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Peckoltichthys bachi "L 232"
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Beschreibung: Gattung/Art: Peckoltichthys bachi ( "L 232" ) = ( "L 146" )

Synonyme: Ucayali-Flachstirnharnischwels, Sophiancistrus sp. "LDA 30", Peckoltia bachi, Sophiancistrus arenarius, Sophiancistrus ucayalensis, Hemiancistrus arenarius Eigenmann u. Allen 1942, Chaetostomus bachi Boulenger 1898, Peckoltichthys filicaudatus Miranda Ribeiro 1917, Hemiancistrus ucayalensis Fowler 1940, Bola Pleco.

Herkunft: Yurimaguas, Rio Maranon, Contamana, Rio Ucayali, Peru; Rio Jurua, Brasilien

Vorgestellt: L 146 (DATZ 02/1994), L 232 (DATZ 09/1996), LDA 30 (Das Aquarium 3/1997)

Die Original-Vorstellung dieses Welses in der Fachzeitschrift Datz als PDF.
(L 224 - L 232)


Größe: bis 15 cm

Wasserwerte:
T: 24 – 29°C
pH: 6 - 8

Empfohlene Beckengröße: ab 100 cm


Ein Peckoltichthys bachi "L 146/L 232" aus Peru.

Geschlechtsunterschiede: Geschlechtsreife Männchen entwickeln einen Odontodenbewuchs auf
dem Hinterkörper. Bei einer Betrachtung von oben sind geschlechtsreife Weibchen durch ihren Laichansatz
auch an der Körperform zu erkennen.

Sozialverhalten: Im Aquarium sind es eher ruhige und scheue Harnischwelse.


Wer interessantes Bildmaterial seiner Welse hat, kann es hier veröffentlichen.


Beckeneinrichtung: Die Becken sollten für ein Pärchen von ausgewachsenen L 146/L 232 mindestens eine Kantenlänge von 100 cm aufweisen. Bei Jungfischen reicht natürlich erst mal ein kleineres Becken. Sollte eine
größere Gruppe von Alttieren gepflegt werden, sollte das Becken aber auch dementsprechend größer gewählt werden.
Da diese Tiere gerade bei Störungen sehr scheu reagieren, sollten sehr viele Versteckmöglichkeiten angeboten werden.
Steinaufbauten, Schieferplatten, Höhlen und Wurzeln haben sich zahlreich bewährt.
Nähere Informationen zum Thema Wurzeln findet ihr hier.
Gerade an Wurzeln halten sich diese Welse allem Anschein nach gerne auf. Daher sollten diese auch auf keinen
Fall im Aquarium fehlen.
Die Becken sollten nicht nur wegen der Optik mit Wasserpflanzen bestückt sein, sondern bieten so ebenfalls weitere
Rückzugsmöglichkeiten für diese Tiere.
Näheres über Pflanzen in Welsbecken hier.
Bei der Haltung von größeren Gruppen sollte man das Becken in Territorien aufteilen.
Auch wenn es sich um eine ruhige und friedliche Art handelt, ist die begründete Hoffnung auf Nachwuchs so
erheblich größer.


Das Diskussionsforum zum Thema Beckeinrichtung findet ihr hier.


Haltung: Die Becken sollten eine gute biologische Filterung haben. Die Keimzahl sowie auch die
anderweitige Belastung des Wassers sollte recht niedrig sein. Bei stark bepflanzten Becken sollte nachts ein
Durchlüfterstein betrieben werden. Eine Filterung über Luftanheber ist für die Sauerstoffversorgung tagsüber
in der Regel durchaus ausreichend.
Die Wasserwerte sind nicht besonders aufwändig. In den meisten Fällen wird das normale Leitungswasser
schon den allgemeinen Ansprüche dieser Tiere gerecht.
Die Temperaturen sollten für die dauerhafte Haltung zwischen 24 bis 29°C betragen, während der pH-Wert
zwischen 6 und 8 liegen sollte. Bei der Gesamthärte sollte ein mittlerer Härtegrad nicht
permanent überschritten werden. Für die Zucht sollte aber eher ein sehr weiches Wasser gewählt werden.
Diese Tiere zählen zu den sogenannten Allesfressern. Es wird Grünfutter und fleischliche Nahrung gleichermaßen
gefressen. Daher sollten gerade Alttiere vielseitig ernährt werden.
Gefressen wir so ziemlich alles, was es an Trockenfuttersorten so gibt, allerdings manchmal erst nach einer kurzen Eingewöhnung.
Frostfutter wird meist sogleich angenommen, egal welche Sorte. Bei Grünfutter sollte man einfach ausprobieren.
Salate, Gurken oder auch Kartoffeln werden im Allgemeinen angenommen. Damit hatte ich bisher gute Erfahrungen
bei den L 146/L 232.
Wurzeln sollten immer im Becken enthalten sein. Sie werden von den Welsen permanent beraspelt.
Ob sie nun eventuell als Nahrungsergänzung dienen oder nur als Versteck ist ja egal, solange nur welche da sind.
Es sollten am besten aber weichere Wurzelarten sein.


Das typische Maul eines Akkesfressers.


Oberkieferbezahnung eines Peckoltichthys bachi "L 146/L 232" und die Unterkieferbezahnung.

Vergesellschaftung: Ein allgemein als Gesellschaftsbecken bezeichnetes Aquarium ist durchaus für
diese Art geeignet. Es braucht kein Artbecken zu sein.
Diese Welse können ohne weiteres mit anderen Harnischwelsarten zusammen gepflegt werden.
Des weiteren können friedliche Fischarten, die diesen harmlosen Welsen nicht gefährlich werden, auch ohne weiteres
im gleichen Becken gehalten werden, solange die Haltungsbedingungen identisch sind.


Das Diskussionsforum zum Thema Welsfutter findet ihr hier.


Beschreibung: Das auffälligste bei diesen Harnischwelsen sind ihre weit außen am Kopf sitzenden Augen, wie es auch bei Hypoptopoma bekannt ist.
Ebenso auffällig ist die sehr steil und hoch verlaufende Stirn dieser Welse, mit einer Ähnlichkeit von der Kopfform
her zu den Panaque.
Diese Tiere sind mit einem kontrastreichen Punktmuster bis hin zu einer dunkelbraunen einheitlichen Grundfärbung bekannt.


Das Diskussionsforum zum Thema L-Welse findet ihr hier.


Sonstiges: Da diese Welse mit sehr unterschiedlicher Grundfarbe und Musterung gefunden wurden und dies
auch noch in einem recht großen Verbreitungsgebiet, nahm man an, dass es sich um verschiedene Arten handeln müsste.
Daher kam es dazu, dass diese Art allem Anschein nach vier mal mit verschiedenen Artnamen beschrieben wurde.
Für diese vier Arten wurde dann der neue Gattungname, nämlich Sophiancistrus, gewählt.
Inzwischen hat sich bei Befischen der Biotope und durch Exporte verschiedenster Herkunft gezeigt, dass alle Variationen
dem Anschein nach auch überall zu finden sind.
Bei der Haltung in der Aquaristik zeigte sich, dass diese Welse ihre Färbung und Musterung stark ändern können.
Daher kam man zu dem Schluss, dass es sich bei allen Tieren um die selbe Art handeln könnte.
Gerade auch, weil es im Körperbau keinerlei Abweichungen zwischen den Arten gab, nur in Färbung und Musterung.
Die dunkelbraunen Welse, die aus dem Norden Brasiliens stammen und als Sophiancistrus bachi
bezeichnet wurden, bekamen später im Aquarium die Färbung und Musterung von Tieren, die eigentlich aus dem
Yarina Cocher in Peru bekannt waren und als Sophiancistrus ucayalensis bezeichnet wurden.
Genauere Untersuchungen stehen zur Zeit noch aus, aber im Moment scheint es sich so abzuzeichnen, dass es sich
bei allen Tieren um die gleiche Art handelt.

In den Heimatbiotopen sind diese Welse sehr häufig an Holz zu finden. Durch ihre Färbung sind sie dort
hervorragend getarnt. Sie sind in den strömungsreicheren sowie auch in den ruhigeren Flussabschnitten
gleichermaßen zu finden. Dies hat sich bei verschiedensten Expeditionen gezeigt und wurde auch in
der Literatur des öfteren erwähnt.


Die Peckoltichthys bachi "L 146/L 232" haben 7 Weichstrahlen.
Die Fettflosse ist nicht mit der Rückenflosse verbunden.

Namensgebung: Die Gattung Peckoltichthys ist nicht weltweit anerkannt. In seiner Revision der Gattung Peckoltia 2008 sagt Armbruster zwar selbst, dass Peckoltia bachi (so bezeichnet er Peckoltichthys bachi) wahrscheinlich in eine eigenständige Gattung gehört und nicht in die Gattung Peckoltia, jedoch findet er es noch nicht an der Zeit diesen Schritt zu vollführen. Im deutschen Raum gab es schon länger eine Gattung für diese Art:
Sophiancistrus. In der genannten Arbeit erklärt Armbruster Sophiancistrus arenarius und Sophiancistrus ucayalensis zu Synonymen von Peckoltia bachi. Da S. ucayalensis aber der Gattungstypus für Sophiancistrus ist, ist diese Gattung nun ein Synonym zu Peckoltichthys.

Als L 146 wurde zunächst der Chaetostoma tachiraense von der Datz vorgestellt.
Dieses wurde noch mal geändert, so dass nun der Peckoltichthys bachi die L-Nummer L 146 bekam.

]
Die Unterschiede in der Färbung und Musterung sind bei diesen Harnischwelsen recht auffallend.

Zucht: Die Nachzucht dieser Harnischwelsart ist laut eines Berichtes im Welsatlas 2 erstmals von
Madörin im Zoo Basel gelungen. Das zum Einsatz gekommene 300 Liter Becken wurde mit Luftanhebern gefiltert.
Das Leitungswasser mit einem pH 6,6 und 80 uS/cm hatte eine Temperatur von 27°C.
Es wurde mehrfach in 20 cm langen und 4 cm dicken Bambushöhlen abgelaicht, obgleich auch Tonhöhlen
angeboten wurden. Es kann zu Gelegegrößen von 150 Eiern.
Das Erbrüten der Gelege misslang mehrfach, und es konnten erst bei einer künstlichen Erbrütung Jungfische
aufgezogen werden.
Die Aufzucht erfolgte erst mit Artemia und tierischem Futter problemlos. Bei pflanzlicher Kost gab es große Ausfälle.
Ein ausführlicher Bericht ist im Welsatlas 2 nachzulesen.

Bei der künstlichen Erbrütung von Gelegen ist es von enormen Vorteil, wenn das Gelege im Wasser schwebt und
nicht irgendwo durch Reibungen beschädigt werden kann. Dies ist gerade bei bakteriell empfindlichen Arten ein
großer Vorteil. Zu diesem Zweck wurden verschiedenste Modelle eines Erbrüters von findigen Aquarianern
entworfen. Oftmals wurden Brutanlagen aus der Speisefisch-Industrie als Vorlage für die verkleinerten
Aquaristik-Modelle verwendet.
Bei manchen Fischarten bleibt gelegentlich kaum eine weitere Möglichkeit übrig, wenn man ein
Gelege bis zum Schlupf bringen möchte.

Das Aufziehen von Jungfischen ist einfacher, wenn diese separat und kontrolliert gefüttert werden können.
Das Becken sollte von der Fläche her nicht zu groß gewählt werden, damit die Jungfische das Futter nicht erst
lange suchen müssen. Oftmals hat es sich bewährt, wenn die Jungen „im Futter stehen“.
Das Problem bei zu kleinen Becken ist dann wieder die Wasserqualität.
Deshalb bietet sich der Einsatz von Einhängekästen an. Diese werden in ein volumenmäßig größeres Becken gehängt und permanent mit dessen Wasser durchströmt. So erhält man stabilere Wasserwert, aber trotzdem sollte man täglich einen Teilwasserwechsel durchführen, da dies das Wachstum der Jungwelse positiv beeinflusst.

Geschlechtsreifes Männchen in Brutstimmung.


Sehr auffällig ist bei dieser Gattung, dass die Augen sehr weit außen am Kopf sitzen,
was schon beim ersten Blick sehr ungewöhnlich erscheint.

Das Diskussionsforum zum Thema Welszucht findet ihr hier.


Importsituation: Über Peru kommen in den letzten Jahren immer mal wieder einige Welse dieser Art zu
uns in den Handel. Da die Importe aus Brasilien durch die Regelung über eine Positivliste inzwischen nicht mehr so artenreich sind, versuchen die deutschen Importeure die Artenvielfalt über häufigere Importe aus anderen
südamerikanischen Ländern auszugleichen.
Daher sind auch solche Welse nun mal etwas häufiger anzutreffen.
Im Handel tragen diese Welse immer wieder verschiedenste Gattungsnamen wie Sophiancistrus, Hemiancistrus, Peckoltia oder auch mal Peckoltichthys.







Weitere Informationen :



http://www.youtube.com/watch?v=gLxylgqNCqI

http://www.scotcat.com/loricariidae/peckoltia_bachi.htm

http://www.planetcatfish.com/catelog...species_id=762



Auge von Peckoltichthys bachi "L 146/L 232".
Das Auge ist mit einem kleinen Irislappen bedeckt.



Autor: Daniel Konn-Vetterlein, Markus Kaluza und Ralf Heidemann

Wir bedanken uns für die Bilder bei André Werner und der Fa. Transfish.
sowie bei Enrico Richter und Ralf Heidemann.





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Die statistischen Daten sind von welse.ch!


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Wer Informationen hat bezüglich Peckoltichthys bachi "L 146/L 232", die noch nicht
berücksichtigt wurden, kann sie gleich als Antwort unter diesen Datenbankeintrag setzen.
Bei der nächsten Bearbeitung dieses Eintrags wird dieses dann berücksichtigt.
Wir sind immer daran interessiert, gutes Bildmaterial für die Datenbank zu sammeln. Wer
diesbezüglich eigene Aufnahmen für die Datenbank hat und diese zur Verfügung stellt,
kann dies hier tun.
Schlüsselwörter: Sophiancistrus ucayalensis L232 232 146 L146 Kolumbien Peru Hypostominae Ancistrini Peckoltichthys bachi arenarius filicaudatus
Sortierung: 237
Größe min: 15
Beckengröße min: 100
Temperatur min: 25
Temperatur max: 29



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