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Pseudacanthicus spinosus
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Großbild


Beschreibung: Gattung/Art: Pseudacanticus spinosus Castelnau, 1855

Synonyme: Hypostomus spinosus, Punktierter Kaktuswels, Castelnaus-Kaktuswels, Spiny Monster Pleco, L 160, Coffee And Cream Cactus Pleco, Gelschwanz Spiny Monster

Herkunft: Rio Tocantins/Rio Araguaia System, Rio Guama, Brasilien

Größe: über 30 cm

Wasserwerte:
T: 25 - 29 °C
pH-Wert: 6 - 7

Empfohlene Beckengröße: ab 150 cm



Ein Pseudacanticus spinosus aus dem Rio Tocantin.


Sozialverhalten: L 160 ist durchaus verträglicher als andere Pseudacanthicus-Arten.
Kleinere Welse werden im Allgemeinen überhaupt nicht beachtet.
Ebenso werden freischwimmende Fische nicht behelligt.
Oft werden diese "sanften Riesen" auch in Rochenbecken als Beifische gepflegt.
Obwohl sie auch in afrikanischen Buntbarschbecken gelegentlich zu finden sind,
durch ihre ruhige Art.



Castelnau, 1855, Bild von Pseudacanticus spinosus von der Erstbeschreibung.


Geschlechtsunterschiede: Männchen sind stärker bestachelt.
Sie sollen außerdem eine größere Dorsale als die Weibchen besitzen, was mir aber bei meinen Tieren nicht aufgefallen ist.
Geschlechtsreife Weibchen haben durch ihren Laichansatz eine breitere Bauchpartie.



Die Draufsicht (Dorsalansicht) und die Bauchansicht (Ventralansicht) eines Pseudacanticus spinosus "L 160" aus Brasilien.
Die Bauchpartie dieser Harnischwelse ist hell braun und mit dunklen Punkten bedeckt.
Bei geschlechtsreifen und laichvollen Weibchen ist die Bauchpartie wesentlich fülliger.
Die Bilder des Pseudacanticus spinosus "L 160" können durch Anklicken vergrößert werden.
So sind Feinheiten besser zu erkennen.


Haltung: In seinen Haltungsansprüchen unterscheidet sich Pseudacanthicus spinosus nicht von anderen Kaktuswelsen.
Er ist sauerstoff- und wärmebedürftig und bevorzugt vor allem tierische Nahrung wie Mysis, Muscheln, Mückenlarven usw.
Aber auch Trockenfutter in Tabletten-, Flocken- oder Granulatform wird ohne weiteres angenommen.


Hier ist das Maul mit der Saugscheibe eines Pseudacanthicus spinosus zu sehen.
Die Pseudacanthicus spinosus sind eigentlich Allesfresser (Omnivore),
aber im überwiegenen Teil sind sie Fleischfresser (carnivore).
Rechts und links an der Maulscheibe sind die Riktalbarteln zu sehen.

In der Vergesellschaftung konnte ich keine negativen Erfahrungen sammeln und ich pflegte die Pseudacanticus
inzwischen zusammen mit Buntbarschen, Zwergbuntbarschen, Fadenfischen, Salmlern, Barben, Lebendgebärenden,
kleinen Welsen, Regenbogenfischen und noch vieles mehr. Nur mit anderen großen Welsen habe ich sie noch
nicht zusammen gehalten.
Da ich mit anderen größeren Welsen oftmals die Erfahrung gemacht hatte, dass diese gerne territorial
werden gegenüber anderen größeren Welsen, habe ich das lieber nicht versucht. Aber vielleicht hat dazu
schon ein anderer Aquarianer Erfahrung gesammelt. Die L 160 sind erst mal selber sehr ruhige Vertreter.
Die Wasserqualität sollte durch regelmäßige Wasserwechsel recht keimarm gehalten werden.
Die blauen Filtermatten bei "Hamburger Mattenfiltern" werden gerne mal geschreddert. Das lässt sich zum
Beispiel durch das Vorsetzen einer Gittergaze vor der Matte beheben.
Bei meinen Tieren ist ein sehr heller brauner Grundton mit dunklen Flecken sehr auffallend zu erkennen.
Manche Welse zeigen eher einen dunkleren, eher grau/braunen, Grundton, auf der sich die Fleckenmusterung
nicht so stark abhebt. Die Musterung selber ist von Tier zu Tier leicht unterschiedlich.
Sehr auffällig und beeindruckend sind bei den halbwüchsigen Tieren die großen Schwanzflossen mit lang
ausgezogenen Filamenten.



Das ist ein Tier aus der Pseudacanticus cf. spinosus "L 160" Zuchtgruppe.


Zucht: Inzwischen ist vielfach die Nachzucht gelungen.

Zuchtbericht:

Ich hatte 2007 drei Wildfang-Jungtiere von Pseudacanticus cf. spinosus "L 160" bekommen.
Die Tiere hatten damals eine Größe von 5 cm. In meiner Aquarienanlage sind die Welse bis 2013 zu stattlichen
30 cm herangewachsen.
Unter den Tieren sind mir keine Rangeleien oder ähnliches jemals aufgefallen. Das Becken hatte große
durchgängige Tonrohre als Verstecke, damit sich kein Tier von einem stärkeren festsetzen lassen kann.
Da sie aber sehr ruhig waren, habe ich mich entschlossen, große Zuchthöhlen ins Becken zu geben.
Bei Jost bekam ich solche gigantischen Zuchthöhlen, in die man seinen Arm hinein stecken kann.
In einem 400 Liter Becken keilte ich die Höhlen unter großen Wurzeln ein und zusammen mit einer Gruppe
L 400 und Skalaren zum Aufwachsen kamen nun auch die drei L 160 mit hinein.
Die einseitig geöfneten Tohnhöhlen wurden angenommen und es kamm auch nicht zu raufereien.
Es vermehrten sich dann zwar die L 400, aber bei den L 160 tat sich zunächst nichts weiter.

Über ein halbes Jahr später stellte ich beim Lichtanschalten in der Anlage fest, dass ein Drittel der
Frontscheibe mit einem dunklen "Belag" bedeckt war. Erst als ich direkt vor dem Becken stand, bemerkte ich,
dass es sich um Jungfische handelte.
Ich hatte die Skalare zwei Wochen vorher alle herausgefangen und noch nichts wieder dazu gesetzt.
Das Becken hat 30°C bei einem pH-Wert von 6,5 und das eigentlich immer konstant.
Die Welse hatten Frost- und Granulatfutter bekommen, aber der Auslöser scheint eher das Herausfangen
der Skalare gewesen zu sein. Die fressfeindefreie Zeit wollten die Welse wohl schnell mal ausnutzen.
Das Becken hat einen automatischen Wasserwechsel (5 - 10 % pro Tag) und bekommt alle 2-3 Wochen noch
zusätzlich einen 80 % Wasserwechsel.
Ich habe erst mal etwa 200 Jungwelse abgesammelt und zu je ca. 50 Tieren in mehrere 50x50x50 Becken
gesetzt zum Aufwachsen.
Die kleinen waren noch unter 2 cm groß, sind aber innerhalb von 2-3 Wochen auf das Doppelte herangewachsen.
In den nächsten Tagen sammelte ich noch weiter 200 - 300 Jungtiere ab, die ebenfalls alle aufgeteilt wurden.
Auch im Elternbecken ließ ich einige zurück. Die Aufzucht sollte nach einigen Angaben, die ich zu L 160 fand,
sehr schwierig sein.
Das kann ich nun wirklich nicht bestätigen. Ich hatte keinerlei Ausfälle beim Aufwachsen und die Jungen
haben von Cyclops, Artemia bis hin zu Granulatfutter und Futtertabletten eigentlich alles gefressen.
Zum Aufwachsen hatte ich die Welse auf Becken mit 25 bis 32°C verteilt. Bis auf das schnellere Wachstum bei den
wärmeren Becken konnte ich keine Unterschiede ausmachen.
Es gab keine Streitereien unter den Jungfischen, die Becken waren alle mit PVC-Rohrstücken als Verstecke ausgestattet.
Wo ich am Anfang noch dachte, dass bei der Aufzucht viele Jungtiere ausfallen würden,
ist mir dann schnell klar geworden, dass ich nicht noch mal ein Gelege komplett aufziehen werde.
Die Kleinen sind mit 3-4 Monaten schon auf eine gute Weitergabegröße herangewachsen. Inzwischen ist wohl in der
Lüneburger Heide die größte Populationsdichte von L 160 außerhalb von Brasilien.
Die L 160 haben inzwischen alle paar Monate wieder das Becken voller Jungfische, aber auf die Idee,
diese alle aufzuziehen, bin ich natürlich nicht noch mal gekommen. Es kommen aber immer noch welche im
Elternbecken mit hoch.
Wenn jemand L 160 sucht, kann er sich übers Forum bei mir melden.


Der Kleine Pseudacanticus cf. spinosus "L 160" ist etwa 1,2 - 1,8 cm.
Das Diskussionsforum zum Thema Welszucht findet ihr hier.

Der Kleine Pseudacanticus cf. spinosus "L 160" ist etwa 1,8 cm.
Das Diskussionsforum zum Thema L-Welse findet ihr hier.

Der Kleine Pseudacanticus cf. spinosus "L 160" ist etwa 3,5 cm.


Sonstiges: Der Pseudacanticus cf. spinosus "L 160" stellt
die gleiche Art dar wie Pseudacanticus spinosus und ist daher eine Farbvariante.
Beim Pseudacanticus cf. spinosus "L 160" sind die schwarzen Flecken gerade in den Flossen teilweise miteinander
verschmolzen und ergeben auch mal eine Linie.
Auch die Punkte an den Flanken ergeben ab der Rückenflosse zum Teil ein waagerechtes Zeichnungsmuster.
Die Musterung ist bei den einzelnen Exemplaren sehr stark variabel.



Farbmodifikationen bei Pseudacanthicus spinosus, einmal anklicken und die Bilder werden groß.


Ähnliche Welse:


Der Pseudacanticus cf. spinosus "L 160" ist etwa 8 cm groß.


Importsituation: Diese Harnischwelse dürfen aus Brasilien exportiert werden.
Die brasilianische Regierung regelt ihre Exporte von Zierfischen
über eine Positivliste. Diese wird von der IBAMA herausgegeben.
Es dürfen nur Zierfische exportiert werden, die auf der Liste geführt werden.
Bei einigen Arten, die unter verschiedenen Bezeichnungen gehandelt werden, sind die Farbvarianten oder
Fundortvarianten von der IBAMA nicht extra aufgeführt worden.
So kommt es auch vor, dass nicht extra aufgeführte Arten gehandelt werden, da sie als eine Variante
einer beschriebenen Art gelten. Hierbei sind aber die Grenzen leicht schwammig.

Bei schweren Verstößen gegen die Exportvorschriften hat die brasilianische Regierung schon
hohe Geldstrafen und auch Gefängnisstrafen verhängt.
Daher sind in den letzten Jahren die Exporte aus Brasilien stark zurückgegangen.
Neue Arten, die bei Aquarianern weltweit immer sehr begehrt waren, sind aus Brasilien eher nicht
mehr zu erwarten. Hier haben sich in den letzten Jahren andere südamerikanische Länder hervorgetan.




Wer interessantes Bildmaterial seiner Welse hat, kann es hier veröffentlichen.





Weiterführende Informationen:


Pseudacanticus cf. spinosus "L 160"



Autor: Ralf Heidemann

Wir bedanken uns für die Bilder bei François de Laporte de Castelnau, Erlend D. Bertelsen, Amazon-Aquatics, Sethanum, Matthias Zeidler, Heinz Trost, Anna Sophie, André Werner und der Fa. Transfish. , Ralf Heidemann!



Pseudacanticus cf. spinosus "L 160"












Wer Informationen hat bezüglich Pseudacanticus spinosus, die noch nicht
berücksichtigt wurden, kann sie gleich als Antwort unter diesen Datenbankeintrag setzen.
Bei der nächsten Bearbeitung dieses Eintrags wird dieses dann berücksichtigt.
Wir sind immer daran interessiert, gutes Bildmaterial für die Datenbank zu sammeln.
Wer diesbezüglich eigene Aufnahmen für die Datenbank hat und diese zur Verfügung stellt,
kann dies hier tun.






Schlüsselwörter: Pseudacanthicus spinosus Tocantins Araguaia Guama Brasilien Hypostominae Ancistrini L160
Größe min: 30
Beckengröße min: 150
Temperatur min: 25
Temperatur max: 29



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