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Die Gattung Oligancistrus
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Beschreibung:
Die Gattung Oligancistrus




Beschreibung der Gattung: Rapp Py-Daniel, 1989

Typusart: Oligancistrus punctatissimus (Steindachner, 1881)

Unterfamilie: Hypostominae

Tribus: Ancistrini

Beschriebene Arten: Oligancistrus punctatissimus (Steindachner, 1881)

Deutsche Bezeichnung: Segelflossenharnischwelse

Etymologie: Die Gattung Oligancistrus bekam ihren Namen von den griechischen Worten
„oligo“ und „ankistron“.
„Olig“ kommt vom griechischen Wort „oligo“, was übersetzt „wenig“ heißt. Dies bezieht sich auf die
wenigen Zähne im Oberkiefer dieser Tiere.
Es ist ein Vergleich mit der Gattung Ancistrus, die erheblich mehr Zähne im Oberkiefer aufweist.
Ancistrus wurde vom griechischen Wort „ankistron“ abgeleitet,
was soviel heißt wie „Widerhaken“ oder auch „Angelhaken“, in Anlehnung an die Kiemendeckel -Odontoden.
Diese befinden sich in eingeklapptem Zustand hinter den Kiemendeckeln.

Gattungsmerkmale:
  • bis 20 cm
  • Hautmembran zwischen Rücken- (Dorsale) und Fettflosse (Adipose)
  • reduzierte Oberkieferbezahnung
  • längere Oberkieferbezahnung
  • große Augen
  • lang gestreckter und wuchtiger Körperbau
  • keine Knochenplatten auf dem Bauch
  • keine Filamente in der Schwanzflosse (Caudale)
  • fast gerade Schwanzflosse (Caudale), keine Sichelform


Gattungsgruppe: Parancistrus-Gruppe

Parancistrus-Gruppe:

Oligancistrus werden der Parancistrus-Gruppe zugeordnet.

Gemeinsames Merkmal dieser Gruppe ist eine Hautmembran, die sich an die Rückenflosse anschließt. Üblicherweise verbindet sie jedoch, im Unterschied zu Baryancistrus, Rücken- und Fettflosse miteinander. Die meisten Arten/Gattungen der Gruppe weisen recht wuchtige Köpfe auf.

Besonders ausgeprägt ist der wuchtige, in der Aufsicht halbrunde Schädel bei Parancistrus. Vor allem adulte Tiere scheinen dann häufig zur Hälfte aus Kopf zu bestehen. Nimmt man nun noch die erwähnte Hautmembran sowie die vergleichsweise riesigen Kiemenöffnungen hinzu, lassen sich Parancistrus einfach von anderen Gattungen unterscheiden.

Nicht ganz so groß geraten ist der Kopf bei Oligancistrus, die dafür eine noch ausgeprägtere Hautmembran besitzen, die bei einigen Arten Rücken- und Fettflosse zu einer einzigen, segelartigen Flosse verschmelzen lassen kann. Die Kiemenöffnungen von Oligancistrus sind normal dimensioniert und ermöglichen die Abgrenzung gegen Parancistrus auf den ersten Blick. Ziemlich einzigartig ist auch die Bezahnung von Oligancistrus: Sind bei den meisten Harnischwelsen Ober- und Unterkieferzähne in etwa gleich groß, so sind die Oberkieferzähne von Oligancistrus deutlich länger als die Unterkieferzähne. Genau umgekehrt ist es bei Hypancistrus.



Der Körper eines Oligancistrus (Mitte) ist im Vergleich zu Parancistrus (links) langestreckt,
jedoch noch wuchtiger als bei Spectracanthicus (rechts), einer anderen nahe verwandten Gattung.



Der Bauch eines Oligancistrus ist im
Allgemeinen nicht mit Knochenplatten bedeckt, sondern vollkommen frei bzw. nackt.
Bei einigen Arten dieser Gattung sind einige winzige Knochenplatten vorhanden.



Das auffälligste bei dieser Gattung ist die Hautmembran, die den letzten Weichstrahl der Rückenflosse (Dorsale) und
die Fettflosse (Adipose) miteinander verbindet. Dies ist bei den Harnischwelsen recht selten der Fall,
weshalb diese Gattung auch recht leicht von vielen anderen Gattungen abzugrenzen ist.



Dorsale: Die Rückenflosse (Dorsalflosse) weist bei der Gattung Oligancistrus 7 Weichstrahlen auf.
Der erste Strahl der Rückflosse ist der sogenannte Hartstrahl (Dorsalstrahl). Dieser ist mit vielen
kleinen Hautzähnen (Odontoden) besetzt. Die Strahlen der Flossen sind durch eine Membran miteinander verbunden.
Die Weichstrahlen spalten sich bei einigen Arten dieser Gattung zweimal auf,
so dass jeder Weichstrahl vier Spitzen aufweist. Aber es gibt auch Arten, bei denen sich die
Weichstrahlen dreimal aufspalten. Diese Arten haben dann acht Spitzen. Die erste Aufspaltung
beginnt in etwa der Hälfte der Weichstrahlenlänge.



Caudale: Die Schwanzflosse (Caudalflosse) ist nahezu gerade und weist keine Sichelform auf.
Ebenso sind auch keinerlei Filamente vorhanden. Die äußeren beiden Strahlen der
Schwanzflosse (Caudalflosse) sind die Hartstrahlen (Caudalstrahlen), die mit sehr kleinen
Hautzähnchen (Odontoden) bedeckt sind. Zwischen den Hartstrahlen (Caudalstrahlen) befinden
sich 14 Weichstrahlen, die alle durch eine Membran verbunden sind. Wie auch schon bei
der Rückenflosse spalteten sich auch die Weichstrahlen der Schwanzflosse mehrfach auf und
zwar je nach Art zwei bis drei mal.



Pectorale: Die Brustflosse (Pectoralflosse) hat in der Gattung Oligancistrus 6 Weichstrahlen,
die sich aufspalten und durch eine Membran verbunden sind. Oftmals ist der sechste Weichstrahl nur
schwach ausgebildet und nur am Ansatz erkennbar. Der erste Strahl ist der Hartstrahl
(Pectoralstrahl), welcher stark mit Hautzähnen (Odontoden) bewachsen ist. Bei adulten Welsen dieser
Gattung haben die Männchen einen wesentlich stärkeren und längeren Bewuchs an solchen
Brustflossenstacheln (Pectoralodontoden). Die Unterscheidung der Geschlechter ist bei
Jungtieren anhand der Brustflossenstacheln (Pectoralodontoden) aber noch nicht möglich.
Links ist ein Brustflossenhartstrahl eines adulter Weibchens, rechts ist der Brustflossenhartstrahl
eines adulter Männchens zu sehen.



Ventrale: Die Bauchflosse (Ventralflosse) bei der Gattung Oligancistrus hat 5 Weichstrahlen,
die durch eine Membran verbunden sind. Der erste Strahl ist der Hartstrahl (Ventralstrahl), welcher
leicht mit Hautzähnen (Odontoden) bewachsen ist. Bei adulten Männchen sind die Bauchflossen
(Ventralflossen) oftmals leicht vergrößert gegenüber denen der Weibchen.



Anale: Die Afterflosse (Analflosse) bei der Gattung Oligancistrus hat 3 bis 4 Weichstrahlen,
die durch eine Membran verbunden sind. Der erste Strahl ist der Hartstrahl (Analstrahl), welcher
aber nur minimal mit sehr kleinen Hautzähnchen (Odontoden) bewachsen ist.



Am Kiemendeckel sind Odontoden zu finden, auf die sich auch die Bezeichnung Ancistrus im Gattungsnamen bezieht.
Die linke Aufnahme zeigt die Odontoden eines adulten Weibchens ( Oligancistrus sp. "L 20" ), während auf der
rechten Aufnahme die Odontoden eines adulten Männchens ( Oligancistrus sp. "L 373" ) zu betrachten sind.
Bei den adulten Männchen bilden sich längere Odontoden aus als bei vergleichbar großen Weibchen.
Bei Jungtieren ist dieses in der Gattung Oligancistrus aber kaum bis gar nicht zu erkennen.
Diese Kiemendeckelodontoden werden auch Interopercularodontoden genannt.



Die Bezahnung bei der Gattung Oligancistrus hat eine sehr charakteristische Bogenform.
Die beiden Oberkieferhälften bilden zusammen einen Kreisbogen, während die Unterkieferhälften
jeweils für sich einen eigenen Kreisbogen bilden.



Die in Kreisbogen abgeordnete Oberkieferbezahnung besteht aus zwei Hälften.
Die in der Mitte vorne sitzenden Zähne sind am größten und längsten und werden nach hinten
immer kleiner. Die zweikuppigen Zähne haben eine große breite Zahnkuppe und eine kleine
spitzere parallel sitzende Zahnkuppe.



Die Unterkieferbezahnung besteht aus zwei Hälften, die jeweils einen Kreisbogen für sich bilden.
Die zur Mitte hin liegenden Zähne sind nur minimal größer als die äußeren.



Die Gattung Oligancistrus hat, wie bei Harnischwelsen üblich, keine Schuppen sondern eine mit Knochenplatten (Panzerplatten) bedeckte Körperoberfläche. Die Rückenoberfläche ist mit vielen
festen einzelflächigen Platten bedeckt, welche an die Oberflächenstruktur eines modernen Kampfpanzers erinnert.
Deswegen werden diese auch als Plattenpanzerung betitelt.
Auf jeder Panzerplatte sind unzählige Hautzähnchen (Odontoden) zu finden, während sich zwischen der
Plattenpanzerung keine befinden. Der Zwischenraum der Plattenpanzerung ist weich und flexibel.
Dadurch wird es den Welsen erst möglich, trotz einer festen Körperoberfläche sehr beweglich und
biegsam zugleich zu sein. Die Körperfärbung kann bei dieser Gattung durchaus mal verschwinden,
wobei der Wels dann eine sehr helle bis weiße Färbung annehmen kann. Diese bleibt aber nur vorübergehend
so. Weshalb es aber zu Farbverlust kommen kann, ist nicht abschließend geklärt.



Das Auge eines Oligancistrus ist im Verhältnis zu seinem Kopf sehr groß, ein typisches Merkmal der Gattung.
Die Augen beim Oligancistrus sind jeweils mit einem Irislappen auf der Omegairis bedeckt.
Dieser kann in der Größe variieren.



Beim Oligancistrus ist bei geschlechtsreifen Welsen eine Unterscheidung
zwischen Männchen (links) und Weibchen (rechts) durchaus möglich.
Bei Jungtieren ist dies meist noch nicht möglich.
Bei den geschlechtsreifen Männchen ist der Kopf die breiteste Stelle des Körpers.
Bei den geschlechtsreifen Weibchen ist die breiteste Stelle der Bauch mit dem Laich darin.


Die Durchschnittsgröße liegt bei ungefähr 15 cm, womit Oligancistrus gut geeignet für das Aquarium sind. Für nähere Informationen siehe die Artbeschreibungen.


Weitere Arten dieser Gattung:
Größe min: 20
Beckengröße min: 100
Temperatur min: 26
Temperatur max: 30



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Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 02:45 Uhr.

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