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1.6.1. Wurzeln
1.6.1.1. Einführung, in der Aquaristik häufig vorkommende Holzarten

Es gibt viele Holzarten, doch nur wenige haben Bedeutung in der Aquaristik erlangt.
Wir unterscheiden generell zwischen Holzarten, die nur Dekorationszwecke (oder Revierabgrenzungen) erfüllen, aufgrund ihrer Dichte relativ schwer sind und meist sofort untergehen und weichen Holzarten, die holzfressenden Fischen wie Panaqolus-Arten als Grundnahrung dienen, weich sind und meist nicht untergehen wenn sie einmal längere Zeit Luft ausgesetzt waren.
Die Hölzer werden aus den verschiedensten Regionen der Welt importiert, damit Aquarianer ihr Aquarium möglichst dekorativ gestalten können und ihren Fischen die Holzart anbieten können, die sie aus ihrer tropischen Heimat gewöhnt sind.
Besondere Bedeutung hat vor allem Mangroven-, Moorkien-, Mopani- und Savannaholz erlangt. Mangrove, Mopani und Savannaholz gehört zu den so genannten Harthölzern, Moorkienholz zu den Weichhölzern.

1.6.1.2. Die Holzarten im Detail

Mangrove

Wenn man von Mangroven hört, denkt man meist an eine bestimmt Art, tatsächlich gibt es aber über 70 verschiedene Mangrovenarten. Als Mangroven werden Pflanzen bezeichnet, die in salzhaltigen Wasser wachsen und gedeihen. Wenn der Aquarianer von Mangroven spricht, meint er aber meist die Arten, die "vivipare" Samen haben und typische Luftwurzeln entwickeln. Wo eine Mangrove ist, ist meist auch eine zweite und eine n´te. Sprich, es entwickelt sich schnell ein Mangrovenwald. Man unterscheidet sechs Arten von Mangrovenwäldern:
  • Überflutete Mangrovenwälder
  • Rand Mangrovenwälder
  • Fluss Mangrovenwälder
  • Becken Mangrovenwälder
  • Hängematten Mangrovenwälder und
  • Busch oder Zwerg Mangrovenwälder
(Interessierte Leser finden unter Quellenangaben weiterführende Links.)


In der Heimat unserer südamerikanischen Tropenfische, im Amazonasflusssystem, sind vor allem Flussmangrovenwälder verbreitet. Hier werden Flachlandgebiete regelmäßig geflutet und es entwickeln sich die typischen Mangrovenwälder neben dem Flusssystem. Mangrovenwälder erfüllen mehr wichtige Aufgaben als alle anderen Wälder unserer Erde. Mangrovenwälder verbinden Ozeane und Küsten, dienen als biologische Filter, schützen vor Stürmen, festigen Küsten, produzieren Plankton und vieles mehr. Leider werden immer mehr Mangrovenwälder für die Brennholzgewinnung rücksichtslos zerstört. Die mittelfristigen Folgen für das betroffene Ökosystem kann heute keiner abschätzen.

Mangrove im Aquarium

Mangrovenholz ist bei Aquarianern nicht nur wegen der schönen braun, rötlichen Farbe besonders beliebt. Es eignet sich insbesondere für holzfressende Harnischwelse als Grundnahrung oder Nahrungsergänzung. Das Holz hat ein raue Oberfläche, ist relativ weich (was im Widerspruch dazu stehen könnte, dass es zu den Harthölzern zählt) und kann zum Beispiel von Panaqolus Arten leicht abgeraspelt werden.
Da Mangrovenholz reich an Tannin (Gerbstoff) ist, kann sich das Wasser über längere Zeit im Aquarium trüben, was aber nicht weiter tragisch ist, im Gegenteil, manche Aquarianer mögen dies. Entgegengewirkt werden kann mit mehrwöchigen Wässern der Wurzel. Die meisten im Handel befindlichen Mangrovenwurzeln gehen nicht gleich unter wenn sie ins Aquarium eingebracht werden.


Mangrove


Mangrove

Moorkien

Moorkienholz ist ein Naturstoff, welcher in Mooren gewonnen wird. In Deutschland gibt es Hochmoore zum Beispiel noch in Schleswig-Holstein. Hochmoore sind vor vielen tausend Jahren entstanden als sich Faulschlamm in Schmelzwasserseen abgesetzt hat und langsam die Seen verlanden ließ. Diese erste Form des Moores nennt man Niedermoor. Es besteht aus verfaulten Pflanzenresten und es bilden sich Bruch-Wälder aus Erlen und Birken oder auch Nadelbäumen. Nach und nach entstehen Torfpolster und ersticken langsam die Bruch-Wälder. Daraus entwickelt sich das Hochmoor, welches zum Wachstum nur nährstoffreiches Regenwasser benötigt und ungefähr 1mm pro Jahr wächst. Echte Moorkienwurzeln können also mehrere tausend Jahre alt sein. Während dieser Zeit wurden die Moorkienwurzeln durch die mooreigene Biochemie, welche einen Wasserüberschuss hat der für Sauerstoffmangel sorgt, konserviert. Des weiteren unterbinden Huminsäuren eine mikrobielle Zersetzung der Wurzeln. Da die Wurzeln während ihrer langen Zeit im Moor, diese Humin und ?Gerbsäuren aufgenommen haben, geben sie diese im Aquarium langsam wieder an das Wasser ab, was sich positiv auf die Wasserchemie (Senkung des PH-Wertes) und die Fischschleimhäute auswirkt. Außerdem besitzt Moorkienholz eine erstaunliche Ionenaustauschkapazität.

Moorkienholz im Aquarium

Moorkienwurzeln haben einen warmen Braunton und sind genau wie Mangrovenwurzeln nicht nur dekorativ sondern auch sehr funktionell.
Sie reichern über einen längeren Zeitraum das Wasser mit Humin und Gerbstoffen an, was sich, wie bereits oben erwähnt, positiv auf die Wasserchemie auswirkt und sogar die empfindlichen Schleimhäute der Fische vor Infektionskrankheiten schützen. Die Abgabe der Stoffe bringt jedoch auch eine Trübung des Wasser mit sich. Bei Welshaltern ist dies meist beliebt. In normalen Gesellschaftsbecken könnte dies, ähnlich wie bei Mangrove, störend sein.
Da Moorkienholz relativ leicht ist, geht es, wenn es mal längere Zeit der Luft ausgesetzt war, so schnell nicht wieder unter.
An dieser Stelle sei gesagt, dass es nichts über die Qualität von Moorkienholz aussagt, ob diese feucht eingeschweißt wurde oder trocken zum Verkauf angeboten wird. Damit Moorkienholz unbrauchbar für den Einsatz im Aquarium wird, muss es schon über einen langen Zeittraum der Luft ausgesetzt sein.
Frisches Moorkienholz hat meist nur den Vorteil, dass es direkt unter Wasser bleibt. Moorkienholz ist im nassen Zustand recht glatt wenn man es anfasst, es ist aber auch sehr weich und ist als Nahrung für holzfressende Harnischwelse sehr geeignet.


Gewässerte Moorkienwurzel


Ungewässerte Moorkienwurzel


Mopani (auch Eisenholz)

Dieses Holz kommt aus dem südlichen Buschland Afrikas. Das Holz ist zweifarbig, dunkel und hellbraun. Die im Handel befindlichen Hölzer werden meist gesandstrahlt, was die Struktur des Holzes noch einmal besonders zur Geltung bringt. Mopani ist sehr hart und hat ein hohes spezifisches Gewicht, was es im Aquarium sofort sinken lässt. Das Holz stammt von dem Baum Mopane (Colophospermum mopane), der in der Größe stark variieren kann (von 4 bis 18 Meter) und eher buschartig wächst. Die Blätter des Baumes dienen vielen Laubäsern als Futter. Der Baum hat jedoch eine, in der Natur einmalige, Überlebensstrategie entwickelt. Wenn ein Elefant an seinen Blättern zufressen beginnt, schießt der Baum den Gerbstoff Tannin innerhalb von 15-20 Minuten aus den Wurzeln in die Blätter. Die Blätter werden dadurch stark bitter und der Elefant lässt von dem Baum ab. Zusätzlich verbreitet der Baum Dufthormone die dann andere, in der Nähe befindliche Bäume, warnen.

Mopani im Aquarium

Mopani hat wie schon erwähnt den Vorteil, dass es sofort im Becken sinkt. Das Holz kann jedoch auch vorher gewässert werden, da es das Wasser sonst trübt. Ansonsten ist Mopani ein Holz, welches rein dekorativ verwendet wird, da es für holzraspelnde Welse einfach viel zu hart ist.


Mopani


Savanna (Savannenholz)

Wie der Name (Fantasiename) schon vermuten lässt findet sich dieses Holz in den Savannenregionen. Es ist kein besonderes Holz und kommt in den Savannen Zentral-Afrikas in großen Mengen vor. Es wird als getrocknete Restholzwurzel handverlesen und gesandstrahlt. Es weißt eine auffällige Rosettenstruktur auf, die nach dem Sandstrahlen noch mehr zur Geltung kommt. Manchmal wird im Handel auch Mangrovenholz als Savannenholz bezeichnet was es aber nicht ist. Savannenholz ist sehr hart und schwer. Es versinkt meist ebenso wie Mopani sofort im Becken.

Savanna im Aquarium

Eigenschaften wie Mopani. Es ist schwer und sinkt sehr schnell, braucht jedoch wenn überhaupt nur kurz gewässert zu werden, da es so gut wie keine Gerbstoffe enthält.
Savanna wird hauptsächlich als dekoratives Holz verwendet. Es kann aufgrund seiner Härte nicht von holzfressenden Harnischwelsen abgeraspelt werden. Savannenholz findet auch häufig in der Terraristik Anwendung.


Savanna


1.6.1.3. Weitere, wenig geläufige Holzarten

Teak

Teakholz ist ein sehr hartes Holz. Es ist dunkelbraun und stammt von dem indischen Teakbaum Tectona grandis L. Teak ist aufgrund seines hohen natürlichen Öl- und Kautschukgehaltes resistent gegen Würmer, Schimmelpilz- und Pilzbefall.
Da es außerdem säurefest und sehr schwer entflammbar ist, wurde es zu den Zeiten des Holzschiffbaus in großem Maße eingesetzt. Heutzutage findet es neben dem Schiffsbau in der Gartenmöbel Produktion Verwendung.

Teak im Aquarium

Eigenschaften wie Mopani- und Savannaholz. Sinkt sofort und braucht generell nicht gewässert zu werden. Nur als Dekorationsmittel verwendbar.

Jati

Jatiholz hat eine ähnliche, rot-braune Farbe wie Mangrove. Jatiwurzeln sind meist recht verschlungen und haben viele höhlenartige Gänge. Das Holz stammt aus Süd-Ost-Asien.

Jati im Aquarium

Jatiholz sinkt nicht sofort im Becken ab. Um ungewünschte Färbungen des Wassers zu vermeiden, sollte man es vor dem Einsatz im Becken wässern.
Die Wurzeln sind vor allem bei Haltern von Wirbellosen (Garnelen) besonders beliebt, da die vielen höhlenartigen Gänge, optimale Versteckplätze für die kleinen Tiere bieten.

1.6.1.4. Was mache ich wenn meine Wurzel nicht im Wasser sinkt?

Fast jeder Aquarien Besitzer hat dies schon einmal erlebt, man hat eine schöne neue Wurzel gekauft, möchte sie erwartungsvoll in das Becken einbringen und siehe da, sie möchte einfach nicht untergehen. Das liegt mitunter daran, dass Luft im Innern des Holzes eingeschlossen ist und erst entweichen muss. Hauptsächlich betrifft dies Holzarten wie Mangrove und Moorkien (wenn es nicht feucht gelagert wurde) aber auch schwere Holzarten wie Mopani sind teilweise betroffen. Bei kleinen Mopani- und Savannawuzeln (u.a. Harthölzern) ist das kein großes Problem. Wenn man nicht wochenlang in einem Eimer wässern möchte kann man diese auch kurz abkochen. Das Kochen im Wasser hat 2 Effekte. Zum einen weiten sich die Poren des Holzes und die eingeschlossene Luft kann entweichen, zum anderen schwämmt man einen Grossteil der trübenden Substanzen aus dem Holz aus.
Bei Mangrove und Moorkienholz sollte man dies nicht machen! Mit dem Kochen würde man hier die interne Biochemie der Wurzel durcheinander bringen und im schlimmsten Fall Mikrobakterien zerstören (davon abgesehen sind die Wurzeln teils so groß, dass sie in keinen Topf passen). Die Wurzel würde dann anfangen von innen zu faulen. Wer eine starke Trübung des Wassers vermeiden möchte muss die Wurzel sowieso vor dem Einsatz im Becken wässern. Beim Wässern saugt sich das Holz dann auch langsam mit Wasser voll und eingeschlossene Luft kann entweichen.
Ein Prozess der mitunter sehr lange dauern kann. Da viele Besitzer der südamerikanischen Harnischwelse, eine Trübung des Wasser nicht tragisch finden, neigen diese dazu, die Wurzel direkt ins Becken einzubringen. Vor dem Einbringen sollte man die Wurzel unter heißem Wasser abspülen. Um die Wurzel nun doch unten zu halten gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die einfachste ist mit Sicherheit die Wurzel mit einem entsprechend gewichtigen Stein zu beschweren. Doch Vorsicht!
Immer darauf achten, dass der Stein sicher auf der Wurzel liegt und im Fall der Fälle keinen Glasbruch verursachen kann.
Zwei weitere Möglichkeiten auf die näher eingegangen wird, ist zum einen die Befestigung der Wurzel mit Hilfe von Saugnäpfen und zum anderen eine Schraubbefestigung auf einer Acrylglasplatte.

Befestigung mit Hilfe von Saugnäpfen

Ein denkbar einfaches System. An geeigneten Stellen der Wurzel werden Saufnäpfe angebracht mit denen die Wurzel an den Scheiben des Beckens befestigt wird. Irgendwann hat sich die Wurzel mit Wasser vollgesaugt und die Saugnäpfe könnten wieder entfernt werden.


Mögliche Befestigung der Saugnäpfe im Detail


Mit Saugnäpfen und Edelstahlschrauben

Schraubbefestigung

Bei diesem System wird die Wurzel mit Hilfe von Schrauben (unbedingt rostfreie Edelstahlschrauben verwenden) auf einer Acrylglasplatte fixiert. Die Acrylglasplatte wird dann zusammen mit der Wurzel in das Becken so eingebracht, dass die Platte durch Kies bedeckt ist. Der Kies hält durch sein Gewicht die Wurzel mit der Platte unter Wasser.

Schraubbefestigung auf Acrylglas


Dieses System funktioniert nicht nur mit einer Acrylglasplatte sondern ebenso gut mit Steinplatten, welche auch noch dekorativen Charakter haben.

Schraubbefestigung auf Steinplatte


1.6.1.5. Was man nicht mit einer Wurzel machen sollte

Es gibt einige Dinge, die man nicht mit einer Wurzel, die für ein Aquarium bestimmt ist, machen sollte. Wie schon oben in einem Textabschnitt erwähnt, sollte man vor allem Moorkien- und Mangrovenholz nicht kochen. Des weitern reicht das Abspülen von Wurzeln mit normalem Wasser. Reinigungsmittel, Basen und Säuren sind hier fehl am Platz. Es ist unter Umständen möglich, dass sich nach einiger Zeit im Becken Algen auf der Wurzel festsetzen. Je nach Algentyp lassen sich diese abzupfen. Wenn man die Wurzeln mit einer Bürste bearbeitet, sollte man auf keinen Fall eine Drahtbürste benutzen. Drahtstücke könnten in der Wurzel stecken bleiben und im schlimmsten Fall eine Metallvergiftung unserer Fische hervorrufen. Auch Stahlwolle oder ähnliches lässt man lieber in der Küche.

1.6.1.6 Hilfe meine Wurzel schimmelt

Immer wieder hört man von Aquarianern, die panikartig Foren aufsuchen und fragen, was sie mit ihrer Wurzel, die von weißlichen Belag überzogen ist, denn machen sollen.
Dieses tritt vor allem bei neu eingerichteten Aquarien auf. Wurzeln bestehen aus toten, organischen Material und werden gerne durch Pilze verwertet. In frisch eingerichteten Aquarien hat sich meist noch kein Gleichgewicht eingestellt, so dass für Pilze keine natürlichen Fressfeinde (Bakterien, Mikroorganismen, Schnecken...) vorhanden sind.
Im eingefahrenen Aquarium tritt diese Erscheinung so gut wie nie auf. Doch selbst wenn, ist in der Regel, Schimmelpilzbefall nie von Dauer. Sollte es doch anhaltende Pilzprobleme geben, so könnte es sich bei dem verwendeten Holz um nicht für Aquarien geeignetes halten oder der Bakterienhaushalt des Aquariums stimmt nicht und sollte mittelfristig untersucht werden.

1.6.1.7. Heimische Holzarten im Aquarium

Abgesehen von Moorkienholz, gibt es natürlich noch eine große Vielfalt anderer heimischer Hölzer wie zum Bespiel Buche, Erle oder Eiche. Diese im Aquarium zu verwenden ist aber mitunter Heikel. So wissen wir, dass unsere heimischen Wälder mit Schadstoffen belastet sind. Diese werden im Holz gespeichert und beim Einsatz in Wasser, langsam an dieses abgegeben. Man hört immer wieder von Aquarianern die gute Erfahrungen mit heimischen Tothölzern gemacht haben. Genauso hört man jedoch von Aquarianern, die mit heimischen Hölzern gegenteilige Erfahrungen gemacht haben. Im schlimmsten Fall bedeutet dies, dass die Wasserchemie im Aquarium gestört wird, Fische verenden und das verantwortliche Holz wieder aus dem Becken entfernt werden muss.

Quellen:
moorkienwurzeln.de
mangrove.de
Wikipedia

Autor: Benjamin Ferger (AntonyoBensaeras)

1.6.2. Welshöhlen
1.6.2.1. Einleitung

Als Verstecke und zur Brutpflege benötigen viele L-Welse Höhlen in ihrem Aquarium. Diese werden unterschiedlich häufig benutzt. Neben Arten, die sich in der Natur vorzugsweise auf dem Totholz der Gewässer aufhalten und nur zum Laichen Höhlen aufsuchen, werden besonders günstige Höhlen zum Beispiel bei den Peckoltia und Hypancistrus- Arten oft regelrecht umkämpft und dann dauerhaft bewohnt.
In der Regel sollten mehr Höhlen als Welse im Aquarium eingebracht werden, da sich dadurch Verteilungskämpfe mindern lassen. Auch ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Fische eine Höhle finden, die ihnen zusagt. Höhlen die unter einer Holzwurzel oder einem Stein liegen werden oft bevorzugt, weil der Eingang und die Höhle selbst versteckt sind.
Bei den Höhlenformen gibt es Unterschiede. Als Standardhöhle wird eine einseitig geschlossene Röhre bezeichnet. Weitere Formen sind die von einigen Hexenwelsen bevorzugten beidseitig offenen Röhren oder auch Welshöhlen mit Seiteneingang.
Es bleibt einem also nichts anderes übrig als sich in der Datenbank, Büchern oder bei den Anbietern von Höhlen über die Vorlieben bezüglich der Höhlenform und des Höhlenmaterials der zu pflegenden Welsart zu informieren. Dies trifft auch auf die Größe der Höhlen zu, wenn gleich darauf gegen Ende des Berichts noch eingegangen wird.


Höhlen im Aquarium

1.6.2.2. Tonhöhlen

Meistens kommen heute Höhlen aus Ton als Laichhöhlen zum Einsatz. Mit diesem Werkstoff lassen sich alle erdenklichen Formen und Größen von Höhlen realisieren. Aus Ton gefertigte Höhlen müssen je nach Tonart und gewünschter Färbung bei 900-1150 Grad gebrannt werden. Es sind Farben von weiß bis beige aber auch ziegelrot bis braunschwarz je nach Wahl der Tonsorte möglich. Der Schamotteanteil sollte gering sein, da die Höhlen sonst sehr rau werden und die Tiere sich verletzen können. Scharfe Kanten oder raue Innenseiten werden mit Schmirgelpapier geglättet.
Fehlt der Zugang zu einem Brennofen oder glaubt man ungeschickt zu sein, können fertige Tonhöhlen bei unten aufgeführten Anbietern, bestellt werden. Für größere Welse kommen auch Rohre aus Ton oder Dachziegel in Frage.


Tonhöhlen


1.6.2.3. Schieferhöhlen

Höhlen aus Schiefer lassen sich selbst herstellen.
Man verwendet dazu dünne Schieferplatten, die man mit der Säge oder einem Winkelschleifer zuschneiden kann. Diese werden dann mit Aquariumsilikon verklebt, wodurch der eigenen Kreativität kaum Grenzen gesetzt sind. Durch die Form des Baustoffs eignen sich Höhlen aus Schiefer besonders für größere Tiere und zur Errichtung von Unterschlüpfen. Auch zur Aufzucht von scheuer Welsbrut haben sich diese bewährt, man kann ein Loch in die Decke bohren und dort auch während des Tages Futter einwerfen.


Schieferhöhle als Unterschlupf


1.6.2.4. Bambushöhlen

Bambusröhren in verschiedenen Längen und Durchmessern eignen sich besonders als beidseitig offene Höhlen. Sie können aber auch wie die unten erwähnten Kunststoffrohre einseitig verschlossen werden. Röhren aus Bambus schwimmen meist die erste Zeit und müssen deshalb beschwert werden. Da sie im Wasser nicht sehr lange haltbar sind und sich zersetzen, ist es ratsam sie nach ca. 1-2 Jahren auszutauschen.


Bambushöhlen neu und 3/4 Jahr alt

1.6.2.5. Kunststoffrohre

PVC sollte wegen dem hohen Anteil an Weichmachern, bis zu 50% des Materialgewichts, nicht verwendet werden.
Kunststoffe wie PP (Polypropylen) und PE (Polyethylen) sind lebensmittelecht. Rohre aus diesen eignen sich gut als beidseitig offene Höhlen, können aber auch mittels eines Stopfens verschlossen und als Standardhöhle benutzt werden.
Durch ihre graue Farbe und ihr künstliches Aussehen kommen solche Kunststoffrohre meistens nur in reinen Zuchtbecken und in Sonderaufbauten zum Einsatz. Um sie auch dekorativ in Schaubecken zu verwenden, werden sie oft mit Kies oder Sand beklebt.


Verschiedene Kunststoffrohre zur Beschwerung auf Schiefer geklebt

1.6.2.6. Höhlen aus Holz

Von vielen Welsen werden natürliche Verstecke an oder unter Holzwurzeln bevorzugt. Vor allem die Arten, die in der Natur Totholz bewohnen, aber auch z.B. die Weibchen der Hypancistren suchen sich dort einen geschützten Platz. Das sollte bei der Auswahl von Wurzeln berücksichtigt werden, evt. kann man auch Wurzeln halbieren und entkernen um so Hohlräume zu schaffen. Im Handel werden auch Wurzeln und Holzstücke aus Moorkien, Mangrove oder Erlenholz angeboten in die Höhlen gefräst oder gebohrt wurden.
Obwohl diese Holzsorten im Wasser recht haltbar sind, werden solche Höhlen von den Tieren, vor allem wenn es sich um Holzfresser handelt, regelrecht weggeraspelt, so dass sie dann nach einer Zeit erneuert werden müssen. Weiter sollte man sich schon vorher Gedanken machen wie man verfahren wird, wenn es zu einem Gelege in einer Holzhöhle kommt, da diese kaum in einen Einhängekasten passt.


Welshöhlen in Holz

1.6.2.7. Größe der Höhlen

Die Abmessung der Höhlen wird natürlich durch die Größe der Tiere bestimmt. In der Regel werden recht enge Höhlen bevorzugt, allerdings sind die Vorlieben von Tier zu Tier unterschiedlich.

Für die Auswahl der Größe einer Laichhöhle kann folgende Faustformel herangezogen werden:

Durchmesser = Breite des Welskörpers + eine Brustflosse
Länge = 1 - 1,5 fache der Körperlänge des Welsmännchens

Nun eine Tabelle zum Durchmesser der Höhlen, die üblicherweise für die beigestellten Welsarten benutzt werden. Die Auflistung ist nur als kleiner Anhaltspunkt gedacht:
2,0 cm - 2,5 cm = kleine Hexenwelsarten
3,0 cm - 3,5 cm = L46, L129, L174
3,5 cm - 4,0 cm = L46, L134, L201, L260, L270
4,0 cm - 5,0 cm = L66, L134, L333...

1.6.2.8. Bezugsquellen für Welshöhlen und Ton

www.zuchthoehlen.de (Tonhöhlen)
www.laichhoehlen-welshoehlen.de (Tonhöhlen)
www.jost-borcherding.de/ (Ton- und Moorkienholzhöhlen)
http://www.b-a-r-s-c-h.net/hoehlen/ (Tonhöhlen)
http://aquazoonas.de/ (Ton- , Moorkien- und Lavahöhlen)
http://www.aquahoehlenwelt.at/ (Tonhöhlen)
http://web-01.boesner.dus.de.serverscope.net/ (verschiedene Tonsorten)
http://www.aquarienbastelei.de/Hoehlen.htm (Kunststoffrohre und Schieferhöhlen)
http://www.schieferhoehlen.de/ (Schieferhöhlen)
http://www.welshoehlen-online.de/ (Tonhöhlen und AQ-Pflanzkeramik)
http://www.zuchthoehlen.eu/ (Tonhöhlen und AQ-Keramik)

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Autor: Doc (drbluemoon)


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