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L 4
Beiträge Gesehen Erstellungsdatum
0 13671 Di April 4, 2006
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Empfohlen von durchschn. Bewertung
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Beschreibung: Gattung/Art: Hypancistrus sp. "L 4" = "L 5" = "L 73"
Fundortvarianten: "L 28"

Synonyme: Engelsharnischwels

Herkunft: Brasilien, Pará, Rio Tocantins (Cametá)

Vorgestellt: DATZ 12/1988

Die Original-Vorstellung dieses Welses in der Fachzeitschrift Datz als PDF.
Harnischwelse aus den südlichen Amazonaszuflüssen (L 1 – L 9)


Größe: bis 12 cm

Wasserwerte:
T: 26 - 30°C
pH: 5,5 - 7,5
KH: 0 - 5 °dH
GH: 0 - 20 °dH

Empfohlene Beckengröße: ab 100 cm



Hypancistrus sp. "L 4" aus dem Rio Tocantins bei Cametá.


Geschlechtsunterschiede: Männchen haben mehr Odontoden. Weibchen haben während der Laichzeit einen
auffallend großen Leibesumfang.

Sozialverhalten: Diese Art verhält sich gegenüber kleineren Welsen teilweise ruppig.

Haltung: Jungtiere dieser Art gehen noch verstärkt an Pflanzen, Alttiere haben dagegen kein Interesse mehr
an ihnen. Näheres über Pflanzen in Welsbecken hier.
Die Tiere sind bulliger und kräftiger als andere Hypancistren, ansonsten in der Pflege identisch.
Es können Rangeleien entstehen, bei denen es aber in der Regel nicht zu Verletzungen kommt.
Brütende Männchen anderer meist kleinerer Arten werden von den kräftigen Männchen gerne aus ihren Höhlen vertrieben.
Freischwimmende Arten haben nichts zu befürchten. Ansonsten kann man ihn auch problemlos mit größeren Welsen vergesellschaften.
Die Becken sollten gut gefiltert sein, dann sind es auch in Bezug auf die Wasserwerte keine aufwändigen Fische.
Gefressen werden zahlreiche Frostfuttersorten und Futtertabletten, bei Jungtieren auch noch ein Teil pflanzliche Nahrung.


Das Diskussionsforum zum Thema Welsfutter findet ihr hier.



Sonstiges: Diese Welse wurden im Rio Tocantins nachgewiesen. Erstmals gefangen wurden sie in der
Gemeinde Cametá. Im Dezember 1988 wurden sie erstmals in der DATZ vorgestellt und bekamen die L-Nummer L 4.
Es handelt sich um eine Hypancistrus-Art, die wegen der unterschiedlichen Färbungen der Fundortvarianten mit mehreren L-Nummern versehen wurde (L 4, L 5, L 28 und L 73).
Der L 4 stellt eine juvenile Form dar. L 5 und L 73 sind erwachsene Welse dieser Art.
Der L 73 stammt aus Zuflüssen des Rio do Pará bei Portel.
Der L 28 ist eine Fundortvariante und stammt aus dem Rio Guamá. Sie behält meist auch im Alter noch etwas größere und gelbere Punkte.
Bei Stress werden die Welse recht schnell grau, während sie im beruhigten Zustand eher eine schwarze Grundfärbung zeigen.

Zucht: In gut gefilterten Becken ist die Zucht schon des öfteren gelungen.
Hierzu wurden nicht einmal die Wasserwerte verändert.
Durch Erhöhung der Strömung und Absenken der Härte und des pH-Werts können die Welse
gezielt zum Ablaichen stimuliert werden.
Man sollte die Art nicht mit anderen Hypancistren vergesellschaften, da es leicht zu Hybridenbildung kommen kann.
Die Welse gehören zu den Höhlenbrütern. Das Männchen betreut das Gelege bis zum Schlupf.
Näheres zum Thema Höhlen findet ihr hier.
Die Gelege bestehen aus ca. 60 Eiern, je nach Größe der Elterntiere.
Es sind gelbe, 4 mm große Eier, aus denen die Larven bei 26-28 °C nach 6 Tagen schlüpfen.
Ihre Grundfärbung ist meist heller als bei den erwachsenen Tieren.
Im Vergleich zu anderen Hypancistren wachsen die Jungen schneller heran.


Das Diskussionsforum zum Thema Welszucht findet ihr hier.



Beschreibung: Beim Hypancistrus sp. "L 4" handelt es sich um einen grau-schwarzen Harnischwels mit weißen Flecken. Der L 4 hat als Jungtier noch ein etwas gröberes Fleckenmuster. Im Alter werden die Flecken im Verhältnis zum Körper kleiner und auch mehr, daher bekamen die Alttiere damals die L-Nummer L 5.

Ähnliche Welse: Hypancistrus sp. "L 136"

Importsituation: Zur Zeit kommen keine regelmäßigen Importe mehr herein.
Da diese Art nicht auf der Positivliste der IBAMA zu finden ist, wird es auch in Zukunft keine neuen Importe geben.
Vereinzelt werden Tiere noch geschmuggelt. Da die Strafen der IBAMA allerdings inzwischen sehr hoch sind,
ist dies aber nur noch extrem selten der Fall. Im Handel sind die Welse sehr selten geworden.
Die Tiere sind zur Zeit fast nur noch, wenn überhaupt, als Nachzuchten zu erhalten.


Um einen Fortbestand dieser Art im Aquarium zu sichern, wurde von der Arbeitsgruppe L-Welse des BSSWs
ein Arterhaltungsprogramm ins Leben gerufen.
Es ist zu wünschen, dass diese Art auch in Zukunft weiter in der Aquaristik gepflegt und gezüchtet wird.
Wer Interesse an der Erhaltung dieser Art hat und diese Tiere pflegt, kann seine Welse der
Arbeitsgruppe L-Welse mitteilen.
Je mehr Meldungen zu den speziellen Welsen eingehen desto genauer ist der momentane Bestand
in der Aquaristik einzuschätzen.

Die PDF-Datei zur Erfassung der L-Welsbestände: Hier

Je nachdem wie gefährdet einzelne Bestände in der Aquaristik sind, werden die
Bemühungen der Arbeitsgruppe L-Welse gesteuert.

Weitere Informationen: Datz 12/1988, Seite 556-558, Welsatlas Bd. 2 S. 572, Miniatlas L-Welse S. 10


Autor: Ralf Heidemann (Fischray)

Wir bedanken uns für das Bild 1 bei Ingo Seidel und für das Bild 2 bei Ralf Heidemann (Fischray).




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Die statistischen Daten sind von welse.ch!


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Die Harnischwelse der Gattung Hypancistrus


In dieser Gattung sind sehr viele ähnlich aussehende Harnischwelse vertreten.
In der Regel werden die Tiere dieser Gattung nur bis 15 cm groß. Es gibt mit dem Hypancistrus inspector "L 102" nur eine Ausnahme: Diese Welse können bis zu 20 cm Totallänge erreichen.

Der größte Teil der Arten dieser Gattung zählt zu den Wurmlinienharnischwelsen, die sich oftmals sehr ähnlich sehen.
Außer im Amazonas-Einzug ist diese Gattung auch im Rio Orinoco-Einzug zu finden.
Die Abgrenzung von einzelnen Arten ist hier oftmals sehr schwierig.

Die anderen Arten dieser Gattung sind die punktierten Hypancistren. Dabei handelt es sich um Harnischwelse mit einer schwarzen Grundfarbe und weißen Punkten. Dass hier bei der Betrachtung von Einzeltieren ohne Fundortangabe oftmals so gut wie keine Bestimmung möglich ist, sollte verständlich sein.

Die große Ausnahme in der Musterung stellt der Hypancistrus sp. "L 70" da. Dieser besitzt als Jungfisch noch eine Marmorierung (leichtes Linienmuster). Als adultes Tier ist dieser Wels dann aber grau-schwarz ohne Musterung.

In dieser Gattung finden wir 7 Weichstrahlen in der Rückenflosse, die sich noch mehrfach aufspalten.
Der erste Strahl ist der sogenannte Hartstrahl dieser ist wesentlich dicker und auch oftmals mit Odontoden besetzt.
Der letzte Weichstrahl ist nicht durch eine Flossenmembran mit dem Rücken verbunden wie bei anderen Gattungen.
In der Schwanzflosse können wir 14 Weichstrahlen zählen, die zwischen den beiden Hartstrahlen liegen.
Die Fettflosse ist nicht über eine Flossenmembran mit der Rückenflosse verbunden.
Auch der einzelne Strahl der Fettflosse ist oftmals mit Odontoden besetzt.

Das auffälligste Merkmal dieser Gattung sind die Zähne.
Die zwei unterschiedlichen Zahngrößen im Oberkiefer und Unterkiefer sind in der Form bei anderen Harnischwelsen
nicht zu finden. Im Oberkiefer sind kleinere und auch wesentlich mehr Zähne zu finden als im Unterkiefer.
Die Zähne im Unterkiefer sind erheblich größer, dafür aber auch nur sehr wenige.
Diese zweispitzigen Zähne, bei denen es eine Hauptkuppe und eine kleinere Nebenkuppe gibt, sitzen am Ende eines
langen Zahnarmes.




Wer Informationen hat bezüglich Hypancistrus sp. "L 4", die noch nicht
berücksichtigt wurden, kann sie gleich als Antwort unter diesen Datenbankeintrag setzen.
Bei der nächsten Bearbeitung dieses Eintrags wird dieses dann berücksichtigt.
Wir sind immer daran interessiert, gutes Bildmaterial für die Datenbank zu sammeln. Wer
diesbezüglich eigene Aufnahmen für die Datenbank hat und diese zur Verfügung stellt,
kann dies hier tun.
Schlüsselwörter: Hypancistrus L4 L04 L004 Pará Para Tocantins Brasilien Hypostominae Ancistrini
Sortierung: 004
Größe min: 12
Beckengröße min: 100
Temperatur min: 26
Temperatur max: 30



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Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 08:44 Uhr.

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