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Peckoltia sp. "L 49"
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Beschreibung: Gattung/Art: Peckoltia sp. "L 49"

Synonyme: Tocantins-Zwergschilderwels

Herkunft: Rio Tocantins (Cametá), Pará, Brasilien

Vorgestellt: DATZ 10/1989

Die Original-Vorstellung dieses Welses in der Fachzeitschrift Datz als PDF.
Xingú und Tocantins - Plecos (L 47 - L 50)


Größe: bis 15 cm

Wasserwerte:
T: 25 - 29°C
pH: 6 - 7,5

Empfohlene Beckengröße:
ab 100 cm



Dieser Peckoltia sp. "L 49" wurde 1989 aus einen Zufluss des Rio Tocantins bei der Ortschaft Cametá gefangen.


Geschlechtsunterschiede: Bei geschlechtsreifen Welsen kann man anhand der Körperform
die Geschlechter unterscheiden. Zur Laichzeit bilden die Männchen stärkere Odontoden aus.
Die Unterscheidung anhand der Genitalpapille ist eine weitere Möglichkeit, die aber meist erst nach
der Geschlechtsreife Erfolg verspricht.


Das Diskussionsforum zum Thema L-Welse findet ihr hier.




Dorsalansichten und Ventralansicht
Die Bilder des Peckoltia sp. "L 49" können durch Anklicken vergrößert werden.
So sind Feinheiten besser zu erkennen.


Sozialverhalten: Der Peckoltia sp. "L 49" ist eine ruhige, auch gegenüber
anderen Beckenbewohnern gut verträgliche Art.


Beckeneinrichtung: Ein Paar Peckoltia sp. "L 49" kann man bedenkenlos in ein 100 cm Becken setzen,
bei einer größeren erwachsenen Gruppe sollte das Aquarium aber dann doch schon größer sein.
Jungtiere können beim Heranwachsen natürlich erst mal in kleineren Becken gepflegt werden, ohne
dass es zu Problemen kommt.
Das Aufwuchsbecken sollte dann aber, je nach dem Platzbedarf der Welse, ebenfalls Stück für Stück größer gewählt
werden.
Als Bodengrund hat sich Sand oder feiner Kies bewährt.
Das Becken kann auch mit festeren Wasserpflanzen bepflanzt werden.
Näheres über Pflanzen in Welsbecken hier.
Die Becken sollten strukturell unterteilt werden, um einzelne Territorien zu schaffen, gerade bei der Gruppenhaltung.
Dazu bieten sich Wurzeln oder auch Schieferplatten an.
Nähere Informationen zum Thema Wurzeln in Welsbecken findet ihr hier.
Die Wurzeln bieten auch gute Unterschlupfmöglichkeiten an, damit sich die Tiere auch mal zurückziehen können.
Des weiteren brauchen die Welse Verstecke in Form von Höhlen, Spalten oder auch Steinaufbauten.
Über die Größe und Art der Höhlen haben wir im Forum einen extra Bericht angefertigt. Dieser ist hier zu finden.
Gerade bei der Haltung im Gesellschaftsbecken sind ruhige oder auch sichere Rückzugsorte
für Welse recht wichtig.


Das Diskussionsforum zum Thema Beckeneinrichtung findet ihr hier.



Haltung: Der Peckoltia sp. "L 49" ist ein Allesfresser (omnivore). Diese Harnischwelse fressen pflanzliche,
sowie auch fleischliche Nahrung. Gerne werden rohe Kartoffeln als Futter angenommen oder auch Zucchinis, Gurken oder Salate.
Fleischliche Nahrung in Form von Mückenlarven, Cyclops oder auch Fischfilet sind ein gern gesehener Leckerbissen.
Natürlich werden die inzwischen in großer Vielfalt vorkommenden Trockenfuttersorten ohne
weiteres gefressen. Ob nun als Flockenfutter, Tabletten, Pellets oder auch Granulat ist dabei nebensächlich.
In der Haltung sind diese Welse vollkommen unproblematisch und brauchen keine besonderen Gegebenheiten.
Bei den Wasserwerten sind sie in den meisten Aquarien, die mit normalem Leitungswasser gefüllt sind,
schon gut aufgehoben. Die Tiere stammen aus kleinen Zuflüssen des Rio Tocantins in der Umgebung von Cametá,
einer Ortschaft (über 120 000 Einwohner) im Bundesstaat Para in Brasilien, direkt am Rio Tocantins.
Diese kleinen Zuflüsse führen Klarwasser und entwässern zum Teil direkt in den Rio Tocantins.
Im Aquarium sollte das Wasser zwischen 6 bis 7,5 pH haben, bei 25 - 29 °C und weich bis mittelhart.
Wie viele andere Harnischwelse auch sind die Peckoltia sp. "L 49" gerne versteckt lebend,
sie sind aber nichts desto trotz auch oft im Becken zu beobachten. Gerade auch beim Füttern sind sie
recht schnell am Platze. Sie sind in schattigen Becken auch am Tage unterwegs.
Die Einrichtung sollte viele Unterschlupf- und Versteckmöglichkeiten aufweisen.
Hierzu eignen sich natürlich Wurzeln ausgezeichnet, sowie auch Steinaufbauten. Wichtig sind für diese
Welse natürlich Versteckhöhlen. Einseitg geöffnete Röhren aus Ton haben sich oftmals gut bewährt,
natürlich können es auch Schiefer- oder Steinhöhlen sein, das ist jedem selbst überlassen.
Selbstverständlich sollte ein Welsbecken eine gute Filterung haben und etwas Strömung
ist immer gern gesehen. Die Keimbelastung sollte gering gehalten werden und regelmäßige Wasserwechsel
sind für eine erfolgreiche Haltung wichtig.



Das Maul eines Peckoltia sp. "L 49", der zu den Allesfressern zählt.


Das Diskussionsforum zum Thema Welsfutter findet ihr hier.




Larvenbilder von frisch geschlüpften Peckoltia sp. "L 49".
In einer 20 cm langen Höhle mit 4 cm Innendurchmesser gelang Jonas Keller die Erstnachzucht
der Peckoltia sp. "L 49". Die Gelegegrößen umfassen etwa 40-50 Eier bei erwachsenen Tieren.
Die Aufzucht ist mit fein zerfallenden Futtertabletten und vielen Versteckmöglichkeiten gut gelungen.
Näheres dazu ist in der Amazonas Ausgabe September/Oktober 2012 ab Seite 52 nachzulesen.


Das Diskussionsforum zum Thema Welszucht findet ihr hier.



Zucht: Für die erfolgreiche Vermehrung von Peckoltia sp. "L 49" hat sich, wie schon bei
vielen anderen Arten auch, die Gruppenhaltung gut bewährt.
Bei dem Peckoltia sp. „L 49“ handelt es sich um einen Höhlenbrüter.
Die Höhlen müssen von der Größe her an die Welse angepasst sein.
Während die Welse in der Natur Steinspalten oder Ausbuchtungen im Totholz als Schutz für
ihre Gelege heranziehen müssen, hat sich im Aquarium der Einsatz von Ton- oder Schieferhöhlen
durchaus bewährt.
Näheres zum Thema Höhlen findet ihr hier.

Gerade wenn mehrere große Männchen in einem Becken leben, hat es sich von Vorteil gezeigt,
das Becken in mehrere Bereiche (Territorien) optisch zu unterteilen.
So sind die Welse innerartlich noch wesentlich ruhiger, was für eine Vermehrung förderlich ist.
Das Männchen pflegt und verteidigt das Gelege bis die Jungfische schlüpfen und auf sich alleine gestellt sind,
wie bei den Harnischwelsen üblich.
Jungwelse fressen im Prinzip das selbe wie die Elterntiere, nur eben für ihre Größe angepasst verkleinert.
Die Aufzucht wird am besten separat gemacht, in einem extra Becken oder einem Einhängekasten („Gerdkasten“).
So ist eine gezielte Ernährung der Jungfische bei der Aufzucht gewährleistet.
Um den Stress unter den Jungwelsen zu minimieren, sollte man viele kleine Röhren als
Verstecke im Aufzuchtbehälter platzieren. So haben die Jungtiere einen Unterschlupf,
in dem sie sich sicher fühlen. Bei Rangeleien unter den Jungwelsen stehen immer zwei Ausgänge
zur Verfügung. Das senkt den Stress und erhöht dadurch die Wachstumsgeschwindigkeit der Welse.
Ein Zuchtbericht über Peckoltia sp. „L 49“ ist in der Amazonas Ausgabe September/Oktober 2012 ab Seite 52 nachzulesen.




Sonstiges: Möglicherweise wurde L 49 bereits von Holly (1929) als Ancistrus multispinis beschrieben, und dann von Armbruster 2008 als Peckoltia multispinis neu eingeordnet. ( Revision der Gattung Peckoltia 2008 ) Das Problem bei der Beschreibung ist allerdings, dass der Holotypus dieser Art vom Fischmarkt in Belém stammt. Im Einzugsgebiet dieser Großstadt liegen nun aber leider die Vorkommmen verschiedener Peckoltia (L 9, L 49, L 377). Da Armbruster als Artmerkmal eine fransige Unterlippe nennt, wurde zuerst L 49 als P. multispinis identifiziert. Jedoch sind kurz danach auch L 377 bekannt geworden, die ebenfalls eine fransige Unterlippe aufweisen, und L 49 die keine Fransen haben. Maulaufnahmen von L 377 zeigen, dass auch nicht alle L 377 Fransen haben. Insofern können die Fransen an der Unterlippe nicht als Artmerkmal anerkannt werden, und der Name Peckoltia multispinis kann keiner Nummer mit Sicherheit zugeordnet werden, es ist außerdem möglich, dass diese Art noch gar keine Nummer bekommen hat. Es stehen also mehrere Welse zur Verfügung, die möglicherweise den Namen Peckoltia multispinis verdienen. Mit 115.2mm Größe gibt auch der Holotypus von Ancistrus multispinis keinen weiteren Aufschluss über die Art, und die Typuslokalität kann man leider ganz vergessen. Bevor dieser Umstand nicht eindeutig geklärt ist, verbleiben wir bei den Nummern um Missverständnisse zu vermeiden.



Ventralansicht und Genitalpapille


Ähnliche Welse:

Importsituation: Die Peckoltia sp. "L 49" werden gelegentlich im Handel angeboten.



Die Peckoltia sp. "L 49" haben 7 Weichstrahlen in der Rückenflosse (Dorsale).
Der erste Strahl in der Rückenflosse (Dorsale) wird als Hartstrahl (Dorsalstrahl) bezeichnet und
weist einen leichten Odontodenbewuchs auf.
Die Weichstrahlen spalten sich im letzten Drittel in der Rückenflosse zweimal auf.
Die Rückenflosse (Dorsale) ist am letzten Strahl nicht durch eine Membran mit dem Rücken verbunden.
Die Fettflosse (Adipose) ist nicht mit der Rückenflosse (Dorsale) verbunden.
Zwischen den beiden Hartstrahlen (Caudalstrahl) der Schwanzflosse (Caudale) eines
Peckoltia sp. "L 49" sind 12-14 Weichstrahlen zu zählen, die sich wiederum aufspalten.
Die Bilder des Peckoltia sp. "L 49" können durch Anklicken vergrößert werden.
So sind Feinheiten besser zu erkennen.


Weiterführende Informationen:


Autor: Das Datenbank Team

Wir bedanken uns für die Bilder bei André Werner und der Fa. Transfish. , bei Karsten S., sowie bei Jonas Keller und Erlend D. Bertelsen.






Wer Informationen hat bezüglich Peckoltia sp. "L 49", die noch nicht
berücksichtigt wurden, kann sie gleich als Antwort unter diesen Datenbankeintrag setzen.
Bei der nächsten Bearbeitung dieses Eintrags wird dieses dann berücksichtigt.
Wir sind immer daran interessiert, gutes Bildmaterial für die Datenbank zu sammeln. Wer
diesbezüglich eigene Aufnahmen für die Datenbank hat und diese zur Verfügung stellt,
kann dies hier tun.
Schlüsselwörter: Peckoltia L49 L049 Pará Para Tocantins Brasilien Hypostominae Ancistrini multispinis
Sortierung: 051
Größe min: 15
Beckengröße min: 100
Temperatur min: 25
Temperatur max: 29



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