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Curculionichthys sp. "Surinam"
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Curculionichthys_Cajana_11803.JPG
Großbild


Beschreibung: Gattung/Art: Curculionichthys sp. "Surinam"

Synonyme: keine

Herkunft:
Surinam, Gran Rio (Zufluss des Surinam Rivers), Tapanahony und Palumeu River (Marowijne Fluss-System), Französisch-Guyana, Waki und Inini River (Marowijne-Einzug)

Größe:
bis etwa 2 cm


Curculionichthys sp. "Surinam" vom Cajana Creek, Zufluss des Gran Rio im Surinam River System

Wasserwerte: T: 24 - 28° C

Empfohlene Beckengröße:
ab 50 cm

Sozialverhalten:
Die Art ist recht aktiv, insbesondere bei der Fütterung haben sie bei mir sehr schnell das Futter lokalisiert. Dabei sind sie untereinander und auch zu anderen Arten sehr friedlich. Eine Vergesellschaftung mit größeren oder aggressiveren Arten sollte vermieden werden. Wenn man die Art nicht in einem Artbecken halten kann oder möchte, bieten sich Zwergsalmler oder ruhige Arten wie Farlowella an, mit denen sie im Tapanahony auch gemeinsam vorkommen.

Beschreibung:
Die Art ähnelt im Habitus Hisonotus-Arten, ist meines Erachtens aber eher eine Curculionichthys-Art. Für beide Gattungen gibt es im nördlichen Guyana-Schild keine belegten Arten.
Die Färbung ist variabel und hängt vermutlich vor allem von Umgebungsbedingungen (Helligkeit und Farbe des Bodengrund, Ernährung, Wasserparameter,...) ab. Unabhängig von der "Stimmung der Tiere" sichtbar ist die Flossenfärbung (siehe Abbildungen) und mehrere braune Bänder in der oberen Körperhälfte, die aber oft von zusätzlicher dunkler Zeichnung überlagert werden. Auf der folgenden Abbildung sieht man die maximale Färbung der Caudalen. Die meisten Exemplare haben jedoch keine vollständig durchgehende, umlaufende Linie, sondern ist diese oft auf den Hartstrahlen der Caudale unterbrochen. Die Färbung auf den mittleren Caudalstrahlen ist oft auch auf den Bereich am Ansatz der Caudal beschränkt.


Curculionichthys sp. "Surinam" vom Cajana Creek, mit maximaler Caudalfärbung


Curculionichthys sp. "Surinam" vom Cajana Creek, ohne sichtbares Längsband und reduzierter Caudalfärbung

Die Caudale ist bei Curculionichthys-Arten ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal, siehe dazu Näheres bei der Typusart Curculionichthys insperatus.

Die untere Körperhälfte ist weißlich bis gelblich und weitestgehend frei von Zeichnungselementen. In der Regel ist auch ein dunkles, meist gräuliches Längsband zu sehen, welches sich den bräunlichen Querbändern überlagert. Teilweise ist die dunkle Färbung auch grünlich oder besteht nur aus einzelnen Punkten/Flecken (s. Abbildung oben). Die obere Körperhälfte scheint (nahezu) vollständig mit Melanophoren versehen zu sein, wie man auf folgendem Bild sehen kann.


Curculionichthys sp. "Surinam" vom Gran Rio, obere Körperhälfte nahezu vollständig eingefärbt

Diese dunkle Färbuing in der oberen Körperhälfte ist starke von der Stimmung bzw. den Umgebungsbedingungen abhängig.
Die Ventralen
Die Art verfügt über keine Adipose. Der ganze Körper ist auf den Knochenplatten und Flossenstacheln mit Odontoden besetzt, die sicherlich eine Anpassung an die Habitate mit starker Strömung darstellen.

Besonderheiten:
Diese Art ist wissenschaftlich noch nicht beschrieben und ist daher mit Vorbehalt dieser Gattung zugeordnet. Für eine sichere Zuordnung wären mikrospische oder genetische Untersuchungen erforderlich, welche noch nicht erfolgt sind.
Es gibt mehrere bekannte Populationen, die vermutlich alle der gleichen Art angehören, die ich vorläufig als Curculionichthys sp. "Surinam" bezeichnen möchte, auch wenn sie auch noch in Französisch-Guyana in Zuflüssen des Grenzflusses Marowijne/Maroni vorkommt.
Mol & Wan Tong You, 2012 haben die Art für den oberen Palumeu River (Zufluss des Tapanahony im Marowijne River System) nachgewiesen, ohne sie einer Gattung zuzuordnen. In dieser Arbeit wird vermutet, dass es sich um die gleiche unbeschriebene Art handelt, die auch Le Bail et al. 2000 für den oberen Marowijne in Französisch-Guyana als Gen. nov. aff. Parotocinclus auflisten.
Die meines Erachtens für diese Art passende Gattung Curculionichthys ist 2015 von Roxo et al. für Arten einer Abstammungslinien aufgestellt worden, die vorher der polyphyletischen Gattung Hisonotus zugeordnet waren. Fábio Roxo hat meine Annahme der Gattungszugehörigkeit mit Vorbehalt bestätigt.
Curculionichthys sp. "Surinam" konnte ich in Surinam 2018 im Unterlauf des Palumeu, und zusätzlich noch in einem Zufluss des Tapanahony und 2016 sowie 2018 auch in mehreren Stellen im Gran Rio und seinen Zuflüssen nachweisen. In den Creeks scheinen sie häufiger vorzukommen.
In den unterschiedlichen Biotopen reichten die Temperaturen dabei von etwa 25 °C (Creeks) bis 30 °C (Hauptflüsse). Man findet sie im Geäst der Ufervegetation, an Wasserpflanzen (Podostemaceae) und im flachen Wasser auf dem Sandboden. Allen Fundorten ist gemein, dass sie eine mäßige bis starke Strömung aufweisen. In einem Creek des Gran Rio haben wir sie zum Beispiel zusammen mit Paralithoxus pallidimaculatus, Guyanancistrus brevispinis brevispinis, Parotocinclus sp. und Melanocharacidium dispilomma in den Stromschnellen gefangen.
Daher sollte im Aquarium unbedingt auf eine gute Durchströmung geachtet werden. Auch wenn sie durchaus auch in sehr warmen Wasser anzutreffen sind, würde ich angesichts der anzustrebenden guten Sauerstoffsättigung die Maximaltemperaturen dauerhaft vermeiden.

Ich halte meine Tiere in Artbecken und füttere sie mit fein zerfallenden Futtertabletten und Chlorella-Pulver, was beides sehr gut angenommen wird. Für ein Gesellschaftsbecken erscheinen sie mir nur mäßig geeignet zu sein, aber für Artbecken oder in Vergesellschaften mit kleineren und nicht zu agressiven Arten scheinen sie mir durchaus gut geeignet für die Haltung im Aquarium zu sein. Allerdings ist es fraglich, ob diese Tiere jemals in den Handel gelangen werden.


Curculionichthys sp. "Surinam" vom Cajana Creek, bei der Fütterung

In der Färbung sehe ich zwischen den Populationen vom Gran Rio und vom Tapanahony keine relevanten Unterschiede. Da es auch sonst einige Arten wie z.B. Paratocinclus sp. gibt, die wir in Creeks sowohl des Tapanahony als auch des Gran Rio fangen konnten, aber in den anderen Fluss-Systemen noch nicht nachgewiesen sind, vermute ich, dass es sich tatsächlich um die gleiche Art handelt. Die Einzugsgebiete von Suriname und Marowijne River grenzen oberhalb (südlich) des Brokopondo Sees unmittelbar aneinander.


Curculionichthys sp. "Surinam" vom Tapanahony River, Surinam

Quellen:
"Atlas des poissons d'eau douce de Guyane. Tome 2 - fascicule II. Siluriformes."; Le Bail, P.Y., P. Keith, und P. Planquette. Museum National d'Histoire Naturelle, Paris; 2000
"A Rapid Biological Assessment of the Upper Palumeu River Watershed (Grensgebergte and Kasikasima) of Southeastern Suriname:119-130. 2013"; Jan H. Mol und Kenneth Wan Tong You;
"Description of a new genus and three new species of Otothyrinae (Siluriformes, Loricariidae)", Roxo et al., ZooKeys 534: 103-134 (2015)
Persönliche Kommunikation mit Fábio F. Roxo.

Autor:
Karsten S.

Für die Bilder bedanken wir uns bei Karsten S.
Schlüsselwörter: Curculionichthys Surinam Gran Rio Tapanahony Palumeu Marowijne
Größe min: 2
Beckengröße min: 50
Temperatur min: 24
Temperatur max: 28



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