Vollständige Version anzeigen : sp / cf / sp.aff / ssp / var .
Reinwald
20.01.2003, 11:55
@all
etwas zu meinem Verständnis :
Bei den L / LDA haben einige die Endung sp. oder cf .
Das es mit der wissenschaftlichen Erforschung zu tun hat , ist bekannt .
Teilweise haben sie aber schon Namen .
Meine Vermutung ist hierbei , das sie nach E. nur noch lateinisch heißen .
Richtig ?
Was wird eigentlich dabei alles erforscht ?
Was ist der Unterschied zwischen sp + cf ?
Hallo Reinwald,
Walter Geschrieben am: Jan 17 2003, 17:37
sp.: Die Art ist bislang nicht bestimmt
sp.aff.: ähnliche Art, handelt sich um eine bisher unbestimmte Art, die einer bekannten Art jedoch sehr ähnelt
cf.: höchstwahrscheinlich diese Art, die vorliegenden Exemplare weichen in gewissen Details von der Originalbeschreibung ab, jedoch nicht so gravierend, dass es sich dabei mit einiger Wahrscheinlichkeit um eine andere Art handelt
Tschüss
Michael
Hallo,
das hat nichts "mit der Erforschung" zu tun, sondern heißt eben, dass diese Fische noch nicht wissenschalftlich beschrieben sind oder keiner bekannten Art sicher zugeordnet werden können.
Dann werden diese Fische eventuell von der "Datz" oder "Das Aquarium" (Erwin Schraml) mit einer L- bzw. LDA Nummer versehen.
Es gibt bei weitem nicht genügend taxonomisch arbeitende Ichthyologen um alle neu entdeckten Fischarten (nicht nur Welse) in den nächsten Jahren (Jahrzehnten?) bestimmen und mit einem wissenschaftlichen Namen versehen zu können.
BTW: Deutsche Namen sind sowieso Schall und Rauch, am besten gleich die lateinischen Namen "einlernen".
Nun zu Deinen Abkürzungen:
sp.: lateinisch Species = Art ; bedeutet, dass die Art bislang nicht bestimmt ist
sp.aff.: lateinisch Species affinis = verwandte, ähnliche Art; bedeutet, dass es sich um eine bislang unbestimmte Art handelt, die einer bekannten Art jedoch sehr ähnelt
cf.: lateinisch conferre, zusammentragen, vergleichen (hier natürlich zweitere Bedeutung zutreffend); bedeutet, dass die vorliegenden Exemplare in gewissen Details von der Originalbeschreibung abweichen, jedoch nicht so gravierend, dass es sich um eine eigene Art handeln sollte
ssp.: lateinisch Subspecies, Unterart , Unterarten werden wissenschaftlich beschrieben! Wenn eine Art z.B. ein sehr großes Verbreitungsgebiet besiedelt und Populationen sich zwar äußerlich unterscheiden, genetisch jedoch zur gleichen Art gehören
var.:Variante (aus dem Lat. "varius") , individuelle Abweichungen in der Farbe, die nicht geographisch fixiert werden können, werden als Variante bezeichnet. Sie erhalten keine eigene wissenschaftliche Bezeichnung.
Mönsch, Micha,
für was tipp ich da? :roll: ;)
Wohl alle in der Mittagspause beim Surfen, oder was???? :D
für was tipp ich da? :roll: ;)
Jaja Walter, erst im Keller genieren und jetzt wie Phönix aus der Asche.... :lol: :P :vsml:
:tldg:
Gruß,
Rolo
Nur liegenbleiben wär schlimm, Kipperlein ;)
Stowasser sagt übrigens zu "confero" nicht nur zusammantragen, sondern auch vergleichen ;)
Nur liegenbleiben wär schlimm, Kipperlein ;)
Nicht am Sonntagmorgen neben einer netten Frau, Waltilein ;-)
Stowasser sagt übrigens zu "confero" nicht nur zusammantragen, sondern auch vergleichen ;)
Ja und? Für mich hieß "conferre" schon immer "vergleichbar". Das mit dem "zusammentragen" kommt doch von DIR. (naja, oder aus deinem alten Latein-Langenscheid... oder haste Dir das nur ausgedacht?!)
Gruß,
Rolo
Hi,
bei uns hieß der Langenscheidt "Stowasser" :)
Der sagt das natürlich, Ja ;)
ist ja auch logisch, "con-" (zusammen) und "fero" (ich trage) muß ja wohl zusammen "Ich trage zusammen" heißen :rolleyes:
Reinwald
20.01.2003, 13:18
Hallo Walter / Michael
gute und nun auch mir verständliche Erklärung !
Dank euch beiden !
Diese Erklärung sollte gepinnt werden .
@Walter
var.: Variante (aus dem Lat. "varius"), individuelle Abweichungen in der Farbe, die nicht geographisch fixiert werden können, werden als Variante bezeichnet. Sie erhalten keine eigene wissenschaftliche Bezeichnung.
vermute mal , das es auch bei Pflanzen gilt , z.B. Anubia var. nana
LameraRa
20.01.2003, 13:27
@ Walter!
Doppelt hält besser! *g*
+ diesmal hast dich mehr bemüht!
sehr ausführlich! :spze:
Mir war das auch net klar mit den Abkürzungen, bis jetzt! :vsml:
THX Ralph!
Originally posted by Reinwald@Jan 20 2003, 14:22
vermute mal , das es auch bei Pflanzen gilt , z.B. Anubia var. nana
Hi,
ja schon, wobei bei Pflanzen das mit den Varianten bzw. Varietäten nicht unbedingt nur naturgegeben sein muß, soviel ich weiß.
Viele Varianten von Aquarienpflanzen (v.A. der Gattungen Cryptochorine und Echinodorus) treten bei den Wasserpflanzengärtnereien einmal zufällig auf und werden dann gezielt vegetativ weitervermehrt und als "Sorten" in den Handel gebracht, sind oftmals sozusagen "Klone".
P.s.: Reinwald, vor eine Variante muß dann natürlich der Artname stehen. Richtig ist: Anubias barteri var. nana
Hi,
hab jetzt nochmal nachgeschaut. Laut Sterba sind Zuchtformen bei Fischen (z.B. Platies, Guppies, ...) auch Varianten, also nix mit nur "naturgegeben"!
Hi all
cf; heißt auf englisch und lateinisch, confer, english = compare, deutsch = vergleichbar.
John
Originally posted by john1@Jan 24 2003, 12:49
cf; heißt auf englisch und lateinisch, confer, english = compare, deutsch = vergleichbar.
Hi,
willst Du streiten ;)
Lateinisch confero (conferre) streitet ja keiner ab, dass es vergleichen heißt.
Aber ein Wort hat gerade im Lateinischen oft mehrere Bedeutungen; und "Vergleichen" kommt da erst später :)
Aber lass ma das :)
Alii bella gerant, tu felix ...
~~FISHWORLD~~
24.01.2003, 12:57
also
walter locuta, causa finita. ;)
cu mike :vsml:
~~FISHWORLD~~
24.01.2003, 20:52
hi john
warum danke :?:
ich sagte ja nur walter hat geprochen !
cu mike :vsml: :vsml:
Hi Mike
Danke fuer "mir nicht den Schaedel einschlagen, wegens streiten"
Ex nihilo nihil est :P
John
ThePapabear
25.01.2003, 15:34
Hi, Leute!
Kleiner Tipp am Rande:
könnts ihr vielleicht die Übersetzung dazuschreiben, wenn ihr da lateinisch "Rumfaselt"????
Dann versteht vielleicht meinereiner (als ungebildeter Mensch :vsml: ) auch die Pointen!!!
Sollte das genau so beabsichtigt sein (das so Leute wie ich das gar nicht verstehen sollen :wacko: ), vergesst meine schreibe.....
lg
Herbert
Hi Herbert
Entschuldigung. Die "Besseren Leute" sprechen jetzt hier in Australien, und vielleicht in anderen ländern auch, latein, um sich von dem normalen Volk zu unterscheiden. Das ist hier NICHT der fall. Wir haben nur ein bisschen "herum geblödert", nur Spass.
Ex nihilo nihil est, heißt; " Aus Nichts, wird nichts".
Und Ich glaube , für den " benefit" (weiß nicht wie es auf Deutsch heißt), aller anderen, jegliches fremdwort, sei es lateinisch, englisch oder irgent eine andere Sprache, soll auf Deutsch sofort auch geschrieben werden.
John
ThePapabear
26.01.2003, 10:50
Hi, John!
Es ist nicht wirklich notwendig, sich die ständige Arbeit des Übersetzens zu machen (die du aber irgendwie sounso hast.....)!
Das ganze war mehr als Joke gedacht und nicht all zu ernst zu nehmen! :vsml:
Mich hätts halt interessiert, was ihr da so von euch gegeben habt und ich hab kein Latein Wörterbuch.... :wacko:
Noch viel Spaß bei eurem "Schlagabtausch"! :vsml:
lg
Herbert
Claus Schaefer
28.10.2003, 12:01
Hallo zusammen,
stimmt alles, was bis jetzt hier steht, aber weil ich genau das Thema für einen anderen Zweck auch zusammenschreiben musste und ein paar Zusätze und kleine Änderungen dabei angefallen sind, kann es hier ja auch nützlich sein. Ich übernehme mal Walters Text (keine Tantiemen!) und bearbeite ihn ein bisschen.
sp.: (lat.) species = Art ; bedeutet, dass die Art bislang wissenschaftlich noch nicht beschrieben und benannt worden ist. Die Erstbeschreibung einer Art erkennt man in Veröffentlichungen meist am „n. sp.“ (nova species = neue Art) in der Überschrift, bei Gattungen am „n. g.“ (novum genus = neue Gattung).
sp. aff.: (lat.) species affinis = verwandte, ähnliche Art ; bedeutet, dass es sich um eine bislang unbestimmte Art handelt, die einer bekannten Art jedoch sehr ähnelt. Auf jeden Fall muss dann dahinter der Name der ähnlichen Art genannt werden. Beispiel: Corydoras sp. aff. julii
cf.: (lat.) confer! = vergleiche! (Imperativ (Befehlsform) von conferre = vergleichen); bedeutet, dass die vorliegenden Exemplare in gewissen Details von der Originalbeschreibung abweichen, jedoch nicht so gravierend, dass es sich um eine eigene Art handeln sollte. Auf jeden Fall ist damit gemeint, dass Ähnlichkeiten vorhanden sind. cf. und aff. werden manchmal im selben Sinn gebraucht (oder durcheinandergeworfen).
ssp.: (lat.) subspecies = Unterart . Unterarten werden wissenschaftlich beschrieben! Wenn eine Art z.B. ein sehr großes Verbreitungsgebiet besiedelt und Populationen sich zwar äußerlich unterscheiden, genetisch jedoch zur gleichen Art gehören. Was jedoch eine Unterart ist, unterliegt der Beurteilung des jeweiligen Beschreibers. Viele Zoologen mögen Unterarten ebenso wenig wie Untergattungen und machen lieber gleich eine eigene Art bzw. Gattung draus.
sg.: (lat.) subgenus = Untergattung ; s. Unterart.
var.: (lat.) varietas = Variante ; Varianten sind in der Zoologie nicht (!) Bestandteil des wissenschaftlichen Namens – in der Botanik sehr wohl und da auch immens wichtig. In der Botanik gehören auch noch die Kreuzungsangaben (x) zur wissenschaftlichen Benennung (und noch einiges andere). Bei Fischen werden Varianten häufig durch „“ angezeigt (bei Malawisee-Buntbarschen z. B. öfter mit engl. Farb- und Ortsangaben). Überhaupt ist alles, was durch „“ oder anderen Druck kenntlich gemacht ist, nicht Bestandteil der wiss. Benennung.
Für Hinweise auf feler, Unklarheiten etc. wäre ich ausgesprochen dankbar. Und falls Interesse besteht, kann ich auch noch was zu den Schreibweisen (wann kursiv, wann nicht usw.) reinstellen, das muss ich auch gerade sowieso zusammenbasteln.
Tschö zusammen
Claus
Martin G.
28.10.2003, 12:47
Originally posted by Claus Schaefer@Oct 28 2003, 14:05
Und falls Interesse besteht, kann ich auch noch was zu den Schreibweisen (wann kursiv, wann nicht usw.) reinstellen, das muss ich auch gerade sowieso zusammenbasteln.
Hallo Claus,
Interesse besteht auf jeden Fall. Ud vor allem besteht Interesse: Wofür wird das grad alles zusammengebastelt?
Gruß, Martin.
Claus Schaefer
28.10.2003, 15:00
Kursiv oder nicht kursiv,
ist eigentlich keine so schwierige Frage.
Kursiv werden lediglich Gattungs-, Untergattungs-, Art- und Unterartnamen gedruckt, alles andere nicht. Also weder Familie, Ordnung und Klasse noch zwischengeschobene Abkürzungen oder angehängte Varianten kursiv. Gattungsnamen beginnen mit einem Großbuchstaben, Artnamen mit einem Kleinbuchstaben. Beispiele:
Clupea harengus
Corydoras sp. aff. julii
Hypoptopoma sp. „Amapá“
Dabei handelt es sich um Empfehlungen des ICZN = International Code for Zoological Nomenclature, nicht um Muss-Bestimmungen. Eine Veröffentlichung wird daher nicht ungültig, wenn sie diesen Empfehlungen nicht folgt. Anders ist es bei den nomenklatorischen Vorschriften; da kann ein grober Fehler (etwa kein Holotypus festgelegt) zur Ungültigkeit führen.
Die Empfehlungen haben vor allem den Sinn, die Veröffentlichungen eindeutig, einheitlich und damit leichter lesbar zu halten. Deshalb braucht man in Überschriften oder Buchtiteln Gattungs- und Artnamen nicht kursiv zu schreiben, da ist es ohnehin auffällig genug.
Auch für die Schreibweise der Autoren und des Datums der Veröffentlichung gibt es nur Empfehlungen: Autorennamen sollen nicht abgekürzt werden (also nicht L. für Linnaeus), der Autorenname soll ebenfalls durch eine andere Schrift- oder Druckart hervorgehoben werden (z. B. durch KAPITÄLCHEN [richtige Kapitälchen gibt’s hier nicht, deshalb die etwas größeren Großbuchstaben]) und nach einem Komma soll die Jahreszahl der entsprechenden Veröffentlichung folgen – das lassen manche auch weg. Klammern um die letzten beiden Angaben bedeuten, dass die Art ursprünglich in einer anderen Gattung geführt wurde.
Silurus glanis LINNAEUS, 1758
Silurus aristotelis (AGASSIZ, 1857)
Kursive Grüße
Claus
Hi Claus,
sehr schön, sehr verständlich.... und wo Du grad so schön dabei bist, kannste doch eigentlich gleich weitermachen :vsml:
Zum Beispiel interessieren mich (und vielleicht auch einige andere) die von Dir angesprochenen nomenklatorischen Vorschriften. Wie wärs, wenn Du bei Gelegenheit mal ein paar Sätze verfaßt, wie eine wiss. Beschreibung gemacht wird. Was muß/kann dazugehören. Was sind Holo-, Para- und Syntypen, usw. Ich denke mal, das interessiert einige und ist es wert, hier einmal verfaßt und gepinnt zu werden.
Bin sicher, daß da für einige (mich eingeschlossen) noch ein paar Aha- und Soso-Erkenntnisse drin sind ;)
Gruß,
Rolo
(nicht kursiv, da wiss. nicht anerkannt *g*)
Claus Schaefer
28.10.2003, 16:13
Ächz!
Was für Typen? Rolo-Typen? Kenne nur Rolex-Typen.... :vsml:
Rolo, wie hieß der Satz doch gleich mit dem kleinen Finger und dem ganzen Arm?
Vielleicht, wenn ich in Rente bin (keine despektierlichen Bemerkungen jetzt!).
Tschö
Claus
Claus Schaefer
28.10.2003, 16:21
PS: "Internationale Regeln für die zoologische Nomenklatur" kann man für (leider viel) Geld kaufen. Das Buch hat 230 Seiten (nein, die scanne ich nicht hier ein), ist 2000 bei "Naturwissenschaftlicher Verein in Hamburg" erschienen und trägt die ISBN 3-931374-36-X.
(Und wenn die nächste Auflage erscheint, kann man die alte wegwerfen.)
Man findet darin mit Sicherheit immer eine Vorschrift, mit der sich eine beliebige Anzahl anderer Vorschriften widerlegen oder mindestens in Frage stellen lässt. Naja, ganz so schlimm nicht, aber vermutlich ist man am besten Winkeladvokat, wenn man völlig durchsteigen will.
Grüße
Claus
"Rolotypus" gefällt mir... :hmm: ... von jeder neu beschrieben Art muß ein (lebendes) Exemplar bei Rolo hinterlegt werden :smk:
Schade, daß Du das mit den despektierlichen Bemerkungen vorweg genommen hast... mein boshafter Geist überschlug sich innerlich schon fast :vsml:
Naja, aber so ausführlich und höchst wissenschaftlich hatte ich das ja auch gar nicht gemeint, daß da jetzt 230 Seiten zitiert werden müßten. Nur begegnet mir immer wieder, daß viele mit Begriffen wie Holotypus nichts anfangen können, geschweige denn Unterschiede zwischen Para- und Sonstwastypen kennen und halt öfters nachfragen. ...wie eben auch mit dem "sp.", cf." usw. Quasi die Antwort auf die häufig gestellte Frage "Was heißt eigentlich wiss. beschrieben und wie geht das?
Daher dachte ich, daß man da mal eine kurze, gebündelte Erklärung zu wiss. Beschreibungen verfassen könnte, die man dann hier pinnt. ... und das halt am besten von jemandem, der für sowas auch qualifiziert ist *kratzkratz* :vsml: Ich bin in einigen Dingen bei dem Thema selber etwas unsicher und würde es eher als Oberflächenwissen bezeichnen, sonst würd ich es ja selbst machen. Ich befürchte nur, das könnt nach hinten losgehen... drum hoffte ich ja, daß meine Unklarheiten mal beseitigt werden. ;)
Also, wieviel bauchpinseln muß noch sein, damit ich Dich überreden kann? :schäm: (ich mache auch keine despektierlichen Bemerkungen über Bauchgrößen, aber bei Ingo S. würde "bauchpinseln" auf jeden Fall zu lange dauern :bhä: )
...aber vielleicht fühlt sich ja auch jemand anderes jetzt berufen, dazu was zu schreiben :hmm:
Gruß,
Rolo
Originally posted by Claus Schaefer@Oct 28 2003, 13:05
Für Hinweise auf feler, Unklarheiten etc. wäre ich ausgesprochen dankbar.
Hmm,
glaubst doch nicht im Ernst, dass ich darauf anspringe ;)
Aber Rolo sollte es doch aufgefallen sein ...
Claus Schaefer
28.10.2003, 17:38
Hallo Walter,
schreibt man fäler denn anders?
Tschö Claus
Originally posted by Walter@Oct 28 2003, 18:18
glaubst doch nicht im Ernst, dass ich darauf anspringe ;)
Aber Rolo sollte es doch aufgefallen sein ...
Isses, Walter, ....keine Sorge ;)
Aber wie wäre es wenn Du mal endlich auf
...aber vielleicht fühlt sich ja auch jemand anderes jetzt berufen, dazu was zu schreiben
anspringst???? :vsml:
Gruß,
Rolo
Claus Schaefer
28.10.2003, 17:49
Hallo Rolo,
das kann Dir doch aber der Ingo K. bei einem Gläschen Grappa alles erklären. Allerdings könnte es da auch mit dem Bauchpinseln ein bisschen länger dauern. (Hilfe, mein Glashaus!)
Meinst Du wirklich, dass das von Interesse wäre? Wenn ja, könnte man ja einen Artikel draus machen, und Du musst die Zeitschrift dann kaufen. :vsml: Mist, Du bist ja eh Abonnent.
@ Martin
Sorry, hab die Antwort auf Deine Frage ganz vergessen, aber das ist das Alter. (Rolo, gaaaaanz ruhig!)
Es handelt sich um das quasi ultimative, nicht mehr aufzuhaltende und alles überrollende, seit langen Jahren gut abgehangene, mehrmals wieder in Angriff genommene und nun (kannst Du wieder vorne anfangen) Aquaristik-Lexikon aus dem Ulmer-Verlag (was vorher immer das Frey-Lexikon war).
Tschö
Claus
ThePapabear
28.10.2003, 18:10
Hi!
Wow! Ich bin mal wieder beeindruckt, wie ausführlich hier bewiesen wird, dass ich nichts weiß... :vsml: :hmm:
Wenn ich aber lese:
Rolo schrieb:
.... und wo Du grad so schön dabei bist, kannste doch eigentlich gleich weitermachen
Worauf Klaus Schaefer schrieb:
Rolo, wie hieß der Satz doch gleich mit dem kleinen Finger und dem ganzen Arm?
Vielleicht, wenn ich in Rente bin (keine despektierlichen Bemerkungen jetzt!). Na gut dann nicht... *schmoll* :vsml: :tfl:
dann wieder Rolo:
Daher dachte ich, daß man da mal eine kurze, gebündelte Erklärung zu wiss. Beschreibungen verfassen könnte, die man dann hier pinnt. ... und das halt am besten von jemandem, der für sowas auch qualifiziert ist *kratzkratz* :vsml: Ich bin in einigen Dingen bei dem Thema selber etwas unsicher und würde es eher als Oberflächenwissen bezeichnen, sonst würd ich es ja selbst machen. Ich befürchte nur, das könnt nach hinten losgehen...
und
...aber vielleicht fühlt sich ja auch jemand anderes jetzt berufen, dazu was zu schreiben :hmm:
Bringt mich das irgendwie auf eine Idee! :vsml:
Rolo fasst sein "oberflächliches Wissen" in Worte und Klaus berichtigt, verbessert das Ganze!! Somit währe Rolo´s (und vielleicht auch einiger anderer) Anliegen in die Tat umzusetzen. Eventuell könnte ja der Walter ihm dabei helfen... (aber bitte auf Film bannen, da könnten "göttliche" Szenen bei der Zusammenarbeit rauskommen.... :vsml: :tfl: )
lg
Herbert :cool:
Originally posted by ThePapabear@Oct 28 2003, 19:14
Rolo fasst sein "oberflächliches Wissen" in Worte und Klaus berichtigt, verbessert das Ganze!! Somit währe Rolo´s (und vielleicht auch einiger anderer) Anliegen in die Tat umzusetzen. Eventuell könnte ja der Walter ihm dabei helfen... (aber bitte auf Film bannen, da könnten "göttliche" Szenen bei der Zusammenarbeit rauskommen.... :vsml: :tfl: )
Herbert, Du bist ein Querulant!!! :vsml:
Genau das wollte ich doch mit meinem ganzen Gesäusel und Geschreibsel vermeiden, weil es ja ARBEIT wäre!!!!! :oh:
Ich dachte halt, Walter schreibt, und Claus nörgelt dann dran rum und verbessert ... so hat jeder was davon:
- Walter darf zeigen, was er kann und vielleicht ringen wir uns ein Lob ab :kltsch:
- Claus darf an Walter nach Herzenslust rummäkeln (hach welch Wonne, das würd ich ja auch gern tun :vsml: )
- der Rest erntet das Ergenbis :wacko:
(- ...und ich klopf mir auf die Schulter, daß ich ich das Ergebnis ohne eigene Arbeit so schön deligiert habe :bhä: )
Irgendwelche Einwände?
Gruß,
Rolo
Originally posted by Rolo@Oct 28 2003, 20:25
Irgendwelche Einwände?
nein :angel:
Originally posted by Rolo@Oct 28 2003, 18:44
Aber wie wäre es wenn Du mal endlich auf
...aber vielleicht fühlt sich ja auch jemand anderes jetzt berufen, dazu was zu schreiben
anspringst???? :vsml:
Und warum net Du, Claus, Martin, ...?
Typus wird meist mit Typ. abgekürzt.
Holotyp.: Das (einzige) Exemplar einer Art, an und nach welchem die Artbeschreibung und Namensgebung zum ersten Mal vorgnommen worden ist. Normalerweise in einem Museum hinterlegt (Wenn nicht verlorengegangen, was leider öfter vorgekommen ist, Brand, Kriegszerstörungen, ...).
Paratyp.: Sehr ähnliches Exemplar, auf welches die Artbeschreibung passt. Auch in einem (oder mehreren verschiedenen) Museum/en hinterlegt. Unwichtig, solange der Holotyp existiert. Geht der Holotyp verloren, werd ein Paratyp zum neuen Namensträger.
Syntyp.:: Eine größere Anzahl von Exemplaren einer Art, an welchen die Namensgebung und die Artbeschreibung nicht vorgenommen worden ist, auf welche aber die Beschreibung des Holotypus passt.
Lectotyp.: Ein Exemplar aus den Syntypen einer Art, welches zum Holotyp für die Beschreibung einer neuen Gattung bestimmt worden ist.
Paralectotyp.: Die übrigen Syntypen nach der Festlegung des Lectotypen.
Neotyp.: Ersatz für Holo- oder Lectotyp, wenn das Originalexemplar verloren gegangen ist.
ThePapabear
28.10.2003, 18:32
Hi, Rolo!
Genau das wollte ich doch mit meinem ganzen Gesäusel und Geschreibsel vermeiden, weil es ja ARBEIT wäre!!!!! :oh:
Ich dachte halt, Walter schreibt, und Claus nörgelt dann dran rum und verbessert ...
Wär ja prinzipiell keine schlechte Idee. Aber zusätzliche Arbeit lenkt Walter nur davon ab, mir den Rest seiner Bücher für die Datenbank zu liefern! :vsml:
Darum sollten wir das hier:
- Walter darf zeigen, was er kann und vielleicht ringen wir uns ein Lob ab
- Claus darf an Walter nach Herzenslust rummäkeln (hach welch Wonne, das würd ich ja auch gern tun )
- der Rest erntet das Ergenbis
leicht abändern, nämlich in:
- Rolo darf zeigen, was er kann und vielleicht Loben wir ihn dann ein bisschen ;)
- Claus darf an Rolo nach Herzenslust rummäkeln (hach welch Wonne, das würd ich ja auch gern tun :vsml: ) <- Das kann bis auf den Namenswechsel stehen bleiben... :tfl: (nur leider kann ich nicht mäkeln, weil ich selber keinen Dunst davon habe.... :( :cry: )
- der Rest erntet das Ergenbis - das wär das Ziel des Ganzen!
Das passt doch! Und im Endeffekt darf ich mir auf die Schultern klopfen, weil ich die kompetente Arbeitskraft innerhalb des Forums gekonnt ausschöpfe ohne den Einzelnen zu überlasten! :tfl: :vsml: ;)
lg
Herbert
PS: tschuldigung an Claus, weil ich den Namen mehrfach falsch geschrieben hatte.... :schäm: :schäm:
Claus Schaefer
28.10.2003, 18:32
Hi,
1. hab ich Walter gar nicht rumgemäkelt;
2. hat Walter schon wieder gearbeitet und
3. Walter, Du hast doch nichts dagegen, wenn ich auch noch was dazu sage?
Tschö
Claus
Wieso?
Wenn was fehlt oder falsch ist, sag´s ruhig...
Claus Schaefer
28.10.2003, 18:39
Du Typengeschichte ist doch schon ganz hübsch abgehandelt jetzt (obwohl Du den Rolo-Typ vergessen hast).
Ich schreib mal, was alles in einer Erstbeschreibung drinstehen muss, dauert aber noch was (Essen ist fertig!!!)
Bis später
Claus
Ralf Rombach
28.10.2003, 18:39
Hi Claus,
PS: "Internationale Regeln für die zoologische Nomenklatur" kann man für (leider viel) Geld kaufen. Das Buch hat 230 Seiten (nein, die scanne ich nicht hier ein), ist 2000 bei "Naturwissenschaftlicher Verein in Hamburg" erschienen und trägt die ISBN 3-931374-36-X.
(Und wenn die nächste Auflage erscheint, kann man die alte wegwerfen.)
Ganz so teuer sind sie nun auch nicht.
Zitat aus: http://www.iczn.org/code.htm
The price of the 4th Edition is £40 or $65; the following discounts are offered:
Individual members of a scientific society ordering one copy for personal use are offered a discount of 25% (price £30 or $48); the name and address of the society should be given.
Individual members of the American or European Associations for Zoological Nomenclature ordering one copy for personal use are offered a discount of 40% (price £24 or $39).
Gruss Ralf
Ralf Rombach
28.10.2003, 18:45
Hi,
Holotyp.: Das (einzige) Exemplar einer Art, an und nach welchem die Artbeschreibung und Namensgebung zum ersten Mal vorgnommen worden ist. Normalerweise in einem Museum hinterlegt, wenn nicht verlorengegangen (oder wie bei Knaack im Aquarium weiterleben gelassen und nach Versterben unauffindbar).
Wenn Du Dich auf C. sterbai und C. haraldschultzi beziehst, dann waren es die Paratypen, die verschollen waren, verkramt in einer Kiste.
Fällt mir gerade ein, Kennt einer einen langschnäuzigen C. haraldschultzi ?
Gruss Ralf (den hatte ich vergessen).
Originally posted by Claus Schaefer@Oct 28 2003, 19:43
(obwohl Du den Rolo-Typ vergessen hast).
OK, sorry ;)
Rolotyp.: Ein bestimmtes Exemplar einer Art, welches gerne das Vorzeigeexemplar wäre, bei flüchtiger Betrachtung dem Idealtypus vielleicht auch nahe zu kommen scheint, bei genauerer Untersuchung dann aber doch viele offensichtliche Mängel aufweist.
:bhä:
Originally posted by Ralf Rombach@Oct 28 2003, 19:49
Wenn Du Dich auf C. sterbai und C. haraldschultzi beziehst, dann waren es die Paratypen, die verschollen waren, verkramt in einer Kiste.
OK,
danke, editier´s wieder weg.
Originally posted by Claus Schaefer@Oct 28 2003, 19:43
Du Typengeschichte ist doch schon ganz hübsch abgehandelt jetzt (obwohl Du den Rolo-Typ vergessen hast).
Ja, ich wäre sogar zu machbaren Kompromissen bereit :spze:
Rolotypus: Von jeder neu beschrieben Art muß eine Kopie der Beschreibung und ein oder mehrere gute Bilder von lebenden Exemplaren bei Rolo für seine Homepage hinterlegt werden.
Im Gegensatz zu den anderen Typen müssen Rolotypen auch von unbeschriebenen Arten hinterlegt werden, wenn diese eine L/LDA-Nummer zugewiesen bekommen, allerdings reichen in dem Falle natürlich nur Fotos plus einer Kurzbeschreibung des Herkunftsbiotops.
Walter, wenn Du das bitte nacheditieren würdest? :vsml:
Ich schreib mal, was alles in einer Erstbeschreibung drinstehen muss, dauert aber noch was (Essen ist fertig!!!)
In der Ruhe liegt die Kraft, oder wie der Schwabe sagt: "No ned hudele!" Dein wohlverdientes Essen sei Dir gegönnt ...
Ansonsten:
Ihr beiden seid die Besten! :spze: :kiss: Danke!
Gruß,
Rolo
P.S. Walter: Jetzt bringst Du deine eigenen Begriffe durcheinander :no: Was Du da so treffend beschrieben hast, ist der HOLOTYPUS von Rolo, nicht der Rolotypus!!! :bhä:
Originally posted by Walter+Oct 28 2003, 19:51 --></div><table border='0' align='center' width='95%' cellpadding='3' cellspacing='1'><tr><td>QUOTE (Walter @ Oct 28 2003, 19:51 )</td></tr><tr><td id='QUOTE'> <!--QuoteBegin-Ralf Rombach@Oct 28 2003, 19:49
Wenn Du Dich auf C. sterbai und C. haraldschultzi beziehst, dann waren es die Paratypen, die verschollen waren, verkramt in einer Kiste.
OK,
danke, editier´s wieder weg. [/b][/quote]
Ähem,
"Waren"?
Claus Schaefer
28.10.2003, 18:55
Hallo Ralf,
hol mal den Roland ans Telefon...
Äh, halt, falscher Text, falsche Uhrzeit.
Den ICZN hab ich mir damals auf deutsch gegönnt (dann sind die Übersetzungsfehler schon von jemand anderem gemacht worden) und musste dafür (gab's da noch richtiges Geld?) DM 90,- resp. E 45,- (ungefähr) bezahlen.
Das ist viel Geld. Das macht z. B. 7,5 Kästen Veltins.
Tschö
Claus
Ralf Rombach
28.10.2003, 18:59
Originally posted by Walter+Oct 28 2003, 19:57 --></div><table border='0' align='center' width='95%' cellpadding='3' cellspacing='1'><tr><td>QUOTE (Walter @ Oct 28 2003, 19:57 )</td></tr><tr><td id='QUOTE'> Originally posted by Walter@Oct 28 2003, 19:51
<!--QuoteBegin-Ralf Rombach@Oct 28 2003, 19:49
Wenn Du Dich auf C. sterbai und C. haraldschultzi beziehst, dann waren es die Paratypen, die verschollen waren, verkramt in einer Kiste.
OK,
danke, editier´s wieder weg.
Ähem,
"Waren"? [/b][/quote]
Hi Walter,
ja waren. ;)
Die Holotypen der beiden Arten liegen in Frankfurter Senckenberg Museum, die Paratypen lebten erst im Aquarium, dann verlor sich ihre Spur.
Knaack hat doch selber in einem der letzten BSSW Hefte darüber geschrieben, "verloren in den Wirren der zeit." :D
Nach Trennung von den Tieren gingen die von Knaack ans Berliner Museum mit anderen Typen. dort verschwanden sie in einer Kiste bis irgendwann 2000, wo die aus einer Ecke nach den Wirren der Zeit wieder auftauchte und man staunte, dort Material von Knaack zu finden, auch ordentlich beschriftet. Dennoch musste anscheinend einiges vom Autor noch mal nachbestimmt werden. ;)
gruss Ralf
ThePapabear
28.10.2003, 19:02
Hi!
Damit ich Rolo´s Anschuldigungen gerecht werde (und weil ich´s mir nicht verkneifen kann.... :bhä: ):
P.S. Walter: Jetzt bringst Du deine eigenen Begriffe durcheinander :no: Was Du da so treffend beschrieben hast, ist der HOHLOTYPUS von Rolo, nicht der Rolotypus!!! :bhä:
Und wo bitte ist der Unterschied, zwischen dem HOHLOTYPUS und dem der hier schreibt??? :tfl:
Davon mal abgesehen, dass Bilder und Erstbeschreibungen sicher nicht für Rolo´s Page reserviert werden! Dann bekommen wir die ja NIE zu Gesicht! :tfl: :bhä:
Besser die werden hier veröffentlicht.... :vsml:
lg
Herbert
Ralf Rombach
28.10.2003, 19:03
Hi Claus,
so in etwa habe ich auch damals bezahlt, fürs englische Original, habs leider nicht zur Hand, steht im Büro.
Ansonsten ist Deinen bisherigen Aufstellungen nichts hinzufügen, habe sie jetzt mehrfach gelesen, sind o.k. - wenn ich das sagen darf.
Vor allem das spec. aff. und cf. ist Dir gut gelungen, obwohl sich die wenigsten Taxonomen letztlich daran wirklich aufhalten. Kann mich da an einen Disput zweier Bio-profs (beide mit taxonomischer Erfahrung) erinnern im Rahmen einer Diss. - der eine sagte spec. aff. der andere cf. :D Nach mehrmaligem hin und her machte der Doktorand, was er wollte - scherte sich dann auch keiner mehr drum. ;)
gruss Ralf
Claus Schaefer
28.10.2003, 22:04
Wissenschaftliche Erstbeschreibungen
kann man oft schon an der Überschrift erkennen, wenn nämlich ein neu, new (ist ja fast immer engl.) oder sp. n. hinter einem bisher unbekannten Artnamen bzw. ein gen. n. hinter einem neuen Gattungsnamen auftauchen. Manche Autoren kürzen auch anders ab, aber im Prinzip ist es (und muss es auch sein!) mit diesen Abkürzungen (oder dem „neu“) sofort erkennbar. Dieses Anhängen von „sp. n.“ (o. Ä.) darf (!) nur in der Erstbeschreibung (also sozusagen bei der öffentlichen Taufe) vorkommen.
Selbst wenn der Artikel später noch einmal abgedruckt wird (in einer Liebhaberzeitschrift z. B.) muss „sp. n.“ u. Ä. entfernt sein.
Nach der Nennung des neuen Namens sollte der Autor dann die übergeordnete Systematik anführen.
2 Beispiele mit Unterschieden:
Armbruster (2002): Hypancistrus inspector: A New Species of Suckermouth Armored Catfish (Loricariidae: Ancistrinae).
Pereira & Reis (2002): Revision of the loricariid genera Hemipsilichthys and Isbrueckerichthys (Teleostei: Siluriformes) with descriptions of five new species of Hemipsilichthys.
Der Text beginnt oft mit einer allgemeinen Einleitung, und damit das alle merken, steht dann “Introduction ” drüber.
Danach sollte der Autor Material und Methoden erläutern, damit die Leser wissen, mit welchen Fischen er z. B. die neue Art verglichen hat, wie er Schuppen gezählt hat, wie er seine DNA-Analysen gemacht hat, welche Computerprogramme angewendet wurden etc. pp.
Dann geht’s überhaupt erst richtig los:
Im Text muss der Autor ein einziges Exemplar festlegen, dass die Charakteristika der Art möglichst auch am besten widerspiegelt. Das ist der Holotypus , die Bezugsgröße oder quasi ein Urmeter für die Art. Der Holotypus wird auch mit der jeweiligen Museumsabkürzung und seiner Inventarnummer genannt (z. B. ZFMK 23091). In den Institutionen/Sammlungen werden Holotypen besonders sorgfältig aufbewahrt und bewacht.
Der Fundort des Holotypus muss ebenfalls angegeben sein. Heute macht man das dank GPS ziemlich genau, früher stand da schon mal „Brasilien“. Dieser Fundort heißt locus typicus bzw. Typusfundort (type locality ).
Der Holotypus muss mit den charakteristischen Merkmalen, die nach Meinung des Autors die Berechtigung eben dieser neuen Art begründen, beschrieben werden. Bei Fischen zählt man Flossenstrahlen, Schuppen (bei Welsen immer vergeblich), beschreibt bestimmte Strukturen (Zähne, Flossenstrahlen etc.) usw. usf. Wichtig sind auch Körperproportionen und natürlich einzigartige Merkmale.
Besonders unumgänglich ist die Farbbeschreibung , allerdings ausschließlich der Leiche, weil sich die Lebendfärbung verliert und auf Dauer (oder zumindest ziemlich lange) nur die Schwarzmarkierungen erhalten bleiben – deshalb color(ation) in alcohol . Die Lebendfärbung wird allerdings inzwischen auch oft zumindest anhand eines entsprechenden Fotos dargestellt.
Angaben zur Verbreitung und zum Lebensraum sollten ebenfalls vorhanden sein.
Schließlich erklärt der Autor in der Etymologie auch noch, wie er den Namen gebildet hat und was das überhaupt heißen soll. Das kommt allerdings häufig auch direkt am Anfang.
Das alles gipfelt in der Diagnose (die aber ebenfalls auch häufig am Anfang steht), in der kurz aber prägnant noch einmal zusammengefasst steht, warum ausgerechnet das eine neue Art sein soll.
Man sieht es heute gar nicht gerne, wenn eine Art anhand eines einzigen Exemplars beschrieben wird. Geschlechts- und individuelle Unterschiede z. B. könnten so ja überhaupt nicht berücksichtigt werden. Also werden weitere Exemplare vermessen und beschrieben. Diese Fische – das sind die Paratypen - werden auch immer mit ihren Nummern genannt. Holotypus und Paratypen bilden zusammen die Typenserie .
Garniert (nein, sie sind schon wichtig) wird das Ganze mit Abbildungen mindestens des Holotypus’ (und da mindestens Gesamtansicht der linken Seite). Dazu kommen weitere Fischbilder, möglicherweise Biotopfotos, Detailzeichnungen/-fotos charakteristischer anatomischer Merkmale, Karte mit mindestens Typuslokalität, Diagramme - ach, man kann so viele Bildchen da reinpacken...
Es gibt noch eine ganze Reihe weitere Möglichkeiten, den Text (auch diesen hier) in die Länge zu ziehen (Danksagungen, Anmerkungen, Diskussionen). Was noch sein muss und immer am Schluss kommt, ist das Verzeichnis der verwendeten und zitierten Literatur . Was danach noch kommt, aber auch direkt nach der Überschrift möglich ist, sind die Abstracts , die kurzen Zusammenfassungen in der/den Sprache(n), die mit dem Fisch enger in Zusammenhang stehen. Einen Wels, den es sowohl in Brasilien wie in Venezuela gibt, würde Isbrücker also wahrscheinlich in Englisch beschreiben, die Zusammenfassungen dann aber in Spanisch und Portugiesisch erscheinen lassen.
In der äußeren Gestaltung (etwa Reihenfolge der einzelnen Abschnitte) ist der Autor eher frei, er muss aber bestimmte Dinge veröffentlichen, damit die Beschreibung Gültigkeit erlangt. Das tut sie allerdings erst, wenn sie veröffentlicht ist. Beschreibt ein anderer dieselbe Art und nennt sie natürlich auch anders, hat der gewonnen, der zuerst auf dem Markt ist. Wenn man weiß, dass ein Kollege am selben Fisch arbeitet, und es trotzdem tut, gilt man in Zoologenkreisen als unfair.
Vorgekommen ist das aber mehr als einmal, z. B. beim Roten Neon, wo Axelrod die Zeitschrift mit der Beschreibung durch Taxis ausliefern ließ, damit er schneller war. Deshalb heißt das Tierchen seither auch Paracheirodon axelrodi (Schultz, 1956) axelrodi und nicht P. cardinalis (Myers & Weitzman, 1956).
Und dann existieren noch ganz viele andere verbindliche Regeln z. B. zur Namensbildung, Schreibweise, Art des Mediums, in dem veröffentlicht wird etc. pp.
Meine Güte, normalerweise bekommt man für sowas hier (wenig) Geld. Im Großen und Ganzen wär's das, aber irgend etwas fehlt bestimmt noch...
Und überhaupt eine Frage an die Kenntnisreichen: Existiert eine Abbildungspflicht eigentlich? Und wenn ja, wie weit geht die?
So, mir reicht’s erst einmal
Grüße
Claus
Na super,
danke.
Ist das hier der Testlauf für das Lexikon?
Meine Güte, normalerweise bekommt man für sowas hier (wenig) Geld.
Tja Claus, Geld gibt es nicht, aber jede Menge Dankbarkeit, hochachtende Anerkennung für Deine Mühe und viele lächelnde Gesichter, die um einige Erkenntnisse reicher geworden sind.
...und natürlich das eigene Wissen darum, der Gemeinde der Welsfanatiker und der hohen Qualität dieses Forums einen wertvollen Dienst erwiesen zu haben, so daß man zu Recht die Brust voller Stolz schwellen kann und voller Bewunderung im Supermannkostüm vor dem Schlafzimmerspiegel posieren darf. :vsml:
... und das ist doch eigentlich fast unbezahlbar. :spze:
Danke, Claus, toller Text ...und so schön kurzweilig geschrieben ;)
Rolo
Originally posted by Rolo@Oct 28 2003, 23:28
so daß man zu Recht die Brust voller Stolz schwellen kann und voller Bewunderung im Supermannkostüm vor dem Schlafzimmerspiegel posieren darf. :vsml:
Nur weil Du ...
mußt Du doch nocht auf Andere schließen. :hmm:
Originally posted by Rolo@Oct 29 2003, 00:28
...so daß man zu Recht die Brust voller Stolz schwellen kann und voller Bewunderung im Supermannkostüm vor dem Schlafzimmerspiegel posieren darf. :vsml:
na jetzt weiß ich was du abends immer machst, wenn du nicht im inet bist ;)
Originally posted by Walter@Oct 28 2003, 23:34
Nur weil Du ...
mußt Du doch nocht auf Andere schließen. :hmm:
Oh, Cherie.. :schäm: ... isch 'abe gar kein Supermannkostüm!!! ..isch 'abe auch keinen Spiegel im Schlafzimmer ... und isch 'abe keine breite Brust, die man schwellen könnte (ja sags ruhig: weswegen auch? hab ja keine Gründe dafür *g*) ... isch 'abe nur eine kleine bisschen Phantasie und wollte Claus machen lächelnd für seine Mühe, wo er doch schon so explizit danach verlangt hatte :smk:
Du Doofnase!!! :bhä:
..wenn ich solche Texte schreiben würde, würde ich zur Selbstbewunderung auch eher im Siegfried-Tütü unter der Dusche lautals monumentale Lobeshymnen durch das Haus schmettern, die jeder mitkriegt ;)
Gruß,
Rolo
Ui,
na dann simma aber froh, dass Du net so schreiben kannst ... :cool:
Originally posted by Walter@Oct 29 2003, 01:09
Ui,
na dann simma aber froh, dass Du net so schreiben kannst ... :cool:
... oder das wir nicht mit Rolo in einem Haus wohnen :vsml:
ThePapabear
29.10.2003, 08:39
Hallo!
Ich möchte mich herzlichst bei Claus bedanken, dass er hier so einen umfangreichen Text geschrieben hat! :spze: :kltsch:
Nochdazu so verständlich und toll geschrieben, dass sogar ich Doofnase, davon profitieren kann, weil ich verstehe was er schreibt. Ich hoffe, ich darf den Text aus diesem Thread (incl. dem von Walter, aber den frag ich nicht! :vsml: ) und den restlichen Beschreibungen weiter verwenden und in die Datenbank/auf eine eigene Seite zusammen fassen!? Der Text von Claus wird natürlich unabgeändert und mit deutlichstem Hinweis auf den Ursprung versehen sein.
Ich finde es noch immer Wahnsinn (und werde mich wohl nie daran gewöhnen können), dass Leute der Öffentlichkeit (sprich welche einen gewissen Bekanntheisgrad errungen haben), hier so offen und freundlich mitarbeiten und uns so unkompliziert an ihrem Wissen teilhaben lassen! Und das soll jetzt überhaupt keine Schleimerei sein (ich hör schon die Unkenrufe...), sondern ist meine ehrliche und aufrichtige Meinung!
lg
Herbert
Claus Schaefer
29.10.2003, 10:52
Hallo Herbert,
im Siegfried-Tütü unter der Dusche lautals monumentale Lobeshymnen durch das Haus schmettern
Solange mir das erspart bleibt, bin ich ganz zufrieden.
Natürlich darfst Du den Text auch in die Datenbank stellen, nur würde ich damit noch etwas warten, denn da kann schon noch was fehlen. Über die Abbildungspflicht z. B. habe ich bisher noch nix gefunden, das weiß ich aber vermutlich bis zum Wochenende. Mir wäre es auch wirklich ganz recht, wenn da andere auch noch mal nachlesen.
Zum Rolo-Holotypus: Da das Kerlchen ja garantiert monotypisch ist (oder gibt's da noch einen von?), bleibt uns vermutlich nichts anderes übrig, als nach Bremen zu fahren, ihn ordentlich zu vermessen, in seiner Gesamtheit zu fotografieren (von links) und anschließend final in Alkohol zu konservieren. Tja Rolo, das kann passieren, wenn man einzigartig ist. :vsml:
Grüße
Claus
ThePapabear
29.10.2003, 11:05
Hi, Claus!
im Siegfried-Tütü unter der Dusche lautals monumentale Lobeshymnen durch das Haus schmettern
Das währe wohl eine Qual, die man im Mittelalter ohne weiteres als finales Folterinstrument einsetzen hätte können! :vsml: Soll dir auch nicht zugemutet werden. Sollte da Gefahr im Verzug sein, bin ich sogar bereit nach Bremen zu fahren um dieses zu verhindern! :tfl: :blink:
Danke, für die Bereitstellung zur weiteren Verwendung. Ich warte natürlich gerne, bis du dazu dein OK gibst. Rom ist ja auch nicht an einem Tag erbaut worden. Dafür steht es heute noch... ;)
Zum vermessen/konservieren von Rolo:
Wär schon ne Überlegung wert, aber wen sollte ich dann an seiner Stelle ab und an auf´s Korn nehmen (auch wenn er mir nicht immer drauf einsteigt, siehe diesen Thread...)?
Irgendwas würde mir dann auf jeden Fall fehlen!
Andererseits würde ich auch dafür (und sei´s alleine wg. dem Anblick der Szene) stark überlegen, nach Bremen zu kommen....
lg
Herbert
Ralf Rombach
29.10.2003, 12:18
Hi Claus,
soweit mir bekannt, aber die aktuell gültige Version müsste ich selobst daraufhin nochmal prüfen, besteht keine Abbildungspflicht. zumindest sind mir aus der Entomologie Dutzende, wenn nicht Hunderte Erstbeschreibung ohne jegliche Abbildung bekannt. Da gab es mal einen österreichischen Spezialisten für Borkenkäfer (Scolytidae), der Serien von Erstbeschreibung tropischer Arten nur mit Text gemacht hat. leider ist gerade dies ohne jegliche Abbildung äußerst schwierig nachzuvollziehen. wenn es sich nur um Färbungsmerkmale handelt oder proportionsangaben, dann mag es noch angehen mit einem Heidenaufwand, Tiere danach selber zu bestimmen, geht es aber auf komplexe Merkmale wie beispielsweise die genitalmorphologie bei vielen Insekten, sind gute Abbildungen, hier vor allem Zeichnungen, letztlich unverzichtbar.
gruss Ralf
Ralf Rombach
29.10.2003, 12:33
Hi Claus,
ich versuche, einige Sachen mal aus dem Kopf heraus zu kommentieren.
sp. n. hinter einem bisher unbekannten Artnamen bzw. ein gen. n. hinter einem neuen Gattungsnamen auftauchen. Manche Autoren kürzen auch anders ab, aber im Prinzip ist es (und muss es auch sein!) mit diesen Abkürzungen (oder dem „neu“) sofort erkennbar. Dieses Anhängen von „sp. n.“ (o. Ä.) darf (!) nur in der Erstbeschreibung (also sozusagen bei der öffentlichen Taufe) vorkommen.
Korrekt.
Selbst wenn der Artikel später noch einmal abgedruckt wird (in einer Liebhaberzeitschrift z. B.) muss „sp. n.“ u. Ä. entfernt sein.
Nach der Nennung des neuen Namens sollte der Autor dann die übergeordnete Systematik anführen.
2 Beispiele mit Unterschieden:
Armbruster (2002): Hypancistrus inspector: A New Species of Suckermouth Armored Catfish (Loricariidae: Ancistrinae).
Pereira & Reis (2002): Revision of the loricariid genera Hemipsilichthys and Isbrueckerichthys (Teleostei: Siluriformes) with descriptions of five new species of Hemipsilichthys.
Zu erwähnen wäre noch, daß ein vollständiger Artname sich aus Gattung, Art, Autor und Jahr zusammensetzt.
Also:
Clauseria schaeferi ROMBACH, 2004 :vsml
oder
Corydoras mamore KNAACK, 2003 (um mal eine meiner Lieblingsbeschreibungen zu nennen.)
Der Text beginnt oft mit einer allgemeinen Einleitung, und damit das alle merken, steht dann “Introduction ” drüber.
Danach sollte der Autor Material und Methoden erläutern, damit die Leser wissen, mit welchen Fischen er z. B. die neue Art verglichen hat, wie er Schuppen gezählt hat, wie er seine DNA-Analysen gemacht hat, welche Computerprogramme angewendet wurden etc. pp.
Du schreibst oft und sollte, beides richtig, zwingend erforderlich ist es nicht, entspricht eher dem üblichen Aufbau wissenschaftlicher Arbeiten.
Im Text muss der Autor ein einziges Exemplar festlegen, dass die Charakteristika der Art möglichst auch am besten widerspiegelt. Das ist der Holotypus , die Bezugsgröße oder quasi ein Urmeter für die Art. Der Holotypus wird auch mit der jeweiligen Museumsabkürzung und seiner Inventarnummer genannt (z. B. ZFMK 23091). In den Institutionen/Sammlungen werden Holotypen besonders sorgfältig aufbewahrt und bewacht.
Korrekt.
Der Fundort des Holotypus muss ebenfalls angegeben sein. Heute macht man das dank GPS ziemlich genau, früher stand da schon mal „Brasilien“. Dieser Fundort heißt locus typicus bzw. Typusfundort (type locality ).
Ebenfalls korrekt, wobei bzgl. der geographischen Schärfe der Angabe keine Vorgaben bestehen. Dies ist auch heute nicht sinnvoll, da noch viel Material in Museen lagert mit unscharfen Angaben, welches der Aufarbeitung harrt.
Der Holotypus muss mit den charakteristischen Merkmalen, die nach Meinung des Autors die Berechtigung eben dieser neuen Art begründen, beschrieben werden. Bei Fischen zählt man Flossenstrahlen, Schuppen (bei Welsen immer vergeblich), beschreibt bestimmte Strukturen (Zähne, Flossenstrahlen etc.) usw. usf. Wichtig sind auch Körperproportionen und natürlich einzigartige Merkmale.
Jep. Wobei auch hier wieder. Das ist etwas derzeitiger Standard, aber nicht zwingend vorgeschrieben. Hätte ich eine Fisch ohne Kopf, wäre der so einzigartig, daß die Caharkterisierung als Fisch ohne Kopf ausreichen würde. ;) Rein formal. ;)
Besonders unumgänglich ist die Farbbeschreibung , allerdings ausschließlich der Leiche, weil sich die Lebendfärbung verliert und auf Dauer (oder zumindest ziemlich lange) nur die Schwarzmarkierungen erhalten bleiben – deshalb color(ation) in alcohol . Die Lebendfärbung wird allerdings inzwischen auch oft zumindest anhand eines entsprechenden Fotos dargestellt.
Korrekt.
Angaben zur Verbreitung und zum Lebensraum sollten ebenfalls vorhanden sein.
Du schreibst sollte, daher korrekt, zwingend erforderlich ist es nicht. Wie kann ein heutiger Autor beispielsweise die Verbreitung einer Art, die er anhand vielleicht 10 oder 20 Typen erkennt, fassen ? Es reicht die Benennung des locus typicus, dazu s.o.
Schließlich erklärt der Autor in der Etymologie auch noch, wie er den Namen gebildet hat und was das überhaupt heißen soll. Das kommt allerdings häufig auch direkt am Anfang.
Korrekt.
Das alles gipfelt in der Diagnose (die aber ebenfalls auch häufig am Anfang steht), in der kurz aber prägnant noch einmal zusammengefasst steht, warum ausgerechnet das eine neue Art sein soll.
Korrekt.
Man sieht es heute gar nicht gerne, wenn eine Art anhand eines einzigen Exemplars beschrieben wird. Geschlechts- und individuelle Unterschiede z. B. könnten so ja überhaupt nicht berücksichtigt werden. Also werden weitere Exemplare vermessen und beschrieben. Diese Fische – das sind die Paratypen - werden auch immer mit ihren Nummern genannt. Holotypus und Paratypen bilden zusammen die Typenserie .
Korrekt, zu den sonstigen Typen s.a. Walters Ergänzungen.
Garniert (nein, sie sind schon wichtig) wird das Ganze mit Abbildungen mindestens des Holotypus’ (und da mindestens Gesamtansicht der linken Seite). Dazu kommen weitere Fischbilder, möglicherweise Biotopfotos, Detailzeichnungen/-fotos charakteristischer anatomischer Merkmale, Karte mit mindestens Typuslokalität, Diagramme - ach, man kann so viele Bildchen da reinpacken...
nein, dazu s.o. - es geht im Zweifel auch ohne Abbildungen.
Was noch sein muss und immer am Schluss kommt, ist das Verzeichnis der verwendeten und zitierten Literatur .
Ohje, ich erinnere an die Erstbeschreibung von Corydoras mamore Knaack, 2003 (Literaturverzeichnis liegt der redaktion vor). Das sollte so sein, wird aber nicht immer eingehalten und führt formal nicht zur Aberkennung der Gültigkeit der Beschreibung.
In der äußeren Gestaltung (etwa Reihenfolge der einzelnen Abschnitte) ist der Autor eher frei, er muss aber bestimmte Dinge veröffentlichen, damit die Beschreibung Gültigkeit erlangt. Das tut sie allerdings erst, wenn sie veröffentlicht ist. Beschreibt ein anderer dieselbe Art und nennt sie natürlich auch anders, hat der gewonnen, der zuerst auf dem Markt ist. Wenn man weiß, dass ein Kollege am selben Fisch arbeitet, und es trotzdem tut, gilt man in Zoologenkreisen als unfair.
Erwähnt werden sollte noch, dass die Publikation in Zeitschriften oder sonstigen medien erfolgen muß, die im internationalen Leihverkehr der Bibliotheken verfügbar ist. Meist macht man dies anhand der ISSN oder ISBN Nummer fest.
Und dann existieren noch ganz viele andere verbindliche Regeln z. B. zur Namensbildung, Schreibweise, Art des Mediums, in dem veröffentlicht wird etc. pp.
Stimmt, s.o. bzgl. des Mediums.
> Meine Güte, normalerweise bekommt man für sowas hier (wenig) Geld.
Echt ?
gruss Ralf
Martin G.
29.10.2003, 14:09
Hi Leutz,
Meine Güte, normalerweise bekommt man für sowas hier (wenig) Geld.
Ich bin dafür, daß so etwas ab und zu auch in allgemein zugänglichen Printmedien abgedruckt wird. @Claus: Eine Artikel-Serie in der DATZ zu dieser Thematik wäre sehr interessant und würde sicher so einige interessieren. Und es würde etwas Geld bringen ;) ...
Super Diskussion übrigens. Endlich mal was, wo man wieder richtig was lernt :spze: .
Gruß, Martin.
Claus Schaefer
29.10.2003, 14:42
Hallo zusammen
und danke Ralf!
Das mit den Abbildungen hatte ich befürchtet.
Zu erwähnen wäre noch, daß ein vollständiger Artname sich aus Gattung, Art, Autor und Jahr zusammensetzt.
Hab ich auch mal gedacht, stimmt aber nicht: (Artikel 5,1) „Der wissenschaftliche Name einer Art... erscheint als Kombination zweier Namen (Binomen); der erste ist der Gattungsname, der zweite der Artname...“ weit und breit keine Autoren und Jahreszahlen. An anderer Stelle heißt es: „Wird der Autor genannt,...“ als Kann-Bestimmung innerhalb einer Empfehlung.
Du schreibst oft und sollte, beides richtig, zwingend erforderlich ist es nicht, entspricht eher dem üblichen Aufbau wissenschaftlicher Arbeiten.
Zwingend zur Ungültigkeit führt nach dem Code nur sehr wenig (kein Holotypus und kein Typusfundort), deshalb habe ich mich an dem orientiert, was sein sollte und heute auch meistens so geboten wird. Leider gibt es heute ja immer noch und immer wieder auch schlechte Erstbeschreibungen.
Jep. Wobei auch hier wieder. Das ist etwas derzeitiger Standard, aber nicht zwingend vorgeschrieben. Hätte ich eine Fisch ohne Kopf, wäre der so einzigartig, daß die Caharkterisierung als Fisch ohne Kopf ausreichen würde. Rein formal.
Stimmt: Das ist Hobbyichthys aceps (soll’s nur ein paar von geben), Pisciceps vulgaris , der Gemeine Fischkopp soll dagenen noch häufiger sein.
Aber man muss wirklich nur wenige Bedingungen einhalten (s. o.).
> Meine Güte, normalerweise bekommt man für sowas hier (wenig) Geld.
Echt?
Echt! Und zwar echt wenig!
So, jetzt könnten wir uns ja auf was anderes stürzen, z. B. nachträgliche Namensänderungen oder wie heißt denn nun Panaque suttoni heute richtig? :bhä:
Eine schöne Frage wäre auch: Was haben Hapantotypen und Ikonolectotypen in Bezug auf sekundäre Homonymie gemeinsam? :vsml:
Hallo Martin,
guck mal in die AP 2/04. Umsonst ist der Tod. :vsml:
Dank & Grüße
Claus
Wenn Gott eine Frau wäre...
...wäre nach dem "Es werde Licht" erstmal "Wie sieht's denn hier aus?! gekommen.
Sorry, der musste einfach sein.
Martin G.
29.10.2003, 14:51
Originally posted by Claus Schaefer@Oct 29 2003, 16:46
Hallo Martin,
guck mal in die AP 2/04. Umsonst ist der Tod. :vsml:
Dank & Grüße
Claus
Wenn Gott eine Frau wäre...
...wäre nach dem "Es werde Licht" erstmal "Wie sieht's denn hier aus?! gekommen.
Sorry, der musste einfach sein.
Shit, steht in Gera :( . Aber wenn es das schon gibt. Ich sollte doch das Studium zurückfahren und die DATZ komplett lesen bzw. lernen :wacko: . Habe nix gesagt...
Ich empfinde die Bezahlung eigentlich nicht als zu niedrig bzw als wenig. Ich muß allerdings auch nicht davon leben ;) .
Gruß, Martin.
P.S. Gibt es denn AP 02/04 überhaupt schon? Das ist doch erst nächstes Jahr :hmm: ...
Claus Schaefer
29.10.2003, 15:05
Hallo Blitzmerker!
Wenn ich vom Zeilenhonorar leben müsste, wäre ich auch viiiiel dünner.
Grüße
Claus
Hi Claus,
Zwingend zur Ungültigkeit führt nach dem Code nur sehr wenig (kein Holotypus und kein Typusfundort), deshalb habe ich mich an dem orientiert, was sein sollte und heute auch meistens so geboten wird. Leider gibt es heute ja immer noch und immer wieder auch schlechte Erstbeschreibungen.
Wäre demnach nicht eine Erstbeschreibung anhand von Tieren einer Aquarienpopulation ungültig, wie es der spezielle Freund unseres gemeinsamen Bekannten beim Ap. atahualpa gemacht hat? Ich meine, eine Fundortangabe ist bei denen duch nur noch bedingt gültig. ...ich meine, ich habe die Beschreibung nie gelesen, vielleicht steht da ja als Typuslokalität "Hornbach Baumarkt in Groß Rönnelmoor" drin?
Die Beschreibung ist zwar umstritten und kritkverfolgt, aber ja dennoch als gültig anerkannt...
So, jetzt könnten wir uns ja auf was anderes stürzen, z. B. nachträgliche Namensänderungen
Das wäre in der Tat eine interessante und passende Fortsetzung dieses Themas... :spze:
oder wie heißt denn nun Panaque suttoni heute richtig? :bhä:
Das ist schon zu bekannt und nicht formalistisch genug.. viel zu konkret ;-)
Eine schöne Frage wäre auch: Was haben Hapantotypen und Ikonolectotypen in Bezug auf sekundäre Homonymie gemeinsam? :vsml:
Kann es sein, daß Walters Auflistung der Typen unvollständig ist??? :hmm: Ich bitte um Vervollständigung um diese Begriffe ;)
Wenn Gott eine Frau wäre...
...wäre nach dem "Es werde Licht" erstmal "Wie sieht's denn hier aus?! gekommen.
Sorry, der musste einfach sein.
:vsml: :vsml: :vsml:
achja.... und
Pisciceps vulgaris , der Gemeine Fischkopp soll dagenen noch häufiger sein.
*räusper* ..jetzt widersprichst Du Dir selbst. Vorher hast Du noch behauptet, ich sei ein Einzelexemplar!!! :vsml:
(Aber das mit dem Einlegen in Alkohol müssen wir nochmal genauer klären, vielleicht gibts da partielle Kompromißlösungen in Richtung innerer Konservierung der Leber mit Bier?)
Gruß,
Rolo
Claus Schaefer
29.10.2003, 15:55
Hallo Rolo!
Die Beschreibung ist zwar umstritten und kritkverfolgt, aber ja dennoch als gültig anerkannt...
Rolo, willst Du uns hier in Teufels Küche bringen? Aber die Frage war gut, denn ich hab noch mal nachgeblättert. Ergebnis: Selbst der Fundort des Holotyps muss nicht genannt sein.
„Empfehlung 73C: Angaben über den Holotypus. Ein Autor, der ein neues nominelles Taxon der Artgruppe aufstellt, soll zumindest die folgenden Daten über den Holotypus veröffentlichen, sofern diese Bedeutung haben und dem Autor bekannt sind:
...
73C.2. den vollständigen Fundort...“
Also kein Verstoß, aber auch keine gute Arbeit.
Die Minimalbedingungen werden immer weniger, am Schluss reicht eine Kleinanzeige in einer Tageszeitung:
Beschreibung einer neuen xy-Art
Von Willi Winzig
Der Fisch ist klein und grün und trägt drei blaue Hörner auf dem Kopf. Ich nenne die Art xy abc. Der Holotypus heißt Paul und wird in meinem Kleiderschrank aufbewahrt.
Verstöße gegen 1000 Empfehlungen, aber gegen keine einzige Bedingung.
Das ist schon zu bekannt und nicht formalistisch genug.. viel zu konkret
Reingefallen! :bhä: Alles ganz anders als Du denkst.
Kann es sein, daß Walters Auflistung der Typen unvollständig ist???
Für Fische ist Walters Liste völlig ausreichend. Sollte eigentlich mehr ein blöder Witz sein... :smk:
Grüße
Claus
Rolo, willst Du uns hier in Teufels Küche bringen?
Nein, ich wollte nur spitzfindig sein ;)
Beschreibung einer neuen xy-Art
Von Willi Winzig
Der Fisch ist klein und grün und trägt drei blaue Hörner auf dem Kopf. Ich nenne die Art xy abc. Der Holotypus heißt Paul und wird in meinem Kleiderschrank aufbewahrt.
Verstöße gegen 1000 Empfehlungen, aber gegen keine einzige Bedingung.
*lol* ..der ist gut.
Aber ich habe auch schon von "ernsthaften", gültigen Erstbeschreibungen gehört, die zwar weniger witzig, aber auch nicht wesentlich umfangreicher und gehaltvoller sind... Ich kann jetzt nicht sagen, bei welcher Art, aber die waren so im Stil von:
"Ein kleiner schwarzer Fisch mit weißen Linien aus Venezuela."
Vermutlich hat man die Bedingungen nach solchen Beschreibungen ausgerichtet, um sich Probleme und Arbeit vom Hals zu schaffen und daher den Rest nur als Empfehlungen deklariert.*g*
Ich überlge ja, wenn das so ist, werd ich auch mal ne Erstbeschreibung verfassen... mein Gott, dann meckert halt wer, daß ich die Empfehlungen nicht beachtet habe, was solls, hauptsache gültig... vor allem werde ich dan - wenn schon, denn schon - auch mißachten, daß man keine Dedikationsnamen zu Ehren von sich selbst vergibt *g* .. aber bis mal jemand einen Fisch nach mir benennt, kann ich ja lange warten, da mach ich das doch lieber selbst *grins*
(das einzige Problem wird sein, erst einen Verlag zu kaufen oder zu gründen, denn sonst werde ich wohl keinen Redakteur finden, der das abdruckt *lol*)
Reingefallen! :bhä: Alles ganz anders als Du denkst.
Was denke ich denn??? :hmm: :bhä:
Für Fische ist Walters Liste völlig ausreichend. Sollte eigentlich mehr ein blöder Witz sein... :smk:
Schon klar, aber die Definition dieser Begriffe hätte mich trotzdem interessiert. Aber wenn es für Fische wirklich unwichtig ist, kann ich auch drauf verzichten....
Schöne Grüße,
Rolo
Claus Schaefer
29.10.2003, 18:54
Hallo Rolo!
...so im Stil von: "Ein kleiner schwarzer Fisch mit weißen Linien aus Venezuela."
Vermutlich hat man die Bedingungen nach solchen Beschreibungen ausgerichtet, um sich Probleme und Arbeit vom Hals zu schaffen und daher den Rest nur als Empfehlungen deklariert.
Für ältere und alte Beschreibungen existieren aber auch Sonderregelungen. Eigentlich steht immer die Eindeutigkeit im Vordergrund. Heute wird schon mehr verlangt. Vor allem die eifersüchtigen Kollegen achten drauf, dass der Ruf gleich gänzlich ruiniert ist, wenn man Mist baut.
Ich überlge ja, wenn das so ist, werd ich auch mal ne Erstbeschreibung verfassen... mein Gott, dann meckert halt wer, daß ich die Empfehlungen nicht beachtet habe, was solls, hauptsache gültig... vor allem werde ich dan - wenn schon, denn schon - auch mißachten, daß man keine Dedikationsnamen zu Ehren von sich selbst vergibt
Es soll vorgekommen sein, dass Beschreiber quasi mit der Pistole auf der Brust „aufgefordert“ worden sind, einen Fisch nach einer bestimmten Person zu benennen.
aber bis mal jemand einen Fisch nach mir benennt, kann ich ja lange warten, da mach ich das doch lieber selbst *grins*
Du kannst heute Namen „kaufen“: Eine ordentliche Spende an die entsprechende Institution, und schon hast Du Deinen Apistogramma roloi .
(das einzige Problem wird sein, erst einen Verlag zu kaufen oder zu gründen, denn sonst werde ich wohl keinen Redakteur finden, der das abdruckt *lol*)
Wieso? Passiert doch alle naselang.
Was denke ich denn???
Bestimmt „suttonorum, suttonorum, suttonorum....“
Schon klar, aber die Definition dieser Begriffe hätte mich trotzdem interessiert. Aber wenn es für Fische wirklich unwichtig ist, kann ich auch drauf verzichten....
Da braucht man dann aber keinen Grappa mehr nach der Definition – da ist einem auch so ganz schön schwindlig.
Grüße
Claus
Originally posted by Claus Schaefer@Oct 29 2003, 19:58
Es soll vorgekommen sein, dass Beschreiber quasi mit der Pistole auf der Brust „aufgefordert“ worden sind, einen Fisch nach einer bestimmten Person zu benennen.
Hi,
wißt ihr denn nicht, dass Rolo nahe verwandt nut einem gewissen Hajo M. ist?
Originally posted by Claus Schaefer@Oct 29 2003, 19:58
Was denke ich denn???
Bestimmt „suttonorum, suttonorum, suttonorum....“
Hi,
mit solchen Aktionen tragt Ihr aber auch nicht gerade zum guten Ruf der Ichthyologenbranche bei ;)
Originally posted by Claus Schaefer@Oct 29 2003, 16:59
.
Die Minimalbedingungen werden immer weniger, am Schluss reicht eine Kleinanzeige in einer Tageszeitung:
Hi,
ich frage mich dann aber, mit welchem Recht Armbruster die 14 neuen Gattungen ignoriert? Sein Statement schön und gut, aber seine persönlichen Ansichten können doch nicht über (nicht vorhandenen ichthyologischen) Gesetzen stehen...
~~FISHWORLD~~
29.10.2003, 19:26
hi
ja das is eine gute frage walter :kltsch:
würde mich auch interessieren :!:
:hmm: vorallem würde mich interessieren welche gattungsnamen nun die korrekten sind.
lg mike :hp:
Originally posted by fishworld@Oct 29 2003, 20:30
:hmm: vorallem würde mich interessieren welche gattungsnamen nun die korrekten sind.
Na nach Armbruster jene natürlich, in denen die Fische vorher gestanden sind. Ausnahmen die von ihm anerkannten.
Claus Schaefer
29.10.2003, 21:13
Hi,
ob eine Artbeschreibung oder Gattungsrevision korrekt oder nicht korrekt ist, lässt sich in vielen Fällen nicht objektiv entscheiden bzw. ist meistens einfach Ansichtssache.
Wenn ich mich kompetent genug fühle und meine, genügend schlagkräftige Argumente auf meiner Seite zu haben, kann mich niemand zwingen, eine bestimmte Revision etwa so einfach anzuerkennen.
Andererseits bilden sich oft zwei oder mehr Strömungen/Schulen oder wie man es sonst nennen soll, die dann hinter ihrer jeweiligen Gallionsfigur Position beziehen.
Und es gibt natürlich noch die beiden Grundtendenzen: Splitter und Lumper. Splitter nehmen auch kleinere Unterschiede zum Anlass, Gattungen und Arten weiter zu differenzieren, während Lumper versuchen, alles mehr beieinander zu halten und eher Gattungen wieder einziehen, als neue anzuerkennen.
Nach einer Weile kennt man seine Pappenheimer und weiß, was man von ihnen zu halten und zu erwarten hat.
Nur Fehler machen beide, weil das halt immer so ist.
Gruß
Claus
Ralf Rombach
31.10.2003, 07:17
Hallo Claus,
> Hab ich auch mal gedacht, stimmt aber nicht: (Artikel 5,1) „Der
> wissenschaftliche Name einer Art... erscheint als Kombination zweier
> Namen (Binomen); der erste ist der Gattungsname, der zweite der
> Artname...“ weit und breit keine Autoren und Jahreszahlen. An anderer
> Stelle heißt es: „Wird der Autor genannt,...“ als Kann-Bestimmung
> innerhalb einer Empfehlung.
Danke für die Ergänzung, muß es doch mal bald wieder nachlesen. ;)
Gruss Ralf
Originally posted by Claus Schaefer@Oct 29 2003, 19:58
Was denke ich denn???
Bestimmt „suttonorum, suttonorum, suttonorum....“
Hi Claus,
ähm, nunja... ist meines Wissens eine gültige Art, auch wenn es nicht die Art ist, die wir bei uns in den Becken schwimmen haben. Aber wenn Du da neuere oder andere Infos hast, würden die mich schon brennend interessieren. Ist da etwa ne ältere Beschreibung aufgetaucht, mit der die Art verglichen wurde und hat das P. suttonorum zum Synonym werden lassen, oder was?
Ist vielleicht eher was für einen neuen Thread, da es thematisch nicht hierher paßt und dieser eh schon aus allen Nähten platzt, aber ich würde schon sehr gern lesen, was Du dazu an Infos hast.
Gruß,
Rolo
Claus Schaefer
31.10.2003, 18:45
Hallo Rolo.
eigentlich meinte ich nur den Namen (nicht den Fisch dahinter). also suttoni oder suttonorum?
Gruß
Claus
Originally posted by Claus Schaefer@Oct 31 2003, 19:49
eigentlich meinte ich nur den Namen (nicht den Fisch dahinter). also suttoni oder suttonorum?
Hi Claus,
also mal ein paar Gedankenspielchen meiinerseits dazu... und ich beziehe mich jetzt mal u.a. auf den Artikel von Ingo Seidel im Aquanet und was mir daran auffällt.
Aber Ingo umgeht dieses Thema ja irgendwie ein wenig, da es in erster Linie eh darum geht, daß der Blauaugenharnischwels P. cochliodon ist.
Beschrieben wurde er als Panaque suttoni Schultz, 1944, aber nachträglich von Isbrücker umbenannt, da Schultz den Namen als Dedaktionsnamen für das Ehepaar Sutton ausgewiesen hatte und "suttoni" damit falsch latinisiert war. ..Ist soweit auch mein Kenntnisstand dazu.
Nun kann man sich die Frage stellen, ist sowas überhaupt zulässig? Welchen Vorschriften unterliegt das ganze? Einerseits sollte man davon ausgehen können, daß jemand wie Isbrücker die Regeln kennt und weiß, was er tut... andererseits ist es auch nicht so einfach, eine Originalbeschreibung resp. einen Artnamen zu ändern, da stets die älteste Beschreibung Gültigkeit hat. Würde Isbrücker also denselben Fisch beschreiben wie Schultz und die Art mit einem anderen Artnamen versehen, so würde er doch im Grunde nur ein Synonym produzieren... aber hat er in dem Sinne auch getan?
Man kann ebensogut sagen, Die Namensvergabe "suttoni" von Schultz ist korrekt und maßgeblich... nur in der Etymologie steht halt etwas Sch*iße drin, aber die ist für eine wiss. Beschreibung auch nicht von entscheidender Bedeutung oder Relevanz. Die Bedingungen und Empfehlungen hast Du ja so schön dargelegt...
Ergo kann man Isbrücker damit das Recht absprechen, den von Schultz gewählten Namen zu "korrigieren"... was Schultz MEINTE ist im wiss. Sinne weniger von Bedeutung als das was er TAT ;)
Also wäre Isbrückers Name ein Synonym und man muß P. suttoni als gültig betrachten. :spze:
Aaaber... so eine Aussage kann ich ja nur treffen, wenn ich auch die Regeln und Bedingungen für zulässige Änderungen an Erstbeschreibungen kennen würde.... denn irgendwas wird sich Isbrücker ja dabei gedacht haben und ich halte ihn nicht unbedingt für eine taxonomische Pflaume, die solche Fehler begehen würde. (auch wenn einige Leute seine Arbeiten nicht so sehr mögen) Der Name suttonorum wird ja in Fachkreisen eigentlich größtenteils anerkannt und verwendet (z.B. natürlich von Isbrückers Zögling Ingo)
...also nun hast Du mich echt neugierig gemacht und Dir irgendwie ein Eigentor geschossen, denn nun müßtest Du doch wieder ein paar nette allgemeingültige Sätze zu Synonymisierungen und Modifikationen von Beschreibungen schreiben, wie Du es ja eh schon als passende Fortsetzung vorgeschlagen hast. :vsml:
Übrigens: Nach Deinen schönen Abhandlungen zu den Schreibweise hier im Forum, stellte ich fest - voraussetzend, daß Ingo das was Du hier geschrieben hast ebenfalls kennen müßte und beherzigt *g*- daß er im Aquanet-Artikel bei der Nennung von P. suttoni die Angabe des Beschreibers nicht in Klammern angegeben hat. Laut deiner Definition macht man das allerdings ja auch nur, wenn die Art vorher in einer anderen Gattung geführt wurde. Wie ist denn die Nomenklatur für Synonyme? Also vorausgesetzt, man erkennt Isbrückers Änderung des Artnamens an, die Gattung ist aber entsprechend der Originalbeschreibung... setzt man dann Klammern?
Oder anders ausgedrückt: Setzt man die Klammern, wenn über der Originalbeschreibung ein anderer Name steht als der angegebene oder bezieht sich die Klammerregel ausschließlich auf die Gattungszuordnung?
Laut Seidel arbeitet Uwe Werner gerade an einer Publikation zu dem Thema Blauaugenharnischwels. Ich schätze mal, Du weißt mehr darüber ;) ? Geht es da eher um den P. cochliodon oder ist der Inhalt unserer Diskussion hier auch ein Bestandteil seiner Arbeit und können wir uns auf Neuerungen freuen? :vsml: (Kann man das beantworten, ohne was auszuplaudern? :hmm: )
Viele Fragen... ich weiß :schäm: , aber ich finde diese ganze Diskussion im Moment sehr spannend, lustig und inhaltlich äußerst nahrhaft *g* Macht Spaß! :spze:
Gruß,
Rolo
Claus Schaefer
31.10.2003, 22:36
Hallo Rolo,
was machst Du eigentlich sonst so? Viel Zeit für andere Aktivitäten kann Dir ja kaum bleiben...
Wo ist meine Lesebrille?
Ich bin eindeutig für die Einführung des Zeilenhonorars hier! Jawoll!
Erst mal dann doch den Fisch? Ok. Dass das, was wir hier lange als P. suttoni (oder sonstwie, aber ähnlich) serviert bekommen haben, nichts mit diesem Namen zu tun hat, ist uns mehr oder weniger klar.
Unsere von vielen hoch verehrten Blauaugen sind höchstwahrscheinlich P. cochliodon, weil aus dem Orinoco-Einzug - der andere aus dem Magdalena. Soweit sind wir uns ja einig.
Was Uwe Werner ausgegraben hat, weiß ich nicht, aber wir werden's ja bestimmt bald lesen können.
Der Ingo weiß das doch garantiert nur deshalb, weil der Uwe den Ingo gefragt hat: "Sag mal, Ingo, wie war das eigentlich...?" :vsml:
Ende Teil 1
Fortsetzungsroman rules :smk:
Claus :fish:
Claus Schaefer
31.10.2003, 22:48
Latein, wie es die Kommission gern sähe. Teil 2 :tch:
Wer weiß, was der junge Herr Schultz gerade getrieben hat, als der Genitiv Plural im Unterricht behandelt wurde. Sehr aufmerksam kann er jedenfalls nicht gewesen sein.
Sonst hätte er - wie wir inzwischen alle wissen - nicht suttoni (Genitiv Singular, also meint es nur einen Sutton) schreiben dürfen, wenn er zwei, hier das Ehepaar Sutton meint. Dann hätte es korrekt heißen müssen: P. suttonorum
Das hat Isbrücker so gesagt, und bis dahin ist das auch richtig.
Und bis hierhin hab ich auch gar nix neues geschrieben, sondern lediglich zusammengefasst, was wir eh alle wissen.
(Her mit dem Zeilenhonorar!) :vsml:
Aber...
Wie es weitergeht, erfahren Sie in einer Woche zur selben Zeit auf derselben Welle.
Tschöhö :hi:
Claus
moonflower
31.10.2003, 23:05
Originally posted by Rolo@Oct 31 2003, 21:03
Laut Seidel arbeitet Uwe Werner gerade an einer Publikation zu dem Thema Blauaugenharnischwels.
hi rolo
ich hab einen fehler in deinem beitrag gefunden :vsml:
ich glaub du hast den falschen werner erwischt ...
Claus Schaefer
31.10.2003, 23:33
Also doch Uwe Seeler...
Originally posted by moonflower@Nov 1 2003, 00:09
ich hab einen fehler in deinem beitrag gefunden :vsml:
ich glaub du hast den falschen werner erwischt ...
Ohoh... :schäm:
Ich befürchte, ich muß jetzt bei André winseln gehen... Du hast Recht, Kerstin!!!
Ich hab irgendwie den nicht unwichtigen Hinweis in Klammern wohl nicht mitgelesen und *fragmichnichtwarum* an Uwe statt an André gedacht.... :hmm:
was machst Du eigentlich sonst so? Viel Zeit für andere Aktivitäten kann Dir ja kaum bleiben...
..genau, drum geht es mit unserer Homepage so auch schleppend voran :hmm:
ansonsten halt einfach:
Finger weg von Frauen, dann hat man für so'n Käse auch Zeit :vsml: ...und die Freiheit, mächtig viele Becken aufzustellen, ohne drum zu :iswas:
(5€ in die Chauvikasse *klimper* ) ;)
Und bis hierhin hab ich auch gar nix neues geschrieben, sondern lediglich zusammengefasst, was wir eh alle wissen.
Naja, ALLE scheinen es noch nicht zu wissen, sonst hätte Ingo den Artikel nicht zu schreiben brauchen ;) ...aber bei mir fängt wahrlich jetzt der Punkt an, wo ich nach der Fortsetzung lechze und mir überlegen muß, wie ich die Woche überlebe... ;)
(Her mit dem Zeilenhonorar!)
Sei nicht so gierig, ich hab schon 758 Beiträge geschrieben und auch keinen Pfennig bekommen! :cry: (bitte diesen Satz nicht kommentieren, .... eh schon wissen *g*)
Gruß,
Rolo
Claus Schaefer
31.10.2003, 23:51
Rolo,
was gibst Du mir, wenn ich die Fortsetzung jetzt schreibe?
(bitte diesen Satz nicht kommentieren, .... eh schon wissen *g*)
Schade :vsml:
Hallo Walter,
ich mach grad Urlaub. Nur deshalb....
Außerdem wirkt Blödeln entspannend.
Grüße
Claus
Originally posted by Claus Schaefer@Nov 1 2003, 00:55
was gibst Du mir, wenn ich die Fortsetzung jetzt schreibe?
Fast hätt ich jetzt geschrieben "Stell Deine Forderungen! Passt scho!", aber das ist mir dann doch zu gefährlich bei Dir :hmm: .. zu viel Schalk im Nacken! :vsml:
Aber außer einem unbezahlbaren unendlich dankbaren Lächeln gebe ich zumindest einen aus, falls wir uns das nächste Mal begenen (ich hoffe, wir müssen dafür nicht warten, bis Ingo ein neues Buch schreibt...)
und überhaupt, muß ich was anbieten? .. Du kannst ruhig zugeben, daß es Dir doch eh in den Fingern juckt. Du hältst das doch selber keine ganze Woche aus! *pah* ...Aquarianer sind doch alle vom gleichen Schlag :tch: ;)
Außerdem wirkt Blödeln entspannend.
wie wahr .. wie wahr.... :)
Gruß,
Rolo
Claus Schaefer
01.11.2003, 00:11
ich hoffe, wir müssen dafür nicht warten, bis Ingo ein neues Buch schreibt...
Buch egal, Hauptsache, Uta macht Pizza :vsml:
Aber ich schreib ja schon, ich schreib ja schon.
Originally posted by Claus Schaefer@Nov 1 2003, 01:15
Buch egal, Hauptsache, Uta macht Pizza :vsml:
Ohja... *mjam mjam* :)
(ob wir es schaffen, Ingo mal wieder zu ner kleinen Fete zu verdonnern, wenn wir uns anstrengen?) :hmm:
Aber ich schreib ja schon, ich schreib ja schon.
:kiss:
Gruß,
Rolo
Claus Schaefer
01.11.2003, 00:37
gebe ich zumindest einen aus
ausgedruckt und in der Wiedervorlagemappe abgelegt! :smk:
Aber ok, so schlimm ist es gar nicht.
Anlass für die Argumetation war eigentlich ein ganz anderer Fisch, und es gibt wahrscheinlich noch eine Reihe solcher Fälle, auf die die folgende Prozedur zutrifft.
BTW: Isaäc Isbrücker ist meiner unmaßgeblichen Meinung nach einer der sowohl kompetentesten wie liebenswertesten Ichthyologen, die ich bisher zu Gesicht bekommen habe. Und er wird mir das hier auch nicht übelnehmen.
Zurück zum Fischnamen:
Vorbemerkung: Es geht jetzt immer um die Regeln des ICZN, aber bitte verlange niemand, dass ich auf der Stelle alle § nenne. Dafür will ich Freibier (viel)!
Der Artname suttoni ist eine "inkorrekte, ursprüngliche Schreibweise", weil ja 2 und nicht einer gemeint sind (s. o.).
Eine "inkorrekte..." ist eine "zu korrigierende Schreibweise" und damit eben Grund zur nachträglichen Änderung.
Bis hierher ist das Isbrückers Argumentation.
Aber: In erster Linie ist es eine „inkorrekte Transliterierung oder Latinisierung sowie … ", die "nicht als Irrtümer infolge Nachlässigkeit gelten". Und damit ist das erste Argument perdu.
Kurz und knapp: Nach den Regeln kann Schultz zwar kein Latein, das ist aber kein Grund zur Änderung.
Bleibt: Panaque suttoni
Auch wenn's inzwischen in der CLOFFSCA anders steht.
Errare humanum usw.
Tja, Sendereihe beendet. :tch:
Grüße
Claus
Cool! :spze:
Da habe ich mit dem, was ich mir aufgrund Deiner vorangegangenen Erklärungen zsammengereimt habe, ja ziemlich gut getroffen :)
Was bleibt ist also im Grunde mal wieder ne Glaubensfrage, oder wie?
Ist irgendetwas davon jetzt als "offiziell" zu betrachten? Ich finde Deine Argumentation zumindest sehr plausibel (logo, bin schließlich selber ja auch zu dem Schluß gekommen, nur fehlte mir die Bestätigung durch die offiziellen Vorschriften)
Ist man nun nörgeliger Revoluzzer, wenn man "suttonorum" nicht anerkennt, weil der Name offiziell trotzdem Gültigkeit hat? (So nach dem Motto, "Hast ja Recht, aber halt's Maul!" :hmm: ) Oder kann man sich das nun aussuchen (wohl kaum)? Oder ist es anerkanntes, jedoch noch nicht verbreitetes Fakt, daß die Korrektur von Isbücker unzulässiger Natur war, so daß man gut daran tut, den Namen "suttonorum" wieder aus den Köpfen verschwinden zu lassen und zu "suttoni" zurückzukehren? ...bin jetzt leicht verwirrt, wie ich das Biest nennen soll!
Bleibt: Panaque suttoni
Auch wenn's inzwischen in der CLOFFSCA anders steht.
ähm... in der wasbitte? ..Verflucht, da sehe ich schon wieder ne Bildungslücke klaffen.... :(
ausgedruckt und in der Wiedervorlagemappe abgelegt!
Verdient ist verdient :tch: .... ist eine der besten und interessantesten Diskussionen, die ich bisher hatte.
Gruß,
Rolo
Claus Schaefer
01.11.2003, 01:38
Hallo Rolo,
sicher hattest Du Recht.
Und diesmal ist es keine Ermessensfrage, denn in Sachen Namensänderungen sind die Regeln sehr streng. Wenn mir nicht jemand das Gegenteil beweist, ist es so. Punkt.
(Es gibt sogar einen uralten Apistogramma, den man noch umtaufen könnte.)
Also: § angewendet ergibt: Panaque suttoni. Keine Glaubensfrage und kein Ermessensspielraum. Offiziell braucht's dafür nicht, es sei denn, irgend jemand stellt bei der Kommission den entsprechenden Antrag. Hätte aber vermutlich nicht viel Aussicht auf Erfolg, denn es geht um nichts Ehrwürdiges bei der neuerlichen Änderung.
CLOFFSCA: C heck-L ist o f the F reshwater-F ishes of S outh- and C entral-A merica. 2003. Kullander, Reis und viele andere.
Und nun wieder zu unserem Kinderprogramm: Douglas Adams richtet ein Aquarium für pensionierte Seeleute ein....
Grüße
Claus
Schläfst Du eigentlich nie? :hmm:
(was machst Du eigentlich sonst so? Viel Zeit für andere Aktivitäten kann Dir ja kaum bleiben...) :bhä:
Und diesmal ist es keine Ermessensfrage, denn in Sachen Namensänderungen sind die Regeln sehr streng. Wenn mir nicht jemand das Gegenteil beweist, ist es so. Punkt.
Weiß Isbrücker das? :vsml:
(Es gibt sogar einen uralten Apistogramma, den man noch umtaufen könnte.)
Ahja, und schon hast Du wieder ein interessantes Fortsetzungsthema getroffen *g* ..paßt nur nicht so in dieses Forum, darfste auch per PM näher erläutern ;)
Also: § angewendet ergibt: Panaque suttoni. Keine Glaubensfrage und kein Ermessensspielraum. Offiziell braucht's dafür nicht,
Das verstehe ich.... suttonorum hat soeben den aktiven Bereich meiner Gehirnwindungen verlassen und ist ins Archiv überstellt worden...
es sei denn, irgend jemand stellt bei der Kommission den entsprechenden Antrag. Hätte aber vermutlich nicht viel Aussicht auf Erfolg, denn es geht um nichts Ehrwürdiges bei der neuerlichen Änderung.
..aber das hab ich jetzt nicht so ganz verstanden :hmm: Wer beantragt was, bzw. muß was wo beantragen? ... die Rückänderung in suttoni oder die Korrektur in suttonorum? ...und seit wann ist "ehrwürdig" ein Begriff von wissenschaftlichem Belang? :vsml:
CLOFFSCA: C heck-L ist o f the F reshwater-F ishes of S outh- and C entral-A merica. 2003. Kullander, Reis und viele andere.
Danggeschöön... hab auch grad mal Google angeworfen (jaja, hätt ich auch gleich machen können) Online gibts die aber nicht, gell? (bzw. nur als Bestandteil von Fishbase?)
Lohnt sich ne Anschaffung? Teuer?
Und nun wieder zu unserem Kinderprogramm: Douglas Adams richtet ein Aquarium für pensionierte Seeleute ein....
:vsml: ...und darin schwimmt ein Wal, der gerade noch denkt "Nicht schon wieder...", bevor er sich in einen Blumentopf verwandelt, der dann von einem depressiven Ancistrus namens Marvin als Bruthöhle in Beschlag genommen wird, während die Mäuse zugucken und eifrig mitschreiben??? ...oder wie???
...daß DU ein Douglas Adams Fan bist, überrascht mich irgendwie gar nicht *lach*
Gruß,
Rolo
Ralf Rombach
01.11.2003, 08:25
Hi Rolo,
CLOFFSCA: C heck-L ist o f the F reshwater-F ishes of S outh- and C entral-A merica. 2003. Kullander, Reis und viele andere.
> Danggeschöön... hab auch grad mal Google angeworfen (jaja, hätt ich
> auch gleich machen können) Online gibts die aber nicht, gell? (bzw. nur
> als Bestandteil von Fishbase?)
> Lohnt sich ne Anschaffung? Teuer?
Ich habs online noch nicht gesehen, aus den USA bestellt, ca. 125 Euro. Ist brauchbar bis sehr gut ;) wenn man taxonomisch interessiert ist. Ist ein reiner Katalog. ;)
gruss Ralf
Ralf Rombach
01.11.2003, 08:35
Hi
suttoni ----- suttonorum :vsml
Mal eine Kopie aus dem Zierfischforum von Achim W. ( www.catfish.org ):
Originally posted by Achim W. am 19. April 2002
Hallo,
noch einmal kurz zu der Problematik, warum Panaque suttoni eigentlich Panaque suttonorum heißen muß:
Schultz selbst erwähnt in der Erstbeschreibung nicht einmal das Wort "suttonorum", er hatte die Art als "suttoni" beschrieben. Das Problem ergab sich nun aus der Erklärung des Artnamens in der Erstbeschreibung. Schultz schreibt:" Named suttoni in honor of Dr. and Mrs Frederick A Sutton, who were...". Die Art ist also nach dem Ehepaar Sutton benannt. Die Endung -i ist aber Singular. Da die Art nach zwei Personen benannt ist muß es aber Plural, also -orum sein. Daher Panaque suttonorum (Genitiv Plural: "Der Panaque der Suttons").
Man mag nun anführen daß dies zwar ein Fehler des Erstbeschreibers ist, aber die Art nunmal so heißt (Nach den Nomenklaturregeln spielt es keine Rolle ob z.B. im Wortstamm ein Rechtschreibfehler ist). Das betrifft aber nur Fehler im Wort an sich, und nicht in der Endung. Wenn die Art zum Beispiel im Text als sutoni (bzw.-orum) beschrieben worden wäre hieß sie heute sutonorum, obwohl die Personen zu deren Ehren die Art benannt worden ist sich mit zwei t schreiben.
Fehler im Wortstamm spielen also keine Rolle, grammatikalische Fehler sehr wohl, daher kann man argumentieren daß die Art korrekt P. suttonorum heißen müsste. Es ließe sich meiner Meinung nach allerdings auch argumentieren, daß Schultz die Art nach der Familie Sutton benannt hat, was dann wieder Singular wäre. Allerdings kennen wir die Intention des Autors nicht, und so müssen wir uns nach dem richten was in der Erstbeschreibung steht, und da stehen zwei Personen, folglich ist -orum grammatikalisch richtig und die Art heiß korrekt Panaque suttonorum.
Naja, so ist das mit den Namen. ;)
Gruss Ralf
Ralf Rombach
01.11.2003, 08:42
Hi,
Originally posted by Walter
ich frage mich dann aber, mit welchem Recht Armbruster die 14 neuen Gattungen ignoriert?
Mit keinem, Denn rein formal gesehen sind die Beschreibungen korrekt, rein formal. :vsml
Sein Statement schön und gut, aber seine persönlichen Ansichten können doch nicht über (nicht vorhandenen ichthyologischen) Gesetzen stehen...
Es gibt in dem Sinne hier keine Gesetze, sehe die Nomenklaturregeln sozusagen als Mindestanforderungen. Viele der Bestimmungen dienen weniger der korrekten Erstbeschreibung, sondern sind wichtig, um das Taxonomiewerk seit nunmehr bal 250 Jahren aufrecht zu erhalten.
Und hier kommen verschiedene Strömungen innerhalb der Systematik zum Ausdruck.
Gruss Ralf
Claus Schaefer
01.11.2003, 11:26
Hallo Ralf,
guckst Du mal da:
http://www.pucrs.br/edipucrs (http://www.pucrs.br)
146 bras. Real sind ca. 44 Euro. Dass das in den USA so viel teurer ist, finde ich merkwürdig.
Irgendwo steht auch noch, dass der Versand 12 bis 15 US$ kostet.
Wären zusammen max. 60 Euro.
Immer noch viel Geld, aber nur die Hälfte vom dem US-Preis.
Kommt mir alles spanisch vor... :hmm:
Grüße
Claus
Ralf Rombach
01.11.2003, 13:48
Scheibenkleister.
Tatsächlich viel zu viel bezahlt. So ein Mist.
http://www.livrariacultura.com.br/scripts/...parceiro=ZZppcZ (http://www.livrariacultura.com.br/scripts/cultura/catalogo/busca.asp?tipo_pesq=titulo&palavra=check+list&x=6&y=7&sid=0142391885111423408688453&k5=B7464E2&uid=&lastreg=&parceiro=ZZppcZ)
Weitere Infos zum werk:
http://www.nrm.se/ve/pisces/cloffsca.shtml.en
Gruss Ralf
Claus Schaefer
02.11.2003, 11:05
Hallo,
hier noch eine Beschreibung der CLOFFSCA
http://listserv.nic.museum/cgi-bin/wa?A2=i...id-l&F=&S=&P=57 (http://listserv.nic.museum/cgi-bin/wa?A2=ind0307&L=cichlid-l&F=&S=&P=57)
und hier eine genaue Bestellanleitung für alle Nichtportugiesen, -brasilianer:
http://listserv.nic.museum/cgi-bin/wa?A2=i...d-l&F=&S=&P=159 (http://listserv.nic.museum/cgi-bin/wa?A2=ind0307&L=cichlid-l&F=&S=&P=159)
Vermutlich lässt sich bei Sammelbestellungen noch was am Porto sparen, wenn man hinterher die Kosten aufteilt.
Grüße
Claus
Martin G.
03.11.2003, 07:47
Hi Leutz,
wäre es nicht evt. möglich, nicht eine Sammelbestellung zu machen, sondern eins zu bestellen und das zu kopieren? Ich würde mich auch mit den Kopien zufrieden geben...
Wenn es zu dick zum Kopieren ist (ich kenne das Werk nicht ;) ), wäre ich bei einer Sammelbestellung sicher dabei.
Dann noch was zum gleichen Thema, anderer Fisch: Scobinancistrus aureatus. Daß das "e" da eigentlich falsch ist, wurde ja in der DATZ geklärt. Aber der Gattungsname hat ja wohl auch so seine "Tücken": In sehr vielen populärwissenschaftlichen Werken steht "Scobiancistrus". Richtig ist doch aber Scobinancistrus, oder? :hmm:
Gruß, Martin.
Claus Schaefer
03.11.2003, 10:44
Hallo Martin,
Du willst doch hier wohl nicht zum Bruch sämtlicher Urheberrechte aufrufen?
Aufforderungen zu strafbaren Handlungen im L-Welse-Forum!?
Kullander, Reis, und Ferraris verdienen daran zwar sowieso wahrscheinlich nichts, aber das hätt's nun nicht auch noch gebraucht...
Und wenn Du mal den Link ausprobiert hättest, wäre Dir sicherlich aufgefallen, dass es sich um 729 Seiten handelt. Wären bei ca. 60 Euro Kaufpreis ungefähr 8 Cent pro Seite. Da wären Kopien eigentlich nur noch ein Fall für pathologisch Geizige.
Daß das "e" da eigentlich falsch ist, wurde ja in der DATZ geklärt.
Hilf mir mal bitte: Wo stand das in der Datz?
Richtig ist doch aber Scobinancistrus, oder?
Richtig. Nur weil manche den Namen verkehrt schreiben, ändert sich nichts am Original.
Grüße
Claus
Martin G.
03.11.2003, 17:09
Hallo Claus,
rufe ich zur Urheberrechtsverletzung auf, wenn ich mir für private Zwecke Auszüge aus Büchern kopiere? Und eine DIN A4-Seite kostet mich 4 Cent (50% sparen hat nichts mit pathologisch geizig zu tun ;) ). Ich habe wie erwähnt auch kein Problem damit, das Buch zu kaufen. Den Link habe ich mir noch nicht angeschaut, weil ich leider keine Zeit hatte :( . Also, wenn jemand bestellt, ich nehme auch eines!
Scobinancistrus: Ich habe die DATZ leider nicht hier, kann nicht sagen, wann es veröffentlicht wurde. Ich weiß nur, daß in einer Ausgabe Scobinancistrus aureatus als neue Art vorgestellt wurde, in einer folgenden sollte dann das "e" herausgestrichen werden. Zu guter Letzt kam dann darauf, daß Namensänderungen nicht möglich sind und es bei "aureatus" bleibt. Die Schreibung des Gattungsnamens war mir schon klar. Nur kam ich ins Grübeln, als ich bei Sprenger/Evers, Jinkins und ich denke im aqualog immer nur Scobiancistrus las. Deshalb meine Nachfrage.
Gruß, Martin.
Claus Schaefer
03.11.2003, 18:50
Hallo Martin,
für die 4 Cent mehr bekommst Du dann aber auch einen schönen Einband und alles am Stück. Und Kullander vielleicht ein Brötchen mehr...
Wegen aureatus schau ich mal die Tage nach, kann aber ein bisschen dauern. Im Prinzip wird's dasselbe sein wie bei suttoni: Falsches Latein ist kein Grund zur nachträglichen Änderung. Wobei aureatus durchaus nicht soooo falsch ist; mit ein paar vokabulistischen Verrenkungen könnte das sowas wie ein Partizip Futur sein (das es aber nicht gibt) und soviel wie "der einmal vergoldet werden wird" bedeuten. Das soll man bestimmt nicht so lesen, dass es dem Beschreiber viel Geld einbringt (eher schon den Händlern), sondern mit einigem gutem Willen vielleicht eher so, dass der Fisch mit zunehmendem Alter golden würde (obwohl es dann besser aurescens hieße). Aber das wären alles ziemlich lahme Entschuldigungen im Nachhinein. Was soll's? aureatus tut ja auch niemandem weh.
Grüße
Claus
verdammt ist das ein Lehrreicher Forum.
Danke leute.
hier braucht man seine Fragen garnicht zu stellen.
ist wie in einem Lexikon.
Route 44
30.12.2008, 14:39
Auch wenn es schon eine Weile her ist, das war einerseits wirklich sehr informativ und auch noch recht amüsant zu lesen, auch wenn die vielen Internas nicht immer bekannt sind.
Wirklich toll gemacht. :klt:
Beste Grüße
und Allerbestes auch allen
für das Neue Jahr 2009
zu wünschen.
Michael
Edit:
Wo in der "Datenbank" ist denn der endgültige und korrigierte Bericht zu finden ?
Konnte ich bisher nicht finden, würde mich aber doch interessieren.
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