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Hallo Welsfreunde
Vor ein paar Wochen bemerkte ich, dass einem meiner zwei Panaque blue line L-239 ein Teil des Saugmauls fehlt. Es sieht aus, wie wenn er die Oberlippe abgerissen hat. Wie so was geschehen kann, konnte und kann ich mir nicht erklären. Die Welse sind recht ruhig und friedlich. In der Hoffnung auf baldige Genesung (hatte einmal eine Hautschürfung bei meinem Wabbenschilderwels, die heilte recht schnell ab), wartete ich zu. Der Wels war sehr lebhaft und immer auf Futtersuche. Vor einigen Tagen fiel mir auf, dass er nun fast ununterbrochen rumwuselt, auch tagsüber während sein Kollege an einem schattigen Plätzchen sein Nickerchen hält. Zudem kriegt er plötzlich auch noch so weissliche Stellen an der Oberseite der Nase. Sieht jedoch nicht wie pilzig aus, eher fast wie die Lochkrankheit bei Diskus, aber nicht so tief. Langsam stieg in mir der Verdacht auf, ob er wohl überhaupt noch fressen kann und ob ihn vielleicht der Hunger zu solcher "Aktivität" antreibt. Ich holte ihn also heraus - und oh jeh - nun weiss ich, wie ein eingefallener Bauch wirklich aussieht... Der Arme! Ich hab ihn nun in ein separates kleines Aquarium umgesetzt. Er kriegt täglich einen kräftigen Wasserwechsel, Vitamine zugesetzt, eine Welstablette klebe ich ihm direkt vor die Nase an seine Lieblingsstelle, zu futtern gibts noch täglich ein Algenblatt von Dennerle. Das gestrige Blatt ist verschwunden, ich hoffe er und nicht die Schnecken haben sich gütlich dran getan. Die Futtertablette, denke ich, löst sich grössenteils auf ohne dass er wirklich davon frisst. Für morgen möchte ich es noch mit gekochten Erbsen versuchen. Das Problem ist jedoch nicht unbedingt WAS füttern, sondern WIE, damit er das Futter trotz defekter Lippe reinkriegt. Hat jemand einen guten Rat für mich? Hat jemand schon mal einen Wels zwangsernährt? Kann es sich um eine bakterielle Infektion handeln, die Gewebe zerstört (so was wie Flossenfäule) oder eher um eine Mangelernährung (Lochkrankheit, gibt's die bei Welsen überhaupt). Bin für jeden Tipp bezüglich Futter oder Methode dankbar, da mir der Wels wirklich am Herzen liegt. Angaben zum Becken: 200 lt 10 GH, pH 7,2 CO2 Zufuhr Einrichtung: grosse Wurzel, Steine, gut bepflanzt Besatz: Kongosalmer, afrikan. Schmetterlingsbuntbarsche A. thomasi Welse: 1 Hypostomus plecostomus, 1 Anci, 1 weiterer L-239 Fütterung: abwechslungsreich Dorswal Wels- und Grünfuttersticks, Welstabs, mind. 1x wöchentlich Zucchini oder Spinat, von Zeit zu Zeit Erbsen, mit CO2 Düngung hats auch immer eine kleine Menge an Fadenalgen auf den Steinen und Wurzeln. Den Salmler füttere ich diverse Flocken und Granulate, plus ab und an etwas Frostfutter. Von alldem fällt auch immer etwas zu Boden für die Welse. Die zwei L-239 habe ich seit etwa 2,5 Jahren. Ich werde noch versuchen ein paar Fotos von der defekten Lippe und der weissen Stelle auf der Nase machen, bin aber schon mal für ein paar Antworten dankbar. Vielen Dank! Herzliche Grüsse Monika |
Hallo Monika!
Ich weiß auch nicht, was Dein Wels haben könnte, Als mein Wabi nix fressen wollte, konnte ich ihn mit roten Mückenlarven überreden. Du hast nicht geschrieben, wie groß Dein Wels ist, aber evtl. schafft er es, sie ohne zu kauen zu fressen. Ich würde auch versuchen, die Schnecken so weit wie möglich zu entfernen, damit Du eine bessere Kontrolle hast, ob und was er frisst! Viel Glück!!! Christian |
Hallo Christian
Vielen Dank für deine Antwort. Eigentlich sind Panaques eher Grünfutterfresser, aber ich werds auf jeden Fall auch mal mit Mülas versuchen. Ich hab ihm heute versucht ein überbrütes Blatt Bio-Salat ins Maul reinzudrücken. Der arme Kerl hat erstaunlicherweise schön ruhig gehalten, aber leider nicht geschluckt. In den Hals runterdrücken hab ich mich nicht getraut. Na ja, wenns ihn nicht allzusehr stresst, werd ich's wieder versuchen. Ich hänge noch ein soeben gemachtes Foto an. Bitte nicht erschrecken. Sieht schon ziemlich übel aus. Die weisse Stelle auf der Nase mit den "Löchern" sieht man ziemlich gut. Scheint wirklich wie sich das Gewebe langsam auflöst. Hat jemand schon mal was von Lochkrankheit bei Welsen gehört? Zum Vergleich hänge ich noch ein leider nicht sehr gutes, altes Bild an. Dort sieht man, wie riesig die Lippe eigentlich wäre..... Hoffe auf noch ein paar gute Ratschläge. LG Monika |
ein weiteres Bild:
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Zitat:
Klaus |
Das Maul normalerweise:
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Hallo Klaus
Daran hab ich auch schon gedacht. Hab mir schon überlegt, etwas Holz abzukratzen und in den Mixer zu tun..... aber das ginge vermutlich zu weit. An einem Vortrag erzählte Ingo Seidel, dass manche Panaques auch ganz normales Flockenfutter etc. fressen, auch wenn dies für ihr Verdauungssystem nicht unbedingt tunlich ist. Ich hoffe halt immer noch!! Zudem scheint die Zahnreihe noch ok zu sein. Durch die fehlende Lippe sieht man die sogar ganz gut. Es scheint jedoch als könne er die Nahrung nicht mehr reinsaugen. Wenn ich ihm nicht mehr helfen kann, was soll ich tun? Ich hab noch nie einen Wels töten müssen. Aber einfach langsam verhungern lassen kann ich doch auch nicht! Bei dieser Grösse (5-6 cm) mit Stein erschlagen? Uffff, ein grässlicher Gedanke. Monika |
Zitat:
Es gibt die Eiswassermethode: Wasser mit viel Salz in den Gefrierschrank stellen und es auf minus 18 Grad kühlen, dann den Wels rein, der da sofort einschläft. Klaus |
Hallo Klaus,
die Salz-Eiswassermethode viell. etwas genauer: tu in ein Gefäss mit Wasser soviel Salz herein, bis es sich nicht mehr auflöst. Der hohe Salzgehalt hält das Gemisch dann auch bei hohen Minusgraden flüssig. Der Fisch muss natürlich auch noch reinpassen. Eine andere Möglichkeit, den Fisch erst zu betäuben, bevor man ihm einen Genickschnitt o.ä. verpasst ist Nelkenöl in Wasser. Bitte für die korrekten Dosierung Suchfunktion (hier oder in anderen Foren) benutzen. Um kleine Salmler o.ä. zu erlösen, benutze ich eine starke Nelkenöl-Wasser-Mischung, in die ich sie tauche. Nach ein paar Sekunden sind sie tot. In meinen Augen eine sehr 'humane' Methode. Nelkenöl wird in geringerer Dosierung auch benutzt, um einen Fisch zu betäuben. Funktioniert übrigens auch bei Zahnschmerzen :) Aber vielleicht hat ja noch jemand eine Idee, wie der Wels zu retten wär? Gruß, Indina |
Hallo Klaus und Indina
Danke für die Tötungsvorschläge. Ich bin nicht so sehr überzeugt von der Eismethode und "einschlafen" tönt für mich einfach zu harmlos, weil es sich ja doch um einen Todeskampf handelt. Da ist mir das Nelkenöl schon etwas sympatischer, weil es dem Wels die Stresssituation erspart. Ich weiss, ich hab da ziemlich strikte Ansichten. Aber ich bin der Meinung, dass es ganz gut ist, wenn das Töten Überwindung braucht und nicht einfach schnell und unblutig ausgeführt werden kann. Wenns zu einfach geht, stimmts für den Menschen, aber oft nicht fürs Tier. Das einzige Kriterium für mich ist schlicht, dass es für den Wels möglichst schnell, stressfrei, ohne Schmerzen (z.B. in heisses Wasser werfen) und ohne langen Todeskampf (z.B. in Toilette schmeissen) abgeht. Somit ist das Todschlagen mit dem Stein durchaus eine wählbare Methode für mich. Ich muss mich zwar innerlich erst vom Fisch verabschieden und nachher etwas um ihn trauern, aber das gehört für mich dazu. Was ich nicht abschätzen kann (und daher meine Frage nach der Tötungsmethode) ist, ob ich mit einem Schlag in der Lage sein werde, den Knochenbau (Panzer) zu zertrümmern und den Wels wirklich tödlich zu verletzen. Mit "wie grässlich" hab ich eigentlich nicht die damit verbundene Sauerei gemeint, sondern wie grässlich mir eingestehen zu müssen, dass ich nichts mehr für ihn tun kann. Ich bin übrigens im Moment tatsächlich dabei, den Wels zwangszufüttern. Das heisst ich nehme ihn dreimal täglich raus, drehe ihn in meiner Hand auf den Rücken und stopfe ihm eine kleine Futterration so weit es geht ins Maul. Heute morgen hat er das erste Mal leichte Schluckbewegungen gezeigt. Ich hoffe er merkt, das ich ihm helfen möchte. Wie sehr ihn die ganze Prozedur stresst, ist schwierig zu sagen. Er atmet jeweils etwas stark, aber ist natürlich während der Fütterung auch für einen Moment ausser Wasser. Und zu verlieren haben wir nicht mehr viel. Entweder er frisst und schaffts, oder er stirbt wegen dem Hunger oder dem Stress. Was denkt ihr darüber? Bin dankbar für eure Kommentare und drückt mir die Daumen! LG Monika |
Hallo Monika,
ich teile Deine Ansicht, was das Töten angeht. Einen Genickschnitt o.ä. musste ich bislang zum Glück noch nicht anwenden. Das würde mich auch *reichlich* Überwindung kosten! Und das Nelkenöl wirkt sehr schnell und effektiv. Es müsste eigentlich auch für grössere Fische eine tödliche Dosis geben. Frag doch bitte nochmal nach. Zur Zwangsfütterung: vielleicht wäre es für den Fisch etwas stressfreier, wenn Du ihn dazu nicht aus dem Becken heben müsstest. Ich stelle mir ein Aufzuchtbecken oder einen von diesen im Wassr schwimmenden Laichkästen vor. Darin könntest Du ihn auch mit der Hand fixieren, ihn aber eben unter Wasser füttern. Dann vielleicht auch noch mal das Einspritzen des Breis per Pipette probieren? Viel Glück für den Lütten und Dich! Gruß, Indina |
Hallo Monika!
Das mit derZwangsfütterung ist eine Idee, auf die ich nicht gekommen wäre... Ich drücke Dir/Euch fest die Daumen, dass es klappt und nützt!!! :med: Was die Tötung angeht, verstehe ich Deine Bedenken. Sicher ist es (und soll es auch sein!!!) eine große Überwindung, ein (geliebtes) Tier umzubringen. Dabei würde ich aber sagen, dass die Stein-Methode gewisse Risiken birgt und nicht sicher die beste Methode (wenn ich das mal so sagen darf...) ist. Da die Tiere Wechselwarm sind und bei Kälte den Stoffwechsel reduzieren, würde ich zu dem Eiswasser greifen. Das klingt für mich am humansten (für beide Seiten). Aber vielleicht/hoffentlich ist der Schritt ja gar nicht nötig!!! Grüße Christian |
Liebe Monika, du arme, ist ja schlimm. wie gehts dem wels denn jetzt?
Hoffentlich besser. Wenn du ihn aber doch töten musst, dann würde ich eine kombinierte nelkenöl - salz/eiswasser - methode vorschlagen. bitte nicht in kochendes wasser werfen, das ist ein super grausamer tod. verbrennen oder in dem fall verbrühen bei lebendigem leib ist für mensch und tier die allerschlimmste methode. ich denke, betäubt und dann durch gefrierschock töten ist schonender. ansonsten: kennst du einen tierarzt? vielleicht kann er das tier einschläfern? aber ich hoffe immer noch, dass du ihn durchbekommst. drücke dir und deinem wels beide daumen. liebe grüsse deine heidi |
Hallo,
da vom Holz gesprochen worden ist, dass der Panaque zur Verdauung braucht, aber nicht mehr raspeln kann: Es gibt inwischen Tablettenfutter mit Holzanteil, JBL Novo PlecoChips. Versuch´s doch mal, vielleicht hilft es ihm wieder ordentlich verdauen zu können... |
Hi Monika,
Ich drück dir ganz fest die Daumen das es klappt. Die Frage ist jedoch was ist passiert und wird sich das Saugmaul regenerieren? Wirst du in das Leben lang zwangsfüttern müssen? Ich denke das dies auch zu überlegen ist. Die Idee von Walter ist übrigens sehr gut, ich hätte hier sogar ein grosse Dose von JBL Tabs mit Holzanteil, was wirklich förderlich ist für seine Verdaung. Was vielleicht noch helfen würde die tabs zu zertrümmern, die JBLs sind aber ziemlich hart im nehmen. Versuche diese fast zu Staub zu zerkleinern. Wenn man kleine züchtet ist das ganz hilfreich da ja das Saugmaul nicht ausgebildet ist. Dann nuckeln die kleinen an den Körnchen herum. Hoffe auch ein wenig geholfen zu haben. Viele Grüsse aus Hinwil :hi: Fil Ach ja und wenn er wieder etwas zulegen sollte würde ich das Futter vitaminisieren mit ganz herkömlichen Vitaminpräparaten von der Apo. |
Hallo Leute
Wow, da ist nun doch einiges zusammen gekommen an guten Tipps und vorallem auch Mitgefühl. Vielen Dank an alle! Das Futter mit Holzanteil hätte ich auf jeden Fall organisiert, danke für die Antwort Walter, ich wusste, dass es so was gibt, aber hätte weder Hersteller- noch Produktename gewusst. Leider, wie ihr vielleicht von der "hätte"-Form bemerkt, ist es nicht mehr nötig. Als ich den Wels gestern abend zum füttern rausnahm, freute ich mich zwar, dass der Bauch nicht mehr eingefallen schien, aber der Wels verhielt sich ungewöhnlich still. Heute morgen ging ich als erstes nachgucken - und der Wels war tot. :( Obwohl ich mir natürlich bewusst war, das die Chance nicht gross war, frage ich mich nun, ob ich den Kleinen nicht einfach in seiner gewohnten Umgebung belassen und ihm den ganzen Stress ersparen hätte sollen. Hab ich ihn nun womöglich zutode gepflegt? Da dies mein erster kranker Wels war und ich sicher dazu neige eher zuviel als zuwenig helfen zu wollen: wie macht ihr das? Lasst ihr bei erkrankten Welsen der Natur ihren Lauf, vertraut auf eventuell vorhandene Selbstheilungskräften - oder versucht ihr, alles mögliche zu unternehmen, mit dem Risiko durch den Stress des Umsetzen, Medikamentenbehandlung etc den Tod des geschwächten Tiers ungewollt zu beschleunigen? @ Fil: woher diese Verletzung kam, kann ich mir wirklich nicht erklären. Oder habt ihr schon mal so eine Art von Verletzung (siehe Bilder oben) bei einem Wels gesehen? Ob das Maul je wieder nachgewachsene wäre - schwer zu sagen. Der verletzte Bauch meines Wabbys heilte sehr rasch nach (2-3 Wochen). Die Verletzung am Maul des Panaques war aber doch sehr stark, fehlendes Gewebe, kann so was überhaupt nachwachsen? Und: nein, lebenslanges Zwangsfüttern wäre für mich, und wohl auch den Wels, keine befriedigende Lösung gewesen. Nochmals Danke an alle und herzliche Grüsse Eine etwas traurige Monika |
Hallo,
tut mir leid. Selbst hab ich sowas ehrlichgesagt noch nie erlebt, mal ein paar zerissene Flossen oder so, aber das verheilt ja schnell wieder, aber so etwas Schlimmes... |
Hi Monika,
Beileid aber wahrscheinlich ist es besser so. Hab heute meine vier Panaque beobachtet und hab an deinen gedacht. Irgendwie sah er ja schlimm aus so ohne Komplettes Saugmaul. Tja eigentlich hätte man das Tier in den Gefrierer legen sollen um es mal bei Gelegenheit untersuchen zu lassen. Den mich würde es schon brennend interessieren was da abgegangen ist. EIne Verletzung wenn ja woher irgend eine Pumpe oder sowas die im die Lippe wegriss. Oder doch irgentwelche Parasiten oder Bakterien. Na ja nun hoffe ich dem zweiten Tier gehts noch gut. |
Hallo Monika!
Tut mir leid mit Deinem Wels! Gerade wenn man sich so für sein Tier eisetzt, wie Du es getan hast, ist das immer schwer.... Zitat:
Mein Wabi zum Beispiel stellt sich immer mal mit Fressen etwas dämlich an und bekommt dann nicht genug ab. Eines Tages hatte er sich wohl am Heizstab eine Verbrennung am Kopf zugezogen, die leicht entzündet aussah. Dadurch war er so schon geschwächt und hat dann auch noch zu wenig Futter abbekommen. Er war eben langsamer als sonst. Ich habe dann kurzerhand das Becken mit einer Trennwand aus Fliegengitter unterteilt und den Wabi so in ein 50x60 cm Abteil isoliert. Dort konnte ich ihn mästen und im Laufe der nächsten paar Wochen hat er sich wieder erholt. Die Wunde ist verheilt und der Bauch wieder rund geworden. Die Aktion war zwar ein ziehmlicher Aufwand, hat sich aber allemal gelohnt! :rolleyes: Grüße Christian |
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