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L 41 - Guyanancistrus brevispinis
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Di April 4, 2006
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Beschreibung:
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Gattung/Art: Guyanancistrus brevispinis ( "L 41" ) Heitmann, Nijssen & Isbrücker, 1983
Synonyme: Lasiancistrus brevispinis, Kurzstachliger Guyanaharnischwels
Herkunft: Französisch Guyana
Vorgestellt: DATZ 8/1989
Die Original-Vorstellung dieses Welses in der Fachzeitschrift Datz als PDF.
Harnischwelse aus Französisch - Guyana (L 39 – L 45)
Größe: ca. 15 cm
Wasserwerte:
T: 22 – 27°C
pH: 4,5 – 6,5
Empfohlene Beckengröße: ab 120 cm

Ein Guyanancistrus brevispinis "L 41" aus dem Crique Fourgassie in Französisch Guyana.
Geschlechtsunterschiede: Gerade die älteren Männchen haben einen stärkeren Odontodenbewuchs hinter den
Kiemendeckeln. Der erste Strahl der Brustflosse ist bei den Männchen stärker bestachelt.
Bei geschlechtsreifen Weibchen ist die breitere Bauchpartie leicht erkennbar.
Männchen haben einen breiteren Kopf.
Sozialverhalten: Eine recht ruhige und verträgliche Art.
Etymologie: „Guyan“ im Gattungsnamen bezieht sich auf die Herkunft dieser Harnischwelse, nämlich den
Guyanaschild sowie den Guyana Staat. Ancistrus hat seinen Ursprung in Anlehnung an die Kiemendeckel –
Odontoden. Diese befinden sich in eingeklapptem Zustand hinter den Kiemendeckeln.
Ancistrus wurde von dem griechischen Wort „ankistron“ abgeleitet, was soviel heißt wie „Widerhaken“ oder
auch „Angelhaken“. Den deutschen Namen „Antennenwels“ bekamen die Tiere wegen der geweihartigen Tentakeln
der geschlechtsreifen Männchen.
Der Namensteil brevispinis ist in Bezug auf die für die Gattung untypischen kurzen Interopercular-Odontoden
zu sehen.
Wer interessantes Bildmaterial seiner Welse hat, kann es hier veröffentlichen.
Beckeneinrichtung: Ausgewachsene Tiere sollten mindestens in einem 120 cm langen Aquarium gepflegt werden.
Steinaufbauten sind bei diesen Welsen sehr beliebt. Auch sollten einige Wurzeln zum Abweiden und als Verstecke
im Becken vorhanden sein. Nähere Informationen zum Thema Wurzeln findet ihr hier.
Ein Sandboden ist eine gute Wahl als Bodengrund.
Es sollten für jeden Wels zwei Höhlen eingeplant werden. Ob nun Tonhöhlen oder Schieferhöhlen ist dabei
nicht besonders ausschlaggebend.
Da die Temperaturen nicht so hoch sind wie bei der Haltung manch anderer Harnischwelse, können hier sehr
gut festere Aquarienpflanzen eingesetzt werden, wie zum Beispiel Anubias.
Näheres über Pflanzen in Welsbecken hier.
Das Diskussionsforum zum Thema Beckeinrichtung findet ihr hier.
Herkunft:Die Typuslokalität des Guyanancistrus brevispinis ist das Flusssystem des Nickerie Rivers
in Surinam. Die in der Datz vorgestellten Welse stammen aus dem Crique Fourgassie, einem Zufluss des
L´Oyapok in Französisch Guyana. Diese beiden Flüsse sind je im Norden und Süden das Verbreitungsgebiet
dieser Art. Laut Welsatlas 2 konnte Gottwald diese Welse ebenso im Comté-/Mahury-Einzug im Flusssystem
des Maroni nachweisen. Ch. Samborski konnte bei verschiedenen Reisen diese Welse auch im Crique Petit Laussat
und im Crique Gabaret nachweisen. Hierbei handelt es sich um sehr weiche und saure Gewässer.
Diese Welse sind im stark fließenden Wasser anzutreffen. Sie halten sich mühelos an Steinen in der
stärksten Strömung fest.
Gerade in den strömungsstärksten Stellen konnten diese Welse auch in größeren Gruppen angetroffen werden.

Sonst sind eher einzelne Exemplare zu beobachten. Diese Beobachtungen machten inzwischen ebenfalls verschiedene
andere Fangexpeditionen, wie die von Gottwald oder E. von Drachenfels sowie auch bei den Expeditionen von Samborski.
In den Kaskaden des Crique Fourgassie konnten alle Expeditionsgruppen diese Welse in großer Anzahl in den Flussrinnen nachweisen.
Wie auch in der Literatur immer mal wieder erwähnt, so zeigte sich auch bei den Fangreisen von Samborski, dass die Guyanancistrus brevispinis "L 41" eher im flacheren Wasser bis höchstens 2 m Wassertiefe anzutreffen sind.
Je nach Fundort des L 41 können die Jungfischzeichnungen variieren.
Jüngere Exemplare von L 41 von verschiedenen Fundorten werden sich beim Heranwachsen immer ähnlicher.
In den Strömungsbereichen findet man diese Welse auf Steinen in großer Anzahl, während in den etwas ruhigeren
Zonen diese Welse vereinzelt auch im Totholz anzutreffen sind.
Das interessante beim Guyanancistrus brevispinis "L 41" ist, dass sie auch bei enormen Strömungen von bis
zu 2 m/s bei Fangversuchen durchaus ohne Probleme die Flucht gegen die Strömung angehen.
Der Crique Fourgassie ist ein Fundort des Guyanancistrus brevispinis "L 41". Hier fing E. von Drachenfels
schon die Harnischwelse, die in der DATZ 8/1989 als L 41 vorgestellt wurden. Hier sei gerade die Kaskade „Chutes“
erwähnt, wo sich die Welse tagsüber in einer Felsspalte aufhalten. Die gesamten Wassermassen des Flusses drängen
sich durch diesen Spalt. Bei Niedrigwasser sind immer noch Wassergeschwindigkeiten von 1,5 m/s messbar. Nach
starken Regenfällen sind es auch schon mal 2 m/s. Das erste Bild zeigt den Oberlauf vor der Kaskade „Chutes“,
das zweite Bild zeigt die Kaskade und das dritte Bild ist unterhalb der Kaskade aufgenommen worden.
Die Guyanancistrus brevispinis "L 41" von diesem Fundort sind vom Körperbau her flacher als ihre Vertreter aus den anderen Flüssen. Sie scheinen sich ihrer Umgebung angepasst zu haben. Bei einer Fangreise von Ch. Samborski konnten am 02.03.2004 folgende Wasserwerte um 11 Uhr morgens gemessen werden: 27°C Lufttemperatur,
22°C Wassertemperatur, 7 ppm, pH 6 und 20 μS/cm, Wasserfarbe die eines Weißwassers.
Bei einer Fangreise von Ch. Samborski konnten am 01.03.2007 folgende Wasserwerte um 10 Uhr morgens gemessen werden: 28°C Lufttemperatur, 25°C Wassertemperatur, 8 ppm, pH 4,8 und 16 μS/cm, das Wasser war farblos.
Ein weiterer Fundort des Guyanancistrus brevispinis "L 41" ist der Crique Petit Laussat. Dieser ist eher ein
kleiner ruhiger Fluss mit bis zu 2 Metern Wassertiefe an der tiefsten Stelle. Die Strömungsgeschwindigkeit liegt bei
0,25 m/s. Bei Hochwasser ist die Strömung um etliches stärken und der Wasserstand kann auch schon mal bis zu
einem Meter höher sein. Hier sind die L 41 an Steinen anzutreffen, aber auch an dem im Wasser liegenden Totholz.
Im Crique Petit Laussat sind Wasserpflanzen zu finden sowie auch eine versteckreiche Uferbepflanzung. Im Gegensatz zu den Welsen aus dem Crique Fourgassie sind die L 41 aus dem Crique Petit Laussat hochrückiger. Bei einer Fangreise von Ch. Samborski konnten am 06.02.2010 folgende Wasserwerte um 10 Uhr morgens gemessen werden: 29°C Lufttemperatur, 25,6°C Wassertemperatur, 8 ppm, pH 5,8 und 16 μS/cm, die Wasserfarbe war leicht gelblich aber transparent ohne Sedimente.
Ebenfalls ein Fundort von Guyanancistrus brevispinis "L 41" ist der Crique Gabaret. Hierbei handelt
es sich um einen breiteren Fluss, der 40 bis 50 Meter Breite misst. Die Wassergeschwindigkeit liegt bei etwa
0,5 m/s. Hier wurden die Welse mit Wurfnetzen aus ca. 2 m Tiefe gezogen. Dieser colafarbene Fluss weist
einen sandigen Bodengrund mit vereinzelten Steinen auf. Bei einer Fangreise von Ch. Samborski konnten am
15.03.2011 folgende Wasserwerte um 10 Uhr morgens gemessen werden: 28°C Lufttemperatur, 25°C
Wassertemperatur, 15 ppm, pH 6,5 und 30 μS/cm, °GH > 1, °KH > 1, das Wasser war colafarben.
Im Allgemeinen ist hier auffällig, dass die kleineren Urwaldbäche eine sehr geringe Härte aufweisen. Für gewöhnlich ist es eigentlich der Fall, dass Bäche, die felsigen oder steinigen Untergrund haben, eine höhere Wasserhärte erwarten lassen. Da diese Region aber erdgeschichtlich in ihrer Form sehr alt ist, sind im Laufe der Zeit die Mineralien aus den Fels gewaschen worden. Die größeren Ströme weisen leicht höhere Werte (30 μS/cm) auf gegenüber den kleineren Bächen. In den meisten Fällen sind die Gewässer dieser Region sehr nährstoffarm. Zudem liegt der pH-Wert in den Flüssen im sauren Bereich, wobei die kleineren Urwaldbäche dabei wesentlich saurer sind. Wenn wir die Literaturangaben und die gesammelten Expeditionsdaten vergleichen, liegen die Temperaturen in dieser Region bei 22 – 27°C.
Das Diskussionsforum zum Thema L-Welse findet ihr hier.
Haltung: In der Aquarienhaltung hat sich gezeigt, dass diese Harnischwelse keine extremen Wasserwerte benötigen. Angefangen mit dem pH-Wert; es reicht aus, wenn die Werte von neutral bis leicht ins saure reichen. Von den Temperaturen her ist es für diese Welse mit ca. 26°C ein guter Ausgangswert für die Haltung in einem sogenannten Gesellschaftsbecken.
Es hat sich gezeigt, dass diese Welse keinerlei Probleme bei der Haltung in bis zu 400 μS/cm haben. Es sollte aber darauf geachtet werden, dass die Belastung des Wassers nicht zu hoch ist. Daher sollte stets ein regelmäßiger Wasserwechsel gemacht und auch eine gute Filterung verwendet werden. In den meisten Fällen reichen die Leitungswasserwerte für die Haltung dieser Welse durchweg aus. In der Natur sind diese Welse allem Anschein nach sehr gerne auch direkt in den strömungsreichen Abschnitten der Flüsse zu finden. Daher wäre es nicht falsch, eine Strömungspumpe zusätzlich zu installieren. Im Allgemeinen würde aber schon ein zusätzlicher Durchlüfterstein reichen, um eine gute Sauerstoffversorgung zu gewährleisten.
Bei der Ernährung zählen die Guyanancistrus brevispinis "L 41" zu den Aufwuchsfressern. Hierbei sollten sie einen überwiegenden Teil an pflanzlicher Nahrung bekommen. Es sollte viel Gemüse gefüttert werden. Es bieten sich verschiedenste Salate, Gurken, Zucchinis, Kartoffeln oder ähnliches an. Ein weiterer Teil der Nahrung ist gut durch Frostfutter abzudecken. Hier werden die verschiedensten Sorten angenommen. Natürlich werden die unzähligen Trockenfuttersorten ebenfalls ohne weiteres angenommen. Hier gibt es ja im Aquaristikhandel inzwischen eine enorme Auswahl. Den Welsen ist es aber in der Regel egal, welcher Hersteller verwendet wird. Man sollte aber auf einen erhöhten pflanzlichen Anteil achten.
Es sollten Wurzeln im Becken vorhanden sein, einmal als Versteckmöglichkeit und zum anderen zum Abweiden.
Es scheint zwar nicht der Fall zu sein, dass sie auf jeden Fall für ihre Verdauung Holz benötigen, aber es ist mit Sicherheit kein Fehler.
Das Diskussionsforum zum Thema Welsfutter findet ihr hier.
Vergesellschaftung: Von den Wasserwerten her kommen diese Welse sehr gut für ein sogenanntes Gesellschaftsbecken in Frage. Sie sind gegenüber anderen Fischen nicht aggressiv und auch nicht besonders territorial. Tagsüber sind sie eher zu den Fütterungszeiten zu sehen, während sie mehr Aktivität in der Dämmerung oder auch in der Nacht zeigen. In ein südamerikanisches Salmlerbecken würden sie gut hineinpassen.
Namensgebung: Früher wurden diese Welse auch gerne von einigen Ichthyologen der Gattung Lasiancistrus zugeordnet. Inzwischen haben sie ihre eigene Gattung Guyanancistrus bekommen. Der Ichthyologe Armbruster hat die Angewohnheit viele Gattungen zusammen zu fügen und ist der Ansicht, dass man Guyanancistrus als Synonym zu Pseudancistrus sehen soll. Der Name, der von keinem Ichthyologen so schnell geändert wird und Bestand hat, ist L 41.
Beschreibung: Bei den Guyanancistrus brevispinis "L 41" handelt es sich um recht flache Harnischwelse.
Diese Tiere haben eine sehr dunkle Grundfarbe mit einer hellen Fleckenmusterung. Je nach Fundort sind die Flecken mal mehr und mal weniger intensiv ausgeprägt. Im Alter wird die Grundfarbe immer dunkler, und die Fundortvarianten sind schließlich nicht mehr zu unterscheiden.
Sonstiges: Als Algenfresser sind diese Welse im Aquarium nicht unbedingt zu empfehlen. Aber interessante Pfleglinge sind es alle mal. Im Allgemeinen werden die Guyanancistrus selten im Aquarium gepflegt. In den letzten Jahren, seit Brasilien seine Exporte extrem verschärfte, kommen häufiger Welse dieser Gattung zu uns in den Handel.
Die Art ist die Typusart der Gattung Guyanancistrus.
Zucht: Über die gelungene Nachzucht dieser Welse ist zur Zeit noch nichts bekannt.
Dies dürfte auch daran liegen, dass diese Welse recht selten gehalten werden. Aufgrund ihrer Verwandtschaft ist davon auszugehen, dass es sich um Höhlenbrüter handelt. Bei Betrachtung der Wasserwerte in ihren Herkunftsgebieten sollte bei Zuchtversuchen der Leitwert gesenkt werden. Sehr gute Fütterung und viel Wasserwechsel mit zunehmender Strömung sollten ihr übriges tun.
Bei einem Zuchtversuch sollten verschiedene Höhlenformen ausprobiert werden.
Näheres zum Thema Höhlen findet ihr hier.
Das Diskussionsforum zum Thema Welszucht findet ihr hier.
Ähnliche Welse: Guyanancistrus sp. "L 221" = "L 223"
Importsituation: Die L 41 werden sehr selten eingeführt. Es gibt kaum Importe dieser Welse.
Auch auf den Listen der Exporteure sind diese Welse sehr selten zu finden.
Über Gottwald (Aquatarium) wurden mehrfach Tiere eingeführt. Sonst kamen Welse dieser Art eher
durch private Importe nach Deutschland.
Im Handel sind diese Welse eigentlich nicht existent. Es wäre schon ein großer Glücksfall, wenn diese
Tiere mal verfügbar sind.
Wer Tiere dieser Art pflegen möchte, sollte seinen nächsten Urlaub im Oiapoque-Becken verbringen.
Bei Exporten aus der Französisch-Guyana Region sind kaum Probleme zu erwarten, da es sich um einen EU-Staat handelt.
Weitere Informationen:
Autor: Ralf Heidemann (Fischray)
Wir bedanken uns für Bild 1 bei Jens Gottwald Aquatarium.de und für den Rest bei Ch. Samborski.
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Die statistischen Daten sind von welse.ch!
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Wer Informationen hat bezüglich Guyanancistrus brevispinis "L 41", die noch nicht
berücksichtigt wurden, kann sie gleich als Antwort unter diesen Datenbankeintrag setzen.
Bei der nächsten Bearbeitung dieses Eintrags wird dieses dann berücksichtigt.
Wir sind immer daran interessiert, gutes Bildmaterial für die Datenbank zu sammeln. Wer
diesbezüglich eigene Aufnahmen für die Datenbank hat und diese zur Verfügung stellt,
kann dies hier tun.
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Schlüsselwörter:
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Guyanancistrus brevispinis L41 L041 Guyana Lasiancistrus Hypostominae Ancistrini
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