es gedacht ist, in einen Becken ein Anheber und ein Durchlüfterstein
betrieben werden, ist es unproblematisch, wenn sich eine der Pumpen verabschiedet. Die Sauerstoffversorgung wird nun über die zweite Pumpe gewährleistet. Früher oder später wird auch die beste Pumpe mal kaputt gehen. Nach dem "Murphyschen Gesetz" wird die Pumpe dann kaputt gehen, wenn es
am längsten nicht bemerkt wird (Urlaub) oder kein Ersatz verfügbar ist. Wer eine Zuchtgruppe Zebras sein eigen nennt, hat eindeutig am falschen Ende gespart, auch wenn sich nur ein oder zwei Tiere wegen Sauerstoffmangels verabschieden.

Beim Zweileitungsprinzip ist es natürlich sinnvoll, jede Pumpe auf eine eigene Sicherung zu legen. Wenn die Sicherung auslöst, wären ja sonst beide gleichzeitig betroffen, das wäre sonst etwas dumm gelaufen. Die eine Pumpe sollte alleine auf einer Sicherung angeklemmt sein und zwar vor den FI-Schalter. Es bringt ja nichts, wenn der FI auslöst und beide Pumpen
trotz einzelner Sicherungen tot sind.



Es gibt noch die Möglichkeit eine USV-Anlage für eine Pumpe zwischen zu hängen, damit die Luftversorgung auch bei Stromausfall eine Zeit lang gesichert bleibt.

Ich habe für meine Anlage extra ein Notstromaggregat bereit stehen, falls der Strom mal für einen längeren Zeitraum ausfällt. Dies war auch schon mehr als einmal der Fall.

Es ist auch eine beruhigende Idee eine kleine Betriebsstromkontrolllampe in der Wohnung zu haben, die auf der selben Sicherung hängt. Mit einem Blick ist man beruhigt, dass der Strom für die Pumpe noch vorhanden ist. Bei einigen Leuten läuft der Fernseher den ganzen Tag. Wenn dieser auf der selben Sicherung liegt, schlägt schon jemand Alarm.

Es gibt auch die Möglichkeit sich eine SMS schicken zu lassen, wenn der Strom für die Pumpen mal ausfällt: http://www.iks-aqua.com/html/deutsch...berwachung.php

Außerdem gibt es die Möglichkeit ein Druckabfallwarnsystem in die Leitung einzubauen. Dann gäbe es auch einen Alarm bei einer kaputten Membrane.

Wie man sehen kann, gibt es viele verschiedene Spielereien, die mal
mehr und mal weniger sinnvoll sind.
Meist entscheidet am Ende der Preis des Beckenbesatzes über die zusätzlichen
Sicherheitserweiterungen.



Eine weitere Frage ist noch: Wie groß sollte die Pumpe von der Leistung her sein?
Für eine Abschätzung der benötigten Pumpenleistung ist es natürlich gut zu wissen,
welche und wie viele Verbraucher an die Leitung angeschlossen werden.
Je mehr die Grundleitung verwinkelt ist, desto mehr Leistungsverluste ergibt dies.
Ich lege einfach ca. 10 l/h für jeden Bogen auf die Rechnung oben drauf.



Je höher der Wasserspiegel, desto mehr Druck braucht auch die Pumpe.
In der Regel ist dies meist nicht so wichtig, da die wenigsten Becken mit extremen
Höhen (ab 80 cm) in der Anlage haben.

Bei den Durchlüftersteinen gibt es verschiedene Ausführungen.
Es gibt grobe Steine, die meist auch größere Luftblasen erzeugen und meist
dadurch mehr Luft verbrauchen.
Oft sind dies blaue oder dunkelgraue Steine.
Die feineren Steine (meist sind diese weiß) verbrauchen in der Regel weniger
Luftmenge, und die Blasen sind auch viel feiner.
Es gibt natürlich auch noch verschiedene Größen bei den Steinen, und jeder
Züchter betreibt seine Steine mal mit mehr oder weniger Leistung.
So ist keine einheitliche Angabe der Verbrauchsleistung möglich.
In der Regel liegt sie so zwischen 50 – 80 Litern die Stunde für
einen Durchlüfterstein.

Bei den Luftanhebern ist es natürlich auch nicht einheitlich.
Es gibt Anheber mit dünneren Steigrohren (12 mm), die in der Regel weniger Luft benötigen
und Anheber mit sehr breiten Rohren (25 mm), die ein Vielfaches an Luft verwenden.
Natürlich sind die gekauften und selbst gebauten Anheber allesamt
unterschiedlich im Luftverbrauch.
Die Unterschiede sind sogar recht enorm: Je nach Anheberart liegt der Luftverbrauch
zwischen 60 und 200 Liter die Stunde.
Die Förderleistung liegt zwischen 100 bis in etwa 800 Litern Wasser die Stunde.
Daher sollte man für eine Pumpengrößenberechnung in ungefähr abschätzen, wie viel
Luftzufuhr die eigenen Anheber in etwa brauchen.



Ich habe mich zuletzt entschieden, die Luftleitung an der Decke zu verlegen.
Es wäre optimaler, wenn die Grundleitung über die einzelnen Beckenreihen verlaufen würde.
Dadurch würde man kürzere Luftschläuche benötigen.
Ich habe auch einige Gestelle, bei denen die Grundleitung über jeder Beckenreihe verläuft.
Da ich auch Artemiaflaschen an dieser Leitung betreibe, hatte ich ein Problem: Bei Stromausfall
lief mir die Artemiabrühe in die tiefer liegende Grundleitung.
Dies hatte zur Folge, dass sich die von mir verwendeten Edelstahlhähnchen fest setzten und nicht mehr
zu gebrauchen waren.
Bei der Verwendung von Plastikhähnchen wäre das wohl nicht so schlimm. Nur sind die Plastikhähnchen
nicht besonders luftdicht.
Mit Rückschlagsventilen zwischen der Grundleitung und den Atemiaflaschen hatte ich permanent
Probleme, dass sie sich zusetzten.
Seit die Luftverteilung an der Decke ist, kann nichts hineinlaufen. Also gibt es da auch keinen Ärger mehr.

Ein weiteres Problem ist bei den Pumpen zu sehen. Die meisten Membranpumpen verlieren mit der Zeit
einen Teil ihrer Leistung. Einige Fabrikate mal mehr, andere mal weniger.
Wenn die Pumpe am Anfang noch ausreichend ist, kann es vorkommen, dass diese es nach einem halben
Jahr nicht mehr schafft, alles zu betreiben.
Zum einen ist es der Luftfilter, der sich mit der Betriebszeit zusetzt. Dies ist durch Säubern schnell behoben.
Zum anderen scheint es so etwas wie eine Ermüdungserscheinung zu geben.
Den genauen Grund kann ich nicht mal sagen.
Da bei vielen billigen Pumpen dieses Phänomen erheblich war, habe ich die meisten billigen Pumpen
durch kostspieligere aber wesentlich haltbarere Modelle ersetzt.
Bei den Oberklassemodellen konnte ich keine so großen Ermüdungserscheinungen mehr feststellen.

Ein weiteres Phänomen war es bei mir, dass die Pumpenleistung später erheblich schlechter war,
nachdem kaputte Membranen ausgetauscht wurden.
Diese Pumpen erzeugten nie mehr die gleiche Leistung wie vor dem Membranriss.


Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man hat etwas Hilfreiches dazugelernt oder man ist noch verwirrter als vorher durch die ganzen Möglichkeiten. Ich für meinen Teil hoffe, es hilft dem einen oder anderen Anlageneinsteiger.


Autor: Ralf Heidemann
Schlüsselwörter: Luftleitung Ringleitung Druckdose


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CharlyBrown
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