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Hypancistrus sp. "L 66"
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Beschreibung: Gattung/Art: Hypancistrus sp. "L 66"

Synonyme: King Tiger Pleco, Königstiger-Harnischwels

Herkunft: Rio Xingú, nahe Belo Monte, Pará, Brasilien

Vorgestellt: DATZ 9/1990

Die Original-Vorstellung dieses Welses in der Fachzeitschrift Datz als PDF.
Harnischwelse aus Pará (L 66 - L 68)


Größe: ca. 13 - 18cm

Wasserwerte:
T: 26 - 30 °C
pH: 5 – 7

Empfohlene Beckengröße: ab 100 cm



L 66 Wildfang in 15 cm aus dem Unterlauf des Rio Xingú.


Geschlechtsunterschiede: Selbst die Weibchen bilden recht starke Odontoden aus. Man kann
deshalb schnell mal ein Weibchen als Männchen identifizieren. Nur im direkten Vergleich bei gleich großen
Tieren ist diese Unterscheidung hilfreich.
Alte Männchen sind schon leichter an ihrem extremen Odontodenbewuchs auf dem ersten Brustflossenstachel
zu erkennen.
Bei gleich großen Welsen lassen sich die Geschlechter auch an der Kopfform unterscheiden.
Die Körperform, von der Draufsicht her, ist bei geschlechtsreifen Welsen ebenfalls eine recht gute
Unterscheidungshilfe.
Geschlechtsreife Weibchen sind auch an der fülligeren Körperform zu erkennen.



Männlicher Brustflossenstachel mit Odontoden.



Genitalpapille eines Männchens.
Die Unterscheidung der Geschlechter anhand der Genitalpapille ist nur für erfahrene und geübte
Aquarianer eine weitere Möglichkeit, und das meist erst nach der Geschlechtsreife.



Ein geschlechtsreifes Männchen.


Sozialverhalten: Der L 66 ist eher eine ruhige Art. Die Tiere zeigen keine Aggressionen
gegenüber anderen Beckenbewohnern.


Etymologie: „Hyp-“ von griechisch „hypo-“ steht für die reduzierte Kieferbezahnung im Vergleich zu Ancistrus.
„-ancistrus“ von griechisch „ankistron“ = „Widerhaken“ bezieht sich auf die namensgebenden Kiemendeckel-Odontoden.



Die Kiemendeckel-Odontoden eines Hypancistrus sp. "L 66" Männchens.


Beckeneinrichtung: Wenn eine größere Gruppe gepflegt werden soll, empfiehlt es sich, das Becken
in mehrere Territorien aufzuteilen. Dazu bieten sich Wurzeln oder auch Steinaufbauten an.
Es sollte schon mindestens ein 100 cm Becken für die Pflege bereitstehen, bei ausgewachsenen Exemplaren
kann dies sogar für eine große Gruppe recht eng werden.
Mehrere Ebenen (Stockwerke), angelegt mit Hilfe von Schieferplatten, sind eine gute Lösung, um den Lebensraum
der Welse (Aquarienboden) flächenmäßig zu vergrößern.
Viele Verstecke sind wichtig für ein beruhigtes Aquarienleben, gerade auch der schwächeren Welse.
Wurzeln sollten natürlich in einem Harnischwels-Lebensraum nicht fehlen. Sie sind nicht nur
als Dekoration und als Versteck für die Welse gedacht, sondern auch zum Teil als Nahrungsergänzung, je nach
Welsart mal mehr oder weniger. Nähere Informationen zum Thema Wurzeln findet ihr hier.
Eine gute Bepflanzung des Beckens sorgt nicht nur für einen schönen Anblick, sondern stabilisiert
auch zum Teil die Wasserwerte. Näheres über Pflanzen in Welsbecken hier.
Eine Beschattung des Beckens mit Hilfe von Schwimmpflanzen hat den Vorteil, dass
die Welse auch tagsüber aktiver sind.
Die Welse brauchen keine besonders helle Beleuchtung, da sie sonst eher schreckhaft reagieren.
Wie bei anderen Welsen auch, sollten mehr Höhlen als Harnischwelse im Becken vorhanden sein.
1,5 bis 2 Höhlen sollten im Durchschnitt für einen Wels berechnet werden.
Die Höhlen sollten natürlich der Größe der zu pflegenden Welse angepasst sein.
Näheres zum Thema Höhlen findet ihr hier.


Das Diskussionsforum zum Thema Beckeinrichtung findet ihr hier.




Porträtaufnahme eines Hypancistrus sp. "L 66".


Rio Xingú: Diese schönen und recht einfach zu haltenden Harnischwelse stammen aus dem Rio Xingú.
Der Fundort dieser Welse ist in der Umgebung der Ortschaft Belo Monte im Unterlauf des Rio Xingú.
Sie sind auch weit flussabwärts anzutreffen.
Die Umgebung um Belo Monte ist ein Eldorado für Harnischwelse. Aus dieser Umgebung stammen
auch die L 333, L 399 und L 400, alles sehr variable Welse, die viele Ähnlichkeiten miteinander aufweisen.
Die Tiere stammen aus den durchströmten Bereichen des Rio Xingú, der im Hauptstrom immer noch
Temperaturen um die 30 –32 °C aufweist. In den wärmeren Uferregionen mit höheren Temperaturen
über 35 °C sind keinerlei Harnischwelse mehr zu finden.
Gerade die sauerstoffreichen Stromschnellen sind die Lebensräume für diese bemerkenswerten Harnischwelse.
Dort sind sie auf, zwischen und unter dem steinigen Untergrund, der den Rio Xingú durchzieht, zu finden.

Wie die Zukunft dieser Welse aussieht, ist derzeit eher als sehr düster einzuschätzen.
Am Rio Xingú hat eines der größten Staudammprojekte Brasiliens begonnen.
Dieser riesige Strom mit seinen unzähligen Cachoeiras (Stromschnellen) und einer beeindruckenden
Artenvielfalt an sauerstoffbedürftigen Harnischwelsen ist damit im Begriff zu sterben.
Gewaltige Regionen werden als riesige Sauseen überschwemmt werden, während andere Bereiche
sogar trocken fallen.
Die Bereichen, in denen die L 46 zu finden sind, sind zum Austrocknen verdammt oder werden
mehr oder weniger nur noch als Rinnsal bestehen bleiben, da der Hauptstrom mit Dämmen
umgeleitet wird.
Das Totlegen der gewaltigen Schleife, die der Rio Xingú aufweist, und damit eine Begradigung
erspart der Schifffahrt, die zur Zeit durch die Stromschnellen eher bedingt möglich ist,
gewaltig viel Zeit.
Insgesamt werden es wohl 13 einzelne Staustufen sein, die diesen riesigen Fluss bezwingen werden.
Durch dieses Mammutprojekt soll die Energieversorgung des Landes nachhaltig gesichert werden
und die Beschiffung des tückischen Stroms gesichert werden.
Da die Stromschnellen entfallen und einem sauerstoffarmen See weichen werden, ist aller
Wahrscheinlichkeit nach damit zu rechnen, dass die eher sauerstoffliebenden Harnischwelse diesen
Wechseln ihrer Lebensbedingungen nicht überleben werden.
Um den wachsende Energiebedarf Brasiliens abzusichern, sieht die Regierung keine andere Möglichkeit.
Daher wird es auf jeden Fall zur Fertigstellung dieses riesigen Bauprojektes kommen.

http://www.amazonas-magazin.de/AMAZO...nt.1873.0.html



Ein Nachzuchttier vom Hypancistrus sp. "L 66" mit 6 cm.


Der Hypancistrus sp. "L 66" ist variabel in der Flossen Länge.


Haltung: Der Hypancistrus sp. "L 66" ist im Allgemeinen einer der anspruchsloseren Welse.
Vom Futter bis hin zu den Wasserwerten stellt er eine kaum ernstzunehmende Herausforderung dar.
Bei einer Haltungstemperatur um die 28 °C scheinen die Tiere bestens an die Aquarienhaltung
angepasst zu sein. Bei diesen Temperaturen gehen sie schnell ans Futter und wachsen stabil heran.
Wesentlich kühlere Temperaturen führen nahezu zu einen temporären Wachstumsstopp.
Wesentlich höhere Temperaturen kurbeln den Stoffwechsel enorm an, was sich beim Futterbedarf bemerkbar
macht und damit auf die Wasserwerte (Wasserbelastung durch Ausscheidungen) einen nicht unerheblichen
Einfluss hat. Bei höheren Temperaturen sollte die Sauerstoffanreicherung erhöht werden, um
die Agilität der Tier zu gewährleisten.

Im Jugendalter gehen die Tiere gelegentlich auch an Grünfutter wie Kartoffeln oder Gurke und so weiter.
Alttier sind kaum bereit, diese Nahrung zu fressen. Wenn sie eine Zeit im Becken liegen bleibt,
ist eher der darauf entstehende bakterielle Belag mal eine Begutachtung wert.
Diese Welse brauchen für ihre Verdauung nicht wie viele andere Arten, zum Bespiel Panaque, Holz
oder Wurzeln im Becken. Aber als Rückzugs- und Ruhestelle werden sie gerne aufgesucht.
Für Frostfutter jeglicher Art sind sie natürlich voll zu begeistern. Es werden Cyclops, Wasserflöhe,
Weiße Mückenlarven, Schwarze Mückenlarven, Rote Mückenlarven, Krill, Lobstereier, Artemia und
vieles mehr an Frostfutter gern genommen.
Auch Fischfilet oder Muschelfleisch aus der Kühltruhe im Supermarkt wird willig vertilgt.
Auch werden die verschiedensten Trockenfuttersorten ohne Probleme gefressen,
ob nun Flockenfutter, Futtertabletten, Pelletfutter, Granulat, Welschips, gefriergetrocknetes Futter,
alles ist auf dem Speiseplan dieser Welse vertreten.

Da das Futter keinerlei Schwierigkeiten bereitet, kommen wir nun zu der Filterung.
Eine Strömung im Becken steigert allem Anschein nach das Wohlbefinden dieser Welse.
Um einen für die Welse angenehmen Sauerstoffgehalt im Wasser zu erhalten, hat sich ein
Diffusor in der Wels-Aquaristik oftmals bewährt.
Häufig werden auch Luftanheber in Verbindung mit Mattenfiltern verwendet, was ebenfalls
einen positiven Einfluss auf den Sauerstoffgehalt des Wassers hat.
Eine Kombination aus biologischer und mechanischer Filterung hat die besten Resultate gebracht.

Um die Belastung des Wassers nicht zu hoch werden zu lassen, sollte ein recht häufiger und regelmäßiger
Wasserwechsel eingehalten werden. Obwohl in der Haltung mittelhartes Wasser keinerlei
Schwierigkeiten macht, hat sich für die Laichbereitschaft und -häufigkeit sowie auch die Befruchtungsrate
ein weicheres Wasser bewährt.
In der Regel ist die Pflege im normalen Leitungswasser ohne weiteres möglich.
Wenn man darauf achtet, dass die Keimbelastung des Wassers nicht sonderlich hoch ist, wird man
viel und auch lange Freude an diesen schönen Welsen haben.
Es ist schwer zu sagen, wie alt diese Welse werden können. Ich selber habe seit etwa 13 Jahren eine
Gruppe Wildfänge, die immer noch wohlauf ist. Dazu sollte man vielleicht noch erwähnen,
dass sie damals, beim Erwerb, schon adulte Welse waren.


Das Diskussionsforum zum Thema Welsfutter findet ihr hier.




Das typische Maul eines L 66. Diese Harnischwelse gehören zu den Allesfresser (Omnivore).



Oberkieferbezahnung eines Hypancistrus sp. "L 66" und die Unterkieferbezahnung.


Vergesellschaftung : Als besonders wichtig sollte erwähnt werden, dass man keine anderen Hypancistren
im gleichen Becken pflegen sollte, da die Welse dieser Gattung recht häufig zur Hybridisierung neigen.
Welse anderer Gattungen, die nicht so nahe verwandt sind, können ohne weiteres mit im Becken gepflegt werden.
Als Beifische sind ruhige, nicht zu aggressive Fische zu empfehlen,
die den Welsen Futter übrig lassen. Da sich der L 66 in Gesellschaft von ruhigen Beifischen
sicherer fühlt, wird man ihn so häufiger zu sehen bekommen.
In den meisten sogenannten Gesellschaftsbecken können ohne weiteres L 66 hinzugesetzt werden.
Ob nun Salmler, Barben, Regenbogenfische, Killis, Barsche, Fadenfische oder was auch immer,
bei mir konnte ich keine Probleme bei der Vergesellschaftung feststellen.
Es sollte darauf geachtet werden, dass keine Fische eingesetzt werden, die den Welsen an den Flossen knabbern,
so wie einige Barsche das schon mal machen.
Die Welse selber sind eher friedlich gegenüber anderen Beifischen.



Hypancistrus sp. "L 66" oder auch Königstigerharnischwels genannt in 12 cm.


Sonstiges: Bei dem Hypancistrus sp. "L 66" handelt es sich wie bei den meisten Hypancistrus
um eine sehr variable Art was die Musterung und die Färbung angeht.
Auch beim Heranwachsen verändert sich die Musterung der Tiere. Jungfische haben in der Regel noch ein
breiter wirkendes Linienmuster, was beim Heranwachsen immer mehr und feiner aufspaltet.
Bei den Importen verschiedener Fangorte könnte man schon von verschiedenen Varianten reden.
Da diese Welse nicht in der Positiv-Liste der IBAMA (Brasilianische Umweltschutzbehörde)
aufgeführt sind, kommen seit geraumer Zeit keine nennenswerten Importe mehr zu uns herein.



Es gibt recht helle und dunkle Hypancistrus sp. "L 66".


Das Diskussionsforum zum Thema L-Welse findet ihr hier.




Die Rückenflosse des L 66 hat 7 Weichstrahlen. Die Fettflosse ist nicht mit der Rückenflosse verbunden.


Zucht: Da diese schönen Harnischwelse zur Zeit nicht mehr als Wildfänge zur Verfügung
stehen, ist es um so empfehlenswerter, sie gezielt zu züchten.
Im Prinzip reicht es natürlich für eine erfolgreiche Nachzucht, wenn man ein Pärchen hat.
Aber in der Regel ist die Nachzucht in einer Gruppe von 7 – 9 Tieren meist einfacher,
gerade wenn die Welse noch wenig Erfahrung haben.
Eine einseitig geöffnete Röhre hat sich für die Nachzucht als hervorragend bewährt.
Ob die Höhlen aus Ton oder Schiefer sind, spielt dabei keine Rolle. Bei einer gezielten Zucht sollte die
passende Höhlengröße gewählt werden. Näheres zum Thema Höhlen findet ihr hier.
Das Männchen betreibt die Brutpflege bis zum Freischwimmen der Larven.
Häufig laichen die Welse in gut gepflegten Gesellschaftsbecken im Laufe der Zeit von ganz alleine ab.
Zur Zucht kann man die Tiere in einem separaten Becken natürlich auch gezielt ansetzen.
Zuchtbereite Tiere sind leicht zu stimulieren durch häufigen Wasserwechsel, durch Veränderung des Leitwertes,
der Temperatur oder auch durch Strömungsveränderungen.
Beim Anheben der Temperatur sollte immer darauf geachtet werden, dass der gelöste Sauerstoffanteil
im Wasser dadurch sinkt. Deshalb ist eine zusätzliche Anhebung mittels eines Durchlüftersteins oder
auch durch einen Diffusor recht wichtig.
Das Absenken des Leitwertes und eine Senkung des pH-Wertes plus Strömung ist anzuraten,
wenn es mit einer gewollten Nachzucht mal nicht so klappt.
Möglichkeiten gibt es ja etliche zur Stimulation.
Die Gelegegröße hängt von der Größe und Vitalität der Elterntiere ab.
Die Aufzucht der Jungtiere ist in der Regel recht einfach. Gefressen wird so ziemlich jede Futtersorte,
in der Hinsicht stellen die Nachzuchten keine großen Ansprüche.
Jungtiere fressen meist noch pflanzliche Nahrung.
Sie fressen von Anfang an zerkleinertes Trockenfutter jeglicher Art. Artemia ist nicht unbedingt nötig, fördert
allerdings das Wachstum der Welse.
Worauf man bei einer gewollten Aufzucht natürlich achten sollte, ist, dass sich Futterkonkurrenten und
Fressfeinde nicht im Aufzuchtbecken befinden dürfen.
Für die Aufzucht von Jungwelsen haben sich die Einhängekästen bewährt.

Laichabstand von Hypancistrus sp. "L 66" über ein Jahr.

Haltungs- und Zuchtberichte von:
Zuchtbericht von Michael (Baron Ätzmolch),
"Erfahrungen mit der Aufzucht meiner L66" von Uwe (drbluemoon)



Hypancistrus sp. "L 66" mit 3,5 cm. Hypancistrus sp. "L 66" mit 6 cm. Hypancistrus sp. "L 66" mit 15 cm.


Das Diskussionsforum zum Thema Welszucht findet ihr hier.




Eine Erhöhung der Wasserströmung und häufige Wasserwechsel sind Laichanregend.


Ähnliche Welse:


Die Hypancistrus sp. "L 66" ist eine sehr variable Harnischwels-Art.


Wer interessantes Bildmaterial seiner Welse hat, kann es hier veröffentlichen.




L 66 Wildfang in 15 cm aus dem Unterlauf des Rio Xingú.


Exportsituation: Diese Harnischwelse dürfen aus Brasilien exportiert werden.
Die brasilianische Regierung regelt ihre Exporte von Zierfischen
über eine Positivliste. Diese wird von der IBAMA herausgegeben.
Es dürfen nur Zierfische exportiert werden, die auf der Liste geführt werden.
Bei einigen Arten, die unter verschiedenen Bezeichnungen gehandelt werden, sind die Farbvarianten oder
Fundortvarianten von der IBAMA nicht extra aufgeführt worden.
So kommt es auch vor, dass nicht extra aufgeführte Arten gehandelt werden, da sie als eine Variante
einer beschriebenen Art gelten. Hierbei sind aber die Grenzen leicht schwammig.

Bei schweren Verstößen gegen die Exportvorschriften hat die brasilianische Regierung schon
hohe Geldstrafen und auch Gefängnisstrafen verhängt.
Daher sind in den letzten Jahren die Exporte aus Brasilien stark zurückgegangen.
Neue Arten, die bei Aquarianern weltweit immer sehr begehrt waren, sind aus Brasilien eher nicht
mehr zu erwarten. Hier haben sich in den letzten Jahren andere südamerikanische Länder hervorgetan.


Autor: Ralf Heidemann (Fischray)



Hypancistrus sp. "L 66" mit 3,5 cm und ein Alttier Männchen mit 15 cm.



Haltungs- und Zuchtbericht von Elko Kinlechner (L-ko)


Geschlechtsunterschied: Der ganze Körper des Männchens ist mit Odontoden besetzt. Auch die Weibchen bilden Interopercular-Odontoden aus. Die Bestachlung ist i. A. länger als bei anderen Hypancistrus. Männchen erkennt man wohl am besten am starken Odontodenwuchs auf dem ersten Brustflossenstrahl.

Sozialverhalten: Es handelt sich um eine ruhige, verträgliche Art.

Haltung: Die Art stellt wenige Ansprüche an das Wasser. Für die Haltung ist Leitungswasser vollkommen ausreichend.
Es handelt sich um einen Allesfresser (fleischlich orientiert: Frostfutter, Artemia, ..., Welschips. Aber auch Gemüse wie Kartoffeln, Gurke und Salatblätter werden von manchen Tieren gerne genommen.)
Bei uns erhalten sie verschiedene Welschips (Duplarin G/XL, JBL Pleco Chips, Sera Wels-Chips,...), Frostfutter (Weiße und schwarze Mückenlarven, Krill, ...). Nachzuchten bekommen zunächst Cyclop-Eeze und zerriebenen JBL Tabis. Die Jungtiere sind oft an weichen Wurzeln zu finden, von denen sie wohl den Aufwuchs abfressen.

Zucht: Die Art stellt wenige Ansprüche an das Wasser. Für die Haltung ist Leitungswasser vollkommen ausreichend.
Es handelt sich um einen Höhlenbrüter. Es werden sowohl Standardhöhlen als auch Höhlen mit seitlichem Eingang angenommen.
Die Brutpflege betreibt das Männchen.
Die Vermehrung ist schon oft gelungen. Unsere hatten ihre ersten Nachkommen im Gesellschaftsaquarium bei folgenden Wasserwerten:
pH: 6,5, KH: 3 °dH, GH: 7 °dH, Leitfähigkeit: 355 µS/cm, T: 27 °C
Oftmals an verschiedenen Stellen genannte Stimulationen (stärkere Strömung, Temperaturerhöhung) waren nicht erforderlich.





Auge von Hypancistrus sp. "L 66" es ist mit einem kleinen Irislappen bedeckt.


Sehr attraktiv gefärbtes Weibchen einer gelben Variante


Das dazu passende Männchen


"Normal" gefärbtes, syntop lebendes Tier


L 66 im natürlichen Habitat fotografiert


Weiterführende Informationen:





Die Bilder des *** können durch Anklicken vergrößert werden.







Wir bedanken uns für die Bilder bei Jonny Jensen. , Michael Hemetsberger (fishworld), Ralf Binninger (Badenser), Elke Preißler (inspector) sowie Ralf Heidemann, James Bessa, Amazon-Aquatics, Erlend D. Bertelsen, Anna Sophie, tom1306 und Henrique Anatole.




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Die Harnischwelse der Gattung Hypancistrus


In dieser Gattung sind sehr viele ähnlich aussehende Harnischwelse vertreten.
In der Regel werden die Tiere dieser Gattung nur bis 15 cm groß. Es gibt mit dem Hypancistrus inspector "L 102" nur eine Ausnahme: Diese Welse können bis zu 20 cm Totallänge erreichen.

Der größte Teil der Arten dieser Gattung zählt zu den Wurmlinienharnischwelsen, die sich oftmals sehr ähnlich sehen.
Außer im Amazonas-Einzug ist diese Gattung auch im Rio Orinoco-Einzug zu finden.
Die Abgrenzung von einzelnen Arten ist hier oftmals sehr schwierig.

Die anderen Arten dieser Gattung sind die punktierten Hypancistren. Dabei handelt es sich um Harnischwelse mit einer schwarzen Grundfarbe und weißen Punkten. Dass hier bei der Betrachtung von Einzeltieren ohne Fundortangabe oftmals so gut wie keine Bestimmung möglich ist, sollte verständlich sein.

Die große Ausnahme in der Musterung stellt der Hypancistrus sp. "L 70" da. Dieser besitzt als Jungfisch noch eine Marmorierung (leichtes Linienmuster). Als adultes Tier ist dieser Wels dann aber grau-schwarz ohne Musterung.

In dieser Gattung finden wir 7 Weichstrahlen in der Rückenflosse, die sich noch mehrfach aufspalten.
Der erste Strahl ist der sogenannte Hartstrahl dieser ist wesentlich dicker und auch oftmals mit Odontoden besetzt.
Der letzte Weichstrahl ist nicht durch eine Flossenmembran mit dem Rücken verbunden wie bei anderen Gattungen.
In der Schwanzflosse können wir 14 Weichstrahlen zählen, die zwischen den beiden Hartstrahlen liegen.
Die Fettflosse ist nicht über eine Flossenmembran mit der Rückenflosse verbunden.
Auch der einzelne Strahl der Fettflosse ist oftmals mit Odontoden besetzt.

Das auffälligste Merkmal dieser Gattung sind die Zähne.
Die zwei unterschiedlichen Zahngrößen im Oberkiefer und Unterkiefer sind in der Form bei anderen Harnischwelsen
nicht zu finden. Im Oberkiefer sind kleinere und auch wesentlich mehr Zähne zu finden als im Unterkiefer.
Die Zähne im Unterkiefer sind erheblich größer, dafür aber auch nur sehr wenige.
Diese zweispitzigen Zähne, bei denen es eine Hauptkuppe und eine kleinere Nebenkuppe gibt, sitzen am Ende eines
langen Zahnarmes.




Wer Informationen hat bezüglich Hypancistrus sp. "L 66", die noch nicht
berücksichtigt wurden, kann sie gleich als Antwort unter diesen Datenbankeintrag setzen.
Bei der nächsten Bearbeitung dieses Eintrags wird dieses dann berücksichtigt.
Wir sind immer daran interessiert, gutes Bildmaterial für die Datenbank zu sammeln. Wer
diesbezüglich eigene Aufnahmen für die Datenbank hat und diese zur Verfügung stellt,
kann dies hier tun.










Schlüsselwörter: Hypancistrus L66 L066 Xingú Xingu Belo Monte Brasilien Hypostominae Ancistrini
Sortierung: 068
Größe min: 15
Beckengröße min: 100
Temperatur min: 26
Temperatur max: 30



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