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Heckti 11.06.2014 22:30

Wie oft und wieviel Wasserwechsel?
 
Hallo zusammen,

Ich habe die Suche gequält und habe mir alle 500 Beiträge nach Betreff angesehen. Leider ohne Erfolg. Daher nun jetzt mal die Frage wie oft und wieviel Wasser wechselt ihr?

Vielen Dank schonmal

Fischray 12.06.2014 11:17

Hi Torsten

Das ist bei jeden Becken etwas anders!

Beckengröße
Besatz
Futtermenge
Filter

Bei 200l mit wenigen Tieren: ca. alle 2 Wochen ca. 90%
Aufzucht mit vielen Fischen: täglich ca. 50%

Gruß Ralf

Heckti 12.06.2014 11:56

Hi Ralf,

sorry...ein paar mehr Infos meinerseits wären sicher nicht schlecht gewesen.

Also die Becken habe jeweils 2 Eck HMF mit LH und ca. 130L netto. Besetzt sind sie im Schnitt mit je 7 Tieren, außer bei den L46 da sind es 10 Tiere.
Ich hätte so 60-70% pro Woche eingeplant, da ich davon ausgehe das man nie zuviel wechseln kann sondern eher zu wenig. Ich bin mir nur nicht sicher ob 60% reicht oder ob ich eher Richtung 70% gehen sollte. Das Wechselwasser hat bezüglich Temperatur und Härte nahezu die gleichen Werte wie das Beckenwasser.

Passt das so?

Danke schonmal

Walla 12.06.2014 14:19

Hallöchen Torsten,

ja. Normal schon. Kommt jetzt halt auf die Futtermenge an. Wie sehen die Wasserwerte aus (Nitrat im Aquarium vorm Wechsel und auch im Wechselwasser?

Liebe Grüße
Wulf

Heckti 12.06.2014 14:29

Hi Wulf,

Nitrat im Wechselwasser 0 mg/l im Becken nach der Hälfte der Woche ca 25mg/l bei vorher 30% Wasserwechsel pro Woche.

Fischray 12.06.2014 22:38

Hi

Wir können ja mal eine vereinfachte Rechnung aufmachen.

Wir rechnen mal damit, dass wir über das Futter eine Wasserbelastung
von 100 Einheiten (E) am Tag ansammeln.
Das Leitungswasser hat einen Wert von 0 Einheiten.

Bei einem Wasserwechsel (WW) von 30% pro Woche kommen wir auf solche Zahlen:

Start bei 0 E
Woche 1 = 700 E
nach 30% WW = 490 E

Woche 2 = 490 E + 700 E = 1190 E
nach 30% WW = 833 E

Woche 3 = 833 E + 700 E = 1533 E
nach 30 % WW = 1073 E

Woche 4 = 1073 E + 700 E = 1773 E
nach 30 % WW = 1241 E

Woche 5 = 1241 E + 700 E = 1941 E
nach 30 % WW = 1359 E

Woche 6 = 1359 E + 700 E = 2059 E
nach 30 % WW = 1441 E



Bei einem Wasserwechsel von 90 % in zwei Wochen:

Start bei 0 E
Woche 1 = 700 E
Woche 2 = 700 E + 700 E = 1400 E
nach 90 % WW = 140 E

Woche 3 = 140 E + 700 E = 840 E
Woche 4 = 840 E + 700 E = 1540 E
nach 90 % WW = 154 E

Woche 5 = 154 E + 700 E = 854 E
Woche 6 = 854 E + 700 E = 1554 E
nach 90 % WW = 155 E


Die Belastung des Wassers lässt sich nicht alleine auf Nitrat festlegen.
Es fallen viele verschiedene Stoffe und Umwandlungsprodukte an,
die das Wasser belasten.
Natürlich ist es jetzt mal vereinfacht, da auch der Filter einen Teil abbaut.
Dies macht er aber bei 30 % WW in der Woche ebenso wie bei 90 % in zwei Wochen.
Von der Belastung her ist die 30 % Variante gegenüber der 90 % Variante auf Dauer
eher gefährlich. In der Rechnung wäre die Wasserbelastung nach 6 Wochen bei der
30 % Variante etwa 10 x so hoch.
Da die Belastung im Allgemeinen mit der Zeit im Becken immer größer wird,
sollte man immer mal einen "groß-reinemach-Tag" einlegen.
Ablagerungen wie zum Beispiel im Bodengrund müssen irgendwann mal abgebaut werden.

Noch besser wäre eigentlich 90 % in einer Woche zu wechseln.
Da wäre die Belastung ja noch geringer!
Ich empfinde den 90 % Rhythmus alle 2 Wochen zudem auch noch als laichstimulierend.
Jeder hat natürlich seine eigenen Rezepte beim Wasserwechsel, aber mit dieser
vereinfachten kleinen Rechnung kommt man schnell zu neuen Ideen.

Gruß Ralf

Dominic 12.06.2014 23:27

Klasse Rechnung! Das zeigt auch sehr deutlich wie effektiv ein großer Wasserwechsel ist, viele kleine ist da eher wasserverschwendung weil man die Belastung bei jedem Wechsel gwasi nur verdünnt anstatt das Wasser zu erneuern.

Ich mache wöchentlich einen etwa 50% igen Wasserwechsel+ zusätzliches absaugen von Futterresten falls welche vorhanden sein sollten.

Gruß Dominic

Heckti 13.06.2014 00:37

Hi Ralf,

Danke für das Augen öffnen...ich habe das mal für 70% pro Woche durchgerechnet, dann stabilisiert es sich bei ca. 300 E. Wenn man die Rechnung mit der 90% Variante vergleicht, kommt man zu dem Schluss das man bei 90% alle 2 Wochen nicht nur halb soviel Einheiten im Becken hat, sondern auch noch alle 2 Wochen 50% Wasser gegen über der Variante 70% pro Woche spart.
Da stellt sich mir nur die Frage nach der Verträglichkeit wenn man 90% des Wassers austauscht. Hast du damit Erfahrungen?

seppe82 13.06.2014 06:02

Hallo zusammen,

diese Frage stellte ich in meinem Thema auch schon.
https://www.l-welse.com/forum/showthread.php?t=34366

Kann man zu viel Wasserwechsel machen?? Ein gut eingelaufener Filter ist natürlich Voraussetzung.

Ich wechsle jede Woche ca. 70-80% im Normalfall. Kann auch mal mehr sein.

Gruss, Seppe

Heckti 13.06.2014 13:18

nun habe ich da doch noch eine Frage. Gehen wir mal von einem 90% WW alle 2 Wochen aus, dann wären nach ablaßen des Wassers, bei einer ursprünglichen Wassersäule von 30cm, nur noch 3cm Restwasser im Becken. Nicht nur das Teile der Einrichtung aus dem Wasser ragen, ich habe Schieferetagen mit Höhlen in jedem Stockwerk, sondern auch Höhlen mit Welsen wären dann eventuell über Wasser.:irr:
Wie habt Ihr das gelöst? Höhlen nur auf dem Beckenboden? Ich möchte ja auch nicht jedesmal die Höhlen aus den Etagen nehmen um sie auf den Boden zu legen, um sie nach befüllen des Beckens wieder an Ort und Stelle zu packen. Könnte mir vorstellen das das kontraproduktiv ist in punkto Vermehrung wegen dem Stress. Oder mache ich mir zuviel nen Kopf?

Borbi 13.06.2014 18:50

Tach,

[quote][...]dann wären nach ablaßen des Wassers, bei einer ursprünglichen Wassersäule von 30cm, nur noch 3cm Restwasser im Becken.[\Quote]

Das stimmt nur, wenn man entweder a) ein vollkommen kahles Becken hat oder b) 90% des Bruttovolumens wechseln will.
Alle hier gemachten Rechnungen gelten aber für das Nettovolumen.

Wer da ne Mathematikaufgabe draus machen will, müsste aber schon á la Archimedes per Experiment ermitteln, welches Gesamtvolumen die Einrichtung ersetzt. Und streng genommen dann noch, wie genau sich das Gesamtvolumen auf Höheneinheiten verteilt.

Auch hier gilt also, wie immer, GMV und nicht sklavisch irgendwelchen Richtwerten hinterheroptimieren.

Gruß,
Sandor

Dominic 13.06.2014 23:14

Hallo borgi,

Du hast du recht, jedoch wird bei 90% WW sicherlich die ein oder andere Höhle in einem etagenbau trocken gelegt.- selbst bei wechseln des nettovolumens.


Das ich auch der Grund warum ich "nur" 50 % ww mache/ machen kann, weil sonst die oberen (oft benutzen) Höhlen über die Wasseroberfläche ragen würden.



Gruß Dominic

Fischray 14.06.2014 12:17

Hi

Zitat:

Da stellt sich mir nur die Frage nach der Verträglichkeit wenn man 90% des Wassers austauscht. Hast du damit Erfahrungen?
Ich mache gerade in der Aufzucht sehr viel Wasserwechsel, auch mal mehr
als 90% am Tag. Die Wassertemperatur ist beim Frischwasser die selbe wie
auch im Aquarium. Ich fülle das Becken auch nicht in eins, sondern immer
Stück für Stück.
Wenn im Becken nach dem Ablassen noch 5 cm Wasser sind, fülle ich gleich
ca. 5 cm mit temperiertem Wasser wieder auf.
Da ich ja mehrere Becken gleichzeitig ablasse, wird dann einfach schon mal das
nächste aufgefüllt. Bei mir heißt das ja nur Schläuche umhängen.


Einfach einen Ablassschlauch ins Becken und leer laufen lasssen.



Der Schlauch hat ein gebogenes Plastikrohr zum Einhängen.
Wenn ich heute nachmitag in der Anlage bin, mache ich mal ein aktuelles
Foto vom Ablassbogen mit Filterkorb.



Also, durch Wasserwechsel habe ich noch keine Fische verloren.
Viel Wasserwechsel fördert enorm das Wachstum der Fische.
Probleme kann man meiner Meinung nach bekommen, wenn man mit
Hilfe von UV und Chemiebomben das Wasser auf Dauer bakterien- und
keimarm hält. Ich denke da gerade auch an die Lebendgebärenden,
die im Großhandel in den bunten Chemiecocktails gehalten werden.


Zitat:

Auch hier gilt also, wie immer, GMV und nicht sklavisch irgendwelchen Richtwerten hinterheroptimieren.
Zitat:

Jeder hat natürlich seine eigenen Rezepte beim Wasserwechsel,
Gruß Ralf

Heckti 14.06.2014 16:48

Hi Ralf,

das mit dem Ablassen habe ich auch so. Ich fange das Abwasser in einem Fass auf und pumpe es dann in den Garten zu gießen. Das Aquariumwasser kommt bei den Pflanzen bisher super gut an.:blm: Ich nehme an weil durch die bisherigen 30% Wechsel pro Woche sich ordentlich Abfallprodukte im Wasser angesammelt haben. Da kann ich mir quasi den Pflanzendünger sparen.
Zum Befüllen hab ich ein anderes Fass, aus welchem mit Hilfe einer Tauchpumpe, einem Schlauch und einem Einlaßbogen von Eheim das Frischwasser wieder in das Becken gelangt. Mit dem kann ich ja dann auch von Becken zu Becken wandern und so nicht alles auf einmal reinhaun.
Naja, nun wird der WW anders gehandhabt. Erstmal ziehen alle Höhlen ins Erdgeschoss und dann kann es losgehen. Ich danke dir für den Tip mit dem Stückweise befüllen. Das nennt man von Erfahrungen Anderer profitieren um das Rad nicht zweimal zu erfinden. :spz:

Fischray 24.08.2014 23:57

Hi

In der neuen September-Ausgabe der DATZ wurde dieses Thema ausführlich beschrieben.

Gruß Ralf

Heckti 25.08.2014 23:04

Danke für die Info...ich sehe es mir mal an.

fish77 18.01.2015 06:22

Hallo,

nachdem Ralf in #6 mit seiner für jedermann verständlichen Rechnung bestimmt vielen weiterhelfen konnte, würde mich und bestimmt einige andere, interessieren ob sich hier jemand einen ähnlichen Lösungsansatz für Aquarien mit dauerhaftem Frischwasserzufluss/ Überlauf zutraut.
Hab schon darüber nachgedacht, bin aber zu dem Schluss gekommen, das man durch die Vermischung von "Alt"- und Frischwasser, die Problemstellung wohl nur mit höherer Mathematik auflösen kann.

Lasst mal eure Köpfe rauchen, meiner tut es schon.:o

LG Tom

laraa 18.01.2015 10:12

Hallo,

mal ganz einfach, man kann auch den Wasserwechsel auf zweimal in der Woche aufteilen, dann erledigt sich, dass die Hölen usw. trockenliegen.

Ist ein wenig mehr Aufwand, aber es würde sicher für die Fische kein Nachteil sein!


MFG
Franz

L172 18.01.2015 13:35

Hallo Franz,

klar kann man, aber (!), siehe Ralfs Rechnung am Anfang...
Es ist sinnvoller, weniger größere Wechsel zu machen.
Wenn Dir 90% zu viel sind, mach 60 oder 70.

Viele Aquarianer kommen auch mit 30% pro Woche gut hin, aber Ralfs Argument spricht nun mal deutlich für Wasserwechsel über 50%.

Grüße,
Christian

Karsten S. 18.01.2015 13:41

Hi,

Zitat:

Zitat von fish77 (Beitrag 237028)
Lasst mal eure Köpfe rauchen, meiner tut es schon.:o

die Maximalmenge an Nitrat (oder anderer unerwünschter Stoffe) im Becken hängt nicht von der Wechselmenge pro WW ab, sondern von der Gesamt-Wasserwechselmenge pro Woche.

Also bei einem 90% WW geht der Nitratwert naturgemäß aber stärker runter als bei 2x 45% WW.
Wenn man in Ralfs Beispiel statt den 30% die Hälfte von 90% also 45% nimmt, dann schwankt der Nitratwert nach einigen Wochen (im eingeschwungenen Zustand) so:
- bei 90% alle 2 Wochen zwischen 155,6E und 1555,6E
- bei 45% jede Woche zwischen 855,6E und 1555,6E

Oder anders: man verändert nicht den Maximalwert, sondern nur die Schwankungsbreite (nach unten). Das gilt ganz allgemein, da im eingeschwungenen Zustand mit jedem Wasserwechsel so viel Nitrat entfernt wird wie in der Zeit zwischen den WW zugeführt wird.

Gruß,
Karsten

Martin80 25.01.2015 09:52

Hey
Ich mach so wöchentlich um die 40-50% Tww. Habe aber auch nicht viel Besatz im Becken , daher bilde ich mir ein, dass dies reicht.
Was mir viel wichtiger ist ,ist in regelmässigen Abständen die Deko mal hoch/raus zu nehmen um darunter die Mulmberge zu beseitigen.
Was sich da an Mulm unter der Deko verbirgt ist gerade trotz wenig Besatz schon unglaublich!
MFG Martin

welsben 31.01.2015 16:37

hi,
 
die Diskussion ist wohl schon so alt, wie die Aquaristik selbst, aber ich möchte an dieser Stelle mal noch einen kleinen Gedanken einwerfen, den man auch nicht außer Acht lasen sollte, wenn man über 90%ige Wasserwechsel nachdenkt.

Es gibt nicht nur den Nitratwert, sondern auch noch PH, KH, GH, Leitwert, Metalle,... etc.

Für alle, die nur mit reinem Leitungswasser arbeiten und die sich darauf verlassen können, dass aus dem Wasserhahn immer konstant Wasser mit identischen Parametern kommt, ist das mit Sicherheit kein großes Problem, aber alle, die auch mit Osmosewasser arbeiten, oder die mal hartes und mal weiches Wasser aus dem Hahn bekommen etc, sollten bei 90%-Wechseln sehr vorsichtig sein und alle Parameter beim Frischwasser und beim Altwasser vorher abgleichen. Grade bei Osmosewasser muss man sehr aufpassen, es reagiert sehr intensiv auf Veränderungen und kann heftige PH-Wertschwankungen in den ersten 48 Stunden verursachen. Man sollte dann sein Frischwasser erst in einem Behälter mit einem Volumen von 90% des NettoBeckenVolumens vorhalten und 48 Stunden lang mit Durchlüfter und Umwälzpumpe harmonisieren lassen, bevor man es in das Aquarium füllt.

Bei häufigeren Wassserwechseln von nur max. 30% Nettovolumen sind diese Schwankungen nur minimal, da ausreichend Altwasser vorhanden ist, die die Beckenparameter in einem gewissen verträglichen Spielraum stabil halten.

Soll aber nur eine Anmerkung am Rande sein.

Gruß Ben


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