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Hypancistrus margaritatus "L 404"
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Beschreibung: Gattung/Art: Hypancistrus margaritatus "L 404", Milton Tan, Jonathan Armbruster (2016)

Herkunft: Klarwasserfluss, Rio Tacutu (Werner) und Rio Branco bei Vista Alegre, Brasilien (Gottwald)

Vorgestellt: Datz 05/2006

Die Original-Vorstellung dieses Welses in der Fachzeitschrift Datz als PDF.
Ein weiterer Harnischwels aus dem Rio Tacutu (L 404)



Größe: 13 cm

Wasserwerte: Die "L 404" leben bei mir in vollentsalztem Wasser mit den Werten:
T: 25 - 29°C
pH: 6,5 - 7,0
KH: 1 - 10° dH
GH: 1 - 10° dH

Empfohlene Beckengröße: ab 100 cm



Dieser Hypancistrus sp. "L 404" wurde im Rio Branco bei Vista Alegre gefangen.


Geschlechtsunterschiede: Die Männchen der Hypancistrus sp. "L 404" haben mehr Odontoden.
Gerade bei in etwa gleich alten Tieren kann man die Unterschiede der Bestachelung (Odontoden) recht gut erkennen.
Hierbei sind die Odontoden an den Kiemendeckeln bei den Männchen länger ausgezogen und die
Bestachelung des ersten Brustflossenstrahls (Dorsalstrahl) ist ausgeprägter.
Weibchen haben während der Laichzeit einen auffallend großen Leibesumfang.
Die Kopfform ist gerade bei erwachsenen Männchen breiter und länger gegenüber gleichgroßen Weibchen.

Sozialverhalten: Mitunter lebhafte Art, untereinander territorial. Die Tiere kommen sofort aus ihren Verstecken, wenn es Futter gibt.



Diese Tiere wurden über die Firma Transfish aus dem Rio Tacutu eingeführt in der Nähe der Ortschaft Boa Vista.
Der Rio Tacutu liegt in brasilianischem Grenzgebiet zu Guyana, wo der Fluss als Takutu River bezeichnet wird.
Die Hypancistrus sp. "L 404" sollten ein sauerstoffreiches und gut durchströmtes Aquarium beziehen.


Haltung: Ich halte 5 noch halbstarke Hypancistrus sp. "L 404" in einem Standard 112l-Becken, eingerichtet mit Mangrovenhölzern und vielen Tonhöhlen, zusammen mit Red Fire Garnelen. Das Becken wird mit einem Eck-HMF mit Luftheber betrieben. Zusätzliche Sauerstoffzufuhr findet über eine Membranpumpe und Ausströmerstein statt.
Die beiden größten Tiere haben ca. 8 cm und die drei kleineren ca. 4 - 5 cm Länge. Signifikante Geschlechtsunterschiede konnte ich bislang noch nicht erkennen, vielleicht habe ich aber auch 5 Weibchen. Wie andere Hypancistrus-Arten sollte der L 404 überwiegend fleischliche Nahrung bekommen. Gefrostete rote Mückenlarven, Artemia, Herzmuschelfleisch, Krill, Cyclop eeze etc. werden gerne genommen. Aber auch Gemüse wie z.B. Paprika wird nicht verschmäht, wenn die Welse auch weniger gierig heran gehen.


Das Diskussionsforum zum Thema Beckeneinrichtung findet ihr hier.



Dieser Hypancistrus sp. "L 404" wurde bei einer Fangreise 2008 im Norden Brasiliens gefangen.
Diese Welse gehören zu den Allesfressern (Omnivore), obwohl sie pflanzliche Nahrung mehr oder
weniger nur im Jungfischalter anrühren. Erwachsene Harnischwelse dieser Art bevorzugen dann
eher fleischliche Nahrung.

Das Diskussionsforum zum Thema Welsfutter findet ihr hier.



Die Hypancistrus sp. "L 404" haben immer eine gleichmäßige feine Punktzeichnung.

Das Diskussionsforum zum Thema L-Welse findet ihr hier.



Zucht: Eine einseitig geöffnete Röhre hat sich für die Nachzucht als hervorragend bewährt.
Ob die Höhlen aus Ton oder Schiefer sind, spielt dabei keine Rolle. Bei einer gezielten Zucht sollte die
passende Höhlengröße gewählt werden.
Näheres zum Thema Höhlen findet ihr hier.
Das Männchen betreibt die Brutpflege bis zum Freischwimmen der Larven.
Häufig laichen die Welse in gut gepflegten Gesellschaftsbecken im Laufe der Zeit von ganz alleine ab.
Zur Zucht kann man die Tiere in einem separaten Becken natürlich auch gezielt ansetzen.
Zuchtbereite Tiere sind leicht zu stimulieren durch häufigen Wasserwechsel, durch Veränderung des Leitwertes,
der Temperatur oder auch durch Strömungsveränderungen.
Das Absenken des Leitwertes und eine Senkung des pH-Wertes plus Strömung ist anzuraten,
wenn es mit einer gewollten Nachzucht mal nicht so klappt.
Möglichkeiten gibt es ja etliche zur Stimulation.
Die Gelegegröße hängt von der Größe und Vitalität der Elterntiere ab.
Die Aufzucht der Jungtiere ist in der Regel recht einfach. Gefressen wird so ziemlich jede Futtersorte,
in der Hinsicht stellen die Nachzuchten keine großen Ansprüche.
Jungtiere fressen meist noch pflanzliche Nahrung.
Sie fressen von Anfang an zerkleinertes Trockenfutter jeglicher Art. Artemia ist nicht unbedingt nötig.
Worauf man bei einer gewollten Aufzucht natürlich achten sollte, ist, dass sich Futterkonkurrenten und
Fressfeinde nicht im Aufzuchtbecken befinden sollten.



Hypancistrus sp. „L 404“ Larve mit Dottersack. Bilder vergrößern sich beim Anklicken.


Das Diskussionsforum zum Thema Welszucht findet ihr hier.




Jungtiere der Hypancistrus sp. "L 404" haben gelbe bis weiße Punkte.
Mit entkapselten Artemia und gefrorende Cyclops wachsen die kleinen Harnischwelse
recht schnell heran.


Sonstiges: Hypancistrus sp. "L 404" wurde erstmals in der DATZ 05/2006 von Werner vorgestellt. Als Fundort wird der Oberlauf des Rio Branco, Rio Tacutu genannt, im Grenzgebiet von Brasilien und Guyana angegeben. Die Tiere, die ich von Jens Gottwald habe, stammen etwas weiter südwestlich aus dem Rio Branco bei Vista Alegre.



In schattigen und nicht zu hell eingerichteten Aquarien kommen die Hypancistrus sp. "L 404"
häufiger aus ihren Höhlen, auch tagsüber.


DATZ-Vorstellung: Ein weiterer Harnischwels aus dem Rio Tacutu

Ähnliche Welse: Hypancistrus sp. "L 136" (Unterscheidungsmerkmale)

Exportsituation: Diese Harnischwelse dürfen eigentlich zur Zeit nicht aus Brasilien exportiert werden.
Die brasilianische Regierung regelt ihre Exporte von Zierfischen über eine Positivliste. Diese wird von der IBAMA herausgegeben.
Es dürfen nur Zierfische exportiert werden, die auf der Liste geführt werden.
Bei einigen Arten, die unter verschiedenen Bezeichnungen gehandelt werden, sind die Farbvarianten oder
Fundortvarianten von der IBAMA nicht extra aufgeführt worden.
So kommt es auch vor, dass nicht extra aufgeführte Arten gehandelt werden, da sie als eine Variante
einer beschriebenen Art gelten. Hierbei sind aber die Grenzen leicht schwammig.

Bei schweren Verstößen gegen die Exportvorschriften hat die brasilianische Regierung schon
hohe Geldstrafen und auch Gefängnisstrafen verhängt.
Daher sind in den letzten Jahren die Exporte aus Brasilien stark zurückgegangen.
Neue Arten, die bei Aquarianern weltweit immer sehr begehrt waren, sind aus Brasilien eher nicht
mehr zu erwarten. Hier haben sich in den letzten Jahren andere südamerikanische Länder hervorgetan.

Da die Hypancistrus sp. "L 404" sich nicht von jungen Hypancistrus sp. "L 4/5/28/73" unterscheiden
lassen und auch nicht wissenschaftlich geklärt ist, ob es sich vielleicht um eine Art handeln könnte, werden
diese Welse gelegentlich zu den erlaubten Hypancistrus sp. "L 4" gezählt und damit doch noch exportiert.



Diese Hypancistrus sp. "L 404" wurden über Gottwald (Aquatarium, Garbsen) eingeführt.
Sie wurden im Rio Branco bei Vista Alegre gefangen.


Weitere Informationen :


Autor: Stefan (Stefan H.) und DB-Taem

Für die Bilder bedanken wir uns bei Stefan (Stefan H.), Anna Sophie, Andreas Tanke (andi) und Erlend D. Bertelsen.




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Die Harnischwelse der Gattung Hypancistrus


In dieser Gattung sind sehr viele ähnlich aussehende Harnischwelse vertreten.
In der Regel werden die Tiere dieser Gattung nur bis 15 cm groß. Es gibt mit dem Hypancistrus inspector "L 102" nur eine Ausnahme: Diese Welse können bis zu 20 cm Totallänge erreichen.

Der größte Teil der Arten dieser Gattung zählt zu den Wurmlinienharnischwelsen, die sich oftmals sehr ähnlich sehen.
Außer im Amazonas-Einzug ist diese Gattung auch im Rio Orinoco-Einzug zu finden.
Die Abgrenzung von einzelnen Arten ist hier oftmals sehr schwierig.

Die anderen Arten dieser Gattung sind die punktierten Hypancistren. Dabei handelt es sich um Harnischwelse mit einer schwarzen Grundfarbe und weißen Punkten. Dass hier bei der Betrachtung von Einzeltieren ohne Fundortangabe oftmals so gut wie keine Bestimmung möglich ist, sollte verständlich sein.

Die große Ausnahme in der Musterung stellt der Hypancistrus sp. "L 70" da. Dieser besitzt als Jungfisch noch eine Marmorierung (leichtes Linienmuster). Als adultes Tier ist dieser Wels dann aber grau-schwarz ohne Musterung.

In dieser Gattung finden wir 7 Weichstrahlen in der Rückenflosse, die sich noch mehrfach aufspalten.
Der erste Strahl ist der sogenannte Hartstrahl dieser ist wesentlich dicker und auch oftmals mit Odontoden besetzt.
Der letzte Weichstrahl ist nicht durch eine Flossenmembran mit dem Rücken verbunden wie bei anderen Gattungen.
In der Schwanzflosse können wir 14 Weichstrahlen zählen, die zwischen den beiden Hartstrahlen liegen.
Die Fettflosse ist nicht über eine Flossenmembran mit der Rückenflosse verbunden.
Auch der einzelne Strahl der Fettflosse ist oftmals mit Odontoden besetzt.

Das auffälligste Merkmal dieser Gattung sind die Zähne.
Die zwei unterschiedlichen Zahngrößen im Oberkiefer und Unterkiefer sind in der Form bei anderen Harnischwelsen
nicht zu finden. Im Oberkiefer sind kleinere und auch wesentlich mehr Zähne zu finden als im Unterkiefer.
Die Zähne im Unterkiefer sind erheblich größer, dafür aber auch nur sehr wenige.
Diese zweispitzigen Zähne, bei denen es eine Hauptkuppe und eine kleinere Nebenkuppe gibt, sitzen am Ende eines
langen Zahnarmes.




Wer Informationen hat bezüglich Hypancistrus sp. "L 404", die noch nicht
berücksichtigt wurden, kann sie gleich als Antwort unter diesen Datenbankeintrag setzen.
Bei der nächsten Bearbeitung dieses Eintrags wird dieses dann berücksichtigt.
Wir sind immer daran interessiert, gutes Bildmaterial für die Datenbank zu sammeln. Wer
diesbezüglich eigene Aufnahmen für die Datenbank hat und diese zur Verfügung stellt,
kann dies hier tun.
Schlüsselwörter: Hypancistrus margaritatus L404 Tacutu Takutu Branco Brasilien Hypostominae Ancistrini
Sortierung: 409
Größe min: 15
Beckengröße min: 80
Temperatur min: 26
Temperatur max: 30



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Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 13:21 Uhr.

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