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Liposarcus disjunctivus
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Beschreibung: Gattung/Art: Liposarcus disjunctivus Weber, 1991

Synonyme: Pterygoplichthys disjunctivus, Hypostomus disjunctivus, Plecostomus disjunctivus, Linien - Segelschilderwels

Herkunft: Rio Madeira-Becken, Brasilien/Bolivien

Größe: 50-60 cm

Wasserwerte:
T: 22-28 °C
pH: 6 - 8

Empfohlene Beckengröße: 200 cm

Geschlechtsunterschiede: Bei großen Tieren ist die Körperform ein recht gutes Unterscheidungsmerkmal.
Bei den männlichen Tieren sind die Flossen in der Regel größer.
Bei einiger Erfahrung kann man bei halbwüchsigen Tieren die Genitalpapille zur Unterscheidung heranziehen

Sozialverhalten: Die Art ist nicht räuberisch und trotz ihrer Größe ein eher ruhiger Fisch.
In der Natur werden gelegentlich riesige Schwärme dieser Art angetroffen.


Wer interessantes Bildmaterial seiner Welse hat, kann es hier veröffentlichen.



Beckeneinrichtung: Für eine dauerhafte Haltung sollten recht große Becken gewählt werden.
200 cm sollte das Haltungsbecken schon aufweisen.
Da Tiere dieser Größe auch dementsprechend viel ausscheiden, sollte auf eine ausreichende Filterung geachtet werden.
Eine ausreichende Sauerstoffversorgung sollte gesichert sein, ein zusätzlicher Sprudelstein erfüllt daher gute Dienste.
Bei einer Unterversorgung von gelöstem Sauerstoff im Wasser können die Tiere zeitweilig auch Luft veratmen.
Große Wurzeln, die ausreichende Versteckmöglichkeiten bieten, sollten auf keinen Fall fehlen.
In der Natur werden die Tiere verstärkt an Treibholz und Holzansammlungen gefangen.
Nähere Informationen zum Thema Wurzeln findet ihr hier.
Bei ausreichender Fütterung mit Grünfutter bleiben Pflanzen im Becken gelegentlich verschont.
Dies gilt, wenn überhaupt, für eher bitter schmeckende festere Pflanzen.
Näheres über Pflanzen in Welsbecken hier.
Das Becken sollte natürlich über eine ausreichende Zahl von Höhlen verfügen. In der Regel geht man von der
doppelten Anzahl an Höhlen im Vergleich zur Anzahl der Welse aus.
Die Höhlen sollten in Größe und Form den Welsen angepasst sein.
Bei großen ausgewachsenen Welsen kann man davon ausgehen, dass sie sich wohl an einer Umdekoration des Beckens beteiligen werden.




Das Diskussionsforum zum Thema Beckeinrichtung findet ihr hier.



Haltung: In der Haltung sind die Liposarcus disjunctivus unproblematisch in Bezug auf Wasserwerte und
Futter. Als erstrebenswert kann man eine Gesamthärte von 5 °dH betrachten, wenn man einen Durchschnitt
der Ursprungshabitate betrachtet.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Art ohne weiteres auch mit weicherem, ebenso aber auch mit wesentlich härterem Wasser
für die dauerhafte Haltung zurecht kommt.
Die dauerhafte Haltungstemperatur sollte in einem Bereich zwischen 22 °C und 28 °C liegen.

Es sollten regelmäßige Wasserwechsel durchgeführt werden, da die Welse alleine durch ihre Größe die
Wasserwerte stark mit ihren Ausscheidungen belasten. Eine ausreichende Sauerstoffversorgung sollte wie in
den meisten Welsbecken natürlich nicht fehlen, auch wenn die Tiere bis zu einen gewissen Grad Sauerstoff aus
der Luft aufnehmen können. Die Welse kommen in ihrer Heimat meist in den Unterläufen der großen Flüsse vor,
die recht strömungsstark sind. Deshalb empfehle ich gerne auch eine Strömungspumpe im Becken,
was den Welsen allem Anschein nach auch in ihrem natürlichen Verhalten unterstützt.

Bei der Nahrung sind die Tier nicht wählerisch, es wird so ziemlich alles gefressen.
Grünfutter wird mal mehr oder weniger gerne gefressen.
Während das eine Tier den Feldsalat vorzieht, stürzt sich ein anderes mal eher auf leckere Zucchini,
jeder, wie er es mag. Ebenso werden rohe Kartoffeln, Gurken, Paprika, Löwenzahn und was man sich noch
vorstellen kann an Gemüse gefressen.
Wasserpflanzen können den Speiseplan abrunden. Ich habe jahrelang ein Tier in einen Becken gepflegt,
das mit Schwimmpflanzen zugewuchert war. Die Pflanzen wurden nicht beachtet.
Obwohl es jahrelang gut ging und das Tier auch mit Gemüse gefüttert wurde, hatte es dann doch eines Tages angefangen,
die Schwimmpflanzen von der Oberfläche auf den Boden zu ziehen und zu verspeisen.
In wenigen Wochen waren alle Pflanzen restlos im Wels verschwunden.
Einmal damit angefangen konnte der Wels nicht mehr davon abgebracht werden.
Gemüse konnte ihn nur kurz ablenken aber nicht mehr stoppen. Bei dem Versuch Pflanzen nach einigen Wochen
wieder ins Becken zu geben, zeigte sich, dass dieses Tier nun alle Pflanzen als Futter ansah.
Algen werden von den Tieren ebenso gefressen. Zu diesem Zweck werden die Welse auch häufig gehalten.

Das Diskussionsforum zum Thema Welsfutter findet ihr hier.


Natürlich wird auch sehr gerne tierische Nahrung jeglicher Art angenommen.
Ob nun Fischfilet oder Mückenlarven spielt keine Rolle. Alles wird gern und reichlich genommen.
An lebenden Mitbewohnern ist der Wels nicht interessiert. Aber sollte mal einer verenden, wird dieser sogleich
als willkommene Nahrungsergänzung angesehen.
Es werden sämtliche Arten von Frostfutter gerne gefressen, auch Grindal oder Enchyträen sind als
Leckerbissen gern willkommen.
Da ist es auch wenig verwunderlich, dass auch sämtliche Trockenfuttersorten auf seinem Speiseplan zu finden
Sind: Flockfutter, Futtertabletten, Granulatfutter, Futterpellets; ob tierisch oder pflanzlich spielt kaum eine Rolle.

Auf weiche Wurzeln sollte nicht verzichtet werden, da sie für die Welse als Nahrungsergänzung und für die
Verdauung der Welse allen Anschein nach eine wichtige Rolle spielen.
Die Tiere raspeln gern und viel an den Wurzeln.

Alles in allem ist dieses Tier in der Haltung wirklich einfach und unproblematisch, nur den ausreichenden Platz
für die Zukunft sollte man ihm bieten können. Als Jungtier braucht er ja nicht gleich ein Riesenbecken,
er wächst allerdings sehr schnell heran. Je nach Wasserwerten, Temperatur und Futter kann es in einem halben Jahr
schon ganz anders aussehen.
Das sollte man bei der Anschaffung eines solchen Tieres gleich bedenken.
Ist der Platz gegeben, wird man viel Freude mit dem recht zutraulich werdenden Tier haben können.



Das Saugmaul eines Liposarcus disjunctivus.
Die Wurmlinienzeichnung auf dem Bauch ist artspezifisch für einen Liposarcus disjunctivus.


Das Diskussionsforum zum Thema L-Welse findet ihr hier.



Vergesellschaftung : Die Tiere zeigen keinerlei Jagdverhalten, daher können sie auch mit kleinen Fischen
ohne weiteres vergesellschaftet werden. Es ist ein imposanter Anblick einen großen Liposarcus disjunctivus durchs
Becken gleiten zu sehen und einen schönen Schwarm von Salmlern über ihm.
Gelegentlich kann es mal zu Rangeleien mit anderen großen Welsen kommen. Das muss aber nicht zwangsläufig
der Fall sein.
Häufig habe ich bei Aquarianern die Tiere auch in eigentlich rein afrikanischen Barschbecken angetroffen,
welche voll mit Lochgestein waren, das von den Welsen weitestgehend algenfrei gehalten wurde. Ob nun Salmler, Barben, Fadenfische, Barsche oder auch andere Welse, alle sind für eine Vergesellschaftung geeignet.
Es muss nicht immer das reine Südamerika-Becken sein.

Sonstiges: Das Verbreitungsgebiet des Liposarcus disjunctivus überschneidet sich nicht mit dem des sehr
ähnlichen Liposarcus pardalis, einer sehr stark verbreiteten Liposarcus-Art.
Nach Angaben im Welsatlas ist die Einwanderung des Liposarcus pardalis durch bestehende Wasserfälle nicht
möglich.
Das Fundgebiet des Liposarcus disjunctivus beschränkt sich auf das obere Rio Madeira-Becken in Brasilien und Bolivien. Der Rio Guaporé und Rio Marmoré gehören ebenfalls zu den Fundorten.



Links ist die Seitenansicht eines adulten Liposarcus disjunctivus mit seiner speziellen Musterung abgebildet,
während auf der rechten Seite eine Aufnahme eines Liposarcus pardalis zu sehen ist.


Zucht: In der Natur graben sich die Tiere sogenannte Laichhöhlen in die Uferböschungen.
Es sind meist ganze Gruppen, die ihre Höhlen als eine art Kolonie in die Uferböschungen treiben.
Dort legen sie ihre gelben Eier und betreiben Brutpflege.


Das Diskussionsforum zum Thema Welszucht findet ihr hier.



Ähnliche Welse: Sehr ähnlich zum Liposarcus pardalis ist der Liposarcus disjunctivus. Die Tiere lassen
sich durch unterschiedliche Bauchzeichnungen am einfachsten unterscheiden. Der Liposarcus pardalis hat ein
leopardenähnliches Muster auf seinem Bauch während der Liposarcus disjunctivus eine Wurmlinienzeichnung aufweist.
L 21 und L 23 sind allen Anschein nach Fundortvarianten vom Liposarcus pardalis, die 1989 in der DATZ
vorgestellt wurden.


Importsituation: Diese Welse werden nicht all zu häufig eingeführt.
Da der Liposarcus disjunctivus dem Liposarcus pardalis sehr ähnelt und letzterer für wenig Geld in Asien
massenhaft gezüchtet wird, sind im Handel fast ausschließlich Liposarcus pardalis zu finden.
Als Jungtiere sind diese beiden Arten kaum zu unterscheiden.
Durch den höheren Preis werden selten Wildfänge aus Brasilien oder Bolivien importiert.
Gerade aus Bolivien sind wenige Importe erfolgt, da die Zierfischexporteure nicht in dem Ausmaß vorhanden sind wie
in Brasilien.
In letzter Zeit wurde gelegentlich von einigen Händlern berichtet, dass die Asiaten wohl inzwischen auch den
Liposarcus disjunctivus gezielt vermehren.
Von gezielten Exporten des Liposarcus disjunctivus aus Asien ist aber noch nichts bekannt.
Sie könnten aber auch mal bei jungen Liposarcus pardalis-Importen aus Asien mit darunter gewesen sein.
Aber zur Zeit sind sie noch recht selten im Handel zu finden.




Weitere Informationen :
Autor: Ralf Heidemann (Fischray)

Wir bedanken uns für die Bilder bei Ralf Heidemann (Fischray)




Wer Informationen hat bezüglich Liposarcus disjunctivus, die noch nicht
berücksichtigt wurden, kann sie gleich als Antwort unter diesen Datenbankeintrag setzen.
Bei der nächsten Bearbeitung dieses Eintrags wird dieses dann berücksichtigt.
Wir sind immer daran interessiert, gutes Bildmaterial für die Datenbank zu sammeln. Wer
diesbezüglich eigene Aufnahmen für die Datenbank hat und diese zur Verfügung stellt,
kann dies hier tun.
Schlüsselwörter: Liposarcus disjunctivus Madeira Bolivien Brasilien Hypostominae Pterygoplichthini
Sortierung: 002
Größe min: 50
Beckengröße min: 200
Temperatur min: 22
Temperatur max: 28



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Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 02:44 Uhr.

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