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Hypancistrus furunculus "L 199"
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Beschreibung: Gattung/Art: Hypancistrus furunculus "L 199", Armbruster, Lujan & Taphorn, 2007
(Orinoko-Tigerharnischwels)

Synonyme: Orinoko - Tigerharnischwels

Herkunft: Venezuela, Amazonas, oberer Orinoco-Einzug

Vorgestellt: DATZ 09/1995

Wasserwerte:
T: 25 - 29°C
pH: 5,5 - 7,5
KH: 0 - 5°dH
GH: 0 - 20°dH

Größe: 15 cm

Empfohlene Beckengröße: ab 100 cm



Hypancistrus furunculus "L 199" aus dem oberen Orinoco-Einzug.


Geschlechtsunterschiede: Adulte Männchen haben längere Interopercularodontoden und mehr Odontoden auf dem
ersten Brustflossenstrahl. Geschlechtsreife Weibchen haben durch ihren Laichansatz eine breitere Bauchpartie.
Die Männchen der Hypancistrus furunculus "L 199" haben eine breitere und länger Kopfpartie.



Die starke Bestachelung (Odontoden) auf dem ersten Brustflossenstrahl (Pectoralstrahl) weist
diesen Hypancistrus furunculus "L 199" als Männchen aus. Auch die Bestachelung (Odontoden)
an den Kiemendeckeln deutet auf ein Männchen hin.
Die Odontoden am Kiemendeckel ordnen diese Welse dem Tribus "Ancistrini" zu.


Etymologie: „Hyp-" von griechisch „hypo-" steht für die reduzierte Kieferbezahnung im Vergleich
zu Ancistrus. Der Namensteil „-ancistrus“ kommt von „ankistron“ = „Widerhaken“ und bezieht
sich auf die namensgebenden Kiemendeckel-Odontoden.



Zum Kopfbereich hin werden die Hypancistrus furunculus "L 199" eher ockerfarben bis gelblich in
der Linienzeichnung. Die Bauchseite der L 199 ist heller mit leichtem und dunkleren Fleckenmuster.
Die Bauchpartie dieser Harnischwelse ist nicht mit einer Panzerung bedeckt.
Bei geschlechtsreifen und laichvollen Weibchen ist die Bauchpartie wesentlich fülliger.
Die Bilder des Hypancistrus furunculus "L 199" können durch Anklicken vergrößert werden.
So sind Feinheiten besser zu erkennen.


Sozialverhalten: Ruhige, gut verträgliche Art.



Die Hypancistrus furunculus "L 199" stammen aus dem gleichen Einzugsgebiet wie die
Hypancistrus debittera "L 129" oder auch Hypancistrus contradens.


Haltung: In Becken ab 100 cm Länge ist der L 199 leicht zu pflegen, da er bei der Haltung keine extremen Wasserverhältnisse braucht. Auch in der Vergesellschaftung mit anderen Harnischwelsen oder Fischen ist diese Art sehr pflegeleicht.
Bei stark beleuchteten Aquarien sind die Welse tagsüber viel in den Höhlen oder in stark beschatteten Regionen des Beckens
anzutreffen. Viel Dekoration sowie Wurzeln als Verstecke sind für diese recht scheuen Genossen zu empfehlen.
Es ist eine mittelgroße Hypancistrus-Art, die auch mit Frostfutter und Futtertabletten ohne besondere Ansprüche leicht zu halten ist. Jungtiere fressen gelegentlich noch etwas pflanzliche Kost, aber als Alttier sind sie reine Fleischfresser.
Wurzeln brauchen sie für die Ernährung nicht. Eine Strömung im Becken fördert ihr Wohlbefinden.
Der L199 ist eine Art, die im Handel selten zu bekommen ist und auch nur zu bestimmten Jahreszeiten im Rio Orinoco
bei Minicia oberhalb des Rio Atabapo-Zuflusses (Werner) gefangen wird.
Da diese Welse in der Natur durchweg in den sauerstoffreicheren und strömungsreicheren Regionen des Flusses
anzutreffen sind, sollten sie auch im Aquarium eine gute Sauerstoffversorgung vorfinden.
Dies ist mit einem Diffusor oder einem zusätzlichen Durchlüfterstein recht einfach zu bewerkstelligen.



Der Hypancistrus furunculus "L 199" wird zu den sogenennten Allesfressern (Omnivore) gezählt.
Pflanzliches Futter wird aber in der Regel nur von Jungfischen angenommen.
Die älteren Harnischwelse dieser Art fressen eher fleischliche Kost.


Gerade die Zähne der L 199 verraten ihre Gattungszugehörigkeit. Der Hypancistrus furunculus hat zwei
verschiedene Zahnvarianten. Im Oberkiefer befinden sich viele kleinere Zähne mit zwei Zahnspitzen.
Im Unterkiefer haben diese Welse eine reduzierte Anzahl von Zähnen mit zweispitzigen Kuppen,
dafür sind die Unterkieferzähne aber recht groß. Diese verschiedenen Zahnformen sind ein eindeutiges
Gattungsmerkmal für die Hypancistrus-Arten.


Zucht: Der L199 ist das erste mal im Oktober 2000 nachgezogen worden (von Sommer).
Die Gelegegrößen richten sich nach der Weibchengröße und können bis zu 40 Eier mit 4 mm Durchmesser betragen.
Einige Nachzuchten, die ich von A. Sprenger bekam, erwiesen sich als robuste und pflegeleichte Tiere.
Mit einem Alter von etwa 2,5 Jahren bekamen diese Nachzuchttiere ihr erstes eigenes Gelege.
Die ersten Jungfische wuchsen im Becken mit den Elterntieren heran. Es waren gerade mal 8 Tiere.
Im Laufe der Jahre wurde auch die Anzahl der Eier in den Gelegen mit Heranwachsen des Weibchen immer größer.
Die Weibchen bleiben im Wachstum hinter den Männchen leicht zurück, was darauf zurückzuführen ist,
dass die Energie weniger in das Wachstum sondern eher in den Laichansatz gesteckt wird.
Die Jungfische wachsen in einem Artbecken ohne weiteres nebenbei auf, aber eine separate Aufzucht ist auf
jeden Fall empfehlenswerter. Jungfische sollten auch im Aufzuchtbecken Versteckmöglichkeiten
vorfinden. Ich verwende hierfür Plastik-Rohrstücke in passender Größe.
Als Futter werden fein zerfallende Futtertabletten angenommen, wie zum Beispiel Sera Viformo oder O-Nip.
Entkapselte Artemiaeier, die vor der Verfütterung erst in Wasser aufquellen sollten, werden ebenfalls von den
Jungfischen sehr gerne gefressen. Recht früh gehen die kleinen Welse auch schon an Cyclops heran, die
ich in Form von Frostfutter reiche. Das Wachstum der Jungfische ist schneller als zum Beispiel bei L 46.



Wie bei anderen Harnischwelsen auch empfiehlt es sich, die Hypancistrus furunculus "L 199"
separat aufzuziehen. So ist eine gezielte Fütterung der Jungfische möglich.


Ähnliche Welse: Hypancistrus debilittera (L129), Hypancistrus sp. "L270", Hypancistrus sp. "L316", Hypancistrus sp. "L340", ...



Die Musterung der L 199 ist sehr variabel. Jungfische können noch recht hell gezeichnet sein.
Auch kann die Musterung von verwaschen bis sehr kontrastreich sein.


Im Vergleich zu ähnlichen Arten wie L129, L270 = L307, L316 und L340 hat der L199 meist eine gröbere Musterung. Das Zeichnungsmuster ist extrem variabel.



Dass die Färbung der Kopfpartie eher ins gelb/ocker bei der sonst eher weiß wirkenden Linienzeichnung übergeht,
hat der Hypancistrus furunculus "L 199" mit dem gepunkteten Hypancistrus contradens gemeinsam.


Weitere Informationen: Datz 09/1995, Seite 549-550
und Wels Atlas Band 2



Die Hypancistrus furunculus "L 199" haben 7 Weichstrahlen in der Rückenflosse (Dorsale).
Der erste Strahl in der Rückenflosse wird als Hartstrahl (Dorsalstrahl) bezeichnet und
weist einen leichten Odontodenbewuchs auf.
Die Weichstrahlen spalten sich im letzten Drittel in der Rückenflosse zweimal auf.
Die Rückenflosse (Dorsale) ist am letzten Strahl nicht durch eine Membran mit dem Rücken verbunden.
Die Fettflosse (Adipose) ist nicht mit der Rückenflosse verbunden.
Zwischen den beiden Hartstrahlen (Caudalstrahlen) der Schwanzflosse (Caudale) eines
Hypancistrus furunculus "L 199" sind 14 Weichstrahlen zu zählen, die sich wiederum aufspalten.
Die Bilder des Hypancistrus furunculus "L 199" können durch Anklicken vergrößert werden.
So sind Feinheiten besser zu erkennen.


Dieser Hypancistrus furunculus "L 199" wurde in der Umgebung der Ortschaft Minicia gefangen,
oberhalb des Zuflusses des Rio Atabapo. Die Bilder des Hypancistrus furunculus "L 199" können durch
Anklicken vergrößert werden. So sind Feinheiten besser zu erkennen.


Handel: Der Hypancistrus furunculus "L 199" ist nicht so häufig in den Aquarienläden vertreten wie andere
Welse dieser Gattung. Obwohl der zeitweilige Rückgang der Hypancistrus-Exporte aus Brasilien den Handel
mit den Hypancistrus furunculus "L 199" eher etwas gesteigert hat, da diese Welse aus Venezuela stammen.
Im Handel sind auch gelegentlich Nachzuchten zu bekommen. Mit ein wenig Recherche im Internet kann man
diese Harnischwelse eigentlich recht schnell bekommen.



Das Auge eines Hypancistrus furunculus "L 199" ist mit einem Irislappen bedeckt.
Dieser dient zum Schutz des Auges. Die Bilder des Hypancistrus furunculus "L 199"
können durch Anklicken vergrößert werden. So sind Feinheiten besser zu erkennen.



Autor: Ralf Heidemann (Fischray)

Wir bedanken uns für die Bilder bei Ingo Seidel, Amazon-Aquatics, Andreas Jekel (www.geophagus.de), Milan Tichavský und bei Ralf Heidemann (Fischray)





Die Bilder des Hypancistrus furunculus "L 199" können durch Anklicken vergrößert werden.
So sind Feinheiten besser zu erkennen.


Der Schnauzenrand der Hypancistrus furunculus "L 199" ist, wie bei dieser
Gattung üblich, völlig mit Hautverknöcherungen bedeckt.


Die Bilder der Orinoko-Tigerharnischwelse können durch Anklicken vergrößert werden.
So sind Feinheiten bei den L 199 besser zu erkennen.


Die Bilder der Orinoko-Tigerharnischwelse können durch Anklicken
vergrößert werden. So sind Feinheiten bei den L 199 besser zu erkennen.


Die Bilder der Orinoko-Tigerharnischwelse können durch Anklicken vergrößert werden.
So sind Feinheiten bei den L 199 besser zu erkennen.


Ein Jungtier von Hypancistrus furunculus.
Die Bilder der Orinoko-Tigerharnischwelse können durch Anklicken
vergrößert werden. So sind Feinheiten bei den L 199 besser zu erkennen.






Die Harnischwelse der Gattung Hypancistrus


In dieser Gattung sind sehr viele ähnlich aussehende Harnischwelse vertreten.
In der Regel werden die Tiere dieser Gattung nur bis 15 cm groß. Es gibt mit dem Hypancistrus inspector "L 102" nur eine Ausnahme: Diese Welse können bis zu 20 cm Totallänge erreichen.

Der größte Teil der Arten dieser Gattung zählt zu den Wurmlinienharnischwelsen, die sich oftmals sehr ähnlich sehen.
Außer im Amazonas-Einzug ist diese Gattung auch im Rio Orinoco-Einzug zu finden.
Die Abgrenzung von einzelnen Arten ist hier oftmals sehr schwierig.

Die anderen Arten dieser Gattung sind die punktierten Hypancistren. Dabei handelt es sich um Harnischwelse mit einer schwarzen Grundfarbe und weißen Punkten. Dass hier bei der Betrachtung von Einzeltieren ohne Fundortangabe oftmals so gut wie keine Bestimmung möglich ist, sollte verständlich sein.

Die große Ausnahme in der Musterung stellt der Hypancistrus sp. "L 70" da. Dieser besitzt als Jungfisch noch eine Marmorierung (leichtes Linienmuster). Als adultes Tier ist dieser Wels dann aber grau-schwarz ohne Musterung.

In dieser Gattung finden wir 7 Weichstrahlen in der Rückenflosse, die sich noch mehrfach aufspalten.
Der erste Strahl ist der sogenannte Hartstrahl dieser ist wesentlich dicker und auch oftmals mit Odontoden besetzt.
Der letzte Weichstrahl ist nicht durch eine Flossenmembran mit dem Rücken verbunden wie bei anderen Gattungen.
In der Schwanzflosse können wir 14 Weichstrahlen zählen, die zwischen den beiden Hartstrahlen liegen.
Die Fettflosse ist nicht über eine Flossenmembran mit der Rückenflosse verbunden.
Auch der einzelne Strahl der Fettflosse ist oftmals mit Odontoden besetzt.

Das auffälligste Merkmal dieser Gattung sind die Zähne.
Die zwei unterschiedlichen Zahngrößen im Oberkiefer und Unterkiefer sind in der Form bei anderen Harnischwelsen
nicht zu finden. Im Oberkiefer sind kleinere und auch wesentlich mehr Zähne zu finden als im Unterkiefer.
Die Zähne im Unterkiefer sind erheblich größer, dafür aber auch nur sehr wenige.
Diese zweispitzigen Zähne, bei denen es eine Hauptkuppe und eine kleinere Nebenkuppe gibt, sitzen am Ende eines
langen Zahnarmes.




Ein adulter Hypancistrus furunculus "L 199".



Wer Informationen hat bezüglich Hypancistrus furunculus "L 199", die noch nicht
berücksichtigt wurden, kann sie gleich als Antwort unter diesen Datenbankeintrag setzen.
Bei der nächsten Bearbeitung dieses Eintrags wird dieses dann berücksichtigt.
Wir sind immer daran interessiert, gutes Bildmaterial für die Datenbank zu sammeln. Wer
diesbezüglich eigene Aufnahmen für die Datenbank hat und diese zur Verfügung stellt,
kann dies hier tun.
Schlüsselwörter: Hypancistrus furunculus L199 Orinoco Orinoko Amazonas Venezuela Hypostominae Ancistrini
Sortierung: 203
Größe min: 12
Beckengröße min: 100
Temperatur min: 25
Temperatur max: 29



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