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Corydoras bondi "C 31"
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Beschreibung: Gattung/Art: Corydoras bondi Gosline, 1940

Synonyme:
Corydoras sp. "C 31"

Herkunft:
Venezuela, Bolivar, Rio Yuruari, 3 km östlich von El Callao; Brasilien Bundesstaat Roraima



Größe:
6 cm

Wasserwerte:
23 - 28 °C, pH-Wert um den Neutralpunkt

Etymologie:
Diese Art ist Dr. Franklyn F. Bond gewidmet.

Sozialverhalten: Die Tiere dieser Art sind, gegenüber anderen Zierfischen, absolut friedliche Zeitgenossen. Sie halten sich gerne unter Wurzeln oder anderen Aufbauten versteckt, scheuen sich aber auch nicht sich auf offner Fläche zu zeigen. In Bereich der Punmpenstömung, "surfen" sie regelrecht durch das Becken. Sie gründeln gerne im Sand und kommen besonders bei Futtergaben bereitwillig heraus und fressen dann auch unter Beobachtung. Sollten sich die Tiere erschrecken, ziehen sie sich natürlich schnell zurück.

Beckeneinrichtung: Sand als Bodengrund ist, wie bei allen Corydoras-Arten, Pflicht. Die Tiere gründeln auf der Futtersuche und graben sich mit ihren Schnauzen, zum Teil bis über die Augen, in den Sand. Bei Beckeneinrichtungen mit scharfkantigem Kies leiden die Barteln der Tiere. Einen Verlust der Barteln kann ein Panzerwels aber durchaus verkraften, auch wenn das alles andere als wünschenswert ist. Die Barteln wachsen zumeist sogar nach. Manchmal kommt es auch zur Vernarbung der Wundstellen, sodass dann keine Barteln mehr nachwachsen. An den Wunden der abgetrennten Barteln kann es aber auch zu Infektionen kommen, welche den Tieren dann das Leben kosten kann. Dies gilt ebenfalls, wenn kein Bodengrund verwendet wird. Dann kann es an den Bauchflossen oder am Bauch selbst leicht zu einem Pilzbefall kommen.

Eine Haltung auf hellem oder am besten sogar weissen Sand empfiehlt sich. Die Tiere passen sich im Laufe der Zeit nämlich an ihren Untergund an. Hält man sie auf dunklem Boden, behalten sie zwar ihr Zeichnung, die Grundfarbe wird aber deutlich dunkler und sie verlieren ihren schönen metallernen Schimmer, den sie auf hellem Untergrund deutlich zeigen.

Pflanzen können im Becken vorhanden sein, was aber nicht zwingend notwendig ist.

Näheres über Pflanzen in Welsbecken findet Ihr hier.

Das Diskussionsforum zum Thema Beckeneinrichtung findet Ihr hier.

Haltung: Die Haltung der Tiere unter ähnlichen Bedingungen, wie sie im Habitat vorherrschen, ist sicher das Beste. Corydoras bondi stammt vom Guyana-Schild, dort ist das Wasser recht warm, weich und überwiegend im leicht sauren Bereich.
In der Haltung haben sich die Tiere dennoch als recht robust erwiesen. Bzgl. der Wasserparameter sind die Tiere für nahezu alles zu haben. Eine Haltung in mittelhartem Leitungswasser bei einem pH-Wert um den Neutralpunkt hat sich als unproblematisch erwiesen. Lediglich etwas wärmer mögen es die Corydoras bondi, was eine zusätzliche Belüftung des Haltungsbeckens sinnvoll erscheinen lässt.

Die Art ist recht gesellig und so empfiehlt sich, wie bei anderen Corydoras auch, die Haltung einer Gruppe von über fünf Tieren.

Corydoras bondi ernährt sich, wie die anderen Vertreter der Gattung auch, überwiegend carnivor. Dabei sind die Tiere in ihrer Futterakzeptanz nicht wählerisch. Gefressen wird nahezu alles. Flockenfutter, Futtertabletten, Granulat, Frostfutter und Lebendfutter in jeglicher Variation wird angenommen. Trotzdem sollte man beim Füttern einen Rat beachten, den ein befreundeter Aquarianer bekam und der allen Panzerwels-Haltern verständlich sein wird: "Corys gründeln in der Natur, also wollen sie im Aquarium bei der Futtersuche beschäftigt werden." Das heisst, dass es weitaus unterhaltsamer und artgerechter ist, wenn man feines Trocken-, Frost- oder Lebendfutter reicht, statt zur großen Tablette zu greifen. Gefressen wird zwar sicher beides, aber der Anblick der wuselnden Panzerwelse ist für den Halter und die Tiere weitaus besser.

Das Diskussionsforum zum Thema Welsfutter findet Ihr hier.

Besonderheiten:
Seit Isbrücker (1999, 2000) die sehr ähnliche Art Corydoras coppenamensis in den Artstatus erhoben hat und Corydoras sipaliwini revalidiert hat, gibt es nun drei sehr ähnliche beschriebene und eng verwandte Arten aus dem Guyana-Schild.
Zudem wurden noch zwei CW-Nummern an ähnliche Formen vergeben: Corydoras sp. "CW114" und Corydoras sp. "CW137".
Der Artstatus des in Bild 2 abgebildeten Welses ist unklar, er wurde im Aqualog als Corydoras sp. aff. nattereri abgebildet, steht meines Erachtens aber eher Corydoras bondi nahe.


Corydoras cf. bondi

Die folgenden Bilder zeigen juvenile Tiere (~3 cm) von Corydoras bondi.


Corydoras bondi


Corydoras bondi


Corydoras bondi

Abgrenzung
Corydoras bondi unterscheidet sich von Corydoras coppenamensis durch einen etwas flacheren Körperbau und eine unregelmäßigere Fleckenzeichnung im Kopfbereich. Bei letzterer Art sind diese intensiver und rund, während diese bei Corydoras bondi unregelmäßig geformt und in der Regel unscheinbarer sind. Weiterhin hat Corydoras coppenamensis kleinere Augen und einen kürzeren Dorsalstachel.
Corydoras sipaliwini aus dem Hochland-Einzugsgebiet des Sipaliwini-Beckens in Surinam ist in der Färbung sehr ähnlich zu Corydoras bondi, dessen Typusfundort in Venezuela liegt. Geringfügige Unterschiede zwischen den Arten gibt es in der Anzahl der Knochenplatten (bei Corydoras sipaliwini 24 dorsolateral und 22 ventrolateral) und in der Färbung, wobei Corydoras sipaliwini ein etwas deutlicheres und regelmäßigeres Punktmuster aufweist.

Geschlechtsunterscheidung
Wie bei den meisten Corydoras-Arten werden die Weibchen etwas größer und sind in der Laichzeit auch fülliger. Mit beiden Kriterien ist aber nicht immer eine eindeutige Unterscheidung möglich.
Das sicherste Kriterium ist bei dieser Art m.E. die Länge und Form der Bauchflossen.

Zunächst ein eindeutiges Bild von einem Weibchen (runde Bauchflossen, leichte Wölbung des Bauchs an der richtigen Stelle und eines der größten Exemplare der Gruppe):


Weibchen

Das folgende Exemplar war nur unwesentlich kleiner, aber anhand der längeren und spitzeren Bauchflossen als ein sicheres Männchen zu erkennen:


Männchen

Diese beiden Exemplare sind fast 1 cm kleiner. Das untere ist anhand der Form von Körper und Flossen leicht als ein Männchen zu identifizieren, während beim oberen Exemplar die Indizien etwas widersprüchlich sind. Letzlich hat es sich als ein Männchen herausgestellt.


2 Männchen

Wie gesagt sind m.E. die Bauchflossen hier das beste Kriterium zur Geschlechtsunterscheidung.

Zucht
Corydoras bondi ist ein Rhythmuslaicher, d.h. hat man sie einmal erfolgreich stimuliert, kommt es in den folgenden Tagen bis Wochen immer wieder zu Eiablagen. Da Evers als Ablaichmonate Oktober bis März angibt, habe ich meine Gruppe Anfang Januar zur Zucht angesetzt. Ein ausführlicherer Bericht findet sich hier.

Balzen, Eiablage und Aufzucht unterscheidet sich nicht wesentlich von anderen Arten:


T-Stellung

Wichtig scheint mir allerdings ein Männchenüberschuss zu sein, da sonst sehr viele Eier unbefruchtet bleiben, was die Wasserqualität im Aufzuchtbehälter stark belasten kann. Mit einer guten Wasserhygiene ist die Aufzucht dann aber vergleichsweise unproblematisch.


Corydoras bondi, ca. 4 Wochen alt und 2 cm lang


Corydoras bondi, ca. 4 Wochen alt und 2 cm lang

Die Jungtiere wachsen vergleichsweise schnell, sind aber etwas stressanfällig.
Nach 2 Monaten haben sie bereits 3 cm:



Quellen:
"Identifying Corydoradinae Catfish", Ian A. M. Fuller & Hans-Georg Evers, erste Ausgabe, S. 86f.
"Revision of the Surinam Catfishes of the genus Corydoras Lacépède, 1803 (Pisces, Siluriformes, Callichthyidae", Nijssen, 1970
"Panzerwelse - Aspidoras Brochis Corydoras", Hans-Georg Evers, Ulmer Verlag
"Die faszinierende Welt der Corydoras", Loseblattordner Werner Seuß
"Will the real Corydoras bondi please stand up", Steven Grant (Catfish Study Group)

Autoren:
Karsten S. und Christian Braun (bigbadbraun).

Wir bedanken uns für die Bilder bei Frank Falcone, Danny Blundell und Karsten S.
Schlüsselwörter: Corydoras bondi C31 C031 Venezuela Bolivar Yuruari Brasilien Roraima
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