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Ancistomus sabaji "L 301"
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Beschreibung: Gattung/Art: Ancistomus sabaji "L 301", Armbruster, 2003

Synonyme: Hemiancistrus sabaji, Peckoltia sabaji, L 75, L 124, L 301, LDA 02, Leopard-Trugschilderwels, Orangesaum-Guyanaharnischwels, Para Pleco Medium, Guyana-Big Spot

Herkunft: oberer Rupununi River, Guyana

Vorgestellt: DATZ 01/2002

Die Original-Vorstellung dieses Welses in der Fachzeitschrift Datz als PDF.


Größe: 25 cm

Wasserwerte:
T: 26 - 30°C
pH: 5 - 7,5

Empfohlene Beckengröße: ab 150 cm



Ein Ancistomus sabaji "L 301" aus dem oberen Rupununi River in Guyana.
Dies ist eine von mehreren Fundortvarianten.



Geschlechtsunterschiede: Die Ancistomus sabaji "L 301", Ancistomus cf. sabaji "L 75"/"L 124"
Männchen haben eine breitere und auch längere Kopfpartie.
Die Bestachelung (Odontoden) hinter den Kiemendeckeln und auf dem erst Brustflossenstrahl ist bei
den Männchen ausgeprägter. Häufig sind die im Handel erhältlichen Tiere aber noch zu jung für
eine Geschlechtsbestimmung.
Bei geschlechtsreifen Tieren kann man anhand der Draufsicht (Dorsalansicht) die beiden Geschlechter anhand der Körperproportionen unterscheiden.
Gerade bei der Betrachtung mehrerer Welse im Vergleich ein Unterschied gut sichtbar.
Die Unterscheidung der Geschlechter anhand der Genitalpapille ist nur für erfahrene und geübte Aquarianer eine
weitere Möglichkeit. Hierbei haben die Männchen eine kleinere und spitzer zulaufende Genitalpapille.



Dieser Ancistomus cf. sabaji stammt aus dem Rio Curu-Una, einem Flusssystem,
das zwischen dem Rio Tapajós und dem Rio Xingú südlich in den Amazonas entwässert.
Diese Welse werden mit anderen brasilianischen Fundortvarianten als L 75 bezeichnet.
Die Welse aus diesem Flusssystem haben als Jungtier noch ein recht großes
Fleckenmuster auf der Seite.


Sozialverhalten: Die Ancistomus sabaji "L 301", Ancistomus cf. sabaji "L 75"/"L 124" sind ruhige
und friedliche Harnischwelse.
Es kann zwar zu Rangeleien unter den jungen Männchen kommen. Diese sind aber eher spielerisch.
Bei der Haltung von größeren Tieren können adulte Männchen schon mal territorial werden.



Dieser Ancistomus sabaji wurde bei einer Expedition im oberen Rupununi River
in Guyana gefangen und wurde in der Datz 01/2002 als L 301 vorgestellt.
Dies entspricht der Typuslokalität des von Armbruster 2003
beschriebenen Peckoltia sabaji.


Beckeneinrichtung: Die Ancistomus sabaji werden bis zu 25 cm groß und brauchen dementstrechend
große Aquarien von mindestens 150 cm Länge.
Bei der Haltung von größeren Gruppen sollt natürlich auch das Becken dementsprechend größer gewählt werden.
Zum Heranwachsen braucht man erst mal nicht so große Aquarien.
Sehr häufig wird bei der Haltung dieser Welse ein Sandboden oder ein feiner Kiesboden verwendet.
Bei grobem Kies hat es sich gezeigt, dass Futterreste, die zwischen die Steine fallen, sehr schnell vergammeln können,
wenn keine Schnecken im Becken sind.
Wichtig bei der Beckengestaltung sind die zahlreichen Versteckmöglichkeiten, die man für diese Harnischwelse
einarbeiten sollte. Auch hat es sich gezeigt, dass schattige Bereiche gerne angenommen werden.
Einseitig geöffnete Höhlen sollten auf keinen Fall fehlen. Röhren, Wurzeln, Schieferplatten und Steinaufbauten
sind in der Welsaquaristik sehr gut bekannt und haben sich auch immer gut bewährt.
Nähere Informationen zum Thema Wurzeln findet ihr hier.
Bei der Gruppenhaltung ist es förderlich, das Becken in mehrere Territorien zu unterteilen.
Bei einer dichten Bepflanzung sind diese Welse weniger schreckhaft als in recht kahlen Becken.
Näheres über Pflanzen in Welsbecken hier.
Es sollte darauf geachtet werden, dass nicht alle Pflanzen gleich gut die höheren Temperaturen verkraften.
Die Strukturrückwände werden von diesen Tieren in der Regel nicht angeraspelt und können daher gut
im Becken verwendet werden.
Es sollten für die Fütterung von Pflanzenfutter freie Stellen im Becken bleiben, um die Futteraufnahme beobachten
und überwachen zu können und die Reste nötigenfalls zu beseitigen.


Das Diskussionsforum zum Thema Beckeneinrichtung findet ihr hier.



Dieser Ancistomus cf. sabaji stammt aus den Zuflüssen des Rio do Pará bei
der Ortschaft Portel. Das Tier wurde 1990 von der Firma Transfish importiert und
bekam in der Datz 11/1990 die Nummer L 75.


Haltung: Die Ancistomus sabaji oder auch Ancistomus cf. sabaji sind in den sauerstoffreichen
und stark durchströmten Bereichen zu finden. Meist verstecken sich diese Harnischwelse unter Steinen oder in Felsspalten.
Meist sind jüngere Exemplare in den flacheren Zonen zu finden, während größere Tiere eher in den tieferen Bereichen bis hin in den Mittellauf der Flüsse anzutreffen sind.
Die kleinen Jungtiere dieser Welse sind in einigen Flusssystemen eher in den Oberläufen anzutreffen.
Alle Fundortvarianten kommen in den warmen Klarwasserflüssen vor, die ein weiches und leicht saures Wasser führen.

In der Aquarienpflege haben sich diese Tiere als sehr einfach zu pflegende Harnischwelse herausgestellt.
Bei den Wasserwerten sind sie nicht besonders spezialisiert. Daher braucht man meist keine größere Aufbereitung
des Wassers. In den meisten Fällen weicht das normale Leitungswasser von den Werten her aus.
Die Wasserhärte sollte weich bis mittelhart sein. Als obere Grenze für eine dauerhafte Pflege sollte sie nicht weit
über 20°dH hinausgehen.
Bei den Temperaturen sollte man den Bereich von 26 bis 30°C wählen und den pH-Wert 5 bis 7,5.
In den meisten Fällen haben wie in Deutschland beim Leitungswasser einen pH-Wert leicht über 7.
Im Allgemeinen wird der pH-Wert im eingelaufenen Aquarium nach dem Wasserwechsel noch etwas absinken.
Bei diesen Welsen ist es für eine artgerechte Haltung angebracht, eine gute Strömung im Becken zu erzeugen.
Hierzu eignen sich Strömungspumpen hervorragend, zumal diese auch nur wenig Strom verbrauchen.
Bei gut durchströmten Becken sind diese Welse in der Regel wesentlich aktiver und auch neugieriger.
Teilweise sind es sehr verspielte Tiere, die sich gegenseitig durchs Becken treiben, ohne sich oder andere dabei zu verletzen.
Die Haltung in einer Gruppe sollte auf jeden Fall angestrebt werden, da es sich durchaus um gesellige Tiere handelt. Einzeltiere können schon mal eher als scheu erlebt werden, während Tiere in Gruppenhaltung eher verspielt sind.
Das Aquarienwasser sollte auf jeden Fall sehr sauerstoffreich sein. Dazu empfiehlt es sich, einen Durchlüfterstein
oder einen Diffusor einzusetzen.
Eine gute Filterung sollte, wie bei strömungsliebenden Harnischwelsen üblich, immer vorhanden sein.
Um die Keimbelastung gering zu halten, ist es angebracht, wöchentlich einen Teilwasserwechsel durchzuführen.
Auf zusätzliche CO2-Zuführung sollte eher verzichtet werden.

Beim Futter sind die Ancistomus sabaji, wie die anderen Harnischwelse dieser Gattung, Allesfresser (Omnivore) mit einer unterschiedlich ausgeprägten Vorliebe für Pflanzenfutter.
In den meisten Fällen werden aber die Wasserpflanzen bei guter Fütterung nicht behelligt.
Kartoffeln und Gurken sind hierbei hervorzuheben, da sie schnell von diesen Welsen angenommen werden.
Teilweise müssen diese Welse an manche Pflanzenfuttersorten erst gewöhnt werden, indem diese mehrmals
angeboten werden.
Natürlich ist es ohne weiteres möglich, diese Tiere mit Trockenfutter auf Pflanzenbasis zu ernähren.
Dazu bieten die verschiedensten Futteranbieter eine Fülle an Futtersorten in ihrem Sortiment.
Es werden alle Varianten von Trockenfutter angenommen, ob nun Flockenfutter, Granulatfutter, Futterpellets, Futtertabletten, oder Welschips.
Aber diese Welse sollten immer auch regelmäßig tierische Nahrung bekommen.
Hier bieten sich die verschiedensten Frostfuttersorten wie Insektenlarven und Krebstiere an. Bei einigen Haltern hat sich das Verfüttern von Fischfleisch in Form von Stinten und ähnlichem bewährt.
Für eine abwechslungsreiche Fütterung verwenden einige Aquarianer auch einen selbst gemachten Futterbrei.
Diese Welse gehören nicht gerade zu den Holzfressern und benötigen dieses nicht unbedingt. Aber weiche Wurzeln werden trotzdem gerne nach Aufwuchs oder ähnlichem abgesucht.



Das Diskussionsforum zum Thema Welsfutter findet ihr hier.



Das ist eine Maulaufnahme eines Ancistomus sabaji. Die Zähne weisen
auf einen sogenannten Allesfresser hin.


Vergesellschaftung: Die Ancistomus sabaji "L 301", Ancistomus cf. sabaji "L 75"/"L 124"
können ohne weiteres mit anderen Harnischwelsen vergesellschaftet werden. Es sollte darauf geachtet werden, dass diese Arten nicht zu nahe miteinander verwandt sind, da es zu Hybridisierung (Kreuzung) kommen kann.
Auch kleinere Welse werden nicht weiter von den Ancistomus sabaji behelligt. Daher ist die gemeinsame
Pflege verschiedener Welsarten kein Problem.
Für die freischwimmenden Aquarienbewohner scheinen sich die Ancistomus sabaji erst gar nicht weiter
zu interessieren. Bei ruhigeren Beifischen sind diese Welse aber mutiger und schwimmfreudiger als in Zusammenhaltung mit hektischen Barschen.
Da diese Welse keine Jäger sind, können auch sehr kleine Fische zur Vergesellschaftung in Frage kommen, auch
wenn diese Welse schon 25 cm erreicht haben.
Es sollte natürlich auf die Wasserwerte für die Fische geachtet werden. Aber die Herkunft, ob nun Südamerika
oder Asien, ist für die Fische eher egal, wenn die sonstigen Bedingungen passen.



Diese Variante des Ancistomus cf. sabaji ist im Rio Tapajós zu finden
und stammt aus der Umgebung der Stadt Itaituba.
Diese Welse werden mit anderen brasilianischen Fundortvarianten als L 75 bezeichnet.


Zucht: Wie bei vielen anderen Harnischwelsen sind auch die Ancistomus sabaji "L 301",
Ancistomus cf. sabaji "L 75"/"L 124" Höhlenbrüter, wobei die Männchen die Gelege pflegen.
Ab einer Größe von ungefähr 14 - 20 cm kann man langsam von der Geschlechtsreife dieser Tiere ausgehen.
Darunter braucht man keine gezielten Zuchtversuche zu starten.
Es sollten keine zusammengesammelten Welse als Zuchttiere verwendet werden, da es sich selten um die gleichen
Fundortvarianten handelt. Besser man beschafft sich gleich eine anständige Gruppe.
Obwohl die Nachzucht inzwischen schon mehrfach gelungen ist, kann man sie nicht gerade als einfach bezeichnen.
In den meisten Fällen war es eher eine zufällige Vermehrung und keine gezielte Zucht.
Es ist für eine gezielte Zucht oftmals einfacher ein Pärchen zu nehmen in einem nicht zu großen Becken.
Denn bei der Laichanregung streiten sich oftmals mehrere Männchen untereinander und halten sich damit gegenseitig von der Balz ab. Bei der Pflege einer Gruppe in einem Gesellschaftsbecken sollte das Becken unbedingt in Territorien unterteilt werden.

Bei einem Zuchtversuch ist es wichtig, dass die Weibchen einen Laichansatz aufweisen. Dazu bedarf es Frostfutter oder Fischfilet. Mit Trockenfutter wird das in der Regel nichts.
Die Beckentemperatur sollte auf 29 - 30°C angehoben werden. Wenn keine starke Strömung vorhanden ist,
sollte man diese nun zufügen. Zur Stimulation sollte jeden Tag ein großzügiger Teilwasserwechsel gemacht werden.
Durch die Absenkung des Keimdrucks bei den täglichen Wasserwechseln werden nicht nur die Welse
stimuliert sondern auch die Gefahr der Verpilzung der Eier gemindert.
Das Frischwasser sollte ein paar Grad kühler sein und sich dann wieder erwärmen.
Es gibt einige Züchter, die auf den Vollmond warten, um eine Laichstimulation vorzunehmen.
Andere schwören darauf, das Wasser einige Wochen vor der Stimulierung versotten zu lassen. Da hat jeder so
sein eigenes Rezept.

Die Größe des Geleges hängt von der Größe des Weibchens ab. Kleinere Weibchen haben aber auch schon
Gelege mit 50 Eiern, während große Weibchen sogar über hundert Eier legen.
In einem Zeitraum von etwa einer Woche schlüpfen die Jungtiere. Je nach Beckentemperatur kann dies schon
mal einen Tag früher oder später sein. Die Larven des Ancistomus sabaji sind, mit ihrem gelben Dottersack,
wesentlich größer als die eines Ancistrus.
Wenn im Becken keine Fressfeinde sind, kann man die Jungen dort heranwachsen lasssen. Einfacher und sicherer ist das Aufziehen in einem separaten Becken oder einem Einhängekasten.
So ist eine gezielte Ernährung der Jungfische bei der Aufzucht gewährleistet.
Um den Stress unter den Jungwelsen zu minimieren, sollte man viele kleine Röhren als
Verstecke im Aufzuchtbehälter platzieren. So haben die Jungtiere einen Unterschlupf,
in dem sie sich sicher fühlen. Bei Rangeleien unter den Jungwelsen stehen immer zwei Ausgänge
zur Verfügung. Das senkt den Stress und erhöht dadurch die Wachstumsgeschwindigkeit der Welse.
Eine sehr gute Wasserqualität ist immer die Voraussetzung für eine erfolgreiche Aufzucht.
Als Futter bieten sich sehr fein zerfallende Futtertabletten an oder fein zerriebenes Trockenfutter.
Die Tiere sollten pflanzliche und tierische Nahrung bekommen. Hier bieten sich auch entkapselte Artemiaeier
als Futter an. Sie sollten aber vor der Verfütterung aufquellen, damit sie dies nicht später im Magen
der Jungfische tun. Nach ein paar Tagen, wenn die Welse ein wenig herangewachsen sind, können
kleinere Frostfuttersorten wie zum Beispiel Cyclops oder Moina angeboten werden.
Rohe Kartoffeln sind gut geeignet, um als Futterquelle permanent zur Verfügung zu stehen.


Das Diskussionsforum zum Thema Welszucht findet ihr hier.



Diese Variante des Ancistomus cf. sabaji wird in der Nähe der Stadt Cametá im
Rio Tocantins und dessen Zuflüssen gefangen.
Diese Welse werden mit anderen brasilianischen Fundortvarianten als L 75 bezeichnet.


Sonstiges: Die L-Nummer "L 301" wurde für die Variante aus dem oberen Rupununi River in Guyana vergeben.
Dies entspricht der Typuslokalität der von Armbruster 2003 beschriebenen Peckoltia sabaji.
Im europäischen Raum werden diese Welse als Ancistomus sabaji bezeichnet, im lateinamerikanischen Raum als Hemiancistrus sabaji.
Da die verschiedensten Fundortvarianten oftmals nur wenig in der Färbung voneinander abweichen, spricht dies sehr für eine große Verbreitung dieser Art und nicht für einzelne Arten.
Aber abschließend ist dies noch nicht eindeutig geklärt.
Selbst beim Heranwachsen oder auch schon bei einer unterschiedlichen Haltung sind Veränderungen in der Färbung und Musterung zu beobachten.
Als 1990 diese Welse neu importiert wurden, vergab die Datz an die Variante aus dem Rio do Pará in der
Ausgabe 11/1990 die L-Nummer "L 75" an diese Tiere.
Als 1992 ähnliche Welse von der Firma Transfish aus Venezuela eingeführt wurden, bekamen diese in
der Ausgabe 05/1993 von der Datz die L-Nummer "L 124".
Da die Fundorte sehr weit voneinander entfernt waren, ging man trotz der Ähnlichkeit erst mal von einer
anderen Art aus, zumal diese Welse auch etwas langgestreckter wirkten.
In der Datz 01/2002 wurde dann L 301 vorgestellt, die Variante, die ein Jahr später von Armbruster
als Peckoltia sabaji beschrieben wurde. In der Zeitschrift "Das Aquarium" wurde mit der Bezeichnung
LDA 2 die L 75 Variante dieser Art 11/1992 ebenfalls nochmalig vorgestellt.
Inzwischen wurden Varianten dieser Art in verschiedensten Flusssystemen nachgewiesen, was die Annahme
bestärkt, dass es sich um eine Art handeln könnte. Eine Bestimmung der Herkunft eines Exemplares dieser
Art nach dem Aussehen ist kaum möglich, da es einfach zu wenige oder sogar keine eindeutigen Erkennungsmerkmale gibt.

Leider hilft hierbei die Bezeichnung im Handel nicht weiter, da es in den seltensten Fällen die richtige ist. Es werden Tiere aus Venezuela oft als L 75 gehandelt, während genau so oft Welse aus Brasilien als L 301 oder L 124 verkauft werden.



Diese Variante des Ancistomus cf. sabaji wird in den Grenzgebieten von Venezuela und
Kolumbien bei Puerto Ayacucho gefangen. Diese Welse sind eher schlichter und weniger farbig mit
vielen dunklen Flecken versehen. Die Varianten aus dem mittleren Rio Orinoco Einzugsgebiet
werden mit der Nummer L 124 bezeichnet.


Beschreibung: Die Ancistomus sabaji sind als Varianten in Guyana, Kolumbien, Venezuela und
aus dem nördlichen Brasilien bekannt. Die Färbung geht hierbei von einem grau/beige bis ins gelb/beige in der Grundfarbe.
Bei der Flossenfarbe finden wir von weiß/gelb bis hin zu kräftigem orange alle Variationen.
Die Punkte können dunkelbraun bis tiefschwarz sein, je nach Variante.
Sogar innerhalb einer Population können größere Variabilitäten vorkommen.



Die Ancistomus sabaji haben 7 Weichstrahlen in der Rückenflosse (Dorsale).
Der erste Strahl in der Rückenflosse wird als Hartstrahl (Dorsalstrahl) bezeichnet und
weist einen leichten Odontodenbewuchs auf.
Die Weichstrahlen spalten sich im letzten Drittel in der Rückenflosse zweimal auf.
Die Rückenflosse (Dorsale) ist am letzten Strahl nicht durch eine Membran mit dem Rücken verbunden.
Die Fettflosse (Adipose) ist nicht mit der Rückenflosse verbunden.
Zwischen den beiden Hartstrahlen (Caudalstrahlen) der Schwanzflosse (Caudale) eines
Ancistomus sabaji sind 14 Weichstrahlen zu zählen, die sich wiederum aufspalten.
Die leicht orangene Färbung lässt beim Heranwachsen nach.
Die Bilder des Ancistomus sabaji können durch Anklicken vergrößert werden.
So sind Feinheiten besser zu erkennen.

Das Diskussionsforum zum Thema L-Welse findet ihr hier.



Diese Variante des Ancistomus cf. sabaji wird in den Stromschnellen des Rio Xingú gefangen.
Dieses Tier stammt aus der Umgebung der Ortschaft Altamira.
Diese Welse werden mit anderen brasilianischen Fundortvarianten als L 75 bezeichnet.


Ähnliche Welse:


Bei Jungtieren besteht die Punktmusterung noch aus wenigen und größer wirkenden Flecken.
Bei großen Ancistomus cf. sabaji werden es mehr Flecken, die dadurch auch kleiner wirken.
Bei den L 124 Varianten haben die Alttiere mehr Punkte in der Zeichnung als bei den L 75 Varianten.


Exportsituation: Die Ancistomus sabaji dürfen aus Brasilien exportiert werden.
Die brasilianische Regierung regelt ihre Exporte von Zierfischen über eine Positivliste. Diese wird von der IBAMA herausgegeben.
Es dürfen nur Zierfische exportiert werden, die auf der Liste geführt werden.
Bei einigen Arten, die unter verschiedenen Bezeichnungen gehandelt werden, sind die Farbvarianten oder
Fundortvarianten von der IBAMA nicht extra aufgeführt worden.
So kommt es auch vor, dass nicht extra aufgeführte Arten gehandelt werden, da sie als eine Variante
einer beschriebenen Art gelten. Hierbei sind aber die Grenzen leicht schwammig.

Bei schweren Verstößen gegen die Exportvorschriften hat die brasilianische Regierung schon
hohe Geldstrafen und auch Gefängnisstrafen verhängt.
Daher sind in den letzten Jahren die Exporte aus Brasilien stark zurückgegangen.
Neue Arten, die bei Aquarianern weltweit immer sehr begehrt waren, sind aus Brasilien eher nicht
mehr zu erwarten. Hier haben sich in den letzten Jahren andere südamerikanische Länder hervorgetan.



Die Färbung dieser Leopard-Trugschilderwelse kann von einem braun/beige bis gelb/beige und
in den Flossen von braun bis ins gelb oder rot/orange gehen.


Handel: Es ist nicht so, dass jeder Aquarienladen diese Harnischwelse führt, aber sehr
selten sind diese Tiere auch nicht. Mit einer wenig aufwändigen Suche sollte es möglich sein, diese schönen
Harnischwelse zu bekommen. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert sich gleich eine Gruppe dieser Welse
zuzulegen, da man kaum die selbe Fundortvariante wiederbekommt.
Vom Preis her sind sie nicht die teuersten Tiere, daher ist die Anschaffung einer Gruppe durchaus möglich.
Je nach Größe und Herkunft der Tiere schwanken die Preise im Fachhandel zwischen 19 und 45 €.
Es macht einen enormen Preisunterschied aus, ob ein Tier nun 5 cm oder 14 cm groß ist.
Nachzuchten sind im Handel in der Regel nicht zu bekommen, da es keine kommerziellen Züchter dieser Art gibt.
Im Großhandel werden immer mal wieder Welse als "L 75" oder als "L 75 Kolumbien" angeboten,
wobei es sich hierbei aber oft um "L 147" handelt.
Daher kommt es vor, dass auch im Einzelhandel "L147" gelegentlich als "L 75" verkauft werden.



Autor: Ralf Heidemann (Fischray)






Haltungs- und Zuchtbericht von Guido (todie77)


Geschlechtsunterschiede: Die Männchen werden größer, haben eine breitere Kopfpartie und ausgeprägtere Interopercularodontoden.

Sozialverhalten: Ancistomus sp. "L 124" ist ein innerartlich recht verträglicher Harnischwels, außer kleineren Futterstreitigkeiten und kurzen Geplänkeln unter den Männchen, konnte ich niemals ausgeprägtes Territorialverhalten beobachten. Andere Harnischwelse werden nicht beachtet.

Haltung: In reich mit Rückzugsmöglichkeiten strukturierten Aquarien, mit ruhigen Beifischen, Sandboden und Wurzelholz ist Ancistomus sp. "L 124" vernünftig untergebracht. Einige, in Form und Größe verschiedene, Höhlen sollten, für eine evtl. Nachzucht der Tiere, ebenfalls vorhanden sein. Eine leistungsfähige Filteranlage, kräftige Oberflächenströmung oder Belüftung ist für diese recht Sauerstoffbedürftige Art von Vorteil.

Ancistomus sp. "L 124" haben sich bei mir als wenig scheu erwiesen und sind auch tagsüber häufig im Becken unterwegs. Ihre Friedfertigkeit, die relativ geringe Endgröße und ihre attraktive Färbung macht diese Art meiner Meinung nach zu einem idealen Harnischwels für die Aquaristik.

Die Tiere fressen eingewöhnt jedes angebotene Futter, wobei neben Futter tierischen Ursprungs auch pflanzliches Futter angeboten werden sollte. Weiches Holz zum Abraspeln sollte ebenfalls vorhanden sein.



Rechts ist ein Ancistomus cf. sabaji als L 124 Variante und links eine L 75 Variante.


Zucht: In einem großen Gesellschaftsbecken entdeckte ich mehrfach einige wenige Jungtiere, die ich mit einer TL von etwa 15 mm erstmals im Becken umherstreifend beobachten konnte. Offensichtlich wurde das Gelege in einer Spalte eines großen Wurzelstockes betreut, denn in den verschiedenen, angebotenen Höhlen konnte ich nie ein Brutpflegendes Männchen beobachten.


Autor: Guido (todie77)






Weitere Informationen :


Diese Ancistomus cf. sabaji “Rio Jatapu” wurden im Rio Jatapu bei einer Expedition gefangen.
Der Rio Jatapu fließt durch den brasilianischen Bundesstaat Roraima im Norden des Landes.




Auge von Ancistomus sabaji. Das Auge ist mit einem kleinen Irislappen bedeckt.
Der Irislappen ist ein Schutz des Auges vor Verletzungen und kann bei Helligkeit
größer werden.




Autor: Guido (todie77) und Ralf Heidemann (Fischray)




Wir bedanken uns für die Bilder bei André Werner und der Fa. Transfish. , Michael Hemetsberger (fishworld), Jonny Jensen jjphoto.dk, Alexander Lange, Andreas Tanke, mischko, Guido (todie77), Andreas Jekel (www.geophagus.de), Steffi Moritz, Oli Drescher, GudrunRP, Dirk Neumann und Ralf Heidemann (Fischray).




Wer Informationen hat bezüglich Ancistomus sabaji, die noch nicht
berücksichtigt wurden, kann sie gleich als Antwort unter diesen Datenbankeintrag setzen.
Bei der nächsten Bearbeitung dieses Eintrags wird dieses dann berücksichtigt.
Wir sind immer daran interessiert, gutes Bildmaterial für die Datenbank zu sammeln. Wer
diesbezüglich eigene Aufnahmen für die Datenbank hat und diese zur Verfügung stellt,
kann dies hier tun.


Schlüsselwörter: Ancistomus sabaji L301 L75 L075 L124 Rupununi Guyana Hypostominae Ancistrini
Sortierung: 306
Größe min: 25
Beckengröße min: 150
Temperatur min: 24
Temperatur max: 28



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